Nach der Verbrauchs- und Medienanalyse 2008 VuMa nutzen 50% der Befragten das Internet, um zum Beispiel Buchungen für Bahn, Flugzeug, Hotel, Kartenreservierung/-Bestellung zu realisieren. Im Jahr 2007 erwirtschaftete die deutsche Tourismusbranche alleine 14,81 Milliarden Euro Umsatz über das Internet. Eine Studie des Münchner Web-Forschungsinstitutes Ulysses spricht vom „Boom im Online – Tourismus“. Angesichts dieser Zahlen und Entwicklungen wundert es nicht, dass das Thema Benutzerfreundlichkeit oder Usability der Webpräsenz eines Unternehmens immer wichtiger wird.
Aber was ist Benutzerfreundlichkeit im Web? Nach welchen Kriterien kann man Usability bewerten und nach welchen Methoden wird dies realisiert? Und welche Rolle spielt die Wahrnehmungspsychologie beim Design von Webpages?
Auf diese Fragen werde ich im Folgenden eingehen und einen Überblick über die theoretische Seite der Benutzerfreundlichkeit im Web geben.
Der zweite Teil dieser Hausarbeit beschäftigt sich mit der praktischen Anwendung des Konzeptes der Usability. Ich werde zwei verschiedene Websites aus der Tourismusbranche miteinander vergleichen und hinsichtlich ihrer Benutzerfreundlichkeit bewerten. Dabei handelt es sich um die Webpräsenzen der Landeshauptstadt Berlin und der europäischen Metropole Paris. Beide Städte bieten auf ihren Websites verschiedene Tools zur Planung eines Aufenthaltes und versuchen potenzielle Touristen von dem jeweiligen touristischen Angebot der Destination zu überzeugen.
"Stimmt es, dass die Arbeit am Computer dumm macht?" - "Sie haben nichts zu befürchten. Computer können einen wahnsinnig machen, aber nicht dumm."
Egmont Kakarot-Handtk
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Was ist Usability?
2 Warum sollte sich jedes Unternehmen mit der Benutzerfreundlichkeit seiner Webpräsenz auseinandersetzten?
3 Welche Aspekte/Kriterien umfasst die Benutzerfreundlichkeit?
4 Evaluationsmethoden der Benutzerfreundlichkeit
4.1 Usability-Evaluation durch Experten
4.2 Usability Evaluation durch User Testing
5 Die Rolle der Wahrnehmungspsychologie
6 Praktischer Vergleich
6.1 Portal A „Paris“
6.1.1 Vorgehensweise
6.1.2 Positive und negative Eindrücke
6.1.3 Kategorien
6.1.4 Zielgruppe
6.1.5 Benutzerfreundlichkeit
6.1.6 Verbesserungsvorschläge
6.2 Portal B „Berlin“
6.2.1 Vorgehensweise
6.2.2 Positive und negative Eindrücke
6.2.3 Kategorien
6.2.4 Zielgruppe
6.2.5 Benutzerfreundlichkeit
6.2.6 Verbesserungsvorschläge
7 Vergleich der Benutzerfreundlichkeit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Benutzerfreundlichkeit (Usability) für Unternehmen im Online-Tourismus und untersucht anhand eines praktischen Vergleichs zweier Städtereiseportale, wie effektiv diese Webauftritte die Nutzer bei ihrer Reiseplanung unterstützen.
- Grundlagen der Usability und deren betriebswirtschaftliche Relevanz
- Kriterien für eine benutzerfreundliche Webgestaltung nach DIN 66234
- Methoden der Usability-Evaluation (Experten vs. User Testing)
- Einfluss der Wahrnehmungspsychologie auf das Screendesign
- Praktischer Vergleich der Webpräsenzen von Paris und Berlin
Auszug aus dem Buch
6.1.1 Vorgehensweise
Um den Städtetrip zu planen, habe ich zuerst die Spracheinstellungen der Website geändert, da ich überrascht war, auf einer Webpage mit dem Kürzel .com auf französische Inhalte zu stoßen. Danach habe ich zuerst die Startseite in Augeschein genommen, um dann mit der Recherche nach einem passenden Hotel zu beginnen. Die Hotelsuche gestaltete sich sehr einfach, da die Webpage eine sehr übersichtliche Suchfunktion zu Hotels und Unterkünften bietet. Unter den Vorschlägen mit dem ansprechenden Titel „Geheimtipps“ war das Hotel „Jardin de l’Odeon“ innerhalb von 5 Minuten gefunden. Die Webpage bietet Preise, Fotos und einen Stadtplan zur Orientierung und verweißt zur Buchung auf den externen Link des Hotels. Im Anschluss machte ich mich auf die Suche nach einer Ausstellung, die momentan in Paris zu besichtigen ist.
