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Die „modernen“ Väter

Die Rolle der Väter in der Familie und der Spagat zwischen Kind und Karriere

Título: Die „modernen“ Väter

Tesis , 2009 , 77 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Katharina Werner (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Obwohl in der letzten Zeit vermehrt von den „neuen“ oder „modernen“ Vätern in der Öffentlichkeit die Rede ist, darf nicht verkannt werden, dass jahrzehntelang die Emanzipa-tion von Frauen im Focus der Wissenschaft und insbesondere der Geschlechterforschung stand. Die Veränderungen der Lebenswirklichkeit und des Rollenbildes von Frauen in den letzten 100 Jahren bestimmten die öffentlichen Debatten. Aber auch das Rollenbild von Männern ist in Bewegung geraten. Insbesondere die Rolle der Väter in den Familien hat sich im Vergleich zu früheren Generationen gewandelt. Immer mehr Männer wünschen sich aktive Väter zu sein und verstehen sich vielmehr als partnerschaftlichen Erzieher ihrer Kinder und weniger als Ernährer der Familie. Die Anzahl der Männer ist gestiegen, die die Geburt ihres Kindes miterleben, mit dem Kinderwagen durch den Park spazieren gehen oder ihren Nachwuchs wickeln – viele Väter sind bereit, verstärkt Erziehungs- und Betreuungsaufgaben wahrzunehmen und sie versuchen, Familie und Beruf miteinander in Einklang zu bringen. Doch lange Zeit hat sich die Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und familienfreundliche Angebote und Maßnahmen nur auf Mütter beschränkt. Väter wurden, nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der Familienpolitik auf die Rolle der Familienernährer reduziert. Jedoch entspricht dieses Rollenbild von Vätern, nicht mehr dem gelebten Alltag und den Vorstellungen und Wünschen vieler Männer und Frauen. Allerdings stehen nicht wenige junge Männer aufgrund dieser Veränderungen in den Ge-schlechterrollen, insbesondere der Frauenrolle, vor einer enormen Verunsicherung. „Sie nehmen die Dynamik, die Kraft und das offensive Selbstbewusstsein als Chance der Frauen wahr, sehen aber in diesem Prozess für sich (noch) keine aktive Rolle, haben auch (noch) keine positive Vision für ihre Rolle als Mann.“ In der Gesellschaft, der Wirtschaft und ebenso in der Familienpolitik mangelt es noch immer an der Unterstützung „moderner“ Väter und ihrer angestrebten engagierten Vaterrol-le sowie partnerschaftlicher Lebensgestaltung, damit eine Balance zwischen Familienleben und Arbeitswelt ermöglicht werden kann. Diese aktuellen Veränderungen der Rolle des Mannes beziehungsweise Vaters und die Schwierigkeiten, die mit gelebter aktiver Vaterschaft, auftreten können, sollen in der vorlie-genden Diplomarbeit „Die „modernen“ Väter – Die Rolle der Väter in der Familie und der Spagat zwischen Kind und Karriere“ näher betrachtet werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen

2.1 Familie

2.2 Vaterschaft – Vaterrolle

3. Die unterschiedlichen Rollen der Väter in den Familien

3.1 Drei Säulen der Familienrollen und Geschlechterbeziehungen

3.2 Geschlechtsrollenspezifische Grundlagen

3.3 Vaterbilder- und Vaterrollen

3.4 Typologie männlicher Rollenvorstellungen

4. Moderne Väter und engagierte Vaterschaft

4.1 Die „modernen“ Väter

4.2 Männer als engagierte Väter

5. Hindernisse engagierter Vaterschaft

5.1 Traditionelle Geschlechterbilder und -rollen und damit einhergehende Hinderungsgründe engagierter Vaterschaft

5.1.1 Der Einfluss traditioneller Geschlechterrollen

5.1.2 Der Einfluss der Mütter

5.2 Berufliche Hinderungsgründe engagierter Vaterschaft

5.2.1 Der Einfluss der Erwerbstätigkeit des Mannes

5.2.2 Die vorherrschende „Anwesenheitskultur“ und die Angst vor dem „Karriereknick“

5.2.3 Wünsche der Väter an die Arbeitgeber und Lösungsansätze

5.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen und damit einhergehende Hinderungsgründe engagierter Vaterschaft

