Theorien der Globalisierung und nationalen Homogenisierung werden im Bezug auf den Nationalen chinesichen Minderheiten hinterfragt und differenziert.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
I.I Hausarbeitsthema
I.II Struktur
I.III Verwendete Literatur
II Theorie
II.I Kritik am Globalisierungsbegriff
II.II Kritik am Begriff Nationalstaat
III Untersuchung
III.I Hintergrund der Diskussion
III.II Fehler der Globalisierungsthesen
III.III Nationale Homogenisierung
III.IV Auswirkungen der Migration
III.V Widersprüche zur nationalen Homogenität in China
IV Fazit
IV.I Zusammenfassung
IV.II Offene Fragen
IV.III Kritik
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Tendenzen zur nationalen Homogenisierung in der Volksrepublik China im Kontext der Globalisierungs- und Transnationalisierungstheorien nach Ludger Pries, wobei der Fokus gezielt auf die Situation nationaler Minderheiten gerichtet wird.
- Kritische Analyse des Globalisierungsbegriffs und des Nationalstaatskonzepts
- Untersuchung von Homogenisierungsprozessen durch Sprache, Schrift und Kultur
- Analyse der Auswirkungen von Binnenmigration auf Minderheiten
- Evaluierung von Widersprüchen zur nationalen Homogenität
- Differenzierung allgemeiner Globalisierungsthesen anhand chinesischer Fallbeispiele
Auszug aus dem Buch
III.I Hintergrund der Diskussion
China ist ein Vielvölkerstaat. Auf dem Gebiet Chinas leben 55 anerkannte Minderheiten mit unterschiedlichen Sprachen (Ludwig 2009: S. 13). Darüber hinaus spricht die größte Volksgruppe der Han viele Dialekte, die so unterschiedlich sind, dass die Menschen sich nicht untereinander verständigen können(Van Ess 2008: S. 85). Je nach Quelle wird von sechs bis sieben verschiedenen Dialekten ausgegangen, einschließlich Untergruppen (Klein 2007: S. 31-ff). Eine nach Sprachen aufgeteilte Landkarte im „Länderbericht China“ (Fischer/Lackner 2007: S. 336) verzeichnet allein 15 verschiedene Sprachen auf chinesischem Staatsgebiet. Davon sind fünf Dialekte des Mandarin. Die chinesische Sprache wird deshalb als Einheit gesehen, weil für alle Dialekte die selbe Schrift verwendet wird(Heberer 2006: Einleitung). Außerdem gibt es auf dem Gebiet Chinas eine gemeinsame Verkehrssprache (Hanyu Pinyin oder Mandarin genannt), die zur Verständigung unter den verschiedenen Volksgruppen dient(Vrobel 1999: S.10). Die Benutzung einer gemeinsamen Schrift und der Gebrauch einer gemeinsamen Verkehrssprache weisen auf Homogenisierungstendenzen auf dem Gebiet Chinas hin.
Weitere Hinweise auf diese Tendenzen zeigen sich bei dem Versuch Chinas die Abspaltung unterschiedlicher Minderheiten zu verhindern (Ludwig 2009: S. 13-16). Beispiele hierfür sind das Eingreifen bei den Unruhen in Tibet und den Uiguren. Auf diesen beiden Gebieten leben Minderheiten, die den Willen zu größerer Autonomie oder gar zur Abspaltung zeigen. Im geringen Maße treten diese Tendenzen auch in der inneren Mongolei auf(Heberer 2006: Reaktion der Betroffenen). An der Zusammensetzung der chinesischen Bevölkerung zeigt sich also, dass sie weder ethnisch noch kulturell homogen ist. Die chinesische Gesellschaft wird also den Anspruch einer homogenisierten Containergesellschaft genauso wenig gerecht wie in anderen Nationalstaaten.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Vorstellung des Themas, das den Bezug von Globalisierungstheorien auf die Situation nationaler Minderheiten in China seit 1949 herstellt.
II Theorie: Kritische Auseinandersetzung mit dem Globalisierungsbegriff und dem Modell des Nationalstaats nach Ludger Pries.
III Untersuchung: Empirische Betrachtung der Homogenisierungstendenzen in China, inklusive der Auswirkungen von Migration und der Analyse von Widersprüchen zur nationalen Einheit.
IV Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Thesen im Kontext der chinesischen Realität sowie Reflexion über offene Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
China, Nationale Minderheiten, Globalisierung, Transnationalisierung, Nationalstaat, Homogenisierung, Han-Chinesen, Migration, Kulturrevolution, Sprache, Identität, Autonomie, Containergesellschaft, Volksrepublik, Minderheitenrechte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Globalisierungs- und Transnationalisierungstheorien auf die Volksrepublik China anwendbar sind, insbesondere in Bezug auf die nationale Homogenisierung und den Umgang mit Minderheiten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Nationalstaat und Globalisierung, der kulturellen und sprachlichen Homogenisierung durch den chinesischen Staat sowie den Auswirkungen von Binnenmigration.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Thesen von Ludger Pries zur nationalen Homogenisierung anhand des Beispiels der nationalen Minderheiten in China kritisch zu prüfen und zu differenzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Untersuchung, die wissenschaftliche Fachliteratur, Sammelbände und aktuelle Medienberichte auswertet, um globale Thesen auf das konkrete Beispiel Chinas anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Kritik am Nationalstaatsbegriff, eine Analyse der historischen und modernen Homogenisierungsversuche sowie eine Untersuchung der Folgen von Migration für Minderheitenkulturen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind die „Containergesellschaft“, nationale Identität, die Rolle der Sprache als Einheitsmerkmal sowie der Konflikt zwischen staatlichem Autonomieanspruch und den Rechten von Minderheiten.
Welche Rolle spielt die Sprache bei der nationalen Homogenisierung?
Die Arbeit zeigt auf, dass der Staat durch die Förderung des Mandarin und die Nutzung einer einheitlichen Schrift versucht, eine sprachliche Identität zu schaffen, die über die dialektale Vielfalt der Han und die Sprachen der Minderheiten hinweg verbindet.
Wie beeinflusst Migration die Minderheiten?
Die Migration von Han-Chinesen in Minderheitengebiete führt laut Arbeit zu einer sinkenden demografischen Bedeutung der Minderheiten und zum Verlust kultureller Eigenständigkeit, teilweise gefördert durch staatliche politische Lenkung.
Was sind die „Widersprüche zur nationalen Homogenität“?
Die Arbeit identifiziert Widersprüche darin, dass Han-Chinesen und Minderheiten auch im Ausland leben, ausländische Bevölkerungsgruppen in China leben und Minderheiten trotz Restriktionen besondere Rechte besitzen.
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- Kay Milbert (Author), 2010, Die Widersprüche zur These der nationalen Homogenisierung in China im Bezug auf die nationalen Minderheiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165986