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Die Fallstudie zwischen propagierter Effizienz zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz und schlichter Vernachlässigung im kaufmännischen Unterricht

Eine Analyse der Probleme auf dem Weg zu einer stärkeren Verbreitung der Fallstudie an Berufsschulen

Title: Die Fallstudie zwischen propagierter Effizienz zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz und schlichter Vernachlässigung im kaufmännischen Unterricht

Examination Thesis , 2007 , 134 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Malte Frenz (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Auszug aus der Einleitung:

Eine lange Zeit fehlten Forschungsergebnisse, die darüber Auskunft geben, in welchem Umfang Fallstudien im Wirtschaftsunterricht eingesetzt werden. PÄTZOLD, KLUSMEYER, WINGELS und LANG erforschten 2003 die „Erfassung und Analyse vorherrschender Lehrmethoden und Unterrichtsstile im berufbezogenen Unterricht in ausgewählten
Berufsfeldern der dualen Ausbildung“. Dabei stellte sich heraus, dass handlungsorientierte Lehr-Lern-Arrangements, wie die Fallstudie, im Vergleich zum Frontalunterricht eher eine ergänzende Funktion in dem berufsbezogenen kaufmännischen Unterricht einnehmen.
Der Frontalunterricht dominiert deutlich. Zudem wird diese Erkenntnis durch die hohe Dominanz des Klassenunterrichts, als die am häufigsten eingesetzte Sozialform und der Tafel, als das am häufigsten eingesetzte Unterrichtsmedium, gestützt (PÄTZOLD et al.
2003, S. 147). Allerdings gelingt es den Lehrenden bei dieser Art des Unterrichts häufig nicht die komplexen und vielgestaltigen Problemzusammenhänge der Wirtschaftspraxis über die Präsentation deskriptiven Wissens zu vermitteln. Insbesondere die Fallstudie stellt eine geeignete Möglichkeit dar, den unzureichenden Praxisbezug der ökonomischen Bildung zu überwinden (WEITZ 2000, S. 3). Sie ist in besonderer Weise geeignet die komplexe Realität am Fall zu analysieren und erweist sich als außerordentlich bildungswirksam,
da sie Lernen mit dem Leben selbst verknüpft und unterrichtlich das aufarbeitet, was unmittelbar gesehen, gehört und erlebt wird (KAISER 2006, S. 247)...

Ziel und Leitfragen:

Ziel dieser Arbeit ist es, die vorherrschenden Probleme der Fallstudie auf dem Weg zu einer stärkeren Verbreitung im kaufmännischen Unterricht zu analysieren. Im Rahmen dieser Arbeit werden die Problembereiche der Fallstudie unter folgenden Leitfragen untersucht:

- Wie ist das Fallstudienwissen der Lehrenden einzuordnen und welche Rolle nimmt dabei die universitäre Lehrerausbildung ein?

- Sind fehlende Materialien und Materialmängel Aspekte für eine „Nichtanwendung“ der Fallstudie bei den Lehrenden?

- Besteht eine geringe Fallstudienakzeptanz bei den Lernenden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Problemstellung