5.3.1 Der Einfluss der Geschlechterpolitik

5.3.2 Der Einfluss des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes

5.3.3 Der Einfluss der Kindertagesbetreuung

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die Rolle des Vaters in der modernen Familie und den damit verbundenen Spagat zwischen Kind und Karriere. Ziel ist es, das Männer- und Rollenbild des „modernen“ Vaters zu definieren, Faktoren väterlicher Partizipation zu beleuchten und Hindernisse zu identifizieren, die einer aktiven Vaterschaft in Deutschland entgegenstehen.

  • Analyse unterschiedlicher Vaterbilder und Rollenvorstellungen in der Familie.
  • Untersuchung des Konzepts der „modernen“ Väter und engagierter Vaterschaft.
  • Identifikation von Hinderungsgründen (traditionell, beruflich, gesetzlich).
  • Darstellung der Rolle der Mütter als „Weichensteller“ für väterliches Engagement.
  • Evaluation familienpolitischer Rahmenbedingungen und betrieblicher Anwesenheitskulturen.

Auszug aus dem Buch

Die „modernen“ Väter

Im Kapitel 3.4 wurde bereits kurz, nach Volz und Zulehner, der moderne Mann und welche Ansichten er vertritt, vorgestellt. Die Literatur befasst sich schon seit den achtziger Jahren mit den „neuen“ Vätern und Fthenakis (Fthenakis 1985) stellte bereits im Jahr 1985 einen Wandel in den Einstellungen und im Erziehungsverhalten der Väter fest (Mühling, Rost 2007: 12-13). Grundsätzlich übernahm die Mutter, vor allem in Familien mit traditioneller Rollenverteilung, die Hauptverantwortung für die Betreuung und Erziehung der Kinder (Fthenakis 1985: 152). In den westlichen Industriestaaten war es lange Zeit nicht üblich, dass der Vater sich aktiv an der Pflege seiner kleinen Kinder beteiligte (ebenda: 152).

Im Laufe der Zeit änderten sich jedoch diese Einstellungen und die 1982 herausgegebene englische Nachuntersuchung brachte ein ganz anderes Bild der väterlichen Beteiligung hervor: „89 % englischer Väter wechselten die Windeln ihrer Babies, 78 % standen wegen der Kinder während der Nacht auf und sogar 95 % waren bereit, die Versorgung des Kindes und der Mutter nach der Geburt – zumindest vorübergehend – zu übernehmen“ (ebenda: 152-153; Werneck 1998: 54). Zudem bestätigten Studien aus anderen Ländern, wie beispielsweise aus Schweden, Australien und den USA, diese Ergebnisse der wachsenden, aktiveren Beteiligung des Vaters (ebenda). „Diese in weiterer Folge zumeist als neue Väter bezeichneten Männer“, damit werden die befragten Männer der englischen, schwedischen, australischen u. a. Studien gemeint, „zeichnen sich demgemäß in erster Linie dadurch aus, dass sie sich aktiv um ihre Kinder kümmern und partnerschaftlich Hausarbeit und Kindererziehung mit ihren Partnerinnen teilen.“ (Werneck 1998: 54)

In der bereits im Abschnitt 3.4 erwähnten Studie „Männer in Bewegung“ (Volz, Zulehner 2009) zählen sich 19 % der Männer zu dem modernen Typ Mann (vgl. Abbildung 4). Sie versuchen, anders als die traditionell eingestellten Väter, eine Balance zwischen ihrer Erwerbstätigkeit und dem Familienleben herzustellen. Noch immer ist es in Deutschland so, dass die Mehrzahl der Väter die Familienernährer und die Mütter hauptsächlich für die Kinderbetreuung und -erziehung verantwortlich sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Wandels vom traditionellen Ernährermodell hin zum „modernen“ Vater und Formulierung der Forschungsfrage.

