Die Hausarbeit Underachivement von Jungen diskutiert die Frage, warum die Jungen als Bildungsverlierer gelten und ob dies überhaupt den Tatsachen entspricht (pro und contra).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aktuelle Befunde und Zahlen
3. Aktuelle Debatten über die Ursachen des Underachivements der Jungen
3.1 Die Bedeutung biologischer Unterschiede
3.2 Die Bedeutung des Frauenüberschusses im Lehrerberuf
3.3 Die Bedeutung der Koedukation
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des „Underachivements“ von Jungen im deutschen Bildungssystem. Das Ziel ist es, die aktuelle Leistungssituation kritisch zu hinterfragen, gängige Erklärungshypothesen wissenschaftlich zu prüfen und zu diskutieren, ob Jungen tatsächlich als „Bildungsverlierer“ bezeichnet werden können.
- Aktuelle Leistungsdaten und PISA-Ergebnisse im Geschlechtervergleich
- Diskussion biologischer Erklärungsansätze und der Lateralitätshypothese
- Einfluss der Geschlechterstereotypen auf das Lernverhalten
- Analyse der Bedeutung des Frauenüberschusses im Lehrerberuf
- Bewertung der Koedukation versus Monoedukation im Bildungskontext
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Bedeutung biologischer Unterschiede
Durch Leistungstests hat die Pisa – Studie erkannt, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede in einzelnen Kompetenzbereichen gibt. Allerdings weiß man noch nicht, woher diese Unterschiede eigentlich kommen.
Der nun dargelegte Erklärungsansatz versucht die Geschlechterunterschiede aufgrund von biologischen Einflüssen, wie der Gehirnstruktur und der Verarbeitungsprozesse im Gehirn zu erklären.
Häufig wird in diesem Zusammenhang die sogenannte Lateralitätshypothese vertreten, bei der man davon ausgeht, dass Frauen beide Gehirnhälften gleichzeitig nutzen. Männer sollen dagegen je nach Aufgabenart die eine oder andere Gehirnhälfte stärker beanspruchen (vgl. Schmitz, 2006, S.215).
Diese Hypothese wird durch mehrere Studien unterstützt, die gezeigt haben, dass Frauen besonders bei sprachbezogenen Aufgaben stärker die Areale auf beiden Gehirnhälften nutzen. Allerdings konnten trotz der unterschiedlichen Arbeitsleistung im Gehirn weder bei den Männern noch bei den Frauen Leistungsunterschiede bei den Ergebnissen festgestellt werden. Wiederum gibt es Studien, die überhaupt keine Unterschiede in dem genannten Bereich festgestellt haben und die Lateralitätshypothese somit nicht stützen können (vgl.Schmitz, 2006, S.216).
Ebenfalls als Ursache für den Leistungsunterschied im Gespräch sind geschlechtshormonelle Einflüsse.
Die Geschlechtshormone sollen die neuronale Entwicklung besonders in der prä- und neonatalen Zeit beeinflussen, sodass die Gehirnstruktur schon früh mehr männliche oder eben mehr weibliche Ausprägungen aufweist (vgl. Hausmann, 2007, S. 115).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Motivation der Arbeit dar, das kontrovers diskutierte Thema der schulischen Minderleistung von Jungen aus einer differenzierten Perspektive zu beleuchten.
2. Aktuelle Befunde und Zahlen: Dieses Kapitel präsentiert statistische Daten und PISA-Ergebnisse, die eine Leistungsdiskrepanz zwischen Jungen und Mädchen in verschiedenen Kompetenzbereichen und Schultypen aufzeigen.
3. Aktuelle Debatten über die Ursachen des Underachivements der Jungen: Hier werden zentrale Hypothesen zur Ursache der Leistungsunterschiede kritisch hinterfragt und in ihren wissenschaftlichen Kontext eingeordnet.
3.1 Die Bedeutung biologischer Unterschiede: Es wird untersucht, inwieweit anatomische Gehirnstrukturen, Hormone und unterschiedliche Reifeprozesse als Erklärung für schulische Leistungen herangezogen werden können.
3.2 Die Bedeutung des Frauenüberschusses im Lehrerberuf: Dieses Kapitel diskutiert, ob die Feminisierung des Lehrerkollegiums die Identitätsentwicklung und Leistung von Jungen negativ beeinflusst.
3.3 Die Bedeutung der Koedukation: Es wird analysiert, ob eine geschlechtshomogene Beschulung die Leistungsdifferenzen reduzieren könnte oder ob sie bestehende Rollenklischees eher verfestigt.
4. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass das Phänomen eher in komplexen gesellschaftlichen Stereotypen als in biologischen Prädispositionen begründet liegt und plädiert für einen erweiterten Bildungsbegriff.
Schlüsselwörter
Underachievement, Jungen, Mädchen, Bildungssystem, PISA-Studie, Geschlechterstereotypen, Koedukation, Monoedukation, Gehirnstruktur, Lateralitätshypothese, Leistungsunterschiede, Lehrerberuf, Identitätsentwicklung, Bildungsdiskurs, Schulleistungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sogenannten "Underachievement" von Jungen in der Schule und hinterfragt kritisch, ob Jungen tatsächlich als Bildungsverlierer des deutschen Bildungssystems betrachtet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf PISA-Statistiken, biologische Erklärungsansätze (wie Gehirnstruktur), den Frauenüberschuss im Lehrberuf sowie die Auswirkungen koedukativer Schulformen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Bildungsdiskurslage zu zeichnen, um Jungen und Mädchen nicht vorschnell in Stereotypen einzuordnen oder unter pauschalen Leistungsdruck zu setzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur und Studien, wobei verschiedene Standpunkte gegenübergestellt und kritisch analysiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden drei Hauptursachen diskutiert: biologische Unterschiede, der hohe Frauenanteil in Schulen und die Auswirkungen des koedukativen Unterrichts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Underachievement, Geschlechterstereotypen, Bildungsverlierer, Koedukation und PISA-Ergebnisse geprägt.
Warum wird die Lateralitätshypothese in der Arbeit als kritisch bewertet?
Die Autorin weist darauf hin, dass es trotz unterschiedlicher Gehirnnutzung keine wissenschaftlich haltbaren Beweise für eine direkte Korrelation zu signifikanten Leistungsunterschieden bei Schülern gibt.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des "heimlichen Lehrplans"?
Der heimliche Lehrplan wird als Faktor angesehen, durch den Jungen informelle Kompetenzen erwerben, die ihnen trotz geringerer schulischer Zensuren im späteren Berufsleben Vorteile verschaffen können.
- Quote paper
- Denise Jung (Author), 2010, Underachievement von Jungen in der Schule - Sind Jungen die Verlierer des deutschen Bildungssystems?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176885