Enterprise 2.0 und Konsequenzen für die Arbeitswelt


Seminararbeit, 2010

26 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildungs- und Taabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Social Software
2.1 Was ist Social Software?
2.2 Grundlagen Web 2.0 und deren gangige Auspragungen
2.2.1 Blogs
2.2.2 Wikis und Gruppeneditoren
2.2.3 Social Networking-Dienste
2.2.4 Social Bookmarking und Instant Messaging
2.3 Social Software als Antrieb fur Veranderungen im Unternehmen
2.4 Risiken und Gefahren von Social Software

3 Die Weiterentwicklung zum Enterprise 2.0
3.1 Bausteine und Einsatz des Enterprise 2.0
3.1.1 Uberblick zur relevanten Literatur
3.1.2 Voraussetzungen fur den Einsatz von Enterprise 2.0
3.1.3 Vodafone - Ein Beispiel fur die konkrete Anwendung von Enterprise 2.0
3.2 Auswirkungen des Enterprise 2.0 auf die Arbeitswelt

4 Bewertung der Analyse
4.1 Festlegung und Bewertung von Referenzkriterien
4.1.1 Referenzkriterium Kommunikation und Koordination
4.1.2 Referenzkriterium Kontaktmanagement und Expertensuche
4.1.3 Referenzkriterium Wissensverteilung
4.1.4 Referenzkriterium Wissenserhaltung/ Corporate Memory
4.1.5 Referenzkriterium Informationstransparenz
4.2 Erfolgsfaktoren fur den Einsatz von Enterprise 2.0
4.2.1 Erfolgsfaktor Nutzen
4.2.2 Erfolgsfaktor Motivations- und Kooperationsbereitschaft
4.2.3 Erfolgsfaktor Unternehmenskultur
4.2.4 Erfolgsfaktor partizipative Gestaltung
4.2.5 Erfolgsfaktor Produktivitat und Effizienz
4.3 Zusammenfassung
4.4 Kritische Wurdigung und Ausblick auf zukunftige Entwicklungen

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Das „Social Software Dreieck“

Tab. 1: Erfolgreicher Einsatz von Social Software in Unternehmen

"Eighty million young people (the net generation) are entering the [...] workforce. Are today’s senior managers ready?"[1]

1. Einleitung

Die vorliegende Seminararbeit behandelt die Thematik, wie Unternehmen neue Technologien und Instrumente, die sich in den letzten Jahren mit Hilfe des World Wide Web entwickelt haben, erfolgreich nutzen konnen. Die sog. Enterprise 2.0 beschreibt, auf welche Weise derartige wichtige[2] Technologien in den Intranets der Organisationen eingesetzt werden konnten und wie sich daraus Erfolge fur das Unternehmen ableiten lassen.[3]

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in vier Kapitel. Der Einleitung folgend liefert Kapitel 2 einen Uberblick und die Beschreibung einer Reihe neuer technologischer Entwicklungen wie Blogs, Wikis, etc. Dabei soll nicht auf die technischen Einzelheiten eingegangen werden, sondern vielmehr auf den Zweck, dem sie dienen. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass es sich hierbei nicht um willkurliche Technologien handelt, sondern um Entwicklungen, die einem vergleichbaren Trend folgen und unter dem Stichwort „Social Software“ zusammenzufassen sind. Es wird erlautert, wie diese Technologien einerseits dazu dienen, Menschen zusammenzubringen und sich auszutauschen und welche Veranderungen, Risiken und Gefahren andererseits damit verbunden sind.

Kapitel 3 dient der Darstellung des Einsatzes dieser neuer Technologien in Organisationen und Unternehmen. Es zeigt auf, welche Voraussetzungen dafur gegeben sein mussen und welche Konsequenzen daraus entstehen.

Kapitel 4 stellt abschliefiend heraus, wie mit den neuen Technologien umzugehen ist, was sie leisten und ob mit ihnen ein positiver Beitrag zum Unternehmenserfolg erzielt werden kann. Die Beurteilung erfolgt anhand von zuvor erarbeiteten Referenzkriterien.

