Qualitativ versus Quantitativ – zwei Begriffe, selten definiert, häufig charakterisiert und meist als
dichotom verstanden. Die Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichung zur Thematik des Vergleichs
qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden unterstreicht zum einen die Relevanz der
Auseinandersetzung mit den einzelnen Methoden, zum anderen aber auch die Schwierigkeit einer
eindeutigen Bestimmung. Welchen Wert die einzelne Methode mit ihren - mehr oder minder -
spezifischen Charakteristika für die wissenschaftliche Forschung hat, hängt entscheidend von dem
konkreten Forschungskontext ab.
Die Präkonzepterhebung – ein Schlüssel des konstruktivistischen Bundes für einen erfolgreichen
Unterricht. Um eine individuelle Förderung ermöglichen zu können, bedarf es der Erhebung der
Vorstellungen aller SchülerInnen, an welche im anschließenden Unterricht angeknüpft und welche ggf.
umstrukturiert werden.1 Doch wie können möglichst alle Präkonzepte möglichst effizient erhoben
werden? Welche Vorteile und Nachteile erweisen sich im Kontext der Präkonzepterhebung als
relevant für die Auswahl der Methode?
Dieser Frage soll in der vorliegenden Arbeit mittels eines Vergleiches eines qualitativen Interviews und
eines quantitativen Fragebogens am Beispiel des Themas Magnetismus in einer zweiten Klasse
nachgegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
EINFÜHRUNG
1. QUALITATIVE VERSUS QUANTITATIVE METHODEN
2. FRAGESTELLUNG
3. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
3.1. BESCHREIBUNG DER STICHPROBE
3.2. METHODE UND DESIGN DER ERHEBUNG
4. ÜBERPRÜFUNG DER GÜTEKRITERIEN
4.1. OBJEKTIVITÄT
4.2. VALIDITÄT
4.3. RELIABILITÄT
5. AUSWERTUNG DER ERHEBUNGEN
5.1. AUSWERTUNG DER ANZAHL DER PRÄKONZEPTE
5.2. AUSWERTUNG DER ERFASSUNG DER PRÄKONZEPTE
5.3. AUSWERTUNG DER UNTERSCHIEDLICHEN PRÄKONZEPTE
5.4. AUSWERTUNG ÖKONOMISCHER FAKTOREN
6. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
6.1. ANZAHL DER PRÄKONZEPTE
6.2. ERFASSUNG DER PRÄKONZEPTE
6.3. UNTERSCHEIDUNG DER GENANNTEN PRÄKONZEPTE
6.4. ÖKONOMISCHE FAKTOREN
7. DISKUSSION
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die methodischen Unterschiede zwischen qualitativen Interviews und quantitativen Fragebögen bei der Erhebung von Präkonzepten von Grundschulkindern zum Thema Magnetismus, um deren Eignung für die praktische Schulpraxis zu bewerten.
- Vergleich qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden
- Methodik und Gütekriterien von Präkonzepterhebungen
- Analyse der Erfassungsqualität von Schülervorstellungen
- Ökonomische Faktoren bei der Wahl des Erhebungsverfahrens
- Implikationen für die Unterrichtsvorbereitung und individuelle Förderung
Auszug aus dem Buch
6.2. Erfassung der Präkonzepte
Die Genauigkeit der Erfassung der Präkonzepte wird an dieser Stelle beispielhaft an Frage 3 (Was macht ein Magnet?) vorgestellt. Beim Fragebogen hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit ihre Antwort aufzuschreiben.
Im Gegensatz dazu, gibt es beim Interview die Möglichkeit des genaueren Nachfragens, was folgender Abschnitt zeigt:
Interviewer: Weißt du denn was ein Magnet ist? Du hast jetzt immer so von Magneten geredet.
Linus: Ja also das ist/ kann an Metall kann das so kleben, also nicht Klebstoff drauf machen und dann klebt es, sondern das klebt schon von alleine.
