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Das Konzept „Bewegte Schule“. Elemente, Strategien, Ziele

Title: Das Konzept „Bewegte Schule“. Elemente, Strategien, Ziele

Term Paper , 2009 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nikolaos Jäger (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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Geht es bei der Umsetzung von mehr Bewegung im Schulalltag lediglich um ein zu lange aufgeschobenes Korrektiv zum Stillsitzen ganzer Generationen im Klassenraum? Hat der Sportpädagoge Lütgeharm gar Recht mit seiner Einschätzung, Schule sei [wegen des strukturell vorgegebenen Bewegungsmangels] ein „besonders gesundheitsgefährdendes soziales Umfeld“ ?

Bei einer quantitativ wie qualitativ angelegten Bestandsaufnahme zur Verbreitung und Verankerung von „Bewegung in der Schule“ müsste man vermutlich feststellen, dass die Institution Schule im Alltagsverständnis immer noch mehr als Sitz- und Gesprächsraum denn als ein Bewegungsraum verstanden wird. Bewegung innerhalb der Schule findet in der Regel und nach wie vor in zweckbestimmten Räumen und zu streng vorgegebenen Zeiten statt, z.B. in Turnhallen, auf Schulhöfen, im Rahmen des Sportunterrichts, während der Pausen.

Seit Mitte der 1980er Jahre ist man bemüht, diesem Anspruch gerecht zu werden und es wird - ausgehend von der Schweiz – nun auch hierzulande der Versuch unternommen, „einen Zusammenhang zwischen Bewegung, Gesundheit, Lernen und Schule herzustellen und zu begründen sowie auf der Grundlage der theoretischen Reflexion auch praktisch umzusetzen.“

Im Bundesland Niedersachsen ist man seit Mitte der 1990er Jahre dabei, die Schulen des Landes vom „Sitzdiktat“ zu befreien. Dies geschieht zum Teil „von unten“, auf pädagogische Eigeninitiative vor allem im Grundschulbereich, aber und vor allem auch „von oben“ mit dem Niedersächsischen Kultusministerium als Initiator.

Ein Beispiel einer solch „praktischen Umsetzung“ im Lande Niedersachsen soll nun im Folgenden näher betrachtet werden. Es soll deutlich gemacht werden, inwiefern Bewegung in der Schule nicht etwa als reines Kompensations- und Funktionselement dient, sondern warum Bewegung als Bildungsmöglichkeit intendiert ist.

Ausgangspunkt für diesen Untersuchungsgegenstand ist zum einen die Frage, welche konkreten Elemente bewegter Schule ein- und umgesetzt werden, zum zweiten wird gefragt: Welche Konsequenzen lassen sich ableiten aus den Ansprüchen an die Bewegte Schule? Sind diese Ansprüche aus verschiedener Perspektive (Kultusministerium, Schulleitung, Lehrkräfte, Schüler, Eltern) miteinander kompatibel?

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zur Problematik von Erkenntnisgewinnung und Evaluation (bei) der Längsschnittstudie von Müller & Petzold zur „Bewegten Schule“

3 Was ist (eine) „Bewegte Schule“?

4 Fragen an den Schulleiter Hans-Dieter Bielefeld

5 Elemente bewegter Schulkultur an der Franzenburger Schule

5.1 Beobachtungen außerhalb des Unterrichts

5.1.1 Elemente in der bewegten Pause

5.2 Beobachtungen im Unterricht

5.2.1 Bewegtes Sitzen

5.2.2 Bewegungspausen

5.2.3 Bewegter Unterricht

6. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die praktische Umsetzung des Konzepts „Bewegte Schule“ an der Franzenburger Schule in Cuxhaven-Altenwalde, wobei sie den theoretischen Anspruch einer bewegten Schulkultur der gelebten Praxis gegenüberstellt und kritisch hinterfragt.

  • Kritische Auseinandersetzung mit der Längsschnittstudie von Müller & Petzold
  • Entwicklungslinien und theoretische Grundlagen der „Bewegten Schule“
  • Konkrete Implementierung bewegter Elemente im Unterricht und im Pausenalltag
  • Perspektiven und Herausforderungen aus Sicht von Schulleitung und Lehrkräften

Auszug aus dem Buch

5.1.1 Elemente in der bewegten Pause

„Die gesunde körperliche und geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen (..) wird wesentlich durch den Spielraum bestimmt, der für Bewegung, den sozialen Austausch, die individuelle und gemeinsame Erfahrung und Aneignung der Umwelt, für die kreative Entfaltung und Gestaltung räumlich und zeitlich zur Verfügung steht.“ 30

Diese Charakterisierung des Pädagogen Georg Coenen, einem der Organisatoren des Berliner Projekts „Vom Schulhof zum Spielhof“, könnte wie ein Leitspruch über dem neugestalteten Pausenhof der Franzenburger Schule hängen. Hier kann während der Unterrichtspausen beobachtet werden, in welchem Maße es gelungen ist, „Orte der sozialen Kontakte“ zu schaffen, „an denen kognitive Prozesse erprobt und Geborgenheit und Entspannung gefunden“ 31, an denen darüber hinaus differenzierte Bewegungsabläufe sowie selbstbestimmte Spielaktivitäten ermöglicht und angeregt werden.