2. Social Software

2.1 Was ist Social Software?

Back beschreibt Social Software als Teil eines soziotechnischen Systems, welches die menschliche Kommunikation, Interaktion und Zusammen- arbeit unterstutzt.[4] Laut Koch steht Social Software fur webbasierte Anwendungen, die Personen und Gruppen miteinander vernetzen und welche die Kommunikation, Interaktion und soziale Zusammenarbeit fordern. [5] Dabei lasst sich das Spektrum von Social Software- Anwendungen in drei Funktionalitatsdimensionen (Information, Identitat und Netzwerk, Interaktion und Kommunikation) strukturieren (Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Das „Social Software Dreieck“, angelehnt an Koch/Richter (2009), S. 14.

2.2 Grundlagen Web 2.0 und deren gangigen Auspragungen

Der zu Grunde liegenden Idee von Social Software geht eine fruhere Entwicklung, die des Web 2.0, voraus. Laut Tim O’Reilly sind das Internet als Plattform, die Nutzung kollektiver Intelligenz und eine umfassende Anwenderfreundlichkeit wesentliche Eigenschaften fur das Web 2.0.[6] Im Kern geht es um soziale Netzwerke und die Moglichkeit, sehr einfach eigene Inhalte im Internet zu publizieren. Dabei kollaborieren Menschen miteinander und durch die Kombination ihrer unterschiedliche Kenntnisse und Erfahrungswelten entstehen vollig neue Ideen. Das ist zwar keine besonders neue Feststellung, jedoch bieten die neuen Web 2.0-Anwendungen die perfekte Plattform fur Interaktion und Kooperation, sowie fur die Vernetzung von Menschen.[7] Nachfolgend sollen die gangigsten Formen von Social Software dargestellt werden.[8]

2.2.1 Blogs

Weblogs, kurz „Blogs“[9], sind Webseiten, auf denen Nutzer (sog. Blogger) regelmafiig Inhalte in Form von Texten, Bildern, Sounds, oder Videos veroffentlichen. Blogs stellen somit eine Art Tagebuch oder Journal dar, das von einem Leser kommentiert oder verlinkt werden kann. Diese Merkmale sind Kriterien fur die Entstehung eines Netzwerks.[10]

2.2.2 Wikis und Gruppeneditoren

Unter dem Begriff „Wiki“ versteht man Internetseiten, die Autoren als ein webbasiertes Werkzeug zur Erstellung und Sammlungen von Inhalten nutzen konnen. Diese sind von seinen Nutzern beliebig verander- und kommentierbar und regen daher zum aktiven Informationsaustausch an. Sie dienen dazu, das Fachwissen mehrerer Nutzer zu bestimmten Themen zu konsolidieren, indem die Nutzer gemeinsam eine Menge von Webseiten erstellen, bearbeiten und untereinander verlinken. Wikis[11] werden zudem genutzt, um das Wissen einer Nutzergruppe auf einer gemeinsamen Plattform zu bundeln und allen Nutzern verfugbar zu machen (Stichwort Wissensmanagement). [12] Wahrend mit Wiki asynchron von einer grofien Anzahl von Nutzern Wissensmanagement betrieben werden kann, erlauben „Gruppeneditoren“ die synchrone Zusammenarbeit an Dokumenten. Der Vorteil hier ist eine kollaborative Erstellung und Bearbeitung an ein und demselben Dokument.[13]

2.2.3 Social Networking-Dienste

„Social Network“ bezeichnet eine abgegrenzte Anzahl von Akteuren und deren soziale Interaktionen und Beziehungen untereinander.[14] Social Networking-Dienste[15] stellen dabei die Plattform fur diese Interaktionen zur Verfugung. Fur User bietet sich dadurch die Moglichkeit sich mit samtlichen Stakeholdern besser vernetzen zu konnen und somit die eigene Expertenerfahrung einer breiteren Mafie zuganglich zu machen.[16]

2.2.4 Social Bookmarking und Instant Messaging

„Social Bookmarking“[17] steht fur die Erstellung und Verwaltung von Lesezeichen (Bookmarks), die in einem Browser gespeichert werden. Uber eine veroffentlichte Verschlagwortung (Tags) konnen registrierte Nutzer andere Nutzer mit gleichen oder ahnlichen Interessen finden, sich einfachen Zugriff auf verschiedenste Themenbereiche schaffen und Inhaltsaktualisierungen via RSS-Feeds abonnieren.[18] Informationsdienste fur Kurznachrichten werden als „Instant Messaging“ bezeichnet.[19]

