Die Arbeit beschäftigt sich mit den Veränderungen, denen sich ein außerschulischer Inhalt unterzieht, wenn er in den Schulsport aufgenommen wird. Dargestellt werden diese Transformationen mittels theoretischer Basis und empirischen Erhebungen am Beispiel des Triathlons, der in den letzten Jahren vermehrt Einzug in den Sportunterricht gehalten hat. Trotz der Eigenarten dieser Sportart, die ebenfalls in der Arbeit Berücksichtigung finden, werden übergreifende Mechanismen herausgearbeitet, die auf nahezu jeden schulsportlichen Inhalt bezogen werden können. Ziel ist es, anhand des Exempels Triathlon, ein Verstehen dafür zu ermöglichen, wie und warum die Institution Schule zwangsläufig ihre transformierenden Einfluss auf sportunterrichtliche Gegenstände ausübt. Dies kann Sportlehrern dabei helfen, die Chancen und Grenzen ihrer Arbeit akkurater zu kalkulieren, diese zu akzeptieren und somit ihren Beruf mit einer angemessenen Erwartungshaltung auszuüben.
Inhaltsverzeichnis
0. Abstract
1. Einleitung
2. Stand der wissenschaftlichen Diskussion
2.1 Annäherung aus Richtung des Sports: schulisch interessante Elemente des Triathlons
2.2 Die Perspektive der Schule: die Suche nach ihrem Transformationspotenzial
2.2.1 Bestandsaufnahme relevanter schulischer Gegebenheiten
2.2.2 Anhaltspunkt für die Transformation schulsportlicher Inhalte
2.2.2.1 Transformationsbegünstigende Rahmenbedingungen
2.2.2.2 Transformationsbegünstigende Zielvorstellungen der Schule und des Schulsports
2.2.2.3 Die Transformationsebene der Methodik und Vermittlung
3. Mögliche Erscheinungsbilder des schulisch transformierten Triathlons
3.1 Sachanalyse des Gegenstandes Triathlon
3.2 Hypothesen zum Erscheinungsbild des Schultriathlons
4. Wechselzone
5. Einstieg in die Empirie: die Schulsportbroschüre der DTU
6. Zwischenfazit
7. Empirische Überprüfung anhand eines Experteninterviews
7.1 Vorüberlegungen
7.2 Zum Aufbau des Interviewleitfadens
7.3 Zur Durchführung der qualitativen Inhaltsanalyse des Experteninterviews
7.4 Ergebnisse der Inhaltsanalyse
7.5 Interpretation der Ergebnisse
8. Fazit
9. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die transformierenden Einflüsse der Institution Schule auf außerschulische sportliche Inhalte am Beispiel des Triathlons. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie und warum Triathlon verändert wird, wenn er in den Schulsport inkludiert wird, um Sportlehrern eine realistischere Einschätzung der Möglichkeiten und Grenzen dieses Vorhabens zu ermöglichen.
- Analyse der theoretischen Grundlagen des Schulsports und des Triathlons
- Identifikation transformationsbegünstigender Faktoren der Schule (Rahmenbedingungen, Ziele, Methoden)
- Empirische Untersuchung mittels Dokumentenanalyse einer DTU-Broschüre
- Qualitative Auswertung von Experteninterviews zur Praxis des Schultriathlons
- Synthese der Erkenntnisse zu einem Modell des schulisch transformierten Triathlons
Auszug aus dem Buch
3.1 Sachanalyse des Gegenstandes Triathlon
Die folgenden Ausführungen sollen vor allem einem Zweck dienen: Sie sollen den Schultriathlon vergleichbar werden lassen. Da sich das Erkenntnisinteresse der Arbeit aber nicht auf die bloße sportliche Betätigung, die reinen Bewegungshandlungen, beschränkt, sondern auch solche Aspekte einbezieht, die ‚um den Triathlon herum‘ geschehen bzw. ihm ‚anhaften‘, ist es im Zuge dieser Sachanalyse nötig, den außerschulischen Triathlon aus verschiedenen Perspektiven zu skizzieren. Damit ist außerdem gesagt, dass eine übermäßige Konzentration auf trainingswissenschaftliches Fachvokabular und allzu detaillierte Hintergrundinformationen der Trainingslehre nicht notwendig ist und diese nur insoweit behandelt werden sollen, als es für den Vergleichszweck sinnvoll ist. Ferner ist zu sagen, dass diese Sachanalyse nicht im Sinne einer Unterrichtsvorbereitung vorgenommen wird, sondern eher einer Hilfestellung für den Leser dieser Arbeit gleichkommt, um die Geschehnisse um den schulischen und außerschulischen Triathlon einordnen zu können.
