Zunächst geht es um die Definition und Entstehung der Open Space Technologie. Die erzieherische Absicht beispielsweise ist nicht sehr stark ausgeprägt, denn ob gelernt wird oder nicht, muss abgewartet werden. Nun könnte man sich folgende Frage stellen: Wie ist es möglich, dass Open Space Technology tatsächlich funktioniert und dass etwas gelernt wird? Es soll geklärt werden wo das Geheimnis von Open Space liegt. In der Arbeit wird auch die Umsetzung dieser Methode vorgestellt. Es wird zum Einen auf die Vorbereitung und zum Anderen auf den Ablauf eingegangen. Es wird genau beschrieben wie die Konferenz abläuft.
Anschließend werden Grundregeln, besondere Eigenschaften und Arbeitsprinzipien vorgestellt, welche zum Gelingen der Open Space Methode viel beitragen.
Die typischen Eigenschaften von Arrangements, z.B. die Eröffnung und Begrenzung von Lernmöglichkeiten treffen ebenfalls auf Open Space zu. Deshalb sollen Möglichkeiten und Grenzen von Open Space vorgestellt werden.
Zum Schluss wird selbstgesteuertes Lernen, was bei Open Space schließlich durchgehend gefordert ist, noch einmal genauer betrachtet. Das Hauptanliegen bei selbstgesteuerten Lernprozessen ist ja kein möglichst großer Erwerb von neuem Wissen. Interessant wäre herauszufinden, wie die Wissensaneignung bei Open Space optimiert werden könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was versteht man unter Open Space Technology?
3. Die Entstehungsgeschichte
4. Verbindung mit einer Grundform pädagogischen Handelns: Das Arrangieren
5. Umsetzung in die Praxis
5.1 Vorbereitungsphase
5.2 Der Ablauf
6. Regeln und Besonderheiten der Open – Space – Methode
6.1 Vier Grundsätze
6.1.1 Wer immer kommt, es sind die richtigen Leute
6.1.2. Was immer geschieht, ist das einzige, was geschehen kann
6.1.3. Es fängt an, wenn die Zeit reif ist
6.1.4. Vorbei ist vorbei
6.2 Das Gesetz der zwei Füße
6.2.1 Erscheinungsformen des Gesetzes: Hummeln und Schmetterlinge
6.3 Überraschende Effekte
7. Möglichkeiten und Grenzen von Open Space Technology
7.1 Stärken von Open Space Technology
7.2 Schwächen von Open Space Technology
8. Open Space und selbstgesteuertes Lernen
9. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Open Space Technology (OST) als pädagogisches Arrangement, das durch Freiwilligkeit und Eigeninitiative selbstgesteuerte Lernprozesse in Großgruppen fördert. Ziel ist es, die Funktionsweise der Methode zu analysieren, ihre theoretische Einordnung als "Arrangement" zu begründen sowie ihre praktischen Stärken und Schwächen kritisch zu beleuchten.
- Grundlagen und Entstehungsgeschichte der Open Space Technology
- Die methodische Verbindung zum pädagogischen Arrangieren
- Praktische Umsetzung: Vorbereitung und Ablauf einer Konferenz
- Regelwerk und zentrale Arbeitsprinzipien (Gesetz der zwei Füße, Hummeln/Schmetterlinge)
- Verhältnis von Open Space zu selbstgesteuertem Lernen
Auszug aus dem Buch
4. Verbindung mit einer Grundform pädagogischen Handelns: Das Arrangieren
Wenn bestimmte Lernprozesse nicht arrangiert werden kann es vorkommen, dass das Lernen nicht funktioniert. Aus diesem Grund sind Arrangements wichtig.
Es sollen also Lernsituationen arrangiert werden, wie bei OST. Auch Jean – Jacques Rousseau arrangierte viele Lernsituationen für Emile (vgl. Giesecke 2000, S. 95). Z.B. arrangierte er eine Erziehung in einer natürlichen Umgebung (vgl. Prange, Strobel – Eisele, S. 111). Auch Pestalozzi hat arrangiert, dass die Kinder im Heim ihn als „Vater“ betrachten. Bei Internaten oder Landerziehungsheimen spricht man auch von Arrangements. Denn auch hier wird erwartet, dass etwas gelernt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema, stellt die Relevanz von OST als Arrangement dar und skizziert die methodische Untersuchung der Wissensaneignung.