2.3 Social Software als Antrieb fur Veranderungen im Unternehmen

Laut Back geht es beim Einsatz von Social Software in Unternehmen nicht nur um veranderte Technologien, sondern vielmehr um interne und externe Auswirkungen auf die Arbeitskultur.[20] Zwar ist davon auszugehen, dass die verschiedenen Akteure auch ohne den Einsatz von Social Software miteinander interagieren, jedoch fordern Vereinfachung, intuitive Bedienung und niedrige Einstiegsbarrieren den Einsatz von Social Software-Losungen. Daher lasst sich ableiten, dass die Bereitstellung von Social Software fur die individuelle, innerbetriebliche Kommunikation, die Prozesse der internen Integration und externen Anpassung (Partizipations- und Kollaborationskultur) fordert.[21]

2.4 Risiken und Gefahren von Social Software

Neben den aufgezeigten Vorteilen und Chancen, die die Anwendung von Social Software bietet, ist auch eine Betrachtung der Risiken und Gefahren notwendig. So sind bei der Benutzung von Social Software- Anwendungen die Daten, die beispielsweise in einem Profil gespeichert werden, meist selbstverstandlich[22], offentlich zuganglich oder werden nur sehr wenig geschutzt. Eine zu starke Restriktion, im Sinne eines eingeschrankten Zugriffs auf die Daten, wurde jedoch einen Kerngedanken von Social Software-Systemen, das Knupfen von Kontakten[23], verletzen. Haufig erlaubt Social Software das Einstellen von Profilfotos[24], wodurch ein sofortiger Ersteindruck uber das visuelle Erscheinungsbild des Individuums zu Stande kommt. Besonders im Berufsalltag ist der offentliche Zugang nicht immer von Vorteil. Personalabteilungen tendieren immer starker dazu sich durch Social Networking uber Ihre Bewerber vorab zu informieren.[25]

Anderen Kritikern zufolge fuhrt das Web 2.0 unweigerlich zu einer Informationsflut, die viele Menschen schlichtweg uberfordert.[26] Daruber hinaus beleuchten Skeptiker die Frage, inwieweit eine partizipative Unternehmenskultur die Voraussetzung fur die Einfuhrung von Web 2.0- Instrumenten ist (und nicht deren Ergebnis) und wo in hierarchisch strukturierten Unternehmen die Grenze der Partizipation liegt.[27]

Andere befurchten, dass Web 2.0-Angebote das Schicksal fruherer Wissensmanagement-Technologien teilen und nach euphorischem Start von Mitarbeitern nicht genutzt bzw. akzeptiert werden.[28]

3. Die Weiterentwicklung zum Enterprise 2.0

3.1 Bausteine und Einsatz des Enterprise 2.0

3.1.1 Uberblick zur relevanten Literatur

Weltweit wird diskutiert, wie die Web 2.0-Technologien, die im privaten Bereich eine enorme Ausbreitung gefunden haben [29], auch im geschaftlichen Umfeld nutzbringend einzusetzen sind.[30] Ausgangspunkt ist die Kernaussage eines Artikels[31] von Andrew McAfee, Professor an der Harvard University, wonach die bestehenden Kommunikationsmittel der „1. Generation“[32], moderner Wissensarbeit haufig nicht mehr gerecht werden. McAfee fasst dort die Charakteristika durch den Begriff SLATES zusammen. Nach Koch lasst sich dieser wie folgt interpretieren: Beitrage sind im Internet auffindbar zu machen („search“), zusatzliche Inhalte und Metadaten sind durch Links bereitzustellen („links“, „authoring“, „tags“), Anwendungen werden datenzentriert und modular aufgebaut (^extensions'^) und auf Aktualisierung wird durch Signale wie RSS-Feeds aufmerksam gemacht („signals“).[33] Koch/Richter erklaren den Begriff Enterprise 2.0 als Versuch die Konzepte des Web 2.0 und von Social Software nachzuvollziehen und diese auf die Zusammenarbeit in den Unternehmen zu ubertragen.[34] Der BITKOM erklart das Phanomen Enterprise 2.0 eher aus Marktsicht, sprich als „konsequente Antwort auf aktuelle Herausforderungen globaler und dynamischer Markte“ [35]. Im Rahmen dieser Seminararbeit kann nur eine Auswahl der aktuellen Enterprise 2.0-Definitionen gegeben werden. Eine Ubersicht zu den bekanntesten Werken findet sich in der Anlage 1.

