Deutsche Landeskunde am Herder Institut im Zeitraum 1961 bis 1989


Magisterarbeit, 2005
125 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einblick in die Sprachverbreitungspolitik und Sprachpflege der DDR

3. Kurzer Abriss zur Geschichte des Herder-Instituts

4. Zu den kulturellen und wissenschaftlichen Auslandsbeziehungen der DDR
4.1 Die sechziger Jahre
4.2 Die siebziger Jahre
4.3 Die achtziger Jahre

5. Zur Geschichte des Lehrbereichs Landeskunde am Herder-Institut im Zeitraum von 1961 bis
5.1 Exkurs in die politisch-ideologischen Grundlagen 19 der Forschung und Lehre zur Landeskunde in der DDR
5.2 Landeskunde als Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts
5.3 Landeskunde als Lehrfach und Wissenschaftsdisziplin

6. Das ‚Landesbild DDR’ in den Lehrwerken für DaF und Lehrmaterialien zur Landeskunde in der DDR
6.1 Kriterien zur Auswahl der Lehrwerke und Lehrmaterialien
6.1.1 Lehrwerke für DaF im Zeitraum von 1961 bis
6.1.2 Lehrmaterialien für die ‚Landeskunde DDR’ im Zeitraum von 1961 bis
6.2 Analyse der Umsetzung landeskundlicher Aspekte bzw. Kategorien im ausgewählten Untersuchungskorpus
6.2.1 Zusammenfassung der Aspekte bzw. Kategorien aus den theoretischen Überlegungen zur Landeskunde
6.2.2 Anteile und Gewichtungen der Häufigkeiten landeskundlicher Kategorien im Untersuchungskorpus
6.3 Analyse der Umsetzung übergeordneter Lehrziele des Fremdsprachen- bzw. Landeskundeunterrichts im ausgewählten Untersuchungskorpus
6.3.1 Zusammenfassung übergeordneter Lehrziele aus den theoretischen Überlegungen zur Landeskunde
6.3.2 Repräsentative Beispiele der Umsetzung übergeordneter Lehrziele im Untersuchungskorpus

7. Schlusswort

8. Quellenverzeichnis

9. Abkürzungsverzeichnis

10. Anhang

1. Einleitung

Das Herder-Institut ist im Vergleich zur bald sechshundertjährigen Geschichte der Alma mater Lipsiensis eine sehr junge Institution. Seit 1953 gestaltete und gestaltet es die Universitätsentwicklung jedoch aktiv mit und ist somit ein Teil ihrer Geschichte geworden. Die vorliegenden Seiten sind aus der Intention heraus entstanden, diesen Gestaltungsprozess von 1961 bis 1989 speziell für den Lehrbereich Landeskunde am HerderInstitut aufzuzeichnen und für den interessierten Leser festzuhalten.

Heute tritt das Herder-Institut sowohl als Vermittler der deutschen Sprache als auch als universitäre Lehrstätte zur Ausbildung von Sprachlehrern für Deutsch als Fremdsprache (DaF) in Erscheinung. Angefangen hatte sein Weg 1953 mit der Ausrichtung von Sprachkursen für ausländische Studenten der Karl-Marx-Universität (KMU) Leipzig. Bald schon avancierte es zur wichtigsten Institution der Verbreitung von Kultur und Sprache der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im In- wie im Ausland. Dieser Status bedeutete gleichzeitig auch, dass Aufgaben und Ziele des Instituts eng mit den politisch-ideologischen Zielen des Staates verbunden waren.

Daher beginnt die vorliegende Arbeit zur Geschichte des Lehrbereichs Landeskunde mit einem allgemeinen Einblick in die Sprachverbreitungspolitik der DDR und umreißt im Anschluss daran in knapper Form die Geschichte des Herder-Instituts hinsichtlich seiner Funktion als das Sprachverbreitungsinstrument der DDR.

Die daran anknüpfenden Ausführungen zu den „kulturellen und wissenschaftlichen Auslandsbeziehungen der DDR“ dienen hauptsächlich der Einordnungsmöglichkeit allgemeiner und spezieller Inhalte bzw. Ziele landeskundlicher Forschung und Lehre in sprachverbreitungspolitische Tendenzen, Maßnahmen und Aktivitäten der DDR der sechziger, siebziger und achtziger Jahre.

