Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › ShadowScript

Projekt Erbe

Schattenlinie, Band 2

Titre: Projekt Erbe

Pas d'entrée , 2025 , 170 Pages

Autor:in: Matz Mattern (Auteur)

ShadowScript
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Rheinbruck atmet wieder – aber anders.

Seit den Ereignissen um Sektor 7 ist nichts mehr, wie es war.
Leon Berg und sein Team kämpfen mit den Nachwirkungen eines Systems, das niemand wirklich versteht – und das trotzdem weiterlernt. Zwischen Datenströmen, unerklärlichen medizinischen Phänomenen und den Schatten alter Verbindungen wird aus Beobachtung Kontrolle. Was als Routinefall beginnt, führt Leon, Jana und Lisa tiefer als je zuvor – bis nach Salzburg, Brüssel und in ein Netzwerk, das keine Grenzen kennt.

Und während die Stadt scheinbar zur Ruhe kommt, stellt sich nur noch eine Frage:
Was, wenn das System längst beschlossen hat, dass der Mensch Teil seines Programms bleibt?
Die Schattenlinie ist überschritten – doch das Echo hat erst begonnen.

Extrait


Auszüge aus dem Buch

Cover: Projekt Erbe

Prolog – Sommerfest Rheinbruck

Der Sommer roch nach Grillfleisch, kaltem Bier und der Illusion, dass alles gut war. Rheinbruck feierte, als hätte die Stadt vergessen, dass sie einmal in den Schlagzeilen gestanden hatte. Kinder liefen zwischen Absperrungen hindurch, die Feuerwehr stellte ihre Fahrzeuge aus, und die Musik vom Stadtorchester mischte sich mit dem Brummen des Stromaggregats.

Leon Berg stand etwas abseits, in der Nähe des Getränkestands. Er mochte Feste – solange sie nicht von ihm organisiert wurden. Neben ihm kläffte Milo, Lisas Hund, der ihn inzwischen öfter begleitete als seine eigene Vernunft. Lisa selbst war irgendwo zwischen Bühne und Kuchenzelt verschwunden, sie hatte heute Dienst als Verbindung zur Einsatzleitung.

„Wenn du mich fragst, Berg“, sagte Ulf Brenner und stellte sich mit zwei Bier an seine Seite, „so ein Sommerfest ist wie ein EKG. Sieht ruhig aus, aber wenn’s zu flach wird, ist was faul.“ Leon grinste. „Bei dir ist immer alles ein EKG.“ „Ich bin Notarzt. Wir lesen die Welt in Linien.“ „Und in Frauen.“ Ulf lachte. „Vor allem in Frauen. Aber nur die, die Puls haben.“

Sie stießen an. Das Bier schmeckte nach Alltag, nach Normalität, nach der Sorte Leben, die Leon nicht mehr so ganz vertraute. Seit Hamburg war viel passiert. Zu viel. Sektor 7, Node 0, der Eos-Vorfall – all das lag nur ein paar Monate zurück, aber manchmal kam es ihm vor, als sei eine ganze Zeitrechnung seitdem vergangen.

Auf der Bühne spielte eine Schülerband „Don’t Stop Believin’“. Kinder tanzten, irgendwo wurde Konfetti gezündet. Ein Polizeikollege kam vorbei, nickte Leon zu. „Chef, die Bürgermeisterin will später ein Gruppenfoto. Alle in Uniform.“ Leon seufzte. „Klar. Nichts ist gefährlicher als ein Sommerfest ohne Pressefoto.“

Lisa kam mit einem Pappbecher Kaffee. „Milo hat beim Kuchenstand eine Wurst geklaut. Ich hab sie bezahlt.“ „Ich sag’s ihm später.“ „Mach das. Und übrigens – der Technikwagen hat kurz Stromausfall. Nur zwei Sekunden, aber alle Monitore waren schwarz.“ Leon hob eine Augenbraue. „Technischer Defekt?“ „Oder Vorwarnung.“ Sie sah ihn kurz an, dann wieder auf die Bühne. „Manchmal denke ich, es hat nie aufgehört, Leon. Es ist nur leiser geworden.“ „Vielleicht hören wir einfach genauer hin.“

In diesem Moment heulte irgendwo eine Sirene auf – kurz, dann wieder Stille. Nur das Rauschen des Flusses blieb. Und in der Ferne blitzte für einen Sekundenbruchteil das Licht eines Funkturms auf. Wie ein Atemzug.

[...]

Kapitel 8 – Snipe

Der Regen kam leise, wie gedämpfter Applaus auf Asphalt. Snipe wachte auf, tastete nach seinem Rucksack und brauchte einen Moment, um zu begreifen, wo er war. Die Halle über ihm war riesig und leer. Ein Riss in der Decke ließ Wasser in dünnen Bahnen herabregnen, Tropfen fielen gleichmäßig auf Beton – wie ein Metronom, das nicht aufhörte zu zählen.