3.1.2 Voraussetzungen fur den Einsatz von Enterprise 2.0

Laut Aussage von McAfee ist weniger eine Kostenbetrachtung als das Schaffen einer offenen Unternehmenskultur, einer webbasierten Arbeitsplattform und einem Change Management, das auf die Bedurfnisse der Nutzer eingeht, Voraussetzung zum erfolgreichen Beitrag von Enterprise 2.0 im Unternehmen[36]. Noch wichtiger ist seiner Meinung nach das Commitment der Unternehmensfuhrung zum Enterprise 2.0. Dieses aufiert sich laut Scheer, durch die Aufgabenerfullung des Managements, die Prozesse zu steuern und die richtigen Tools (Vgl. Kap. 2.2) zur Verfugung zu stellen.[37]

[...]


[1] Tapscott (2007)

[2] Vgl. Gartner (2007), wonach bereits 2008 das Web 2.0 zu den zehn fur Unternehmen strategisch relevanten Technologien zahlte.

[3] Vgl. Buhse (2009), S10.

[4] Vgl. Back (2009), S.4

[5] Vgl. Koch (2008), S.1f.

[6] Vgl. O’Reilly (2005)

[7] Vgl. Scheer (2009).

[8] Weitere sind Content Aggregators (netvibes.com), Collaborative Listen to Music (last.fm), Collaborative Ration of Content (digg.com), Social Communities (flick.com), bzw. neue Funktionen in Webanwendungen wie Kommentarfunktionen, Trackbacks, Permalinks, Blogrolls, etc. Vgl. Bocking (2009).

[9] Vgl. Komus (2008), S.5f. Beispiel: .,www.blogger.com“.

[10] Vgl. Back (2009), S.17ff.

[11] Vgl. Komus (2008), S.7ff. Das wohl bekannteste Wiki ist www.wikipedia.org.

[12] Vgl. Back (2009), S.10ff

[13] Vgl. Koch/Richter (2009), S. 42ff., z.B. GoogleDocs (http://docs.google.com/).

[14] Vgl. Back (2009), S.69ff.

[15] z.B. www.xing.com (für geschäftliche), www.facebook.com (für internationale) und www.wer-kennt-wen.de (für private Kontakte).

[16] Vgl. Back (2009), S.69ff.

[17] Siehe z.B. www.del.iscio.us.

[18] Vgl. Back (2009), S.24ff.

[19] Z.B. www.twitter.com.

[20] Vgl. Back (2009), S.4f.

[21] Vgl. Back (2009), S.94.

[22] Vgl. Gasser (2009).

[23] Vgl. McAfee (2009a).

[24] Vgl. www.xing.com oder www.facebook.com.

[25] Jeder vierte Arbeitgeber bezieht Inhalte aus dem Internet in seine Personalentscheidungen ein, wie eine aktuelle Studie des Ministeriums fur Verbraucherschutz belegt, in: Focus Online, abgerufen am 09.01.2010 in: http://www.focus.de/karriere/bewerbung/studie-firmen-erschnueffeln-bewerberdaten- im-web aid 428350.html

[26] Vgl. Scheer (2009).

[27] Vgl. Davenport (2007), S.2ff.

[28] Vgl. Bocking (2009). oder vgl. auch Carr (2006), S.lff.

[29] Bereits 2/3 aller Internetnutzer, ca. 750 Millionen Menschen, nutzen täglich Web-2.0- Anwendungen, vgl. Koch/Richter (2009), S. VII.

[30] Vgl. Back (2009), S.23.

[31] Vgl. McAfee (2006a).

[32] Dazu zählen klassische Technologien wie Email, statische Internetseiten, etc.

[33] Vgl. Koch (2008), S.2.

[34] Vgl. Koch/Richter (2009), S.16.

[35] Vgl. BITKOM (2008a), S.4.

[36] Vgl. McAfee (2006).

[37] Vgl. Scheer (2009).

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Enterprise 2.0 und Konsequenzen für die Arbeitswelt
Hochschule
Wissenschaftliche Hochschule Lahr
Veranstaltung
ISK Master of Arts Master Management
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
26
Katalognummer
V155694
ISBN (eBook)
9783640687572
ISBN (Buch)
9783640687534
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
web 2.0;, enterprise 2.0;, social software
Arbeit zitieren
Michael Herbst (Autor), 2010, Enterprise 2.0 und Konsequenzen für die Arbeitswelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155694

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