Das Kapitel „Zur Geschichte des Lehrbereichs Landeskunde am Herder-Institut im Zeitraum von 1961 bis 1989“ ist in drei Teile gegliedert. Zuerst wird ein Exkurs auf die politisch-ideologischen Grundlagen der Forschung und Lehre zur Landeskunde gegeben. Denn die ideologische Verortung eines Staates wie der DDR, wirkte sich, wie zu sehen sein wird, in grundlegender Weise auf die Theorie einer ‚Landeskunde DDR’ aus. Nachdem nun der Leser in das politische Rahmengeschehen und den ideologischen Hintergrund einer ‚Landeskunde DDR’ eingeführt wurde, beginnt die eigentliche Darstellung der Entwicklung der Landeskunde als Bestandteil des Fremdsprachenunter- richts, gefolgt von einer Darstellung zur Entwicklung der Landeskunde als Lehrfach und Wissenschaftsdisziplin. Die Geschichte des Lehrbereichs Landeskunde am Herder- Institut verläuft demnach in zwei Richtungen. Beide Entwicklungen dürfen jedoch we- der als getrennt noch als zeitlich versetzt aufgefasst werden. Sie bedingen sich vielmehr gegenseitig und verfolgen sogar das gleiche Grundziel. Ihr unterschiedlicher Wirksam- keitsbereich führte dennoch dazu, eine getrennte Betrachtungsweise zu bevorzugen.

Das Fremdsprachenlehrwerk, als Schaltstelle zwischen theoretischer Vorstellung und praktischer Umsetzung, kann, muss aber nicht, auf landeskundliche Theorien Bezug nehmen. Inwiefern Lehrwerke und Lehrmaterialien zu DaF in der DDR den theoreti- schen Anforderungen und Erkenntnissen aus der landeskundlichen Forschung und Lehre gerecht werden konnten, wurde im zweiten Komplex dieser Arbeit untersucht. In der hierfür vorgelegten Analyse bildeten die zwei wichtigsten Forderungen zur Dar- stellung eines ‚Landesbildes DDR’ aus der Theorie einer Landeskunde zwischen 1971 und 1989 den Ausgangspunkt: die Umsetzung landeskundlicher Aspekte bzw. Katego- rien und die Umsetzung übergeordneter Lehrziele des Fremdsprachen- bzw. Landeskun- deunterrichts.

Anhand eines ausgewählten Untersuchungskorpus, der sich aus geeigneten Lehrwerken und Lehrmaterialien zusammensetzt, gilt es also zu ermitteln, welche theoretischen Aspekte und übergeordneten Lehrziele zur Darstellung eines ‚Landesbildes DDR’ letztlich verarbeitet wurden.

Hinsichtlich des Anspruches, einen möglichst nachvollziehbaren Ausschnitt aus der Geschichte des Lehrbereiches Landeskunde aufzuzeichnen, sei darauf verwiesen, dass zwar ein Großteil wissenschaftlicher Arbeiten zum Fach aus dem Herder-Institut stammte, jedoch auch einzelne Personen anderer Universitäten, vor allen Dingen aus Berlin, Potsdam, Greifswald und Jena, maßgebende Beiträge zur wissenschaftlichen Fundierung der Landeskunde verfassten, die hier berücksichtigt werden müssen.

2. Einblick in die Sprachverbreitungspolitik und Sprachpflege der DDR

Der aus der Politikwissenschaft kommende Begriff vierte Dimension der Außenpolitik meint neben den drei klassischen Dimensionen Diplomatie, Militär und Ökonomie die kulturelle Dimension, welche Sprach- und Kulturpflege einer Nation innerhalb und vor allen Dingen auch außerhalb ihres Territoriums bedeuten.1

