Altersgemäßes Online-Lernen


Masterarbeit, 2011
56 Seiten, Note: 2.3

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. THEORETISCHE ASPEKTE DES LERNENS
2.1. Lernen
2.2. Bildungssystem in Lettland
2.3. Bildungssystem in Deutschland
2.4. Lebenslanges Lernen
2.5. Lernen in der Wende

3. THEORETISCHE ASPEKTE DES ONLINE-LERNENS
3.1. Geschichte des Online-Lernens
3.2. Synonyme für Online-Lernen
3.3. Definition von Online-Lernen
3.4. Techniken zur Erstellung der Lernumgebungen
3.5. Medien im Online-Lernen
3.6. Vorteile von Online-Lernen
3.7. Nachteile von Online-Lernen

4. ANALYSE DER AKTUELLEN SITUATION
4.1. Vorschläge zur Online-Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen

5. ZUSAMMENFASSUNG

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG 1. BEISPIEL DES FRAGEBOGENS

1. EINLEITUNG

Heutzutage ist unser Alltag kaum ohne die Verwendung verschiedener Technologien vorstellbar. Es betrifft nicht nur private Haushalte, wo Computer bereits schon lange unbemerkt benutzt werden (in Mikrowellen, Kaffeeautomaten, Klimaanlagen, Autos, GPRS-Systemen usw.). Die Technologie ist auch stark in unsere Arbeitswelt eingedrungen. Jeden Tag versenden wir E-Mails, unterhalten uns mit Kollegen per E-Mail und auch per Chat, erhalten und versenden Informationen oder wechseln Daten mit anderen Abteilungen des Betriebs oder Kunden aus. Auch das Bildungssystem ist stark durch die Benutzung verschiedener Technologien geprägt. Ein Sprachunterricht nur mit Audiokassetten und Videomaterialien ist kaum mehr vorstellbar. Whiteboards werden als Ersatz herkömmlicher Tafeln im Unterricht eingesetzt: Sie erlauben es, den Lernstoff einfacher zu präsentieren, und können im Vergleich zu Kreidetafeln viel effektiver benutzt werden. An Schulen werden „Schatten-Tage“ und Projektwochen organisiert, die den Schülern Einsicht ins Arbeitsleben verschaffen und zu selbständiger Problemlösung beitragen sollen. Anders formuliert: Das Lernen wird aus den Bildungsstätten herausgebracht. Man spricht von der nicht-formellen Ausbildung, womit beispielsweise ein Museumsbesuch gemeint ist, was eine aktive Teilnahme der Besucher an verschiedenen Aktivitäten in Zusammenhang mit der Ausstellung voraussetzt: Zum Beispiel können Besucher im Museum Turaida (Lettland) die Geschichte der Ortschaft und des Schlosses auf Computerbildschirmen lesen, die daneben auch begrenzte Navigationsmöglichkeiten anbieten und die Informationen kurz gefasst darstellen.

In gewisser Weise gilt dies auch für virtuelle Welten und Umgebungen, die nicht nur für Spielzwecke entwickelt worden sind, sondern auch didaktische Ziele verfolgen. Eine der ersten weit verbreiteten Simulationen war möglicherweise der Fahrsimulator: Ein interaktives Fahrtraining am PC.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollen gewonnene Erkenntnisse zum Thema Altersgemäßes Online-Lernen dargestellt werden. Das Ziel der Arbeit ist es, die Interessen verschiedener Altersgruppen zu bestimmen und Überblick über die entsprechenden Methoden des Online-Lernens zu geben.

Die Arbeit gliedert sich in 3 Teile. Im ersten Kapitel wird eine Übersicht über die Theorie des Lernens und Bildungswesen gegeben. Im zweiten Kapitel werden die Geschichte und die theoretischen Aspekte des Online-Lernens diskutiert. Das dritte Kapitel enthält die Analyse der Fragebogen und verschiedene Vorschläge zur praktischen Online-Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen. Im Rahmen dieser Master- Arbeit wurde eine Umfrage innerhalb verschiedener Altersgruppen zu Fragen des Online-Lernens (Bedarf, Zeitbedarf, Methoden, usw.) durchgeführt. Die Analyse der aktuellen Situation basiert auf den Ergebnisse der Umfrage; es wurden Antworten von 220 befragten Personen (110 in Lettland und 110 in Deutschland) ausgewertet.