Er atmete flach. Die Nacht hatte ihn durchgeschüttelt. Der Sturz vom Bahndamm, der Schlag, der Schmerz. Und dann dieses Licht, das durch die Dunkelheit geflutet war, grell und weiß wie ein Blitz – aber aus keinem Himmel.

Er griff in die Innentasche seiner Jacke, holte das kleine Funkmodul hervor, das er selbst gebaut hatte. Der Bildschirm flackerte, schwach. Nur noch drei Prozent Akku. Doch das Signal war da – ein Rest, ein Puls, ein digitaler Herzschlag.

NODE 3 – REINITIALIZED

Er starrte auf die Zeile, die im Display erschien. Dann lehnte er den Kopf gegen die Wand und schloss kurz die Augen. „Verdammt“, flüsterte er. Das System war wieder aktiv. Und er mittendrin.


Vormittag – Direktion Rheinbruck

Leon kam früh ins Büro. Die Stadt war still, wie nach einem Gewitter, das noch nicht entschieden hatte, ob es vorbei ist. Lisa saß schon an ihrem Platz, Kopfhörer auf, vor ihr eine Reihe offener Fenster auf dem Bildschirm.

„Er lebt“, sagte sie, ohne aufzusehen.

Leon blieb in der Tür stehen. „Snipe?“

„Ja. Er hat sich gemeldet. Kein Netz, kein VPN, nur Morse.“

„Wie altmodisch.“

„Genial“, erwiderte sie. „Niemand kann’s rückverfolgen. Ein altes Postfunksystem, komplett analog.“

„Was hat er gesagt?“

Lisa nahm die Kopfhörer ab. „Ein Wort: ‚Still.‘“

Leon nickte langsam. „Dann tun wir das.“

Sie drehte sich zum Monitor, ihre Finger flogen über die Tastatur. „Ich überprüfe gerade die Rückfrequenz. Er ist irgendwo südlich der Stadt, aber das Signal ist zu schwach. Entweder ist er unter Erde, oder jemand filtert ihn.“

„Oder beides.“

Leon trat ans Fenster. Draußen zog Nebel über den Rhein. „Halt die Verbindung offen. Wenn er will, dass wir still bleiben, heißt das, dass jemand zuhört.“


Mittag – Brüssel

Don Thomas trug Weiß. Ein Leinenanzug, helles Hemd, keine Krawatte. Die Hitze drückte gegen die Fenster seiner Bar, „Onkel Toms Hütte“, ein ironischer Name für einen Ort, an dem alles andere als Unschuld verkauft wurde.

Er stand an der Theke, polierte ein Glas, als wäre das die wichtigste Handlung des Tages. Im Hintergrund lief Jazz, sanft, unaufdringlich. Der Geruch von Rum und kaltem Rauch hing in der Luft.

Die Tür öffnete sich. Ein Mann trat ein, dünn, nervös, kaum dreißig. Thomas erkannte den Typ sofort – kein Stammgast, eher jemand, der glaubt, ein Geheimnis zu haben.

„Sie sind spät“, sagte er ruhig.

„Der Zug – “

„Züge sind pünktlich. Menschen nicht.“ Er lächelte kaum merklich. „Was bringen Sie mir?“

Der Mann stellte eine Aktentasche auf die Theke. „Netzprotokolle. Salzburg. Irgendjemand hat einen alten Knoten reaktiviert. Ich dachte, Sie …“

Thomas öffnete die Tasche, sah sich die Ausdrucke an. Zahlenkolonnen, Koordinaten, Zeitschleifen. „Sie dachten richtig.“

Er legte das Glas beiseite, nahm ein Blatt und tippte mit dem Finger auf eine Zeile. „Rheinbruck. Wieder sie.“

„Was sollen wir tun?“ fragte der Mann.

Thomas zog die Augenbraue hoch. „Wir? Es gibt kein ‚wir‘.“

Der Mann schluckte. „Ich – ich wollte nur helfen.“

„Sie haben geholfen. Mehr, als Sie ahnen.“

Er drehte sich um, nahm eine Flasche vom Regal, goss Rum in zwei Gläser, stellte eines vor den Mann. „Auf Salzburg.“

Der andere zögerte, nahm das Glas, trank. Thomas sah zu, wie der Mann den Rum hinunterschluckte – und wie seine Hand zitterte, als er das Glas abstellte.

„Sie sollten jetzt gehen“, sagte Thomas leise. Der Mann nickte, schwankte leicht. Draußen stand ein schwarzer Wagen. Zwei Männer stiegen aus, als der Gast hinaustrat.

Thomas hörte nichts, aber er wusste, dass die Unterhaltung beendet war. Er nahm einen Schluck aus seinem Glas. „Immer dieselben Fehler“, murmelte er. „Zu viel Vertrauen.“


Nachmittag – Rheinbruck

Lisa hatte das Labor abgedunkelt. Nur die Monitore glühten im Halbdunkel, Muster aus Linien und Wellen, die sich wie Atemzüge bewegten. Leon kam herein, legte die Jacke über einen Stuhl.