Von Quantität und Qualität der Ausführungen dieser Kulturpflege im Ausland kann letztendlich der Anerkanntheitsgrad der jeweiligen Nation wesentlich abhängen. Sprach- reisen nach England, Schüleraustausch, britische Musik oder Englisch in der Schule bringen uns beispielsweise britische Kultur und Traditionen näher. Auch der Regierung der DDR war bewusst, dass sie Wege und Mittel schaffen musste, um der neu gegründeten Nation internationale Bekanntheit zu verschaffen. Nach Martin Praxenthaler, welcher sich mit der Sprachverbreitungspolitik der DDR intensiv ausei- nandergesetzt hat, lag dem „jungen sozialistischen Staat [...] das „Lenin´sche Dogma zu Grunde, [nach welchem] der Klassenkampf unter Führung der kommunistischen Partei- en zu internationalisieren [sei]“2. Dies bedeutete insbesondere eine ideologisch- erzieherisch gewichtete Kultur- und Sprachpflege im In- und Ausland, dessen Umset- zung in der DDR zum Feld der Auslandspropaganda gehörte.3

Kulturelle Tradierungen werden inner- wie auch außerstaatlich hauptsächlich mittels Sprache transportiert. So dient einerseits die Herstellung einheitlicher Kommunikations- bedingungen im gesamten Staatsgebiet nationalen Ansprüchen, andererseits zielt Sprachverbreitungspolitik außerhalb der Landesgrenzen auf die Erhöhung der inter- nationalen Stellung der jeweiligen Sprache ab.4 Praxenthaler meint in diesem Sinne: „Denn eine starke Stellung der betreffenden Sprachgemeinschaft in der Welt [steht] häufig symbolisch für eine auch ansonsten starke Stellung der betreffenden Sprachge- meinschaft in der Welt.“5

Die einfachste Form der Verbreitung einer Sprache im Ausland stellt der Sprachunterricht dar. Viele europäische Staaten haben hierzu bilaterale staatliche Abkommen getroffen, in welchen sie sich gegenseitig verpflichten, die jeweilige Partnersprache in den staatlichen Bildungsplan zu integrieren.

Unter den europäisch-sozialistischen Staaten existierten eine ganze Reihe bildungspoliti- scher Abkommen. Die Regierungen der meisten Mitgliedsländer des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) vereinbarten beispielsweise die gegenseitige Aufnahme ausländischer Studierender.6

Im Sinne der Auslandspropaganda schickte die DDR ab 1955 Deutschlektoren ins sozia- listische Ausland, ab 1959 bzw. 1960 in Entwicklungsländer und, wenn auch in geringe- rem Maß ab 1976 ins kapitalistische Ausland, um dort die Weiterbildung ausländischer Deutschlehrer zu übernehmen und/oder Deutschlektorate aufzubauen.7 Die Entsendung von Lektoren, der Aufbau von Kulturzentren und Deutschlektoraten der DDR oder der Austausch von Lehrmaterialien, nahezu alle sprachverbreitungspolitischen Anliegen und Maßnahmen der DDR wurden größtenteils über Kulturabkommen mit den jeweiligen Ländern geregelt, wobei auf Wünsche und Forderungen seitens der DDR nicht immer oder nur unzureichend eingegangen werden konnte oder wollte.8

Aber auch im Inland kann mittels Sprachausbildung für ausländische Studenten (Lehr- linge, Akademiker, Arbeiter etc.) Sprachverbreitungspolitik betrieben und kontrolliert werden.

Die DDR unterstützte und förderte das Studium von Ausländern, wobei die Vermutung nahe liegt, dass sie besonderen Wert auf Studenten aus Entwicklungsländern legte (z.B. Ägypten, Syrien oder Sudan). Das lag zum einen an der Tatsache, dass die sozialistischen Industriestaaten (UdSSR, Polen, Ungarn etc.) ab den sechziger Jahren in der Lage waren, im eigenen Land eine adäquate Deutschausbildung zu leisten und zum anderen gehörte es zur außenpolitischen Taktik der DDR, den Sozialismus gerade in den Entwicklungsländern in verstärktem Maße zu propagieren.9

3. Kurzer Abriss zur Geschichte des Herder-Instituts

Zur Geschichte des Herder-Instituts wurden 1972 von Helga Porz und 1982 von Rosemarie Arnold Dissertationen vorgelegt, welche die Jahre bis 1976 bzw. bis 1981 nachzeichnen. Praxenthaler bezieht sich in seiner Arbeit „Die Sprachverbreitungspolitik der DDR“ unter anderem auf jene Dissertationen und recherchierte fü r den Zeitraum nach 1981 bis 1989 für die Geschichte des Instituts. Die folgende Zusammenfassung basiert vorrangig auf den Arbeiten von Praxenthaler und Arnold. Sie dient der historischen Einordnung des Lehrbereichs Landeskunde als auch des Herder-Instituts hinsichtlich seiner Funktion als Leitinstitut für DaF in der DDR.

