Outsourcing“ ist eine im amerikanischen Wirtschaftsleben geschaffene
Wortschöpfung, welche sich aus den Begriffen outside, resource und using
zusammensetzt und folglich mit der Nutzung externer Ressourcen gleichzusetzen ist.1
Anders ausgedrückt versteht man hierunter den Ersatz der Eigenerstellung einer
bestimmten betrieblichen Leistung durch Auslagerung und anschließendem
Fremdbezug von einem dritten Dienstleister.2
Der Ursprung des Outsourcings wird auf 1989 datiert. Trotz des jungen Alters dieses
Ansatzes, hat sich dieser bereits in allen Regionen und Größenklassen von
Unternehmen verbreitet.3 Der Branchenverband BITKOM schätzte das Marktvolumen
für IT-Outsourcing-Dienstleistungen in Deutschland 2010 auf knapp 15 Mrd. €.4
Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf das Outsourcing von IT-Leistungen
(ITO). Die meisten Aussagen lassen sich jedoch analog auch auf andere Outsourcing-
Objekte übertragen. Ziel der Arbeit ist es, zunächst die Formen und den Prozess des ITOutsourcings
zu beschreiben und anschließend auf die sich daraus ergebenden Chancen
und Risiken einzugehen. Daraufhin soll aufgezeigt werden, wie das Erfolgspotenzial
des ITO durch Einsatz von Controllinginstrumenten gesteuert werden kann. Die Arbeit
schließt mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick für den ITO-Markt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundaspekte des IT-Outsourcings
2.1 Formen des IT-Outsourcings
2.2 Ablauf eines IT-Outsourcing-Vorhabens
2.2.1 Analysephase
2.2.2 Ausschreibungsphase
2.2.3 Transitionsphase
2.2.4 Betriebsphase
2.3 Chancen des IT-Outsourcings
2.3.1 Vorteile auf Kostenebene
2.3.2 Vorteile auf strategischer Ebene
2.3.3 Vorteile auf Leistungsebene
2.4 Risiken des IT-Outsourcings
2.4.1 Risiken auf Kontrollebene
2.4.2 Risiken auf Leistungsebene
2.4.3 Risiken auf Kostenebene
2.4.4 Risiken auf Organisationsebene
3 Steuerung des IT-Outsourcings
3.1 Ausgangslage
3.2 Service Level Agreements
3.2.1 Begriffsbestimmung
3.2.2 Inhalt eines Service Level Agreements
3.2.3 Bewertung von Service Level Agreements
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Formen, den Prozess sowie die Chancen und Risiken von IT-Outsourcing zu beleuchten und aufzuzeigen, wie das Erfolgspotenzial durch gezielte Controllinginstrumente, insbesondere Service Level Agreements, gesteuert werden kann.
- Grundlagen und Formen des IT-Outsourcings
- Prozesshafte Gestaltung von Outsourcing-Vorhaben (Analyse bis Betrieb)
- Wirtschaftliche, strategische und leistungsorientierte Chancen
- Analyse der Risiken auf Kontroll-, Leistungs-, Kosten- und Organisationsebene
- Steuerungsinstrumente zur Sicherung des Outsourcing-Erfolgs
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Vorteile auf Kostenebene
Das Hauptziel von Outsourcing-Projekten besteht meist in der Kostenreduktion. Dazu werden die Skalenvorteile des Outsourcers ausgenutzt. Dieser stellt als Spezialist für die auszulagernde Leistung diese einem großen Kundenkreis zur Verfügung. Durch die größere Outputmenge und des Lerneffektes kann dieser seine Leistungen im Vergleich zu den Kosten bei interner Leistungserstellung zu einem geringeren Preis anbieten. Laut Erfahrungswerten des Branchenverbandes BITKOM lassen sich die IT-Betriebskosten durch Outsourcing zwischen 15 und 40% senken.