2. Was versteht man unter Open Space Technology?: Dieses Kapitel beschreibt OST als eine Großgruppenmethode, die Selbstorganisation und Verantwortung durch ein "Kaffeepausen-Konferenz"-Modell in den Mittelpunkt stellt.
3. Die Entstehungsgeschichte: Der Abschnitt erläutert den Ursprung der Methode, die aus Beobachtungen informeller Gespräche und traditioneller Kreisstrukturen in westafrikanischen Dörfern entstand.
4. Verbindung mit einer Grundform pädagogischen Handelns: Das Arrangieren: Hier wird OST theoretisch verortet; Arrangements werden als Mittel definiert, um Lernfelder zu schaffen, ohne den Lernprozess direkt zu steuern.
5. Umsetzung in die Praxis: Das Kapitel detailliert die notwendige Vorbereitung sowie den konkreten Ablauf einer Konferenz, inklusive Morgenrunde und Marktplatz.
6. Regeln und Besonderheiten der Open – Space – Methode: Es werden die vier Grundsätze sowie das "Gesetz der zwei Füße" vorgestellt, die den Teilnehmern Autonomie und Bewegungsfreiheit garantieren.
7. Möglichkeiten und Grenzen von Open Space Technology: Eine kritische Analyse, die sowohl das hohe Potenzial zur Motivation und Kollaboration als auch die Risiken bei unklaren Aufgabenstellungen beleuchtet.
8. Open Space und selbstgesteuertes Lernen: Diese Vertiefung setzt OST in Bezug zum Konzept des selbstgesteuerten Lernens und betont die Rolle des Pädagogen als Lernberater.
9. Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung von Eigenverantwortung und positiver Einstellung für den Erfolg der Methode.
Schlüsselwörter
Open Space Technology, Großgruppenmethode, pädagogisches Arrangement, selbstgesteuertes Lernen, Eigenverantwortung, Freiwilligkeit, Lernberatung, Wissensaneignung, Kaffeepausen-Konferenz, Gruppenprozesse, Motivation, Gesetz der zwei Füße, Wissensgesellschaft, Partizipation, Prozesssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Methode "Open Space Technology" und untersucht, wie diese Großgruppenmethode durch spezifische Arrangements selbstgesteuerte Lernprozesse fördern kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Struktur von Open Space, der Theorie pädagogischer Arrangements, der praktischen Anwendung und der Verbindung zum selbstgesteuerten Lernen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, das "Geheimnis" der erfolgreichen Funktionsweise von OST zu ergründen und aufzuzeigen, wie diese Methode die Lernenden zur Eigenverantwortung animiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse, um die pädagogischen Grundlagen der Methode (insbesondere das Konzept des Arrangierens) mit Praxisberichten und Erkenntnissen der Großgruppenmoderation zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung von Arrangements, die praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umsetzung, die Vorstellung der festen Regeln sowie eine kritische Abwägung der Stärken und Schwächen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben Open Space Technology vor allem die Begriffe Selbststeuerung, Eigenverantwortung, Freiwilligkeit und das pädagogische Arrangement.
Was genau ist das "Gesetz der zwei Füße"?
Es ist ein zentrales Arbeitsprinzip, das besagt, dass Teilnehmer die Freiheit haben, eine Gruppe zu verlassen, wenn sie dort nichts mehr lernen oder beitragen können, um sich stattdessen produktiveren Aufgaben zu widmen.
Warum ist die Rolle des Moderators bei OST so speziell?
Der Moderator agiert als "unsichtbarer" Begleiter, der lediglich die Rahmenbedingungen schafft und sicherstellt, um die volle Verantwortung und Kreativität auf die Teilnehmer übertragen zu können.
Ist OST für jede Art von Lernaufgabe geeignet?
Nein, laut der Arbeit ist die Methode wenig sinnvoll, wenn Lösungen bereits vorgegeben sind; sie entfaltet ihre Stärke besonders in komplexen, ergebnisoffenen Situationen.
- Quote paper
- Kevser Ekin (Author), 2007, Open Space Technology - Ein Arrangement für erfolgreiches Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167409