2. THEORETISCHE ASPEKTE DES LERNENS

2.1. Lernen

Die Gegenwart ist so dynamisch von andauernden Entwicklungen und Weiterentwicklungen geprägt, dass man der Aussage, die einzige Beständigkeit dieser Zeit seien die Veränderungen, durchaus zustimmen kann. Dementsprechend sind auch alle Mitglieder der Gesellschaft gezwungen, sich an diese Veränderungen anzupassen. Entweder findet man einen Weg, sich an die neue Situation zu gewöhnen, oder man lernt, sich an die neue Situation anzupassen, wobei die Situation analysiert und verstanden wird und man zugleich lernt, die Situation im eigenen Sinne zu beeinflussen.

Das Lernen wird als gradueller Aufbau und Veränderung psychischer Dispositionen des Verarbeitens von Informationen sowie Veränderung motorischer Verhaltensdispositionen und Wertorientierung definiert.1

In den Studienmaterialien des Themas „Lernen und Behalten“ (vgl. Seel, Hanke, S. 4) findet man das Gesamtspektrum verschiedener Arten von Lernen, die von Roth wie folgt umrissen sind:

1. Lernen, bei dem das Können das Hauptziel ist, das Automatisieren von Fähigkeiten zu motorischen und geistigen Fertigkeiten.
2. Lernen, bei dem das Problemlösen (Denken, Verstehen, Einsicht) die Hauptsache ist.
3. Lernen, bei dem das Behalten und Präsenthalten von Wissen das Ziel ist.
4. Lernen, bei dem das Lernen der Verfahren das Hauptziel ist (Lernen lernen, Arbeiten lernen, Forschen lernen, Nachschlagen lernen usw.).
5. Lernen, bei dem die Übertragung auf andere Gebiete die Hauptsache ist, also die Steigerung der Fähigkeiten und Kräfte (Latein lernen, um einen besseren Einstieg in die romanischen Sprachen zu haben).
6. Lernen, bei dem der Aufbau einer Gesinnung, Werthaltung, Einstellung das Hauptziel ist.
7. Lernen, bei dem der Gewinn eines vertieften Interesses an einem Gegenstand das Hauptziel ist (Differenzierung der Bedürfnisse und Interessen).
8. Lernen, bei dem ein verändertes Verhalten das Ziel ist.

Hieraus folgt, dass das Lernen ein langfristiger Prozess ist, bei dem gedankliches Operieren mit Symbolen verbunden ist und durch Erfahrung erreicht wird. Es beinhaltet die Wahrnehmung und Bewertung der Umwelt, die Verknüpfung mit Bekanntem (Erfahrung) und das Erkennen von Regelmäßigkeiten (Mustererkennung). Der Erwerb von Wissen und Fertigkeiten ist in hohem Masse von der Umgebung abhängig; es ist wichtig, die Faktoren zu kennen und zu begreifen, die das Lernen beeinflussen, und welche Prozesse ihnen zugrunde liegen.

Das Lehren wird dementsprechend als eine Unterstützung für das Lernen verstanden. Laut der Definition zielt „das Lehren […] auf die Vermittlung von Fertigkeiten vermittels geeigneter semiotischer Handlungen, durch deren Vollzug oder Ergebnis der Lernende bei der Aneignung der Fertigkeiten angeleitet wird“ (vgl. Seel, Hanke).2

Um den Lernprozess von psychologischer Sicht aus zu verstehen und zu begreifen, warum es eine leitende Rolle im Lernprozess einnimmt, kann man von Lerntheorien Gebrauch machen. Im Folgenden werden daher eine Zusammenfassung der wichtigsten Lerntheorien und eine kurze Erklärung der jeweiligen Hauptideen gegeben (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1. Zusammenfassung der wichtigsten Lerntheorien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie man sehen kann, konzentriert sich jede der drei oben angeführten Lerntheorien auf besondere Einzelmerkmale des Lernens. Meistens werden bei der Entwicklung der Lehrpläne die Grundsätze aller Ansätze kombiniert: Außerdem werden sie auf der Basis der spezifischen Lehrmethoden und Lernstrategien gestaltet.

Eine Lehrmethode ist das Verfahren des Lernen, der Unterweisung und der Anleitung, die während des Bildungsprozesses angewendet werden.

Eine Lernstrategie ist der Handlungsplan zur Steuerung des eigenen Lernens. Allgemein bekannte Lehrmethoden sind (vgl. Seel, Hanke, S. 168): − das Lehrer-Schüler-Gespräch;

− der Vortrag/die Vorlesung;
− Gruppenarbeiten (inkl. Projektarbeiten und Planspiele); − Brainstorming;
− Lernen durch Lehren.

