Vermeidungsverhalten von Schülern als Folge von Bullying in der Schule


Hausarbeit, 2010
12 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bullying
2.1. Zusammenhang Bullying und Fehlstunden

3. Zweifaktorentheorie
3.1. Klassische und Operante Konditionierung

4. Erklärung des Zusammenhangs zwischen Bullying und Fehlstunden mit der Zweifaktorentheorie

5. Studiendesign
5.1. Auswertung der Ergebnisse

6. Abschluss

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der Schule kommt es immer wieder zu folgereichen Auseinandersetzung unter Schülern. Ein großer Bereich dieser Auseinandersetzung ist oft das Schikanieren von Schülern, die sich nicht wehren können. Gerade dieses Schikanieren, was in der Erwachsenenwelt oft als Mobbing bezeichnet wird, gewinnt in der Schule unter dem Namen Bullying eine wachsende Bedeutung.

Die vorliegende Hausarbeit behandelt daher die Thematik:

- Das Vermeidungsverhalten von Kindern als Folge von Bullying in der Schule.

Es wird die Hypothese aufgestellt, dass Kinder, die Bullying in der Schule erleben den Schul- unterricht als angstauslösendes Ereignis vermeiden. Somit soll in einer theoretisch dargestell- ten Untersuchung der Zusammenhang zwischen Bullying und den Fehlstunden von Schülern überprüft werden, dessen theoretische Grundlage die Zweifaktorentheorie nach Mowrer dar- stellt.

Die Zielsetzung der Hausarbeit ist in diesem Zusammenhang also der Beweis, dass Schüler ein Vermeidungsverhalten des Unterrichts mit der Zweifaktorentheorie aufgrund von Bullying erlernen und die Fehlstunden der jeweiligen Schüler ansteigen.

Der Aufbau der Hausarbeit ist so strukturiert, dass mit einer Einführung in das Themenfeld Bullying begonnen wird. Im weiteren Verlauf wird die theoretische Grundlage, die Zweifak- torentheorie mit den Teilaspekten klassische und operante Konditionierung, dargestellt. Im Anschluss daran soll der Zusammenhang zwischen Bullying und den Fehlstunden anhand der Zweifaktorentheorie erklärt werden. Darauf folgt die Darstellung des Studiendesigns und der theoretischen Durchführung der Untersuchung mit der statistischen Auswertung und den zu erwartenden Ergebnissen. Im letzten und abschließenden Kapitel soll ein Fazit getroffen und dargestellt werden, in dem auf die Untersuchungsergebnisse in Bezug auf den Titel der Haus- arbeit eingegangen wird.

2. Bullying

Um den Begriff Bullying hinreichend definieren zu können, ist es notwendig verwandte Begrifflichkeiten zu erläutern und abzugrenzen.

Da Bullying als ein spezielles Muster aggressiven Verhaltens verstanden wird, ist auf den Begriff Aggression einzugehen.

Aggression wird definiert als „spezifische, zielgerichtete Verhaltensweisen (Intention), die im Kern darauf ausgerichtet sind, einen anderen zu schädigen (Schädigungsabsicht)“ (Scheithauer, Hayer & Petermann, 2003, S. 18).

In der Abgrenzung zu Bullying ist vor allem anzumerken, dass die Beziehung zwischen Täter und Opfer eine große Bedeutung hat.

So definiert Olweus (1996) Bullying wie folgt:

„Negative Handlung, die wiederholt und über einen längeren Zeitraum von einem oder mehreren Schülern ausgeführt werden, wobei ein Ungleichgewicht in der Stärke zwischen Täter (Bully) und Opfer (Victim) zu Ungunsten des Opfers bestehen muss. Bullying richtet sich zudem als dauerhaftes Drangsalieren und Quälen wiederholt an einzelne, spezifische Opfer, die sich aufgrund ihrer Unterlegenheit nicht oder kaum zur Wehr setzen können“.

Bei dieser Definition werden größtenteils direkte Formen, vor allem körperliche und verbale Formen, des Bullying beachtet. Im Laufe der Forschung wurden auch indirekte Formen zum Bullying hinzugefügt, gemeint sind psychologische Handlungen. In dieser Definition ist erkennbar, dass Bullying ein besonderer Fall aggressiven Verhaltens ist und vom Begriff Aggression abgegrenzt werden muss.

Bullying umfasst im Gegensatz zu Aggression oder zur Gewalt einen Wiederholungs- aspekt. Wenn man nun die zwei Definitionen gegenüberstellt ist auch ersichtlich, dass zum Beispiel ein vereinzeltes „Ausrasten“ eines Schülers oder eine Auseinanderset- zung zwischen zwei gleich starken Schülern nicht als Bullying bezeichnet werden kann oder in den Bereich des Bullying fällt (vgl. Scheithauer, Hayer, Petermann, 2003, S. 18).