Mit der Gründung des Herder-Instituts am 12.06.1961 an der Karl-Marx-Universität Leipzig wurde eine Institution geschaffen, welche sowohl externes als auch internes Sprachverbreitungsinstrument der DDR werden sollte. Neben der Vermittlung der deut- schen Sprache und der pädagogisch-erzieherischen Tätigkeiten entwickelte sich das Institut in späteren Jahren zur Forschungsstätte für Deutsch als Fremdsprache und wird im Rückblick auf seine Wirkungsgeschichte als „wichtigste und älteste operative Instit u- tion der Sprachverbreitungspolitik der DDR [bezeichnet, welche] in beinahe jeder Hin- sicht konstitutiv für die knapp vierzigjährige Geschichte von DaF in der DDR “ ist.10

Schon im Sommer 1953 wurde an der Arbeiter- und Bauernfakultät (ABF) der KMU Leipzig eine Abteilung für das Ausländerstudium eingerichtet, welche später per Ministerratsbeschluss vom 23.08.1956 aus der ABF herausgelöst wurde, um als selbständig agierendes Institut Aufgaben „der s prachlichen Vorbereitung, fachlicher Ergänzungskurse, Anleitung und Betreuung der ausländischen Studenten an allen Universitäten und Hochschulen der DDR sowie Erforschung des Auslandsstudium, seiner Tendenzen und Formen in den verschiedenen Ländern“ wahrzu nehmen.11

Diese Aufgaben wurden 1957 mit dem Auftrag der Entwicklung von Lehrmaterialien und Lehrmethoden und 1959 mit der Ausdehnung der Lehrtätigkeiten auf das Ausland erweitert.

Die gesamte Organisation des Ausländerstudiums ging nach und nach in den Kompe- tenzbereich von Staats- und Parteiorgane über. Am 09.03.1961 wurde das Institut für Ausländerstudium gänzlich per Dekret in den Verantwortungsbereich des Staatssekreta- riats für Hoch- und Fachschulwesen gewiesen, womit es direkt dem Staatsapparat und seinen Anweisungen Folge zu leisten hatte.12

Praxenthaler nennt verschiedene Gründe, angesichts derer ein Namenswechsel des Insti- tuts im Juni 1961 erforderlich wurde. Der vielleicht triftigste Grund bestand in dem Vorhaben, ein international renommiertes Institut zu schaffen, welches die DDR außer- halb ihrer Landesgrenzen angemessen repräsentieren konnte. Dieser Schritt war um so mehr notwendig, als dass die Bundesrepublik Deutschland (BRD) mit dem Goethe- Institut bereits seit 1951 über ein solches namentlich bekanntes Institut verfügte.13

Nach einigen Diskussionen zwischen Universität, Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen (SHF) und dem Institut fiel die Wahl auf „Johann Gottfried Herder“, der nach Aussage der damaligen Direktorin Katharina Harig vor allen Dingen wegen seines „humanistischen Ideenguts [...], seiner Theorien über die Sprache und seines großen Verständnisses für die Literatur“14 bevorzugt wurde.

In den Jahren nach 1961 entwickelte sich das Herder-Institut, welches gemäß seiner Aufgaben mit dem Zusatz Vorstudienanstalt für ausländische Studierende in der DDR und Stätte zur Förderung deutscher Sprachkenntnisse im Ausland versehen wurde, zu einem Zentrum für den Sprachunterricht. Neben dem studienvorbereitenden und stu- dienbegleitendenden Unterricht, versorgt es die Auslandslektoren mit Lehrmaterialien, richtet Lektorentagungen und Weiterbildungskurse für Deutschlehrer, Germanisten und Germanistikstudenten in der DDR und im Ausland aus. Das Zentralkomitee lässt dem Institut 1966 eine „Schlüs selrolle beim Aufbau eines sprachverbreitungspolitischen Systems“15 zukommen und erweitert per Beschluss 1972 den Aufgabenbereich des Instituts. Hernach tritt unter anderem die fachliche Anleitung und Betreuung der DDR- Lehrkräfte im Ausland, die Zusammenarbeit mit ausländischen Institutionen, die Unter- suchung und Einschätzung des von der DDR organisierten Deutschunterrichts im Aus- land zur Verbesserung der kulturpolitischen Wirksamkeit, die Aus- und Weiterbildung ausländischer und deutscher Lehrkräfte für DaF, die wissenschaftlich-theoretische Fun- dierung des Deutschunterrichts für Ausländer, die Herausgabe aller Fachzeitschriften für DaF sowie die beratende und unterstützende Tätigkeit der zentralen Staatsorgane zur Betreuung der Sprachausbildung von Kadern aus RGW- und Entwicklungsländern hin- zu.16