2. Begriffserklärungen: Definition der zentralen Begriffe Familie, Vaterschaft und Vaterrolle als Grundlage für die soziologische Untersuchung.

3. Die unterschiedlichen Rollen der Väter in den Familien: Analyse der verschiedenen Vaterfunktionen sowie Typologisierung männlicher Rollenvorstellungen nach aktuellen Studien.

4. Moderne Väter und engagierte Vaterschaft: Untersuchung, wer moderne Väter sind und wie sie ihre aktive Vaterschaft im Alltag gestalten.

5. Hindernisse engagierter Vaterschaft: Detaillierte Analyse von gesellschaftlichen Rollenbildern, betrieblichen Anwesenheitskulturen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, die eine aktive Vaterschaft erschweren.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über den Stand der Väterforschung und Forderungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Geschlechter.

Schlüsselwörter

Moderne Väter, Engagierte Vaterschaft, Vaterrolle, Geschlechterrollen, Vereinbarkeit, Familie und Beruf, Erwerbstätigkeit, Anwesenheitskultur, Elternzeit, Elterngeld, Väterforschung, Männlichkeit, Rollenverteilung, Familienpolitik, Gleichstellung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der veränderten Rolle von Vätern in der modernen deutschen Gesellschaft und den Herausforderungen, die diese Männer bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit analysiert traditionelle vs. moderne Rollenbilder, die Bedeutung der Erwerbstätigkeit, den Einfluss von Müttern auf das Väterengagement sowie betriebliche und gesetzliche Hinderungsgründe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, wie aktive Vaterschaft aussieht, welche Hindernisse einer gelebten aktiven Beteiligung der Väter entgegenstehen und welche Faktoren diese fördern können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene soziologische Studien und Untersuchungen zur Vaterschaft in Deutschland auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden nach der begrifflichen Klärung die Rollenbilder von Vätern, die Lebenswirklichkeit „moderner“ Väter sowie spezifische Hinderungsgründe wie die „Anwesenheitskultur“ in Betrieben und traditionelle Geschlechterrollen erarbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Moderne Väter, Engagierte Vaterschaft, Vaterrolle, Vereinbarkeit, Anwesenheitskultur und Familienpolitik.

Warum wird die „Anwesenheitskultur“ als zentrales Hindernis gesehen?

Sie gilt als Hindernis, da betriebliche Leistung oft noch immer mit physischer Präsenz am Arbeitsplatz gleichgesetzt wird, was für Väter, die Elternzeit oder Teilzeit beanspruchen, den gefürchteten „Karriereknick“ bedeuten kann.

Welche Rolle spielen Frauen bzw. Mütter bei der väterlichen Partizipation?

Mütter fungieren oft als „Weichensteller“; ihr Verhalten und ihre Einstellungen beeinflussen maßgeblich, ob Väter in die Familienarbeit einbezogen werden oder ob die Mutter die Letztverantwortung behält und den Vater in die Assistenzrolle drängt.

Hat die Einführung des Elterngeldes das Väterengagement verbessert?

Die Akzeptanz des Elterngeldes ist gestiegen, jedoch nutzen viele Väter es nur für einen kurzen Zeitraum (oft die zwei „Vätermonate“), wobei ökonomische Faktoren weiterhin das primäre Kriterium für die Aufgabenteilung bleiben.

Final del extracto de 77 páginas  - subir

Detalles

Título
Die „modernen“ Väter
Subtítulo
Die Rolle der Väter in der Familie und der Spagat zwischen Kind und Karriere
Universidad
Berlin School of Economics and Law  (Öffentliche Verwaltungswirtschaft)
Calificación
2,0
Autor
Katharina Werner (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
77
No. de catálogo
V168611
ISBN (Ebook)
9783640864706
ISBN (Libro)
9783640864645
Idioma
Alemán
Etiqueta
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Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Katharina Werner (Autor), 2009, Die „modernen“ Väter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168611
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