Die Ungleichheit zwischen dem Täter und dem Opfer ist auch bei der Viktimisierung erkennbar. In der Schule werden häufiger jüngere, schwächere, unsichere, einsame und sensible Schüler mit niedrigem Selbstwertgefühl viktimisiert. Die Viktimisierung kann als Auswahl eines Opfers (Victim) gesehen werden. Ein besonderer Fall im schu- lischen Bullying sind Kinder, die sowohl Victims als auch Bullies sind, d.h. diese Kinder sind sowohl Opfer als auch Täter (vgl. Scheithauer, Hayer, Petermann, 2003, S.26).

Bei dem Bullying steht vor allem der soziale Kontext im Vordergrund. Im Bereich der Schule bezieht sich Bullying auf die Interaktion im Klassenraum unter Schülern. Wie aus der Definition hervorgeht, ist in diesem Zusammenhang die Täter-Opfer- Interaktion von großer Bedeutung, da Bullying auf dem Unvermögen des Opfers, sich angemessen verteidigen oder wehren zu können, basiert. Dieser erkennbare Unter- schied kann körperlicher, kognitiver oder altersunterschiedlicher Natur sein.

In Bezug auf die Interaktion muss aus sozialpsychologischer Sicht erwähnt werden, dass Bullying vor allem im Rahmen relativ stabiler Gruppen (z.B. der Klasse) auftritt und ein soziales Phänomen ist, welches gruppendynamische Prozesse widerspiegelt (vgl. Scheithauer, Hayer, Petermann, S. 19).

In der Schule gibt es verschiedene Erscheinungsformen des Bullying. Zu den unter- schiedlichen Erscheinungsformen gelten Spotten und Beschimpfungen als die häufig- sten Formen. Darauf folgen Schlagen, Bedrohen und Gerüchte verbreiten, aber auch Ausschluss aus der Gruppe. Eine an immer größerer Bedeutung bekommende Er- scheinungsform des Bullying ist das sog. Cyber-Bullying. Bei diesem Fall des Bully- ing werden die Opfer über neue Medien, wie das Internet oder SMS, schikaniert.

Neben diesen Erscheinungsformen gibt es neue und immer häufiger auftretende Bullying-Formen bezogen auf bestimmte Personenkreise. Vermehrt in der Schule zu beobachten sind homophobisches Bullying oder Bullying mit fremdenfeindlichen Hintergrund (vgl. Scheithauer, Hayer, Petermann, 2003, S. 28ff).

Zum Abschluss dieses Kapitels soll kurz auf die Auftretenshäufigkeit von Bullying eingegangen werden. In Deutschland berichten 5 bis 11 % der Schüler von regelmäßigen Opfer- und Tätererfahrungen. In den Opfer- und Tätererfahrungen sind keine gravierenden Geschlechterunterschiede ersichtlich. Auf der Täterseite überwiegen recht deutlich die Jungen und auf der Opferseite befinden sich ebenfalls mehr Jungen als Mädchen (vgl. Scheithauer, Hayer, Petermann, S. 39).

Eine weitere Abgrenzung ist abschließend zwischen dem Begriff Bullying und dem Begriff Mobbing zwingend erforderlich, da Bullying oftmals synonym mit Mobbing verwendet wird. Mobbing umfasst jedoch eher das Schikanieren unter Erwachsenen. Bullying hingegen wird ausschließlich auf den Schulkontext angewendet. Aus diesem Grund beschäftigt sich diese Hausarbeit mit Bullying und wird nun im Folgenden auf den Zusammenhang zwischen Bullying und Fehlstunden eingehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Vermeidungsverhalten von Schülern als Folge von Bullying in der Schule
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Erziehungswissenschaft - Pädagogische Psychologie)
Veranstaltung
Anwendungsfelder der klassischen Lerntheorie
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V169429
ISBN (eBook)
9783640878093
ISBN (Buch)
9783640878635
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulangst, Mobbing in der Schule, Schulvermeidung, Zwei-Faktoren-Theorie, Zusammenhang Schulangst und Mobbing, Vermeidungsverhalten, Unterrichtsvermeidung, Bullying in der Schule, Vermeidungslernen, Angst
Arbeit zitieren
Jan Schröder (Autor), 2010, Vermeidungsverhalten von Schülern als Folge von Bullying in der Schule , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169429

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