2. Die Einbettung in die Didaktik: Von der Handlungsorientierung zum Konstruktivismus

2.1 Handlungsorientierung

2.2 Berufliche Handlungskompetenz

2.3 Konstruktivismus

3. Die Grundlagen der Fallstudie: Von der Begrifflichkeit zum Problem

3.1 Der Fall

3.2 Die Studie

3.3 Die vielen Bedeutungen des Begriffs Fallstudie

3.3.1 Fallstudie = Empirische Untersuchungsmethode (wissenschaftliche Dimension)

3.3.2 Fallstudie = Didaktische Methode (praktische Dimension)

3.4 Historische Betrachtung der Fallstudie

3.5 Historischer Ursprung der Fallstudiendidaktik

3.5.1 BWL und Kasuistik

3.5.2 Entscheidungstheorien

3.5.3 Reformpädagogik

3.5.4 Situationstheoretischer Ansatz der Didaktik

3.5.5 Emanzipatorische Pädagogik

3.6 Varianten der Fallstudie

3.6.1 Case-Study-Method

3.6.2 Case-Problem-Method

3.6.3 Case-Incident-Method

3.6.4 Stated-Problem-Method

3.6.5 Komplexitätsgrad: „Offene“ und „enge“ Fallstudien

3.7 Kriterien für die Fallstudienkonstruktion

3.7.1 Situative Repräsentation

3.7.2 Wissenschaftliche Repräsentation

3.7.3 Subjektive Bedeutsamkeit

3.7.4 Subjektive Adäquanz (Fasslichkeit)

3.7.5 Handlungsbezug

3.7.6 Anschaulichkeit

3.8 Idealtypischer Unterrichtsverlauf der Fallstudie

3.8.1 Konfrontation

3.8.2 Information

3.8.3 Exploration

3.8.4 Resolution

3.8.5 Disputation

3.8.6 Kollation

3.9 Rolle des Lehrenden

3.10 Argumente für die Fallstudie

3.10.1 Realitätsbezug

3.10.2 Entsprechung der Handlungsorientierung

3.10.3 Entsprechung des Konstruktivismus

3.10.4 Förderung der Handlungskompetenz

3.11 Probleme der Fallstudie

3.11.1 Hoher Anspruch an die Lehrenden bei fehlender Erfahrung

3.11.2 Materialmängel und mangelnde Materialien

3.11.3 Geringe Akzeptanz der Lernenden

3.12 Zusammenfassende Betrachtung der Fallstudie

4. Die Untersuchung: Von der Planung über die Durchführung zu den Ergebnissen

4.1 Ziel der Untersuchung

4.2 Untersuchungsinstrument: Schriftliche Befragung

4.3 Allgemeine Aspekte der Fragebogenkonstruktion

4.4 Datenauswertung

4.5 Fragebogen für Lehrende im kaufmännischen Unterricht

4.5.1 Auswahl der Schulen

4.5.2 Ablauf vor Ort

4.5.3 Berufliche Schule des Kreises Segeberg in Norderstedt (BS Norderstedt)

4.5.4 Staatliche Handelsschule mit Wirtschaftsgymnasium Schlankreye (H3)

4.5.5 Maßnahmen zur Rücklaufquotenerhöhung

4.5.6 Spezielle Aspekte der Fragebogenkonstruktion des Lehrendenfragebogens

4.6 Ergebnisse des Lehrendenfragebogens

4.6.1 Rücklaufquote

4.6.2 Allgemeine Daten der Lehrenden

4.6.3 Problembereich: „Hoher Anspruch an die Lehrenden bei fehlender Erfahrung“

4.6.4 Problembereich: „Materialmängel und mangelnde Materialien“

4.6.5 Problembereich: „Geringe Akzeptanz der Lernenden“

4.7 Fragebogen für Studierende der Fachrichtung Diplom Handelslehramt

4.7.1 Auswahl der Studierenden

4.7.2 Ablauf vor Ort

4.7.3 Maßnahmen zur Rücklaufquotenerhöhung

4.7.4 Spezielle Aspekte der Fragebogenkonstruktion des Studentenfragebogens

4.8 Ergebnisse des Studentenfragebogens

4.8.1 Rücklaufquote

4.8.2 Allgemeine Daten der Studierenden

4.8.3 Problembereich: „Hoher Anspruch an die Lehrenden bei fehlender Erfahrung“

4.9 Gütekriterien der Befragungen

4.9.1 Objektivität

4.9.2 Reliabilität

4.9.3 Validität

4.10 Grenzen der Untersuchung

5. Die Abschlussbetrachtung: Von der zusammenfassenden Problembereichsanalyse über Anregungen zur Schlussbemerkung

5.1 Analyse: „Hoher Anspruch an die Lehrenden bei fehlender Erfahrung“