Wie man sich vielleicht schon denken kann, wird mit Lernen meistens die Bildung in der Schule und anderen Kursen sowie an der Universität verstanden. Allerdings ist auch klar, dass, unabhängig von der Ausbildung und den gewählten Methoden, die Lehrenden an staatlich anerkannten Bildungsstätten durch höhere Professionalität und Qualifikation charakterisiert sind. In den folgenden Abschnitten möchte ich einen Überblick der Bildungssysteme in Lettland und Deutschland geben, wodurch ein besserer Einblick in die Grundprinzipien des Bildungswesens in beiden Staaten gewonnen wird.

2.2. Bildungssystem in Lettland

Gemäß dem Bildungsgesetz Lettlands wird das Bildungssystem durch die Schulbildung und das nicht-institutionalisierte Lernen geformt.

Unter der Schulbildung (Englisch formal education) wird ein institutionalisiertes, folgerichtiges und strukturiertes Bildungssystem verstanden, das die Elementarschulbildung, die Mittelschulbildung und die Hochschulbildung umfasst. Die Erarbeitung der Programme des entsprechenden Bildungsniveaus wird mit einem staatlich anerkannten Ausbildungs- und/oder Qualifikations-Zeugnis des jeweiligen Niveaus anerkannt (vgl. Lettisches Bildungsgesetz (Izglītības likums), §1, 21 ).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Bildungssystem der Republik Lettland

Quelle: Ministerium des Bildungswesens und der Wissenschaft der Republik Lettland3

Unter dem nicht-institutionalisierten Lernen hingegen wird eine Ausbildung verstanden, die außerhalb der Schulbildung organisiert wird und den Interessen und den Anforderungen der Gesellschaft entspricht (vgl. Lettisches Bildungsgesetz, §1, 141 ). Für dieses Lernen gibt es keine so strengen, formellen Voraussetzungen wie bei der Schulbildung, d.h. geringe oder keine Altersbegrenzungen und minimale oder keine Beschränkungen vorher erworbener Ausbildungen. Die Programme des nicht- institutionalisierten Lernens werden auf die professionellen und auch die persönlichen Anforderungen der Gesellschaft abgestimmt. Der Abschluss eines nicht- institutionalisierten Bildungsprogramms wird mit einem Dokument bestätigt, das zwar die Teilnahme an einem solchen Kurs bescheinigt, nicht aber den Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten. Eine Ausstellung eines solchen Dokuments ist jedoch keine obligatorische Verpflichtung (vgl. Anerkennung der Fertigkeiten und der Kenntnisse, die außerhalb des Schulbildungssystem erworben sind (Ārpus formālās izglītības sistēmas iegūto zināšanu un prasmju atzīšana)). Weiterhin muss man erwähnen, dass nicht-institutionalisiertes Lernen eine freiwillig ausgewählte Weiterbildung ist, die den Interessen der Gesellschaft entspricht, weswegen es nicht immer als eine Ausbildung gesehen wird. Andererseits aber kann es auch eine Weiterbildung am Arbeitsplatz oder ein internes Training der Beschäftigten eines Unternehmens sein, womit es als eine Steigerung der Qualifikation gesehen wird: Meistens aber hat man kein Zertifikat, das diesen Erwerb von Kenntnissen bestätigt. Zu dieser Ausbildung gehört auch die Teilnahme an Veranstaltungen politischer oder Jugend-Organisationen, an Gewerkschaften oder ein Volontariat (zum Beispiel Rotes Kreuz), die zur Vervollkommnung der Persönlichkeit und Stärkung der Werte beitragen. Das nicht-institutionalisierte Lernen hilft den Personen eine aktive soziale und professionelle Stellung in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt einzunehmen und sich den Anforderungen der schnell wechselnden Situationen der Gegenwart anzupassen.

2.3. Bildungssystem in Deutschland

In Deutschland wird das Bildungswesen stark durch die Schulbildung geprägt. Das Bildungssystem ist in vier Stufen gegliedert: Elementar- und Primarbereich (Kindergarten, Vorschule, Grundschule); Sekundarbereich (I und II; Haupt-, Realschule und Gymnasium, gefolgt von gymnasialer Oberstufe oder beruflichem Schulwesen); tertiärer Bereich (Hochschulen, Fachhochschulen und Berufsakademien) und quartärer Bereich (private und berufliche Weiterbildung).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2. Grundstruktur des Bildungswesens in der Bundesrepublik Deutschland

Quelle: Sekretariat der Kultusministerkonferenz4

Gemäß dem § 7 des Grundgesetzes ist der Staat für das Bildungssystem verantwortlich, dementsprechend wird diese Sphäre durch Bundesgesetze und Schulordnungen geregelt. Der tertiäre Bereich wird durch das Hochschulrahmengesetz und hochschulinterne Regelungen bestimmt. Allerdings werden auf allen Bereichen staatlich anerkannte Ausbildungszeugnisse ausgestellt, die die erworbene Ausbildung bestätigen. Dafür ist der Bereich der Weiterbildung wenig reglementiert. Weiterbildung, die nicht auf akademischen Gründen basiert, wird als berufliche Weiterbildung gesehen und ist dementsprechend auch kein Teil des formellen Bildungssystems. Dieser Bereich ähnelt dem nicht-institutionalisierten Lernen in Lettland und man kann Parallelen auch in der Problematik dieser Bereiche in Lettland und Deutschland ziehen.

