Bei der Erlernung einer Fremdsprache gibt es verschiedene Probleme, auf die man stoßen kann und die es zu bewältigen gilt. Schwierigkeiten die Auftreten können, reichen von der Grammatik, der Lexik bis hin zur Phonetik. Besonders bei Abweichungen der Phonetik kann es innerhalb einer Kommunikation zu Missverständnissen oder gar Nichtverständnis kommen. Aus diesem Grund sollte der Phonetik im Fremdsprachenunterricht der gleiche Stellenwert wie Grammatik, Lexik und Landeskunde zukommen.
In dieser Hausarbeit werden die Sprachen Finnisch und Deutsch unter phonetischen und phonologischen Aspekten kontrastiv gegenübergestellt und untersucht. Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden hierbei herausgearbeitet. Zu Beginn der Hausarbeit wird ein Überblick über allgemeine Informationen und Besonderheiten des Finnischen und Deutschen gegeben. Anschließend werden die Aspekte der Segmentalia gegenübergestellt und miteinander verglichen. Es wird gesondert auf die Vokalsysteme und die Konsonantensysteme der beiden Sprachen eingegangen. Im Aufschluss werden die suprasegmentalen Erscheinungen des Deutschen und Finnischen beschrieben und gegenübergestellt. Hier wird besonders auf Wort-, Satzakzent, Melodie, Rhythmus und Koartikulationserscheinungen eingegangen. Im Anschluss werden die Laut-Buchstaben-Beziehungen der Sprachen untersucht.
Ziel der Hausarbeit ist es, das Deutsche mit dem Finnischen kontrastiv auf phonetischer und phonologischer Ebene zu vergleichen. Es soll Lernern mit der Ausgangssprache Finnisch die Möglichkeit geben, auf besondere spezifische Probleme beim Erlernen der Zielsprache Deutsch aufmerksam zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Informationen und Besonderheiten
2.1 Allgemeine Informationen und Besonderheiten des Finnischen
3.1 Vokale des Deutschen und Finnischen
3.2 Die Konsonantensysteme im Deutschen und Finnischen
3.2.1 Das deutsche Konsonantensystem
3.2,2 Das finnische Konsonantensystem
3.2.2 Das deutsche und das finnische Konsonantensystem im Vergleich
4. Suprasegmentalia
4.1 Der Wortakzent im Deutschen und Finnischen
4.2 Der Satzakzent im Deutschen und Finnischen
4.3 Die Melodisierung im Deutschen und Finnischen
4.4 Der Rhythmus im Deutschen und Finnischen
4.5 Koartikulation im Deutschen und Finnischen
5. Schriftsystem und Laut-Buchstaben-Beziehungen des Deutschen und Finnischen
6. Kontrastive Fehleranalyse
7. Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Sprachen Finnisch und Deutsch kontrastiv auf phonetischer und phonologischer Ebene zu untersuchen, um finnischsprachigen Lernenden spezifische Ausspracheprobleme beim Erlernen der deutschen Sprache aufzuzeigen und durch eine Fehleranalyse zu analysieren.
- Phonetischer und phonologischer Vergleich von Deutsch und Finnisch.
- Untersuchung von Vokalsystemen und Konsonantensystemen.
- Analyse suprasegmentaler Merkmale wie Akzent, Rhythmus und Melodie.
- Evaluation von Schriftsystemen und Laut-Buchstaben-Beziehungen.
- Praktische kontrastive Fehleranalyse basierend auf einer Sprachaufnahme.
Auszug aus dem Buch
3.1 Vokale des Deutschen und Finnischen
Vokale werden als Öffnungslaute bezeichnet und stehen den Konsonanten, den Hemmungslauten gegenüber. Sie werden gebildet, „ohne dass es zu einer Behinderung des Luftstroms durch Verschluss oder Engebildung mit Reibe-Effekt kommt“ (Hall 2005, S.89). Ein weiterer Unterschied von Vokalen gegenüber Konsonanten ist, dass sie in jeder Position als Silbenträger auftreten können. Für eine Differenzierung der Vokale unterscheidet man, den Grad der Zungenhebung, die Richtung der Zungenhebung, die Lippenformung und die Quantität und Qualität.
Der Grad der Zungenhebung beschreibt, wie hoch sich die Zunge bei der Artikulation des jeweiligen Lautes hebt, ohne an den Gaumen zu treffen. Dieser Grad kann flach, das heißt die Zunge hebt sich gar nicht, mittelhoch oder hoch sein. Die Richtung der Zungenhebung unterteilt die Vokale, nach der Art an welcher Stelle im Mund die Hebung der Zunge erfolgt. Erfolgt die Hebung vorn, so werden die Vokale als Vorderzungenvokale bezeichnet. Erfolgt die Hebung in der Mitte, bezeichnet man die Vokale als Mittelzungenvokale und vollzieht sich die Hebung im hinteren Bereiches des Mundes, nennt man diese Vokale Hinterzungenvokale. Das Merkmal der Lippenformung untersucht, ob die Vokale mit Lippenrundung oder mit fehlender Lippenrundung gebildet werden. Demnach können gerundete und ungerundete Vokale existieren. Die Quantität untersucht die Länge der zu artikulierenden Laute. So treten quantitativ lange oder kurze Vokale auf. Neben diesem Merkmal gibt es noch die Qualität, welche die Laute hinsichtlich ihrer Spannung und dem Öffnungsgrad untersucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der Phonetik im Fremdsprachenunterricht und steckt den Rahmen für die kontrastive Untersuchung der Sprachen Deutsch und Finnisch ab.
