Ein gesundes und entsprechend starkes Immunsystem ist für jeden Menschen wichtig. Es schützt den menschlichen Organismus vor Krankheiten und Infektionen. Ihm ist besondere Beachtung zu schenken, und das Intakthalten sollte für jeden Menschen Priorität haben. Durch zielgerichtete Nahrungsaufnahme lässt sich das Immunsystem beeinflussen und kann dadurch gestärkt werden.
Doch warum brauchen gerade Sportler und Höchstleister ein robustes Abwehrsystem? Zunächst mag der Zusammenhang zwischen sportlichem Erfolg und gesundem Immunsystem nicht klar erkennbar sein. Ein Athlet zeichnet sich durch eine gewisse vorhandene Leistungsfähigkeit aus, die er im Wettkampf umsetzen muss, um erfolgreich zu sein. Doch gerade um in dem einen Wettkampf die Topleistung abrufen zu können, muss der Athlet gesund sein. Ein kranker Spitzensportler wird nie an seine persönliche Bestleistung herankommen. Das Immunsystem muss im Sinne der sportlichen Leistungsfähigkeit beachtet werden, denn nur so kann der Athlet am Wettkampftag gesund an den Start gehen und seine maximale Leistungsfähigkeit abrufen. Auch für den Trainingsprozess spielt die Gesundheit eine große Rolle. Ein Sportler mit starkem Abwehrsystem wird seltener krank und kann somit häufiger, besser und intensiver trainieren als ein krankheitsanfälliger Konkurrent.
Dazu bedarf es einer Immunabwehr, die sich gegenüber Angriffen von Mikroorganismen wehren kann und die stark genug ist, dem Athleten einen entsprechenden Schutz zu bieten. Darum müssen bei der Nahrungsaufnahme die essentiellen Komponenten des Immunsystems berücksichtigt werden. Dabei stellt sich die Frage, welche Nährstoffe ein Abwehrsystem benötigt, in welchem Maße diese erforderlich sind und ob bzw. inwiefern Nahrungsergänzung stattfinden muss. Ob Fitnessstudios, Apotheken, Supermärkte, Discounter, Drogerien, fast jeder bietet heute in seinem Sortiment das Wundermittel zur Nahrungsergänzung, welches gesund und fit machen soll. Die wissenschaftliche Fundierung bleibt dabei oft aus, und es werden überteuerte Produkte verkauft, deren Wirkungen nicht selten zu wünschen übrig lassen. Ziel dieser Arbeit ist, anhand qualitativ-wissenschaftlicher Studien herauszustellen und zu klären, welche Nährstoffe in welchen Mengen für eine funktionierende Immunabwehr wichtig sind. Außerdem sollen Empfehlungen zur Nahrungsergänzung abgeleitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BEDEUTUNG, FUNKTION UND ZUSAMMENHANG VON IMMUNSYSTEM UND ERNÄHRUNG FÜR SPITZENSPORTLER
3 MAKRONÄHRSTOFFE
3.1 Hohe Wertigkeit für das Immunsystem des Athleten
3.1.1 Kohlenhydrate
3.1.2 Proteine
3.2 Niedrige Wertigkeit für das Immunsystem des Athleten
3.2.1 Fette
4 IMMUNSTIMULIERENDE STOFFE UND NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL
4.1 Mittlere Wertigkeit für das Immunsystem des Athleten
4.1.1 Mineralsstoffe
4.1.2 Vitamine
4.1.3 Probiotische Ernährung
4.1.4 Beta-Glucan
4.2 Niedrige Wertigkeit für das Immunsystem des Athleten
4.2.1 Echinacea
4.2.2 Knoblauch
4.2.3 Ginseng
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Ernährung von Spitzensportlern und deren Immunsystem. Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Studien zu klären, welche Nährstoffe in welchen Mengen für eine funktionierende Immunabwehr entscheidend sind, um Sportlern fundierte Empfehlungen zur Nahrungsergänzung zu geben.
- Bedeutung des Immunsystems bei sportlicher Leistungsfähigkeit
- Einfluss von Makronährstoffen auf die Immunfunktion
- Wirksamkeit von Mikronährstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln
- Bewertung verschiedener Supplemente nach ihrer Wertigkeit für Athleten
- Umgang mit belastungsbedingten Immunschwächungen ("Open-Window-Phänomen")
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Kohlenhydrate
Kohlenhydrate (KH) spielen nicht nur im Sinne der Leistungsverbesserung eine Rolle sondern tragen auch zur Sicherung der Immunfunktion bei. Gleeson (2006, S.3) geht davon aus, dass die während der körperlichen Belastung in erhöhtem Ausmaß anfallenden Stresshormone ursächlich für die Beeinträchtigung der Abwehrfunktion sind. Folglich stellt eine Ernährungsstrategie, die effektiv die Ausschüttung von Stresshormonen reduziert (hauptsächlich in der Belastungsphase), einen Ausgangspunkt zur Verbesserung der Immunsystemfunktion dar.