2.4. Lebenslanges Lernen

Mit den Veränderungen der Zeit, Gesellschaft und Technologien verändern sich auch die Vorstellungen über Ausbildung sowie deren Zielen und Aufgaben. Schon in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden zusätzlich zu dem schon vorhandenen Begriff „Erwachsenbildung“ in der Praxis solche Begriffe eingeführt wie „Weiterbildung“, „fortlaufende Ausbildung“ und „lebenslanges Lernen“. In den letzten 10 Jahren wird in Zusammenhang mit der raschen Entwicklung der Technologien und dem breiten Zugang zu denselben immer öfter von der Notwendigkeit gesprochen, die Lernprozesse zu aktualisieren. Der Lernprozess soll moderner, einfacher, zugänglicher gemacht werden und leichter aufzufassen sein. Dies betrifft nicht nur den Lernprozess in den Schulen und an den Hochschulen, sondern auch die fortlaufende Ausbildung, die besonders populär im Zusammenhang mit den neusten Tendenzen des lebenslangen Lernens geworden ist. Sie sieht vor, dass „das Lernen im Laufe des ganzen Lebens […] jedem Gesellschaftsmitglied die Möglichkeit bietet seine Qualifikation zu erhöhen oder eine andere Qualifikation gemäß den Marktanforderungen, eigenen Interessen und Bedürfnissen zu erwerben. Das lebenslange Lernen fasst die formelle Bildung mit dem nicht formellen Lernen zusammen, es fördert die vollwertige Entwicklung der Persönlichkeit und erlaubt dem Mensch sich erfolgreicher an die Veränderungen der modernen Zeitalters und den sozialen Veränderungen anzupassen“ (vgl. Lebenslanges Lernen (Mūžizglītība)).5

Am 30. Oktober 2000 wurde in Brüssel das Memorandum über Lebenslanges Lernen unterschrieben, welches vom Europarat ausgearbeitet wurde, und das folgende Definition des lebenslangen Lernens beinhaltet:

„Lebenslanges Lernen - alles Lernen während des gesamten Lebens [...], das der Verbesserung von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen dient und im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen, sozialen bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive erfolgt. Lebenslanges Lernen umfasst alles formale, nicht-formale und informelle Lernen an verschiedenen Lernorten von der frühen Kindheit bis einschließlich der Phase des Ruhestands. Dabei wird “Lernen“ verstanden als konstruktives Verarbeiten von Informationen und Erfahrungen zu Kenntnissen, Einsichten und Kompetenzen.“6

Dabei bietet die UNESCO folgende Erklärung zum Thema lebenslanges Lernen:

„Lifelong learning encompasses learning at all ages and subsumes formal, non-formal and informal learning.”7

Im lebenslangen Lernen sind sowohl das formelle als auch das informelle Lernen und das Alltags-Lernen gleich wichtig, und sie ergänzen einander gegenseitig. Dadurch werden die Lernkultur und die Erfahrung der Lernenden bereichert, das Lernmilieu wird auf dem Niveau von Individuum, Gemeinschaft und Gesellschaft erweitert. In Folge dessen entstehen zwischen den Anbietern und den Empfängern der Ausbildung neue Modelle der Zusammenwirkung. Der Schwerpunkt des lebenslangen Lernens ist die Ausbildung von Erwachsenen, da in dem heutigen Zeitalter der Information und der Kommunikationstechnologien die in den Schulen und Hochschulen erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten immer schneller immer mehr veraltet sind. Damit der Mensch sich leichter an die neuen Veränderungen dieses Zeitalters und der sozialen Umgebung anpassen kann, seine Arbeit nicht verliert und sozial und wirtschaftlich aktiv bleibt, muss er selbstständig seine Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erweitern und ergänzen. Im Grunde ist das eine informelle Ausbildung, die auf dem sich rasch ändernden Arbeitsmarkt und mit den Gegebenheiten der neuen Technologien sowohl den Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmer, aber auch das Individuum als solches mit den benötigten Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen ausrüsten kann. Dabei würden viele Menschen in der Ausbildung viel lieber Ausbildungsprogramme verwenden, die dem jeweiligen Alter und den damit verbundenen Anforderungen angepasst sind.

