In der vorliegenden Hausarbeit soll geschildert werden, ob der Erwerb von Textkompetenzen mithilfe ausgewählter Schulbücher stattfinden kann. Dafür wird das Schulbuch „Unsere Muttersprache“ für die Klassen 5 und 9 ausgewählt. Um einen Vergleich aufstellen zu können, werden diese beiden Schulklassen auf Grundlage des Lehrplans des Hessischen Kultusministeriums diskutiert. Folgende Frage gilt es zu beantworten: Können durch die Verwendung der Schulbücher die Kompetenzen erworben werden, welche im Lehrplan festgehalten sind? Dabei soll sich auf das Buch „Sprachdidaktik Deutsch“ von Wolfgang Steinig und Hans-Werner Huneke bezogen werden. Um nicht den Rahmen der Arbeit zu sprengen, wird sich lediglich auf die Kompetenzen des Beschreibens und Erzählens beschränkt. Inwiefern kommen diese beiden Kompetenzen im gymnasialen Lehrplan der Klassen 5 und 9 für das Fach Deutsch jeweils vor? Was gibt es darüber in den Bildungsstandards des Faches Deutsch zu lesen? Werden alle curricularen Inhalte und Bildungsstandards in den Schulbüchern aufgegriffen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Curriculare Inhalte des Erzählens und Beschreibens
1.2. Hessische Bildungsstandards
2. Beschreiben und Erzählen aus sprachdidaktischer Sicht
3. „Unsere Muttersprache“
3.1. Klasse 5
3.2. Klasse 9
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Kompetenzen des Erzählens und Beschreibens mithilfe des Schulbuchs „Unsere Muttersprache“ für die Klassen 5 und 9 gemäß den Vorgaben des hessischen Lehrplans und der Bildungsstandards erworben werden können.
- Analyse der curricularen Vorgaben des hessischen Lehrplans für die Klassen 5 und 9
- Gegenüberstellung der Anforderungen mit den hessischen Bildungsstandards
- Untersuchung der Übungsaufgaben im Schulbuch „Unsere Muttersprache“ hinsichtlich der Erzähl- und Beschreibkompetenz
- Einordnung der Befunde in den theoretischen Rahmen der Sprachdidaktik nach Steinig und Huneke
Auszug aus dem Buch
Beschreiben und Erzählen aus sprachdidaktischer Sicht
Bis Ende der 60er Jahre bildeten sich in Schulen die Erzählung und Beschreibung als traditionelle und grundlegende Textsorten in Form von Aufsatzarten aus, worunter auch die Gegenstandsbeschreibung fällt. Während die Erzählung als ein subjektiver Vorgang definiert wird, ist die Beschreibung ein objektiver Zustand. In heutigen Schulen kommt es nun aber mehr auf Kommunikationsziele und die Entwicklung von Schreibkompetenzen an, welche mit unterschiedlichen kommunikativen „Funktionen realisiert werden können: erzählende, berichtende, beschreibende […] Funktionen, die wiederum in den verschiedensten Textsorten ihren Ausdruck und ihre Gestalt finden können.“ Diese Funktionen können bereits im Grundschulalter realisiert werden und das sogar schriftlich. Laut Steinig und Huneke ist ein „direkter Bezug zwischen den Aufsatzarten und den Entwicklungsstufen eines Kindes“ herstellbar. Die Erzählung nimmt dabei die Stellung der einfachsten Form ein, während die Beschreibung an dritter Stelle steht.
Die Erzählentwicklung wird unter anderem als ein von der Umwelt wenig beeinflussbarer kognitiver Prozess verstanden, aber auch als „eine interaktiv fundierte Fähigkeit“. Zum Rahmen eine Erzählung gehört nun, „dass man sie in eine laufende Kommunikation einbettet, dass man deutlich macht, warum ein Ereignis überhaupt erzählwürdig ist, dass man Voraussetzungen und Zusammenhänge klärt, dass man die Ereignisfolgen darstellt sowie den Abschluss der Erzählung markiert und das Erzählte evaluiert“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage vor, ob das Schulbuch „Unsere Muttersprache“ die curricularen Anforderungen an das Erzählen und Beschreiben in den Klassen 5 und 9 erfüllt.
2. Beschreiben und Erzählen aus sprachdidaktischer Sicht: Dieses Kapitel verortet Erzählen und Beschreiben theoretisch und beleuchtet die sprachdidaktische Entwicklung sowie die Anforderungen an diese Textsorten.
3. „Unsere Muttersprache“: Hier werden die konkreten Aufgabenstellungen und Hilfestellungen im Schulbuch für die Klassen 5 und 9 analysiert und bewertet.
4. Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz zur Eignung der untersuchten Schulbücher im Hinblick auf die curricularen Vorgaben und die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler.
Schlüsselwörter
Erzählen, Beschreiben, Sprachdidaktik, Schulbuchanalyse, Lehrplan, Bildungsstandards, Textkompetenz, Klasse 5, Klasse 9, Deutschunterricht, Schreibkompetenz, Kompetenzerwerb, Aufsatzarten, Sprachgebrauch, Schilderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob das Schulbuch „Unsere Muttersprache“ (Klassen 5 und 9) dazu geeignet ist, die im hessischen Lehrplan verankerten Kompetenzen im Bereich Erzählen und Beschreiben zu vermitteln.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die zentralen Themen sind das mündliche und schriftliche Erzählen, verschiedene Formen des Beschreibens (Vorgang, Lebewesen, Gegenstand, Berufsbild) sowie die Anforderungsniveaus der Bildungsstandards.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Können durch die Verwendung des Schulbuchs „Unsere Muttersprache“ die Kompetenzen erworben werden, die im Lehrplan für das Fach Deutsch festgehalten sind?
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es handelt sich um eine schulbuchanalytische Arbeit, die Lehrplanvorgaben und Bildungsstandards mit den Inhalten und Aufgaben des Schulbuchs vergleicht und diese vor dem Hintergrund der Sprachdidaktik einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische sprachdidaktische Einordnung sowie eine detaillierte Analyse der Aufgabenkategorien in den Schulbüchern für die Klassen 5 und 9.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Schlagworte sind Kompetenzerwerb, Erzählkompetenz, Beschreibungskompetenz, hessischer Lehrplan, Sprachdidaktik und Schulbuchanalyse.
Wie unterscheidet sich die Behandlung des Beschreibens zwischen Klasse 5 und 9 laut der Analyse?
In Klasse 5 liegt der Fokus auf der sachlich-strukturierten Beschreibung von Vorgängen, Lebewesen und Gegenständen, während in Klasse 9 komplexere Anforderungen wie das Charakterisieren von Personen und Berufsbildern hinzukommen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der „Ontogenese“ der Kompetenzen?
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass eine Vertiefung und Verfeinerung der Kompetenzen vom fünften bis zum neunten Schuljahr stattfindet und die Schulbücher die curricularen Vorgaben dabei größtenteils gut abdecken.
- Citar trabajo
- Antonia Zentgraf (Autor), 2011, Erwerb der Kompetenzen des Erzählens und Beschreibens mithilfe ausgewählter Schulbücher der Klassen 5 und 9, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178989