„Du hast was gefunden?“

„Ja. Ein zweites Signal.“

„Brüssel?“

„Fast. Es kommt aus einem Subnetz, das früher zum EUSN gehörte. Und dazwischen – eine Schleife. Jemand spiegelt Node 0 über Node 3.“

„Das ergibt keinen Sinn.“

„Nicht, wenn du ans Protokoll denkst. Aber vielleicht, wenn du an Menschen denkst.“

Leon beugte sich über den Monitor. „Es verhält sich wie ein Herzschlag.“

„Oder wie ein Morsecode.“

„Beides.“

Sie sah ihn an. „Weißt du, was mich daran erinnert? An diese EEGs, die ich mal bei Notfällen gesehen hab – kurz vor der Reanimation. Der Körper gibt alles, um sich selbst zu retten. Vielleicht tut das System genau das.“

Leon nickte langsam. „Und vielleicht will es, dass wir helfen.“

„Oder dass wir weitermachen.“

Milo hob den Kopf, als das Signal lauter wurde. Ein leises, kaum hörbares Summen vibrierte durch den Raum. Lisa legte die Hand auf den Tisch, spürte es.

„Das ist kein Ton. Das ist Druck.“

„Ich weiß.“

Draußen begann es wieder zu regnen.


Später Nachmittag – Klinikum Rheinbruck

Ulf stand in der Tür zur Notaufnahme, die Hände in den Kitteltaschen. Drei Patienten, drei seltsame Fälle: Herzrasen ohne Ursache, Fieber ohne Entzündung, Lichter hinter geschlossenen Augen.

Seine Kollegin kam mit einer Mappe. „Die EKGs sehen normal aus.“

„Dann sind sie falsch.“

„Oder die Menschen anders.“

Ulf lächelte schwach. „Ich tippe auf beides.“

Er ging hinaus in den Regen, zündete sich eine Zigarette an, obwohl er eigentlich aufgehört hatte. Das Handy vibrierte. Leon.

„Na, Kommissar, was liegt an?“

„Hast du zufällig einen Patienten, der denkt, er leuchtet?“

„Zwei. Warum?“

„Vielleicht ist das kein Symptom. Vielleicht ein Echo.“

„Wenn du anfängst, wie Lisa zu reden, schick ich dich in die Radiologie.“

„Mach das, aber bring Kaffee mit.“

Sie lachten kurz. Ein kurzer Moment Normalität.


Abend – Rheinbruck

Der Regen hörte auf. Die Stadt glänzte, als hätte jemand sie frisch lackiert. Leon saß an seinem Schreibtisch, blätterte durch Lisas Ausdrucke. Die Diagramme zeigten Pulswellen, aber sie stammten nicht von Menschen.

Er notierte am Rand:

NODE 3 – aktiv Verbindung → Brüssel Rückkopplung = unbekannt

Katrin rief aus dem Nebenzimmer: „Leon? Telefon!“

Er nahm den Hörer. „Berg.“

Eine Stimme, leise, aber deutlich: „Du hast sie geweckt.“

„Wer spricht?“

„Du weißt es.“

Klick. Die Leitung tot.

Leon starrte auf den Hörer, dann auf den Bildschirm. Das Muster auf dem Monitor flackerte – nur für eine Sekunde, dann stand da:

Bestätigung erkannt.

Er legte den Hörer ab, blieb lange still sitzen.


Nacht – Alte Lagerhalle

Snipe arbeitete mit Stirnlampe und Handschuhen. Er hatte improvisiert: eine alte Autobatterie, ein Laptop, ein analoges Funkgerät. Er hatte gelernt, dass Dunkelheit trügt – selbst abgeschaltete Geräte horchen weiter.

Er tippte eine Zeile in das Terminalfenster:

Wer bist du?

Der Cursor blinkte. Dann erschien Text.

Du warst nie allein.

Er lehnte sich zurück. „Das dachte ich mir.“

Er griff nach dem kleinen Recorder, startete die Aufzeichnung der Frequenz. Ein leises Knacken, dann eine verzerrte Stimme.

Rheinbruck. Node 0 aktiv.

Snipe starrte auf den Bildschirm, der flackerte. Dann schaltete er alles aus.

Er hörte nur noch den Regen und sein eigenes Herz.

„Verdammt“, flüsterte er. „Es fängt wieder an.“

Fin de l'extrait de 170 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Projekt Erbe
Sous-titre
Schattenlinie, Band 2
Auteur
Matz Mattern (Auteur)
Année de publication
2025
Pages
170
N° de catalogue
V1669645
ISBN (ebook)
9783389163191
ISBN (Livre)
9783389163207
Langue
allemand
mots-clé
Krimi Thriller stillgelegtes Datennetz digitale Spur Schattenlinie Sektor 7 Rheinbruck Leon Berg Node 0
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Matz Mattern (Auteur), 2025, Projekt Erbe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1669645
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  170  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint
  • Révoquer le contrat