Die gewünschte Verschiebung auf wissenschaftlich-theoretische Forschungsarbeit ließ sich in den Folgejahren nur zu einem Teil verwirklichen, da offensichtlich die höher werdenden Anforderungen des studienvorbereitenden Deutschunterrichts am Institut sowie eventuelle materielle Schwierigkeiten seitens des Staates mit dieser Veränderung schwer vereinbar waren.17

Der Spagat zwischen der praktischen Ausrichtung des Deutschunterrichts und dem wissenschaftlich-methodischen Anspruch sollte bis zur deutschen Wende kennzeichnend für das Herder-Institut bleiben. Versuche, diesem Problem entgegen zu wirken, bestan- den beispielsweise in der geplanten Entlastung des studienvorbereitenden Unterrichts durch den Aufbau weiterer Institute18, der zum großen Teil aus volkswirtschaftlichen Gründen und 1989 aufgrund der historischen Ereignisse nie realisiert werden konnte.

Es ist anzunehmen, dass die fehlenden materiellen sowie personellen Kapazitäten, wel- che Lehre und Forschung innerhalb des Herder-Instituts in wettbewerbsfähigen Umfang, vor allen Dingen gegenüber der BRD, eventuell möglich gemacht hätten, letztendlich die Bildung eines international renommierten DaF-Zentrums scheitern ließen. Auch politi- sche Fehlentscheidungen dürften in diesem Zusammenhang von gewisser Bedeutung gewesen sein. Zu solch einem Schluss gelangt Dagmar Blei, wenn sie das staatlich vor- gegebene Bildungskonzept für „einen recht bescheidenen theoriebi ldenden Niederschlag in fachsprachlinguistischen und -didaktischen Publikationen“ verantwortlich macht, „das zwar einen hohen Qualitätsstandard in der sprachpraktischen Ausbildung anstrebte und im Prinzip auch erreichte, aber dabei die für jede Fachentwicklung notwendige Grundlagen-, Vorlaufs- und Anwendungsforschung vernachlässigte“.19

Da die strukturelle Entwicklung des Herder-Instituts für die historische Einbettung des Lehrbereichs Landeskunde marginale Bedeutung trägt, jedoch an späterer Stelle noch einmal darauf Bezug genommen wird, sei an dieser Stelle auf den Anhang 1 verwiesen.

4. Zu den kulturellen und wissenschaftlichen Auslandsbeziehungen der DDR

Trotz der im vorangegangenen Kapitel angedeuteten Verwirklichungsprobleme des Herder-Instituts, spielte dieses eine erhebliche Rolle bei der weltweiten Anerkennung der DDR. So heißt es unter anderem bei Rosemarie Arnold: „Die Ausbildung ausländ i- scher Studenten in der DDR [ist] ein wesentlicher Bestandteil der ökonomischen, kulturellen und politischen Beziehungen zum Ausland. Sie dient den Interessen der DDR und der ausländischen Staaten [...]“.20

Als Leitinstitut zur Vermittlung der deutschen Sprache in der DDR unterlag das HerderInstitut ohne Zweifel den Interessen des Staates. In seiner Ziel- und Aufgabenstellung war es demnach zu einem großen Teil auch abhängig von den Zielstellungen und Forderungen, die jene Auslandsbeziehungen hervorbrachten.

Die Geschichte des Lehrbereichs Landeskunde könnte ohne die Verdeutlichung dieser Abhängigkeit nicht richtig erfasst werden. Daher wird hier ein Einblick in die sprachverbreitungspolitischen Tendenzen, Maßnahmen und Aktivitäten der DDR der sechziger, siebziger und achtziger Jahre gewährt.

