Bewegtbild gehört zum Alltag fast aller Menschen in Deutschland. Rund 88% der Deutschen konsumieren täglich Inhalte mit Bewegtbild und mit einer täglichen Nutzungsdauer von durchschnittlich 214 Minuten ist es das beliebteste Medium der Deutschen.
Dabei wird vor allem Video on Demand immer beliebter. Seit Jahren steigen die Reichweiten von Streamingportalen in Deutschland. Besonders beliebt sind dabei die Portale YouTube, Netflix, Amazon Prime Video und Disney Plus. Diese Entwicklung ist besonders bei der Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren ausgeprägt. Sie streamen vorwiegend die Inhalte im Internet und schauen wesentlich weniger lineares Fernsehen als die älteren Bevölkerungsschichten. Klassisches lineares Fernsehen ist im Gesamtdurchschnitt zwar noch verbreiteter, wird aber für die jüngere Generation unwichtiger . Daher stellt sich die Frage wieso junge Menschen mehr Inhalte auf Streamingdiensten konsumieren und weniger lineares Fernsehen schauen. Die vorliegende Arbeit behandelt die Fragestellung, wie sich die Nutzungsmotive für lineares Fernsehen und Video on Demand voneinander unterscheiden.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Forschungsgegenstand Video on Demand und lineares Fernsehen
- 2.1 Definition lineares Fernsehen
- 2.2 Definition Video on Demand
- 3. Uses and Gratifications Ansatz
- 4. Forschungsstand Nutzungsmotive von Bewegtbild
- 4.1 Nutzungsmotive von linearem Fernsehen
- 4.2 Nutzungsmotive von Video on Demand
- 4.3 Vergleich der Nutzungsmotive von linearem Fernsehen und Video on Demand
- 5. Diskussion und Fazit
- Literaturverzechnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die entscheidende Frage, wie sich die Nutzungsmotive für lineares Fernsehen und Video on Demand voneinander unterscheiden. Basierend auf dem Uses and Gratifications Ansatz zielt die Studie darauf ab, das veränderte Nutzungsverhalten der jüngeren Generation zu erklären und herauszuarbeiten, warum Menschen die jeweiligen Medien nutzen.
- Vergleich der Nutzungsmotive von linearem Fernsehen und Video on Demand.
- Anwendung des Uses and Gratifications Ansatzes als theoretische Grundlage.
- Erklärung des veränderten Nutzungsverhaltens der jüngeren Generationen.
- Definition und Abgrenzung von linearem Fernsehen und Video on Demand.
- Analyse des aktuellen Forschungsstandes zu den Nutzungsmotiven von Bewegtbild.
Auszug aus dem Buch
3. Uses and Gratifications Ansatz
Der Uses and Gratifications Ansatz wurde von Katz und Foulkes entwickelt und beschäftigt sich mit der Frage "What do people do with the media?" (1962, S.378). Er beschäftigt sich folglich mit den Mediennutzungsmotiven der Menschen und welche Rolle diese in dem alltäglichen Leben der Personen spielen. Hier stehen vor allem die Bedürfnisse des Rezipienten im Vordergrund (1962, S.377).
Grundannahme des Ansatzes ist, dass die Wahl von Medienangeboten und -inhalten zielorientiert ist. Das Publikum ist hier also aktiv und wählt die Inhalte bewusst aus. Dabei haben die Individuen eine Wahlfreiheit und kulturelle sowie ästhetische Merkmale der Inhalte sind nicht so bedeutend wie die Gratifikation von verschiedenen Bedürfnissen (McQuail & Deuze, 2020, S.469-470). Diese Bedürfnisse stehen im Kontext verschiedener Eigenschaften und Faktoren des Rezipienten. Persönlich-psychologische Eigenschaften, wie emotionale Labilität, sozio-demografische Faktoren, wie das Alter der Rezipienten und die situativ-kontextuellen Rahmenbedingungen der Nutzung, wie Lebensumstände des Rezipienten, spielen hier eine Rolle. Die Medien stehen für den Rezipienten in Konkurrenz zu anderen Quellen der Bedürfnisbefriedigung, diese können sowohl medial als auch nichtmedial sein. Eine weitere Grundannahme ist, dass die Nutzung bestimmter Medien und die daraus folgenden Auswirkungen auf den Rezipienten in wechselseitiger Beziehung stehen und sich beispielsweise gegenseitig verstärken können (Zydorek, 2018, S.10).
Aufbauend auf diesen Kernannahmen des Uses and Gratifications Ansatzes haben Katz und Blumler den Gesamtprozess so beschrieben, dass es soziale und psychologische Ursprünge von Bedürfnissen gäbe. Aus diesen Bedürfnissen entstehen Erwartungen, welche die Menschen an die Medien oder andere Quellen stellen. Aus diesen Erwartungen entstehen bestimmte Muster der Medienzuwendung. Dies resultiert in der Bedürfnisgratifikation und anderen Konsequenzen, welche meist jedoch nicht intendiert sind (Rayburn & Palmgreen, 1984, S.537).