2. Allgemeine Informationen und Besonderheiten: Das Kapitel gibt einen Überblick über die Verbreitung, Sprachgeschichte und linguistische Klassifizierung des Finnischen sowie des Deutschen.
3.1 Vokale des Deutschen und Finnischen: Hier werden die Vokalsysteme beider Sprachen unter Berücksichtigung von Artikulationsmerkmalen und Quantitätsunterschieden detailliert verglichen.
3.2 Die Konsonantensysteme im Deutschen und Finnischen: Dieses Kapitel analysiert die Konsonantenbestände beider Sprachen hinsichtlich Artikulationsstelle, -art und Stimmhaftigkeit.
3.2.1 Das deutsche Konsonantensystem: Es werden die Besonderheiten der deutschen Konsonanten, wie der Spannungsgrad und die Aspiration, sowie verschiedene Allophone behandelt.
3.2,2 Das finnische Konsonantensystem: Dieses Kapitel beleuchtet spezifische Charakteristika des Finnischen, wie die Quantitätsunterscheidung und den Stufenwechsel.
3.2.2 Das deutsche und das finnische Konsonantensystem im Vergleich: Es erfolgt eine Zusammenführung der kontrastiven Ergebnisse, um potenzielle Ausspracheprobleme für Lernende zu identifizieren.
4. Suprasegmentalia: Untersuchung von übergeordneten Aspekten der gesprochenen Sprache, die über die einzelnen Laute hinausgehen.
4.1 Der Wortakzent im Deutschen und Finnischen: Vergleich der Regeln für die Wortbetonung und deren funktionale Unterschiede in beiden Sprachen.
4.2 Der Satzakzent im Deutschen und Finnischen: Analyse, wie Informationen in Sätzen hervorgehoben werden und welche Rollen Kontext und Sprecherabsicht dabei spielen.
4.3 Die Melodisierung im Deutschen und Finnischen: Beschreibung des Tonhöhenverlaufs in Sätzen und dessen Bedeutung für den Ausdruck von Informationen oder Emotionen.
4.4 Der Rhythmus im Deutschen und Finnischen: Untersuchung der zeitlichen Gliederung der Sprache und der Unterschiede zwischen akzent- und silbenzählenden Systemen.
4.5 Koartikulation im Deutschen und Finnischen: Analyse der wechselseitigen Beeinflussung von Lauten innerhalb von Lautfolgen und deren Auswirkungen auf die Aussprache.
5. Schriftsystem und Laut-Buchstaben-Beziehungen des Deutschen und Finnischen: Vergleich zwischen Graphemik und Phonemik beider Sprachen hinsichtlich ihrer Konsistenz und möglicher Fehlerquellen.
6. Kontrastive Fehleranalyse: Durchführung einer praktischen Analyse anhand einer Tonaufnahme, um die theoretischen Überlegungen zu erproben und zu verifizieren.
7. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur zur kontrastiven Phonetik und Grammatik.
Schlüsselwörter
Kontrastive Analyse, Deutsch, Finnisch, Phonetik, Phonologie, Vokalsystem, Konsonantensystem, Suprasegmentalia, Wortakzent, Satzakzent, Rhythmus, Koartikulation, Fehleranalyse, Fremdsprachenerwerb, Artikulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem kontrastiven Vergleich der deutschen und finnischen Sprache unter phonetischen und phonologischen Gesichtspunkten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Vokal- und Konsonantensysteme, suprasegmentale Merkmale wie Akzent und Rhythmus sowie die Laut-Buchstaben-Beziehungen beider Sprachen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, finnischsprachigen Deutschlernenden auf spezifische Ausspracheprobleme aufmerksam zu machen, die sich aus den Unterschieden zwischen ihrer Muttersprache und dem Deutschen ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische kontrastive Analyse der beiden Sprachen, ergänzt durch eine praktische Fehleranalyse anhand einer konkreten Sprachaufnahme.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Vokal- und Konsonantensysteme, die Suprasegmentalia (Akzent, Rhythmus, Intonation), Koartikulationsphänomene sowie das Schriftsystem.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kontrastive Analyse, Phonetik, Artikulation, Vokalharmonie, Stufenwechsel, Wortakzent und Fehleranalyse.
Wie unterscheidet sich der Wortakzent in beiden Sprachen?
Im Finnischen liegt der Hauptakzent fest auf der ersten Silbe, während der deutsche Wortakzent komplexer, beweglicher und in manchen Fällen bedeutungsunterscheidend ist.
Warum treten bei finnischen Lernenden im Deutschen oft Probleme mit dem [z] auf?
Da der Laut [z] im finnischen Sprachsystem nicht existiert, wird er von Lernenden oft durch das stimmlose [s] ersetzt.
Welchen Einfluss hat die Vokalharmonie auf das Deutsche?
Die Vokalharmonie ist ein Merkmal des Finnischen und hat laut der Arbeit keinen Einfluss auf die Artikulation des Deutschen oder die Entstehung phonetischer Fehler darin.
Was ergab die praktische Fehleranalyse hinsichtlich der Suprasegmentalia?
Es wurden zwar keine gravierenden Akzentfehler gemacht, jedoch war der Gesamteindruck durch eine zu schnelle Sprechgeschwindigkeit und ungenaue Pausensetzung unbefriedigend.
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- Wiebke Krestin (Author), 2009, Kontrastive Fehleranalysse des Deutschen und Finnischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164471