Zu einem großen Teil werden hierbei Arbeiten und Aufsätze von Erhard Hexelschneider, Begründer der Forschung zu den kulturellen Auslandbeziehungen der DDR (vgl. dazu auch Anhang 1), verwand.

Vorab möchte ich im Sinne eines gemeinsamen Begriffsverständnisses kurz umreißen, was unter kulturellen und wissenschaftlichen Kulturbeziehungen und unter dem Begriff Sprachpolitik in der DDR verstanden wurde.

Bei ersteren handele es sich laut Kulturpolitischem Wörterbuch der DDR 1978 im All- gemeinen um die „Gesamtheit der Bezi ehungen eines Staates auf dem Gebiet der Kunst und Literatur (mit Ausnahme der technisch-wissenschaftlichen Zusammenarbeit), der Bildung, des Gesundheitswesen und des Sports zu anderen Staaten“.21 Weiter heißt es bei Hexelschneider, dass diese Beziehungen vor allen Dingen zwischen- staatliche und damit politische Beziehungen darstellen, dass ihr Charakter abhängig ist vom Charakter des jeweiligen Staates und seiner Gesellschaftsordnung, dass sie in er- heblichem Maße internationalen „politischen Stimmungen“ unterliegen und dass der im jeweiligen Staat erreichte kulturelle und wissenschaftliche Stand im Wesentlichen das Angebot für das Ausland prägt.22

Das Interesse der Politik an Sprache sieht Hexelschneider in der „Eigenschaft der Sprache, Ideen transportieren zu können, Ideologieträger zu sein“.23

Im Gegensatz zu den kapitalistischen Ländern, die Sprachpolitik insbesondere für ihre „imper ialistischen, neokolonialistischen Zwecke“ missbrauche, legitimiert diese H e- xelschneider für die sozialistische Staatengemeinschaft folgendermaßen:

„Sozialistische Sprachpolitik ordnet sich ein in den Kampf um Frieden und Abrüstung; [...]. Soziali s- tische Sprachpolitik möchte auf die ihr mögliche Weise mehr Informationen aus allen Wissens- und Lebensgebieten vermitteln. Sie trägt wesentlich dazu bei, die Wahrheit über die Länder und Kulturen des real existierenden Sozialismus, seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, seine Werte und Probleme authentisch zu vermitteln und zu verbreiten. Sie ist somit Träger und zugleich Instrument der Ideen der weltweiten Friedensoffensive des Sozialismus. Sozialistische Sprachpolitik ist demzu- folge ihrem innersten Wesen nach auf den Gesellschafts- und Kulturfortschritt der Menschheit gerich- tet, repräsentieren doch die Sprachen der sozialistischen Länder in ihrer ideellen Ausdrucksskala am umfassendsten und vollständigsten die grundlegenden Errungenschaften der progressivsten Gesell- schaftsordnung und die Ideen des Marxismus-Leninismus in seiner praktischen Verwirklichung.“24

4.1 Die sechziger Jahre

Nachdem sich die DDR in den fünfziger Jahren als sozialistischer Staat in die sozialistische Staatengemeinschaft integrieren konnte, galt es nun für die kulturellen Auslandsbeziehungen „einen Beitrag zur Durchbrechung der diplomatischen Blockade zu leisten und mit den Mitteln der Kultur, der Kunst, der Wissenschaft und der Information für die völkerrechtliche Anerkennung der DDR zu wirken“25.

Dies bedeutete unter anderem eine verstärkte Darstellung der DDR als einen erfolgreichen Industriestaat und als ein Land mit wissenschaftlichen und künstlerischen Potenzen. Vor allen Dingen aber stand die „Diffamierung der BRD als imperialistische r und neokolonialistischer Staat“ im Vordergrund, dessen Wirken nur durch das Entgegenwi r- ken der DDR eingeschränkt werden könne.26

Die DDR sah ihre Hauptaufgaben demnach in der Stärkung der eigenen Nation gegen- über dem Ausland. Hervorgerufen durch den Alleinvertretungsanspruch der BRD auf eine deutsche Kulturnation sowie ihrer Nichtanerkennungspolitik, die 1955 mit der Hallstein-Doktrin verschärft wurde,27 begann die DDR ihre Leistungen und Errungenschaften in Wissenschaft und Kultur nach außen hin zu propagieren. Der „Kampf um die Anerkennung einer eigenen sozialistischen deutschen Kultur“ gehörte ebenso dazu wie die ideologische Auseinandersetzung um das kulturelle Erbe.28