Dabei wurde ich unter dem Punkt „Kultur und Shows“ schnell fündig und konnte mich sehr schnell für die Ausstellung „Die große Welt von Andy Warhol“ im Louvre entscheiden. Das Infoportal bietet Hinweise zur Anfahrt und zu den Tagen an denen die Ausstellung zu besichtigen ist. Mir fehlten allerdings weiterführende Information zu zum Beispiel Öffnungszeiten und Eintrittspreisen. Etwas irritiert von unvollständigen deutschen Übersetzungen machte ich mich daraufhin auf die Suche nach einem Sport oder Wellnessangebot. Diese Suche war etwas schwieriger, da mir der Zusammenhang zwischen dem Icon „Praktisches“ und Wellness verborgen blieb. Die Suche nach einer Übersicht für Wellnessangebote kostete mich allein sieben Minuten. Auch dann blieb das Ergebnis sehr unzufriedenstellend.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des Online-Tourismus und führt in die theoretischen Grundlagen sowie die praktische Untersuchung von Usability ein.
2 Warum sollte sich jedes Unternehmen mit der Benutzerfreundlichkeit seiner Webpräsenz auseinandersetzten?: Dieses Kapitel argumentiert, warum Usability ein entscheidender Wettbewerbsfaktor ist, der Vertrauen schafft, Kosten spart und die Kundenbindung fördert.
3 Welche Aspekte/Kriterien umfasst die Benutzerfreundlichkeit?: Es werden zentrale Kriterien der DIN 66234 wie Aufgabenangemessenheit, Selbstbeschreibungsfähigkeit und Fehlertoleranz vorgestellt.
4 Evaluationsmethoden der Benutzerfreundlichkeit: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Verfahren wie heuristische Evaluation durch Experten und praxisnahes User Testing.
5 Die Rolle der Wahrnehmungspsychologie: Hier wird erläutert, wie psychologische Erkenntnisse, wie die Chunkbildung und Gestaltgesetze, das effektive Screendesign beeinflussen.
6 Praktischer Vergleich: In diesem Hauptteil werden die Portale von Paris und Berlin anhand einer fiktiven Reiseplanung detailliert auf Usability-Aspekte geprüft.
7 Vergleich der Benutzerfreundlichkeit: Das Fazit stellt die beiden Portale gegenüber und kommt zu dem Ergebnis, dass das Portal von Berlin die besseren Usability-Eigenschaften aufweist.
Schlüsselwörter
Usability, Benutzerfreundlichkeit, Webdesign, Online-Tourismus, Wahrnehmungspsychologie, Nutzererfahrung, User Testing, Expertenevaluation, DIN 66234, Informationsarchitektur, Screendesign, E-Commerce, Barrierefreiheit, Destination-Marketing, Web-Usability
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht das Thema Benutzerfreundlichkeit (Usability) von Webpräsenzen, speziell im Kontext der Tourismusbranche.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen von Usability, psychologische Aspekte der Webgestaltung, Evaluationsmethoden und eine praktische Anwendung durch einen Website-Vergleich ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Usability zweier touristischer Portale (Paris und Berlin) zu bewerten und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für den Vergleich verwendet?
Die Autorin nutzt eine beobachtungsbasierte, praxisorientierte Analyse („Testuser“), bei der eine spezifische Reiseplanung als Szenario durchgespielt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen zu Usability-Kriterien und Wahrnehmungspsychologie sowie den ausführlichen, strukturierten Vergleich der beiden Tourismus-Portale.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Usability-Kriterien, Nutzersatisfaktion, Screendesign und interaktive Webgestaltung.
Warum wurde das Portal von Berlin im Vergleich positiver bewertet?
Das Berliner Portal überzeugte durch eine klarere Struktur, einen höheren Spaßfaktor durch interaktive Elemente und eine konsistentere Informationsqualität.
Welche Rolle spielen die Sprachversionen bei der Bewertung?
Die Qualität der Übersetzungen und der einfache Wechsel zwischen Sprachversionen wurden als wesentliche Kriterien für die Usability identifiziert, bei denen insbesondere das Paris-Portal Schwächen zeigte.
- Citar trabajo
- Svenja Lis (Autor), 2009, Usability - Vergleich zweier Tourismusportale, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153667