Optimierung der Kreditvergabe mit Hilfe von Covenants


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wesen und Begriffserläuterung von Covenants

3. Klassen von Covenants
3.1 Financial Covenants
3.2 Information Covenants
3.3 General Covenants

4. Wirkung von Covenants aus Sicht der Gläubiger
4.1 Konditionsgestaltung
4.2 Einflussnahme auf die Geschäftsleitung durch Gläubiger
4.3 Risikofrüherkennung
4.4 Grenzen von Covenants

5. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Kurzfassung

Die deutschen Unternehmen sind auf Fremdkapitalgeber angewiesen. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen, die keinen Zugang zu den Kapitalmärkten haben, finanzieren ihre Investitionen über Fremdkapitalgeber. Die Kapitalgeber bzw. Gläubigerbanken vereinbaren mit ihren Kunden zunehmend Nebenverpflichtungen in Kreditverträgen. Diese Vertragsklauseln, denen sich eine Vertragspartei (Kreditnehmer) im Rahmen der Vertragsverhandlungen unterwirft, werden als Covenants bezeichnet. Der Begriff stammt aus dem angelsächsischen Sprachgebrauch.

Diese Arbeit soll neben der Begriffserläuterung und dem Wesen von Covenants auch auf den Zusammenhang der verschiedenen Klassifizierungen eingehen. Anschließend werden Wirkungsweisen und die Bedeutung aus Sicht der Gläubigerbanken betrachtet. Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen werden hierbei lediglich die in der Praxis gängigsten Vertragsnebenbedingungen erläutert. Diese Arbeit soll die interessierten Leser dazu animieren sich mit weiterführender Literatur intensiver mit diesem Mechanismus der Risikoreduzierung auseinander zu setzen.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Klassen von Covenants

Abbildung 2: Unternehmensinsolvenzen in Deutschland (absolut),2000 – 2009

Abbildung 3: Reaktions- und Handlungsalternativen bei Verstoß gegen Covenants

1. Einleitung

Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die Mitte 2007 begann und massive Auswirkungen auf die Kredit- und Kapitalmärkte hatte ist noch nicht überstanden. Hohe Kreditausfälle führten und führen zu einem gestiegenen Risikobewusstsein der Kapitalgeber. Diese Kreditausfallrisiken wurden von da an genauer betrachtet und durch branchen- und unternehmensspezifische Zinsrisikoaufschläge berücksichtigt. Diese Aufschläge stellen eine Art Ausgleichszahlung dar, die der Kreditnehmer über den normalen Zinssatz an seine Bank entrichten muss damit diese einen Kredit gewährt. Dafür übernimmt die Bank die durch die Kreditvergabe entstandenen Kreditausfallrisiken. Je nach Bonität des Kunden kann dieser Aufschlag mehr oder weniger ins Gewicht fallen. Vor der Krise hatten vor allem Banken in den Vereinigten Staaten auf Gläubigerschutzmechanismen in Form von Convenants verzichtet oder sie nur sehr selten bei der Kreditvergabe einbezogen.[1] Durch den hohen Konkurrenz-druck bei der Fremdkapitalfinanzierung und den wachsenden Mittelzuflüssen bei Private-Equity-Gesellschaften (Kapitalbeteiligungsgesellschaften) wurden Covenants aus Sicht der Banken als Wettbewerbsnachteil gesehen.[2] Dem gegenüber stehen die Unternehmen die Investitionen und Liquidität fremd finanzieren müssen und nun unter Umständen einen höheren Zinsaufwand leisten müssen. Der IWF prognostiziert einen Gesamtschaden für die Weltwirtschaft in Höhe von 3,4 Billionen US-Dollar der im Zuge der Finanzkrise entstanden ist.[3]

Diese Arbeit soll die Möglichkeiten aufzeigen wie Fremdkapitalgeber mit Hilfe von Covenants ihre Kreditvergabe optimieren können und ihre Risiken früher erkennen können. Im gleichen Zuge sollen diese klassifiziert werden und deren Wirkungsweisen erläutert werden.

