Diese Gemeinschaftsarbeit dokumentiert eine Untersuchung im Bereich „Sport und Gesundheit“. Ziel der Arbeit ist die Analyse der Belastung von Sportlehrern und Sportlehrerinnen und deren Coping-Strategien (Bewältigungsstrategien). Aufgrund des bisherigen Forschungsstandes wurden im Vorfeld verschiedene Hypothesen aufgestellt:
Es ist zu erwarten, dass die Sportlehrkräfte in ihrem Tätigkeitsfeld hohen subjektiven Belastungen ausgesetzt sind. Zudem ist anzunehmen, dass die Belastung innerhalb der Geschlechter divergiert und ebenfalls vom Alter der Lehrkraft und der zu erbringenden Wochenstundenzahl beeinflusst wird.
Mithilfe einer Befragung von 33 Lehrkräften werden diese Hypothesen überprüft. Die Befragung ist mit Hilfe eines Fragebogens durchgeführt worden und wurde als Onlinebefragung den entsprechenden Lehrkräften zugestellt.
Aus den Ergebnissen wird deutlich, dass das subjektive Belastungsempfinden der Sportlehrkräfte nicht auffällig ist. Die wahrgenommenen Belastungen treten selten auf. Die Auswertung der Ergebnisse kann ebenfalls keine bedeutenden Effekte des Geschlechts, der Altersstruktur oder der Wochenstundenzahl feststellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Belastung
2.1.1 Belastungen im Lehrerberuf
2.1.2 Belastungen im Sportlehrerberuf
2.2 Coping - Das transaktionale Bewältigungsmodell von LAZARUS
2.3 Fragestellung
3 Methodenteil
3.1 Stichprobe
3.2 Fragebogen/Datenerhebungsinstrument
3.3 Durchführung, Datenaufbereitung und Analyse
4 Auswertung
4.1 Coping
5 Diskussion
Zielsetzung & Themen der Forschungsarbeit
Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, die subjektive Belastung von Sportlehrkräften sowie deren angewandte Coping-Strategien zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern organisatorische, curriculare, fachspezifische und inhaltliche Bedingungen den Sportunterricht belasten und wie Lehrkräfte damit umgehen.
- Analyse der subjektiven Belastungsempfindungen von Sportlehrkräften.
- Untersuchung des Einflusses von Alter, Geschlecht und Wochenstundenanzahl.
- Erfassung der individuellen Coping-Strategien zur Bewältigung von Stressoren.
- Evaluierung der Belastung durch Disziplin, Rahmenbedingungen und curriculare Vorgaben.
- Diskussion über die Relevanz von Coping-Strategien für den Berufsalltag.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Der Lehrerberuf ist in Bezug auf seine berufsspezifische Belastung ein vielfach diskutiertes Thema in Gesellschaft und Politik. Vorurteile, wie Lehrer würden nur halbtags arbeiten und hätten drei Monate lang Ferien, bestätigen die Fehleinschätzung und Unwissenheit weiter Kreise der Gesellschaft. Die tatsächlichen Arbeitszeiten und effektiven beruflichen Belastungen der Lehrer bleiben weitgehend unbekannt, obwohl Untersuchungen belegen, dass der Lehrerberuf einer der am meisten belastenden Sozialberufe ist (vgl. MIETHLING/BRAND 2004).
Betrachtet man nun genauer das Fach Sport, wird deutlich, dass durch aktuelle Arbeitszeitmodelle, die Sportlehrkräften aufgrund eines geringeren Korrektur- und Vorbereitungsaufwandes eine erhöhte Zahl an Wochenstunden zuschreiben, das Fach und die damit einhergehende Arbeit der SportlehrerInnen offensichtlich abgewertet werden. Das Belastungsparameter Arbeitszeit dient hier demnach als einziger Betrachtungsgegenstand zur Bewertung der Arbeit von Sportlehrkräften. Fachspezifische Belastungen, sowohl physisch als auch psychisch, bleiben unberücksichtigt, obwohl zahlreiche aktuelle Studien den hohen Belastungsgrad von Sportlehrerinnen und Sportlehrern nachweisen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Wahrnehmung des Lehrerberufs und führt in die Problematik der Belastung von Sportlehrkräften ein.
2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Belastung und erläutert das transaktionale Stressmodell nach Lazarus im Kontext des Lehrerberufs.
3 Methodenteil: Hier werden die Stichprobe, das Erhebungsinstrument (Fragebogen) sowie die Durchführung und Analyse der Untersuchung beschrieben.
4 Auswertung: In diesem Kapitel werden die erhobenen Daten zu den Belastungsfaktoren und den Coping-Strategien präsentiert und ausgewertet.
5 Diskussion: Die Diskussion interpretiert die Ergebnisse, bewertet das methodische Vorgehen und zieht Schlussfolgerungen im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen.
Schlüsselwörter
Sportlehrer, Belastung, Coping-Strategien, Stressbewältigung, Lehrerstress, Sportunterricht, empirische Forschung, transaktionales Stressmodell, Belastungsfaktoren, Arbeitszeitmodelle, pädagogische Schul- und Unterrichtsforschung, subjektives Belastungsempfinden, Stressoren, Bewältigungsverhalten, berufliche Anforderungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die subjektive Belastung von Sportlehrkräften und analysiert, welche Coping-Strategien diese anwenden, um den Anforderungen im schulischen Alltag zu begegnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Disziplinschwierigkeiten, schulische Rahmenbedingungen, Motivation der Schüler, curriculare Vorgaben, die Zusammenarbeit im Kollegium sowie körperliche Belastungen durch den Sportunterricht.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern sind Sportlehrerinnen und –lehrer durch organisatorische, curriculare, fachspezifische und inhaltliche Bedingungen bezogen auf den Sportunterricht belastet und über welche Coping-Strategien verfügen sie?“
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Onlinebefragung mit 33 Sportlehrkräften durchgeführt, ergänzt durch offene Fragen zur qualitativen Erfassung der Coping-Strategien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen (Stressmodelle), das methodische Design der Befragung, die statistische Auswertung der Daten sowie die Diskussion der Ergebnisse inklusive der Coping-Strategien detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Sportlehrkräfte, Belastung, Coping-Strategien, Stressbewältigung und empirische Sportunterrichtsforschung.
Warum konnte keine der Hypothesen bestätigt werden?
Die Untersuchung ergab entgegen den Erwartungen, dass die befragten Lehrkräfte den Sportunterricht insgesamt nicht als außerordentlich belastend empfanden und keine signifikanten Unterschiede basierend auf Alter oder Geschlecht vorlagen.
Welche Bedeutung haben Coping-Strategien laut der Untersuchung?
Die Ergebnisse legen nahe, dass das wahrgenommene geringe Belastungsempfinden maßgeblich mit den individuell entwickelten Coping-Strategien der Lehrkräfte zusammenhängt, die ihnen helfen, Herausforderungen proaktiv zu bewältigen.
- Quote paper
- Stefan Hasse (Author), 2011, Subjektive Belastung von Sportlehrern und deren Copingstrategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174232