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Digitaler Eskapismus im Jugendalter

Psychologische Motive und pädagogische Implikationen

Title: Digitaler Eskapismus im Jugendalter

Term Paper , 2026 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tabea Beeck (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Welche psychosozialen Motive begünstigen eine problematische Realitätsflucht in digitale Medienwelten und wie können pädagogische Interventionen Jugendliche stärken, um dysfunktionalem Eskapismus entgegenzuwirken? Das Ziel ist es, die psychodynamischen Hintergründe und Motive des digitalen Eskapismus im Jugendalter zu identifizieren sowie medienpädagogische Strategien und Maßnahmen zur Prävention dysfunktionalen Nutzungsverhaltens zu erörtern.
Zunächst wird sich in Kapitel eins der Mediennutzung im Kontext jugendlicher Entwicklungsaufgaben sowie der Definition von Eskapismus gewidmet. In Kapitel zwei wird die Psychologie der Medienrezeption und Motivation näher beleuchtet. Der erste Teil befasst sich mit dem Uses-and-Gratifications-Approach, während der zweite Teil die Emotionsregulation durch Medien erläutert. Das dritte Kapitel untersucht Chancen und Risiken des digitalen Eskapismus. Im vierten Kapitel wird in einem ersten Teil die Förderung der Selbstregulationskompetenz erörtert. Der zweite Teil befasst sich mit mediendidaktischen Ansätzen zur Prävention, im letzten Teil des Kapitels wird die Rolle der professionellen Begleitung beleuchtet. Das Fazit fasst abschließend die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und zieht relevante Schlussfolgerungen.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Theoretischer Rahmen: Entwicklung und Medienwelten

1.1 Mediennutzung im Kontext jugendlicher Entwicklungsaufgaben

1.2 Definition von Eskapismus: Funktionales vs. dysfunktionales Coping

2 Psychologie der Medienrezeption und Motivation

2.1 Der Uses-and-Gratifications-Approach

2.2 Emotionsregulation durch Medien: Mood Management und Immersion

3 Eskapismus als Coping-Strategie

3.1 Chancen

3.2 Risiken

4 Pädagogisch-psychologische Intervention und Förderung

4.1 Förderung der Selbstregulationskompetenz

4.2 Mediendidaktische Ansätze zur Prävention

4.3 Die Rolle der professionellen Begleitung

5 Diskussion und Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychosozialen Motive, die eine problematische Realitätsflucht in digitale Medienwelten begünstigen, und leitet daraus pädagogisch-psychologische Interventionsmöglichkeiten zur Förderung Jugendlicher ab.

  • Psychodynamische Hintergründe des digitalen Eskapismus
  • Differenzierung zwischen funktionalem Coping und maladaptivem Suchtverhalten
  • Bedeutung der Selbstregulationskompetenz im Jugendalter
  • Mediendidaktische Präventionsstrategien im schulischen Kontext
  • Rolle professioneller Begleitung bei manifesten Suchtrisiken

Auszug aus dem Buch

1.2 Definition von Eskapismus: Funktionales vs. Dysfunktionales Coping

Der Begriff Eskapismus leitet sich vom englischen Wort „escape“ (flüchten/entkommen) ab. Er bezeichnet im medienpsychologischen Kontext eine Form der Mediennutzung, die der gedanklichen oder emotionalen Flucht aus einer als belastend erlebten Realität dient, so Hastall (2017). Nach Henning und Vorderer (2001) wird Eskapismus als Motiv definiert, sich kognitiv anstrengende Auseinandersetzungen mit der eigenen Person zu ersparen, und wiesen empirisch nach, dass eine geringe Ausprägung des Bedürfnisses nach kognitiver Auseinandersetzung (need for cognition) mit erhöhtem Fernsehkonsum assoziiert war. Demnach ist Eskapismus kein einheitliches Konstrukt, sondern umfasst spezifische Motive, Kognitionen und Mediennutzungspräferenzen, die durch belastende psychische Zustände wie Niedergeschlagenheit oder Selbstwertprobleme begünstigt werden können (Hastall, 2017).