5.1.1 Anregungen: „Hoher Anspruch an die Lehrenden bei fehlender Erfahrung“

5.2 Analyse: „Materialmängel und mangelnde Materialien“

5.2.1 Anregungen: „Materialmängel und mangelnde Materialien“

5.3 Analyse: „Geringe Akzeptanz der Lernenden“

5.3.1 Anregungen: „Geringe Akzeptanz der Lernenden“

5.4 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit analysiert die vorherrschenden Probleme, die den verstärkten Einsatz der Fallstudienmethode im kaufmännischen Unterricht an Berufsschulen verhindern, mit dem Ziel, Barrieren für eine breitere Verbreitung dieser didaktischen Methode aufzuzeigen und Lösungsansätze zu entwickeln.

  • Didaktische Einbettung der Fallstudie (Handlungsorientierung & Konstruktivismus)
  • Struktur, Varianten und Kriterien für die Fallstudienkonstruktion
  • Empirische Untersuchung des Fallstudienwissens bei Lehrenden
  • Analyse der Rolle der universitären Handelslehrerausbildung
  • Erfassung von Problembereichen wie Materialmangel und Akzeptanz bei Lernenden

Auszug aus dem Buch

3.3 Die vielen Bedeutungen des Begriffs Fallstudie

Trotz vieler Publikationen zur Fallstudie besteht kein einheitlicher Begriffsgebrauch: „[...] vielmehr herrscht eine verwirrende Vielfalt: So wird von Fallbericht, Fallanalyse, Fallstudie, Fallmethode, Falldarstellung, Fallgeschichte, Fallbeschreibung u.ä. gesprochen, ohne daß immer genaue Abgrenzungen vorgenommen würden. Desgleichen werden keine klaren Unterschiede zwischen den praktischen und den wissenschaftlichen Dimensionen, die bei der Bearbeitung eines Falls eine Rolle spielen, getroffen.“ (FATKE 1997, S. 58)

Der Versuch, die Bedeutung der Fallstudie über eine Zusammenführung der Begriffe „Fall“ und „Studie“ zu definieren, könnte dementsprechend zu dem Ergebnis führen, dass die Fallstudie der Entwurf eines möglichen Umstandes ist, unter dem etwas geschieht. Die Fallstudie könnte aber ebenso eine wissenschaftliche Darstellung einer zu klärenden Angelegenheit sein. Folglich kann von der Fallstudie in verschiedenen Zusammenhängen gesprochen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Forschungsdefizite bezüglich des Einsatzes von Fallstudien im Wirtschaftsunterricht, wobei die Diskrepanz zwischen der propagierten Wirksamkeit und der tatsächlichen geringen Anwendung im Zentrum steht.

2. Die Einbettung in die Didaktik: Von der Handlungsorientierung zum Konstruktivismus: Hier werden die theoretischen Grundlagen des handlungsorientierten Unterrichts und des Konstruktivismus dargelegt, die als didaktisches Fundament für die Fallstudienarbeit dienen.

3. Die Grundlagen der Fallstudie: Von der Begrifflichkeit zum Problem: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Fallstudie, beleuchtet deren historische Entwicklung sowie deren Varianten und beschreibt Kriterien für eine effektive Fallstudienkonstruktion sowie den idealtypischen Unterrichtsverlauf.

4. Die Untersuchung: Von der Planung über die Durchführung zu den Ergebnissen: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Untersuchung, einschließlich der Befragung von Lehrenden und Studierenden, und präsentiert die erhobenen Daten zu den Problembereichen der Fallstudiendidaktik.

5. Die Abschlussbetrachtung: Von der zusammenfassenden Problembereichsanalyse über Anregungen zur Schlussbemerkung: In diesem abschließenden Teil werden die Ergebnisse analysiert, interpretiert und konkrete Anregungen zur Verbesserung der Fallstudienpraxis sowie der Handelslehrerausbildung unterbreitet.