Interviewer: Hm. Also du meinst der klebt an so Sachen?
Linus: Naja, der klebt nicht richtig, also der bleibt daran stecken sozusagen.
An dieser Stelle wird deutlich, dass die Antwort des Kindes noch nicht eindeutig genug ist und der Interviewer deshalb noch einmal hinterfragt, was genau gemeint ist.
Da also beim Fragebogen kein Hinterfragen der genannten Präkonzepte möglich ist, gelingt die Erfassung der Präkonzepte mit Hilfe des Interviews genauer und bestätigt somit unsere Hypothese.
Zusammenfassung der Kapitel
1. QUALITATIVE VERSUS QUANTITATIVE METHODEN: Theoretische Charakterisierung beider Forschungsrichtungen und Gegenüberstellung ihrer grundlegenden Merkmale.
2. FRAGESTELLUNG: Herleitung der Forschungsfrage und Formulierung von drei Hypothesen bezüglich Anzahl, Präzision und Ökonomie der Erhebungsmethoden.
3. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Beschreibung der Stichprobe von 17 bzw. 54 Zweitklässlern und Erläuterung des Studiendesigns zum Thema Magnetismus.
4. ÜBERPRÜFUNG DER GÜTEKRITERIEN: Untersuchung der Objektivität, Validität und Reliabilität von Interview und Fragebogen im Forschungskontext.
5. AUSWERTUNG DER ERHEBUNGEN: Darstellung des Vorgehens bei der Quantifizierung und qualitativen Analyse der erhobenen Präkonzepte.
6. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Präsentation der erhobenen Daten, inklusive statistischer Auswertungen zur Anzahl und Qualität der genannten Konzepte sowie ökonomischer Vergleiche.
7. DISKUSSION: Interpretation der Ergebnisse im Lichte der Hypothesen und Ableitung von Konsequenzen für die praktische Anwendung im Schulalltag.
Schlüsselwörter
Präkonzepte, Magnetismus, Grundschule, qualitatives Interview, quantitativer Fragebogen, Methodenvergleich, Gütekriterien, Objektivität, Validität, Reliabilität, Schulpraxis, ökonomische Faktoren, individuelle Förderung, Forschungsdesign, empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit vergleicht die Eignung von qualitativen Interviews und quantitativen Fragebögen zur Erfassung von Präkonzepten von Grundschülern.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentral sind die methodische Differenz zwischen qualitativer und quantitativer Forschung, die Erhebung von Schülervorstellungen zum Magnetismus sowie deren schulpraktische Relevanz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Unterschiede zwischen den beiden Erhebungsmethoden hinsichtlich Präzision und Ökonomie aufzuzeigen, um Empfehlungen für die Lehrpraxis abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine empirische Untersuchung an Grundschulen mit einer kombinierten Vorgehensweise (Interviews und standardisierte Fragebögen) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst das Studiendesign, die Analyse der Testgütekriterien sowie die Auswertung der quantitativen und qualitativen Daten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Präkonzepterhebung, Methodenvergleich, Gütekriterien, Ökonomie, Magnetismus und Grundschulpädagogik.
Warum ist das Interview bei der Präzision überlegen?
Durch die Möglichkeit zum individuellen Nachfragen können mehrdeutige Aussagen der Kinder geklärt werden, was beim Fragebogen nicht möglich ist.
Warum ist der Fragebogen ökonomisch vorteilhafter?
Der Fragebogen ermöglicht die Erhebung einer ganzen Klasse mit geringem Zeitaufwand, während ein Interview pro Kind deutlich zeit- und personalintensiver ist.
- Citation du texte
- Olga Hock (Auteur), 2010, Methodenvergleich zweier Präkonzepterhebungen mittels eines qualitativen Interviews und eines quantitativen Fragebogens am Beispiel des Themas Magnetismus in einer zweiten Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164092