Es ist hier in der Tat gelungen, die „Zonen unterschiedlicher Bestimmung“32 so einzuteilen und zu gestalten, dass sie in „friedlicher Koexistenz“ nebeneinander bestehen können. Die Ruhezone, mit orientalisch anmutenden Sitz- und Liegegelegenheiten ausgestattet, ist in ausreichender Entfernung von den Aktivitätszonen platziert.

In der „Bauzone“, welche auf ca. 10 m² der etwa 250 m² großen überdachten Gesamtfläche angesiedelt ist, lassen sich aus unterschiedlichem „Baumaterial“ Autos, Kräne, Türme etc. fertigen. Die Auswahl ist so beschaffen, dass für alle 4 Jahrgangsstufen der Grundschule altersgerechtes Konstruktionsmaterial vorhanden ist. Im Beobachtungszeitraum waren 6 bis 7 Jungen in der Bauecke aktiv. In unmittelbarer Nachbarschaft wurde von einer gemischten Mädchen/Jungen-Gruppe eine Multifunktionsplatte genutzt, die für Airhockey und diverse Brettspiele konzipiert ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Relevanz von Bewegung im Denken (Peripatetik) und kritisiert den aktuellen Zustand der Schule als primären Sitzraum.

2 Zur Problematik von Erkenntnisgewinnung und Evaluation (bei) der Längsschnittstudie von Müller & Petzold zur „Bewegten Schule“: Dieses Kapitel hinterfragt kritisch die methodische Qualität und Aussagekraft der untersuchten Längsschnittstudie zur Bewegten Schule.

3 Was ist (eine) „Bewegte Schule“?: Hier werden die historischen Ursprünge des Konzepts sowie die unterschiedlichen theoretischen Ansätze der Bewegungsförderung erläutert.

4 Fragen an den Schulleiter Hans-Dieter Bielefeld: In einem Leitfaden-Interview erläutert der Schulleiter das spezifische Konzept der Franzenburger Schule und die praktische Umsetzung im Schulalltag.

5 Elemente bewegter Schulkultur an der Franzenburger Schule: Dieses Kapitel vergleicht die theoretischen Aussagen der Schulleitung mit den tatsächlichen Beobachtungen im Unterricht und auf dem Schulhof.

6. Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die Akzeptanz des Konzepts im Lehrerkollegium und diskutiert die Herausforderungen für die künftige Gestaltung einer Ganztagsschule.

Schlüsselwörter

Bewegte Schule, Sportpädagogik, Schulentwicklung, Bewegtes Sitzen, Bewegungspausen, Handlungsorientiertes Lernen, Evaluation, Längsschnittstudie, Bewegter Unterricht, Schulkultur, Gesundheit, Bewegungserziehung, Franzenburger Schule, Unterrichtsgestaltung, Pädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept der „Bewegten Schule“ am Beispiel der Franzenburger Schule in Cuxhaven-Altenwalde und hinterfragt kritisch, wie sich theoretische Konzepte in der Praxis umsetzen lassen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Entstehungsgeschichte der Bewegten Schule, die kritische Evaluation bestehender Studien, die Schulhofgestaltung, das bewegte Sitzen im Unterricht sowie die Rolle der Lehrkräfte bei diesen Reformprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme: Es soll ermittelt werden, welche konkreten Elemente einer bewegten Schulkultur an der Franzenburger Schule umgesetzt werden und ob diese den pädagogischen Ansprüchen in der Realität gerecht werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse, einem Leitfaden-Interview mit dem Schulleiter sowie eigenen Hospitationen und Beobachtungen im Unterricht und auf dem Pausenhof.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Schwachstellen von Evaluierungsstudien, definiert die Begrifflichkeit der „Bewegten Schule“ und dokumentiert durch das Interview und die Beobachtungsprotokolle die konkrete Praxis der Bewegungsförderung vor Ort.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Schlagworte sind Bewegte Schule, Schulentwicklung, Handlungsorientiertes Lernen, Bewegtes Sitzen und Evaluation.

Wie bewertet der Autor die Rolle des niedersächsischen Kultusministeriums?

Der Autor übt deutliche Kritik an der Art und Weise, wie das Ministerium Konzepte als „Heilsbotschaft“ quasi von oben verordnet, anstatt ausreichende Unterstützung für die überlasteten Lehrkräfte bereitzustellen.

Wie steht die Franzenburger Schule zum Thema Ganztagsschule?

Der Schulleiter sieht in der Ganztagsschule eine große Chance, Bewegung noch intensiver in den Schulalltag zu integrieren und die Kinder nachhaltiger zu fördern, sofern die Rahmenbedingungen stimmen.

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Details

Title
Das Konzept „Bewegte Schule“. Elemente, Strategien, Ziele
College
University of Bremen
Grade
1,7
Author
Nikolaos Jäger (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V153963
ISBN (eBook)
9783640664764
ISBN (Book)
9783640665037
Language
German
Tags
Bewegte Schule Sport Moderne Schule ADHS Hyperaktivität Grundschule Sonderpädagogik alternative Schulkonzepte Rückenschule Gesundheit Lernen mit Spaß Sport und Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nikolaos Jäger (Author), 2009, Das Konzept „Bewegte Schule“. Elemente, Strategien, Ziele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153963
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