Schlüsselwörter

Fallstudie, Handlungsorientierung, Konstruktivismus, berufliche Handlungskompetenz, Wirtschaftsunterricht, didaktische Methode, Lehr-Lern-Arrangement, Fallstudiendidaktik, Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Lehrerbildung, Empirische Untersuchung, Unterrichtsmaterialien, Problembereich, Fallbeispiel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Diplomarbeit untersucht die Gründe für die Diskrepanz zwischen der didaktisch geforderten Nutzung von Fallstudien im kaufmännischen Unterricht und deren tatsächlichem, eher geringem Einsatz in der Schulpraxis.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentral sind die didaktische Verortung der Fallstudie, die Fallstudiendidaktik sowie die empirische Erforschung der Probleme, auf die Lehrkräfte bei der Anwendung und Studierende im Rahmen ihrer Ausbildung treffen.

Was ist das primäre Ziel?

Das Ziel ist die Analyse der Problembereiche (wie fehlende Erfahrung der Lehrenden, Materialmangel und Akzeptanzprobleme bei Lernenden), um Anregungen für eine stärkere Verbreitung der Fallstudie im Unterricht zu liefern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde ein empirisch-quantitativer Forschungsansatz gewählt, der auf einer schriftlichen Befragung von Lehrenden an Berufsschulen und angehenden Diplom-Handelslehrern an der Universität Hamburg basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Klärung der Fallstudien-Begrifflichkeit, die Darstellung der didaktischen Prinzipien und Kriterien sowie die Auswertung der durchgeführten Fragebogenuntersuchungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fallstudie, berufliche Handlungskompetenz, didaktische Methode, Konstruktivismus und Handlungsorientierung.

Wie unterscheidet die Arbeit Fallstudien von Fallbeispielen?

Die Arbeit betont, dass Fallbeispiele oft nur zur Illustration von Gesetzmäßigkeiten dienen, während Fallstudien als komplexe, handlungsorientierte Lehr-Lern-Arrangements zur Entwicklung von Problemlösekompetenz konzipiert sind.

Warum wird die universitäre Lehrerausbildung kritisiert?

Die Autorin stellt fest, dass Fallstudien im Diplom-Handelslehramtstudium nur unzureichend behandelt werden, was dazu führt, dass angehende Lehrkräfte kaum Methodenkenntnisse erwerben, um diese komplexen Arrangements später sicher im Unterricht einzusetzen.

Welche Rolle spielt der Zeitfaktor für die Akzeptanz bei Lernenden?

Die Untersuchung zeigt, dass der Zeitaufwand für Fallstudien als hoch wahrgenommen wird, was insbesondere in Prüfungsvorbereitungsphasen dazu führt, dass der auf Faktenwissen fokussierte Unterricht bevorzugt wird.

Was sind die wichtigsten Empfehlungen?

Die Arbeit empfiehlt eine stärkere Verankerung der Fallstudienmethodik im Studium und Referendariat, den Ausbau von Fortbildungsangeboten sowie die Schaffung von Tauschbörsen für qualitativ hochwertige Fallstudienmaterialien.

Excerpt out of 134 pages  - scroll top

Details

Title
Die Fallstudie zwischen propagierter Effizienz zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz und schlichter Vernachlässigung im kaufmännischen Unterricht
Subtitle
Eine Analyse der Probleme auf dem Weg zu einer stärkeren Verbreitung der Fallstudie an Berufsschulen
College
University of Hamburg  (Sektion Berufliche Bildung und lebenslanges Lernen Arbeitbereiche für Berufs- und Wirtschaftspädagogik)
Grade
1,0
Author
Malte Frenz (Author)
Publication Year
2007
Pages
134
Catalog Number
V162654
ISBN (eBook)
9783640774166
ISBN (Book)
9783640774326
Language
German
Tags
Fallstudie Handlungskompetenz Berufliche Bildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Malte Frenz (Author), 2007, Die Fallstudie zwischen propagierter Effizienz zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz und schlichter Vernachlässigung im kaufmännischen Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162654
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