Bishop, Walsh, Haines, Richards und Gleeson (2001) zeigen die Wirkung von kohlenhydratreicher Ernährung auf Immunparameter vor der eigentlichen Belastung. Zwölf männliche Radfahrer wurden zufällig in eine kohlenhydratreiche (mehr als 70% der Energieaufnahme über KH) und eine kohlenhydratarme (weniger als 10% der Energieaufnahme über KH) Testgruppe unterteilt. Drei Tage wurde sich entsprechend ernährt und anschließend an Tag vier wurden zwei Tests gefahren (1 Stunde bei 60% der maximalen Wattzahl, gefolgt von 30 Minuten bei 80%). Es zeigte sich, dass die Reaktion der Stresshormone und Cytokine für die kohlenhydratarme Gruppe bemerkenswert höher war als für die kohlenhydratreiche.
Auch Mitchell, Pizza, Paquet, Davis, Forrest und Braun (1998) untersuchten bereits in früheren Studien den Einfluss von KH auf das Immunsystem. Sie entdeckten Unterschiede in der Reaktion von Lymphozyten. Bei Athleten, die mit leeren Glycogenspeichern (hervorgerufen durch KH-arme Ernährung, 2 Tage vor Belastungstest) einen Belastungstest (60 Minuten bei 75% VO2max.) absolvierten, sank die Flussrate von Lymphozyten zwei Stunden nach der Belastung, im Gegensatz zur zweiten Untersuchungsgruppe, die zwei Tage KH-reiche Ernährung hinter sich hatte. Auch die Ausschüttung von Cortisol, Adrenalin und Cytokin war in der KH-armen Gruppe direkt nach Belastung signifikant höher als bei der KH-reichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung eines robusten Immunsystems für Sportler und stellt die Forschungsfrage nach den essentiellen Nährstoffen zur Unterstützung der Immunabwehr.
2 BEDEUTUNG, FUNKTION UND ZUSAMMENHANG VON IMMUNSYSTEM UND ERNÄHRUNG FÜR SPITZENSPORTLER: Das Kapitel erklärt die biologischen Grundlagen des Immunsystems und erläutert, warum extreme sportliche Belastungen durch Stresshormone das Infektionsrisiko erhöhen.
3 MAKRONÄHRSTOFFE: Hier wird der positive Einfluss von Kohlenhydraten und Proteinen auf die Immunfunktion diskutiert, während Fette als weniger relevant bzw. potenziell schwächend eingestuft werden.
4 IMMUNSTIMULIERENDE STOFFE UND NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL: Dieses Kapitel bewertet verschiedene Supplemente wie Vitamine, Mineralstoffe, Probiotika, Beta-Glucan, Echinacea, Knoblauch und Ginseng nach ihrem tatsächlichen Nutzen für das Immunsystem von Athleten.
5 FAZIT: Das Fazit stellt fest, dass eine ausgewogene Ernährung den Bedarf deckt und kritisiert die oft unnötige oder überteuerte Einnahme spezieller Nahrungsergänzungsmittel für Sportler.
Schlüsselwörter
Immunsystem, Spitzensport, Ernährung, Kohlenhydrate, Nahrungsergänzungsmittel, Infektionsrisiko, Stresshormone, Mikronährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Leistungsfähigkeit, Belastung, Immunfunktion, Cytokine, Supplementierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einfluss der Ernährung auf die Funktion des Immunsystems speziell bei Spitzensportlern, um Infektionsrisiken durch hohe Trainingsbelastungen zu minimieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Rolle von Makronährstoffen, die Wirkung von verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln und die wissenschaftliche Einordnung von immunstimulierenden Substanzen im Sport.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, anhand qualitativ-wissenschaftlicher Studien zu klären, welche Nährstoffe für ein funktionierendes Immunsystem beim Sport nötig sind und welche Supplement-Empfehlungen daraus abgeleitet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer qualitativ-wissenschaftlichen Literaturanalyse zahlreicher Studien, die den Zusammenhang zwischen Sporternährung und Immunparametern untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Diskussion der Wertigkeit von Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Proteine, Fette) sowie eine detaillierte Überprüfung von Mikronährstoffen und pflanzlichen Stimulanzien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Immunsystem, Sportlerernährung, Nahrungsergänzung, Leistungsfähigkeit und Infektionsprävention beschreiben.
Was besagt das sogenannte "Open-Window-Phänomen"?
Es beschreibt eine durch extreme körperliche Belastung kurzfristig geschwächte Phase des Immunsystems, in der der Sportler anfälliger für Infektionen durch Krankheitserreger ist.
Ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln für Sportler zwingend erforderlich?
Laut Fazit ist dies meist nicht nötig, da eine ausgewogene Ernährung mit genügend Energie durch Kohlenhydrate und Proteine sowie Obst und Gemüse den Bedarf deckt.
Welche Rolle spielen Vitamin C und E bei der sportlichen Belastung?
Die Arbeit empfiehlt, diese bei einseitiger Ernährung ergänzend zu kombinieren, warnt jedoch vor hochdosierter Einnahme einzelner Vitamine, die das Immunsystem eher schädigen könnten.
Wie ist die Empfehlung des Autors zu pflanzlichen Mitteln wie Echinacea oder Ginseng?
Der Autor rät aufgrund fehlender wissenschaftlicher Belege für eine Leistungssteigerung oder Infektionsprävention bei Sportlern von einer teuren Nahrungsergänzung mit diesen Mitteln ab.
- Arbeit zitieren
- Philipp Zipfel (Autor:in), 2010, Ernährung für das Immunsystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155023