Des Weiteren muss hervorgehoben werden, dass bei Eigenfertigung Kosten für Personal und Betriebsmittel fixer Natur sind. Durch Fremdbezug vom Anbieter werden diese variabilisiert, da hier nach Nutzung bzw. Verbrauch erhaltener Leistungen abgerechnet wird. Dadurch ergibt sich auch eine bessere Kostentransparenz. Der ausgelagerten Leistung können die in Rechnung gestellten Aufwendungen exakt zugerechnet werden. Bei inter Leistungserstellung ist die Ermittlung der Kosten aufgrund von Abhängigkeiten nicht genau möglich, sondern unterliegt Abgrenzungs- und Ermessenspielräumen. Durch die akkurate Kostenverrechnung auf die IT-Leistungen ist ferner eine Weiterentwicklung der Controllinginstrumente möglich, da nun belastbare und quantifizierbare Daten zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus kann der Zufluss finanzieller Mittel durch das Outsourcing verstärkt werden. Auslagerung ist häufig mit dem Transfer von Wirtschaftsgütern zum Dienstleister verbunden, wodurch es zu einer Freisetzung von bisher gebundenem Kapital kommt. Außerdem kann bei Auslagerung von IT-Infrastruktur Ersatz- oder Erweiterungsinvestitionen vermieden werden. Beides wirkt sich positiv auf die Liquidität des Unternehmens aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik des IT-Outsourcings als Ersatz der Eigenerstellung betrieblicher IT-Leistungen und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2 Grundaspekte des IT-Outsourcings: Erläuterung der verschiedenen Outsourcing-Varianten, der Ablaufphasen eines Projekts sowie der Chancen und Risiken auf verschiedenen Unternehmensebenen.
3 Steuerung des IT-Outsourcings: Analyse der Notwendigkeit einer wirksamen Steuerung sowie detaillierte Betrachtung von Service Level Agreements als zentrales Instrument zur Qualitätssicherung und Risikominimierung.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zur Bedeutung der integrierten Steuerung für den Outsourcing-Erfolg und Ausblick auf die zunehmende Standardisierung von IT-Leistungen.
Schlüsselwörter
IT-Outsourcing, Outsourcing-Prozess, Service Level Agreement, Kostenreduktion, Risikomanagement, IT-Controlling, Fremdbezug, Transaktionskosten, Service-Qualität, BITKOM, Kernkompetenzen, Prozesssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische und operative Steuerung von IT-Outsourcing-Vorhaben, wobei der Fokus auf dem Management der Geschäftsbeziehung liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Prozessphasen der Auslagerung, die Chancen- und Risikoanalyse sowie der Einsatz von Steuerungsinstrumenten wie Service Level Agreements.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das Erfolgspotenzial von IT-Outsourcing durch gezielte Controllinginstrumente gesteuert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der systematischen Aufarbeitung theoretischer Ansätze zur Outsourcing-Steuerung und zum IT-Controlling.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundaspekte, der Prozessschritte, der Chancen und Risiken sowie einer tiefgehenden Analyse der Service Level Agreements als Steuerungsinstrument.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind IT-Outsourcing, Prozessgestaltung, Service Level Agreements, Risikomanagement, Kosteneffizienz und IT-Controlling.
Welchen Einfluss haben Transaktionskosten auf die Outsourcing-Entscheidung?
Transaktionskosten dienen als Entscheidungshilfe: Outsourcing ist nur dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn die Kosten für Vertragsanbahnung, Steuerung und Kontrolle niedriger sind als bei der internen Leistungserstellung.
Warum stoßen Service Level Agreements bei der Steuerung von Outsourcing-Risiken an ihre Grenzen?
SLAs können zwar messbare Qualitätsstandards definieren, sie beheben jedoch keine strukturellen Probleme wie Abhängigkeitseffekte oder tiefgreifende Kommunikationslücken zwischen den Parteien.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Science Sebastian Weins (Autor:in), 2011, IT-Outsourcing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176616