Es folgt also eine bündige und sachliche Beschreibung des Triathlons, um dann aus trainingswissenschaftlicher, motivationspsychologischer und soziologischer Perspektive weitere hilfreiche Informationen für einen Vergleich mit dem schulischen Triathlon bereitzustellen.
So komplex und unübersichtlich ein Triathlon durch die mitunter verwirrende Anzahl an gleichzeitig relevanten Schauplätzen erscheinen mag, so einfach ist doch sein prinzipieller Aufbau. „Triathlon ist eine zyklische Ausdauersportart, bestehend aus Schwimmen, Radfahren und Laufen“ (Hottenrott 1987, S.5). Die drei Teildisziplinen werden in der genannten Reihenfolge ohne Unterbrechung nacheinander absolviert. Die Zeitmessung beginnt mit dem Schwimmstart und endet, wenn der Triathlet als Läufer die Ziellinie überquert (vgl. Engelhardt 1994, S.7). Mit den beiden Wechseln (vom Schwimmen zum Radfahren und vom Radfahren zum Laufen) kommt also eine weitere Anforderung hinzu.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet den Boom des Triathlons und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dessen Transformation im Schulsport.
2. Stand der wissenschaftlichen Diskussion: Hier wird der theoretische Rahmen aus sportlicher und schulspezifischer Perspektive entwickelt, um Einflüsse auf die Transformation von Sportinhalten zu identifizieren.
3. Mögliche Erscheinungsbilder des schulisch transformierten Triathlons: Basierend auf dem Theorieteil werden Hypothesen zum Erscheinungsbild des Schultriathlons aufgestellt und eine Sachanalyse des Triathlons vorgenommen.
4. Wechselzone: Dieses Kapitel dient als Übergang vom theoretischen Teil zur empirischen Untersuchung und erläutert das methodische Vorgehen.
5. Einstieg in die Empirie: die Schulsportbroschüre der DTU: Die Dokumentenanalyse der Broschüre prüft erste Hinweise auf die Transformation des Triathlons in der Schule aus einer Außensicht.
6. Zwischenfazit: Eine erste Bilanz der gewonnenen Erkenntnisse aus der Literatur und der Broschürenanalyse wird gezogen.
7. Empirische Überprüfung anhand eines Experteninterviews: Dieser Teil beinhaltet die Durchführung und Auswertung eines Experteninterviews, das die Innensicht der Schulpraxis beleuchtet.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenführung der Ergebnisse und einer Reflexion über die transformierende Wirkung der Schule auf den Triathlon.
Schlüsselwörter
Triathlon, Schulsport, Transformation, Inklusion, Sportunterricht, Schultriathlon, Ausdauersport, Handlungsfähigkeit, Mehrperspektivität, qualitative Inhaltsanalyse, Experteninterview, Schulsportbroschüre, Leistungsaspekt, Wertevermittlung, Sozialerziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit analysiert, wie die Institution Schule den außerschulischen Sportinhalt Triathlon verändert, sobald er in den Schulsport integriert wird, und identifiziert die treibenden Faktoren für diese Transformation.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die Theorie des Schulsports, die Sportart Triathlon im außerschulischen Kontext, die pädagogischen Zielsetzungen der Schule sowie die empirische Untersuchung schulpraktischer Umsetzung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu verstehen, wie und warum die Schule zwangsläufig ihren transformierenden Einfluss auf sportunterrichtliche Gegenstände ausübt, um Sportlehrern zu helfen, ihre Arbeit realistischer zu kalkulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Teil zur Hypothesenbildung sowie einen empirischen Teil, bestehend aus einer Dokumentenanalyse einer DTU-Broschüre und einer qualitativen Inhaltsanalyse eines Experteninterviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Rahmenbedingungen, Zielsetzungen der Schule (wie Handlungsfähigkeit und Mehrperspektivität), methodische Aspekte sowie die konkreten empirischen Daten aus der DTU-Broschüre und dem Experteninterview analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schulsport, Triathlon, Transformation, Mehrperspektivität und qualitative Inhaltsanalyse charakterisieren.
Welche Rolle spielt die Person des Sportlehrers laut den Ergebnissen?
Der Sportlehrer fungiert als wesentlicher Transformationsfaktor; seine eigene sportbiografische Prägung, Leidenschaft und sein Insiderwissen beeinflussen maßgeblich, wie der Triathlon im Unterricht thematisiert und vermittelt wird.
Warum wird im Schultriathlon das "Miteinander" so stark betont?
Da der Triathlon eigentlich eine Individualsportart ist, muss die Sinnperspektive "Miteinander" im Schulsport bewusst und oft überbetont integriert werden, um den schulischen Erziehungszielen und dem Bedürfnis nach einer positiven Lerngruppenatmosphäre gerecht zu werden.
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- Master of Education (Gymnasium) Ingo Westermann (Autor), 2010, Triathlon im Schulsport, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158712