Wie bereits beschrieben, werden durch die Mediennutzung verschiedene Bedürfnisse befriedigt. Es gibt dabei fünf verschiedene Motive zur Mediennutzung, die häufig auftreten. Das ist zum einen das Bedürfnis nach Informationen, z. B. zur Weiterbildung oder zur Befriedigung von Neugier. Zum anderen das Bedürfnis nach persönlicher Identität. Hier spielen Selbstfindung oder die Bestärkung der persönlichen Werthaltungen eine Rolle. Ebenfalls bedeutend ist das Bedürfnis nach Integration und sozialer Interaktion, also sich zugehörig zu fühlen oder den Kontakt zur Familie, Freunden und der Gesellschaft zu finden. Das vierte typische Nutzungsmotiv ist das Unterhaltungsbedürfnis. Darunter können beispielsweise Wirklichkeitsflucht, Ablenkung von Problemen oder Entspannung fallen. Das letzte Motiv ist es, durch Mediennutzung Zeit zu füllen (McQuail & Deuze, 2020, S.469-470; Zydorek, 2018, S.19).
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 Einleitung: Stellt die Relevanz von Bewegtbildnutzung dar, identifiziert einen Wandel bei jüngeren Generationen von linearem Fernsehen zu Video on Demand und formuliert die Forschungsfrage nach der Unterscheidung der Nutzungsmotive im Kontext des Uses and Gratifications Ansatzes.
Kapitel 2 Forschungsgegenstand Video on Demand und lineares Fernsehen: Definiert und grenzt lineares Fernsehen sowie Video on Demand voneinander ab, wobei Merkmale wie Zeit- und Kanalbindung sowie die Wahlfreiheit des Nutzers hervorgehoben werden.
Kapitel 3 Uses and Gratifications Ansatz: Erläutert den theoretischen Rahmen des Uses and Gratifications Ansatzes nach Katz & Foulkes, beschreibt dessen Grundannahmen der aktiven Rezipienten und stellt die fünf typischen Nutzungsmotive dar.
Kapitel 4 Forschungsstand Nutzungsmotive von Bewegtbild: Analysiert den aktuellen Forschungsstand zu Nutzungsmotiven für lineares Fernsehen und Video on Demand, um anschließend die herausgearbeiteten Motive beider Rezeptionsformen miteinander zu vergleichen.
Kapitel 5 Diskussion und Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage nach den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Nutzungsmotive und erörtert zukünftige Forschungsfragen sowie die Anpassung des linearen Fernsehens an veränderte Sehgewohnheiten.
Schlüsselwörter
Video on Demand, lineares Fernsehen, Nutzungsmotive, Uses and Gratifications Ansatz, Bewegtbild, Mediennutzung, Rezeptionsforschung, Unterhaltung, Information, soziale Interaktion, Zeitvertreib, Individualisierung, Binge-Watching, Altersgruppen, Medienwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit vergleicht die Nutzungsmotive von Video on Demand und linearem Fernsehen, um das veränderte Nutzungsverhalten im Kontext des Uses and Gratifications Ansatzes zu beleuchten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Mediennutzung von Bewegtbildinhalten, den Uses and Gratifications Ansatz, die Definition und Abgrenzung von linearem und nicht-linearem Fernsehen sowie die Analyse des Rezeptionsverhaltens verschiedener Altersgruppen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie sich die Nutzungsmotive für lineares Fernsehen und Video on Demand voneinander unterscheiden, um das veränderte Nutzungsverhalten zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die den Uses and Gratifications Ansatz als theoretische Grundlage nutzt, um den Forschungsstand zu den Nutzungsmotiven von Bewegtbild zu untersuchen und zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Definitionen von linearem Fernsehen und Video on Demand erläutert, der Uses and Gratifications Ansatz detailliert vorgestellt und der aktuelle Forschungsstand zu den Nutzungsmotiven beider Rezeptionsformen separat analysiert und anschließend verglichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Video on Demand, lineares Fernsehen, Nutzungsmotive, Uses and Gratifications Ansatz, Medienwandel und Binge-Watching charakterisiert.
Was ist das Besondere am "Uses and Gratifications Ansatz" für diese Untersuchung?
Der Uses and Gratifications Ansatz ist besonders geeignet, da er den Fokus auf die aktiven Bedürfnisse des Rezipienten legt und untersucht, wie Medieninhalte zur Befriedigung dieser individuellen Bedürfnisse ausgewählt und genutzt werden.
Welche spezifische Nutzungsform von Video on Demand wird in der Arbeit hervorgehoben?
Eine spezifische und wichtige Nutzungsform von Video on Demand, die in der Arbeit beleuchtet wird, ist das Binge-Watching, also das Anschauen mehrerer Folgen einer Serie ohne Unterbrechung.
Welcher Hauptunterschied wurde bei den Nutzungsmotiven von linearem Fernsehen und Video on Demand festgestellt?
Der größte Unterschied liegt im Bedürfnis nach Individualisierung und Selbstbestimmung der Inhalte und Rezeptionsumstände, das bei Video on Demand Diensten eine deutlich wichtigere Rolle spielt als beim linearen Fernsehen.
Welche zukünftigen Entwicklungen werden im Hinblick auf das lineare Fernsehen diskutiert?
Diskutiert werden zukünftige Anpassungen des linearen Fernsehens an das veränderte Nutzungsverhalten, insbesondere jüngerer Generationen, und die Notwendigkeit von Innovationen wie Onlinemediatheken, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2023, Video on Demand vs. lineares Fernsehen. Vergleich der Nutzungsmotive im Kontext des Uses and Gratifications Ansatz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1622814