2. Wesen und Begriffserläuterung von Covenants

Das Risiko des Kreditgebers, zugesagte Zahlungen nicht termin- oder betragsgerecht zu erhalten, kann durch Maßnahmen reduziert werden, die als Kreditsicherheiten bezeichnet werden. Abbildung 1 (siehe Anhang) stellt die absolute Zahl an Unternehmensinsolvenzen dar die in den letzten 10 Jahren in Deutschland angemeldet wurden und zeigt einen deutlichen Anstiegstrend für das Jahr 2010 an. Da die wirtschaftliche Entwicklung eines Kreditnehmers nicht vorhergesagt werden kann sind diese Sicherheiten für Banken bzw. Fremdkapitalgeber unverzichtbar. Klassische Kreditsicherheiten ermöglichen dem Gläubiger im Risikofall, auf vorher definiertes Vermögen zur Befriedigung eigener Ansprüche zuzugreifen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikofalls wird damit aber nur mittelbar beeinflusst.[4] Der aus der angelsächsichen Kreditpraxis stammende Begriff „Covenants“ (deutsch: Kredit- bzw. Schutzklausel) stellt individuelle Nebenverpflichtungen des Kreditnehmer dar, welche vertraglich zwischen ihm und dem Fremdkapitalgeber geschlossen werden. Diese werden in den Kreditvertrag bzw. in dem Kreditzusage-schreiben eingebunden.[5] Covenants beziehen sich auf die gesamte finanzielle Situation des Kreditnehmers und stellen oft Mindestanforderungen in Bezug auf Vermögen, Liquidität und Ertrag dar. Es werden bestimmte Kennzahlen festgelegt welche einen Rahmen bzw. Grenzen aufzeigen. Dies kann über absolute Wertangaben oder in Form von Verhältnisangaben erfolgen.[6]

3. Klassen von Covenants

Es gibt verschiedene Klassen und Ausgestaltungsmöglichkeiten von Covenants. Die Abbildung 1 zeigt einen Überblick über praxisrelevante Nebenbedingungen und verdeutlicht welche Kennzahlen bzw. betrieblichen Geschehnisse für den Fremd-kapitalgeber wichtig sind. Im Folgenden soll auf die Financial-, Information- und General Covenants eingegangen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Klassen von Covenants[7]

3.1 Financial Covenants

Financial Covenants stellen Mindestanforderungen an die zukünftige Finanz-, Vermögens- und Ertragslage dar. Diese Bilanzrelationsklauseln werden mit bestimmten Referenz- bzw. Grenzwerten in den Kreditverträgen übernommen und vom Kreditgeber in regelmäßigen Abständen überprüft. Es gibt die Möglichkeit die Werte in absoluten oder mit verhältnismäßigen Kennzahlen festzuschreiben.[8] Sie verpflichten den Darlehensnehmer im Rahmen des Kreditvertrages sich bestimmten Regelungen zu unterwerfen, die sich auf die finanzielle Lage seines Unternehmens beziehen und wirken somit direkt oder indirekt auf das Führungsverhalten des Darlehensnehmers.[9] Die Eigenkapitalausstattung eines Unternehmens im Verhältnis zu dessen Verschuldung liefert dem Kreditgläubiger wichtige Informationen zur Einschätzung der Rückzahlungsfähigkeit bei Endfälligkeit des Kreditvolumens. Eigenkapital ist der Betrag, welcher dem Kreditnehmer nach Liquidierung seiner gesamten Aktiva und Rückführung sämtlicher Verbindlichkeiten übrig bleiben sollte.[10] Desweiteren dient das Eigenkapital dem Ausgleich von Verlusten und somit zur Vermeidung einer Insolvenz aufgrund eines Überschuldungstatbestands.

[...]


[1] Vgl. Haghani/ Voll/ Holzamer (2008), S. 3.

[2] Vgl. Haghani/ Voll/ Holzamer (2008), S. 3.

[3] Vgl. Jost (2009), S. 9.

[4] Vgl. Terstege/Ries (2008), S. 626 ff.

[5] Vgl. Buchmann (2005), S. 93.

[6] Vgl. Wittig (2006), S. 4 ff.

[7] Vgl. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Kästle (2003), S. 53.

[8] Vgl. Achtert (2007), S. 84.

[9] Vgl. Buchmann (2005), S. 93.

[10] Vgl. Buchmann (2005), S. 93.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Optimierung der Kreditvergabe mit Hilfe von Covenants
Hochschule
Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe Bonn
Veranstaltung
Risikomanagement im Kreditgeschäft mit mittelständischen Unternehmen
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V153365
ISBN (eBook)
9783640659333
ISBN (Buch)
9783640659616
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Optimierung, Hilfe, Covenants, Kredit, cash flow, Finanzkriese, ABS, Financial Covenants, Bachelorarbeit, Bachelor, Zinsen, IFRS, Sparkasse, S-Hochschule, free cash flow, Risikoprämie, Risiko, Banken, Absicherung, Firmenkunden, Sparkassen, Bank, FCF, Kredite, Mehrwert, Wirtschaftliche Situation, Darlehen, Bewertung, Unternehmensrisiken, HGB, Sicherheiten, Zinssätze, Zinssatz, Veränderung, Versicherungen, Abgabe, Steuerung, Kreditvergabe, Gewinn, Überschuss, Aufwendungen, Erträge, GuV, Englisch
Arbeit zitieren
Mihai Szilvasi (Autor), 2010, Optimierung der Kreditvergabe mit Hilfe von Covenants, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153365

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