Zugegebenermaßen ist im Sinne des lebenslangen Lernens die Zielgruppe das ganze Einwohnerspektrum zum Beispiel eines Landes entsprechend der jeweiligen Ausbildungsbedürfnissen in der entsprechenden Lebensphase. Besondere Aufmerksamkeit jedoch wird sozialen Gruppen wie Familien mit einem niedrigen Einkommen, Menschen ohne Grundfertigkeiten, Frauen, die lange wegen der Erziehung der Kinder ihren Beruf nicht ausgeübt haben, Jugendlichen, Menschen, die über 50 Jahre alt sind, Personen, die sich in Haft befinden, Menschen ohne abgeschlossene Schul- und Grundschulbildung, professionelle Bildung und ohne entsprechende Ausbildungsdokumente und -zertifikate, behinderte Personen, Menschen mit Problemen auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft gewidmet.

Deswegen ist eine der Hauptaufgaben des lebenslangen Lernens einen Zugang zum informellen Lernen zu sichern.

Insgesamt sind im lebenslangen Lernen zwei Hauptrichtungen zu unterscheiden: das Fernstudium, welches auf die Entwicklung der Karriere ausgerichtet ist, und die Interessenbildung, die auf die Vervollkommnung der Persönlichkeit ausgerichtet ist. Wenn die Hauptaufgabe des Lernens, das auf die Entwicklung der Karriere gerichtet ist, die Sicherung eines aktuellen Lernprogramms, das den Tendenzen des Arbeitsmarktes und der Entwicklung der Gesellschaft entspricht, auf eine zugängliche und von verschiedenen sozialen Gruppen leicht zu begreifende Art und Weise ist, dann ist die Hauptaufgabe des Lernens, das auf die Selbstvervollkommnung ausgerichtet ist, die Interessen verschiedener Menschen durch das Angebot vertiefender Aneignung bestimmter Bereiche zu befriedigen.

2.5. Lernen in der Wende

Wenn am Anfang der Lernende im Lernprozess als Subjekt betrachtet wurde und die Aufmerksamkeit im Lernprozess hauptsächlich dem „Pauken” des Lernstoffes gemäß den Hinweisen des Lehrenden galt, dann hat sich im Laufe der Zeit diese Vorstellung wesentlich geändert. Der Lehrende ist nicht mehr das dominierende Element im Lernprozess. Immer mehr Aufmerksamkeit wird dem Verständnis darüber geschenkt, wie der Lernprozess und die Aneignung des Lernstoffes verlaufen. Dementsprechend verändern sich auch die verwendeten Mittel und die Einstellungen zum Lernprozess.

[...]


1 Seel N. M., Hanke U. (2010). Lernen und Behalten, Studienbrief PE0710. Technische Universität Kaiserslautern, Distance and International Studies Center. Glossar VII.

2 Seel N. M., Hanke U. (2010). Lernen und Behalten, Studienbrief PE0710. Distance and International Studies Center, Technische Universität Kaiserslautern. Glossar VII.

3 Ministerium des Bildungswesens und der Wissenschaft der Republik Lettland, http://izm.izm.gov.lv/upload_file/izglitibas-sistema.png

4 Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, http://www.kmk.org/fileadmin/doc/Dokumentation/Bildungswesen_pdfs/dt-2009.pdf, Stand am 21.03.2011.

5 Lebenslanges Lernen (Mūžizglītība). Ministerium des Bildungswesens und der Wissenschaft der Republik Lettland.

6 Mūžizglītības politikas pamatnostādnes 2007.-2013.gadam, Anordung Nr. 111 des Ministerkabinetts vom 23.02.2007, S. 4

7 Lifelong Learning, UNESCO Institute for Lifelong Learning

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten

Details

Titel
Altersgemäßes Online-Lernen
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Veranstaltung
Personalentwicklung/Erwachsenenbildung/Personalleitung
Note
2.3
Autor
Jahr
2011
Seiten
56
Katalognummer
V174589
ISBN (eBook)
9783640950935
ISBN (Buch)
9783640950188
Dateigröße
1651 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Personalentwicklung, Online-Lernen, Erwachsenenbildung, altersgemäß, Deutschland, Lettland, Schulsystem, Masterarbeit
Arbeit zitieren
Laura Ritenberga (Autor), 2011, Altersgemäßes Online-Lernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174589

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