Im transaktionalen Stressmodell von Lazarus und Folkman (1984) wird Coping in problemorientiertes Bewältigungsverhalten und emotionsorientiertes Bewältigungsverhalten differenziert. Während problemorientiertes Coping auf die Veränderung der stressauslösenden Situation zielt, fokussiert sich emotionsorientiertes Coping auf die Regulation der durch die Situation ausgelösten Emotionen. Eskapistische Mediennutzung lässt sich primär dem emotionsorientierten Bewältigungsverhalten zuordnen: Es wird eine kurzfristige Distanzierung von belastenden Gedanken und Emotionen ermöglicht, was in dieser Funktion erholungsförderlich wirken kann (Reinecke, 2009). Dysfunktional wird Eskapismus jedoch dann, wenn er zu einer anhaltenden Vermeidungsstrategie wird, die problemorientiertes Bewältigungsverhalten verhindert und die effektive Auseinandersetzung mit Entwicklungsaufgaben blockiert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik des digitalen Eskapismus als Bewältigungsstrategie im Jugendalter und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.

1 Theoretischer Rahmen: Entwicklung und Medienwelten: Analyse der Mediennutzung als Werkzeug zur Bewältigung jugendlicher Entwicklungsaufgaben und Begriffsdefinition von Eskapismus.

2 Psychologie der Medienrezeption und Motivation: Untersuchung motivationaler Aspekte wie des Uses-and-Gratifications-Approach sowie der Rolle von Emotionsregulation und Immersion.

3 Eskapismus als Coping-Strategie: Gegenüberstellung der Chancen moderater Mediennutzung und der Risiken pathologischer Realitätsflucht.

4 Pädagogisch-psychologische Intervention und Förderung: Darstellung von Präventionsansätzen durch Selbstregulationstraining, mediendidaktische Konzepte und professionelle therapeutische Begleitung.

5 Diskussion und Fazit: Zusammenführung der Erkenntnisse und Ableitung einer Doppelstrategie aus universeller Prävention und spezialisierter Unterstützung.

Schlüsselwörter

Digitaler Eskapismus, Jugendalter, Mediennutzung, Selbstregulation, Coping-Strategie, Medienkompetenz, Suchtprävention, Emotionsregulation, Mood Management, Gaming Disorder, Entwicklungsaufgaben, pädagogische Intervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Bedeutung von digitalem Eskapismus bei Jugendlichen, der sowohl als erholungsfördernde Strategie als auch als pathologisches Vermeidungsverhalten auftreten kann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die psychologischen Motive der Mediennutzung, die Differenzierung zwischen funktionalem und dysfunktionalem Verhalten sowie pädagogische Interventions- und Präventionsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, psychosoziale Motive zu identifizieren, die eine problematische Realitätsflucht fördern, und zu klären, wie pädagogische Interventionen Jugendliche stärken können, um dysfunktionalem Eskapismus entgegenzuwirken.

Welche wissenschaftlichen Modelle werden zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit stützt sich unter anderem auf den Uses-and-Gratifications-Approach, die Mood-Management-Theorie, das transaktionale Stressmodell nach Lazarus und Folkman sowie das Compensatory Internet Use Model.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Medienrezeption, eine Analyse der Chancen und Risiken von Eskapismus als Coping-Strategie sowie eine Erörterung konkreter pädagogisch-psychologischer Förderansätze.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Medienkompetenz, Selbstregulation, jugendliche Entwicklungsaufgaben, Coping und Prävention definieren.

Welche Rolle spielen digitale Spiele in diesem Kontext laut der Arbeit?

Digitale Spiele fungieren als „Flow-Auslöser“, die durch hohe Interaktivität eine psychologische Distanzierung von Alltagsstress ermöglichen, aber bei übermäßiger Nutzung das Risiko einer Gaming Disorder bergen können.

Warum betont die Autorin die Notwendigkeit einer „Doppelstrategie“?

Die Autorin argumentiert, dass eine zukunftsorientierte Lösung sowohl die universelle Stärkung der Medienkompetenz aller Jugendlichen als auch spezifische professionelle Versorgungsstrukturen für vulnerable Gruppen umfassen muss.

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Details

Title
Digitaler Eskapismus im Jugendalter
Subtitle
Psychologische Motive und pädagogische Implikationen
College
University of Applied Sciences Hamburg
Grade
1,0
Author
Tabea Beeck (Author)
Publication Year
2026
Pages
18
Catalog Number
V1728762
ISBN (PDF)
9783389192399
ISBN (Book)
9783389192405
Language
German
Tags
Digitaler Eskapismus Mediensucht Internet Social Media Jugendalter Adoleszent Medienpädagogik Internetsucht Umgang mit Medien Gaming Videospiele
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tabea Beeck (Author), 2026, Digitaler Eskapismus im Jugendalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1728762
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