Neben einer Reihe von Kulturabkommen zwischen der DDR und den sozialistischen Staaten (z.B. Koreanische Volksrepublik 1958, UdSSR 1964 oder Ungarn 1967)29 sind die auswärtigen Kulturbeziehungen der sechziger Jahre durch die Gründung von Freund- schaftsgesellschaften geprägt, wie 1961 die „Liga für Völkerfreundschaft“, dessen A r- beit „vor allem auf das Wirken in kapitalistischen Ländern gerichtet“30 war. Gastspiele von Orchestern und Theatern aus der DDR, die Schaffung von Kulturzentren, verstärkter Delegationsaustausch, sogar sich gut entwickelnde Beziehungen auf kommerzieller und gesellschaftlicher Ebene mit dem kapitalistischen Ausland vermehrten „die Autorität der DDR“.31

Besondere Bemühungen durch alle drei Jahrzehnte hindurch galten den national befrei- ten Entwicklungsländern mit sozialistisch orientierten Befreiungsbewegungen. Neben Kulturabkommen, Freundschaftsgesellschaften und Hochschulbeziehungen, bestand das Wesensmerkmal dieser Beziehungen offenbar in der Aus- und Weiterbildung von „ge- eigneten Personen“ aus Entwicklungsländern, wie aus Hexelschneiders Darstellung zur „Entwicklung kulture ller und wissenschaftlicher Auslandsbeziehungen der DDR“ he r- vorgeht: „Jede wirkliche revolutionäre Erhebung eines Volkes, jede Befreiung vom Imperialismus führte zu einer verstärkten Ausbildung von Kadern aus den entsprechen- den Ländern und Befreiungsbewegungen [...] .“32

Ausgehend von der Sprachverbreitungspolitik der BRD, auf die es zu reagieren galt, wird die Vermittlung der deutschen Sprache Ende der fünfziger Jahre zunehmend zu einem Schlüsselelement internationaler Kulturbeziehungen. Wenn es heißt, dass „die kulturellen und wissenschaftlichen Auslandsbeziehungen dieses Staates [DDR], die sich ja größtenteils über das Medium Sprache vollziehen, zu einem bedeutenden Instrument werden, um Impressionen und Informationen aus der Welt des realen Sozialismus zu vermitteln“,33 dann bedeutete dies, dass die Vermittlung der deutschen Sprache außer halb der DDR ebenfalls immer mehr in den Mittelpunkt rückte. In den Beschlüssen des Politbüros vom Dezember 1959 und Januar 1960 zur „Erweiterung und Verbesserung unserer Auslandpropaganda“ heißt es dann unmissverständlich, dass „dem deutschen Sprachunterricht im Ausland - bisher eine Domäne Westdeutschlands - [...] größte Aufmerksamkeit zu schenken“ sei.34

Dem Wunsch nach Verbreitung der deutschen Sprache im Ausland über Deutschlektora- te oder Kulturabkommen, in denen sich die Länder für eine gezielte Pflege der jeweili- gen Sprache verpflichteten, konnte bis in die siebziger Jahre größtenteils nur in Zusammenarbeit mit europäischen und außereuropäischen sozialistischen Ländern und in bescheidenerem Maß mit Entwicklungsländern nachgegangen werden.35 Insgesamt dauerte es noch ein paar Jahre, bis die Regierung der DDR begann, in die Entwicklung der Arbeit mit der deutschen Sprache größere Investitionen zu wagen. Im März 1963 wurde in einem Politbürobeschluss zu den „Aufgaben der Auslandsinforma- tion nach dem VI. Parteitag“36 wiederum die Entsendung von Deutschlektoren und die Entwicklung der Arbeit mit Deutschlehrern und Germanisten gefordert. Im Jahr 1965 wird dann in einer Beschlussfassung durch das Zentralkomitee erstmals auch dem DaF- Unterricht sprachverbreitungspolitisches Potenzial zugesprochen:

„Er solle dazu beitragen, die brüderliche Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch im polit i- schen, ökonomischen und kulturellen Bereich mit den sozialistischen Staaten zu vertiefen, die freund- schaftlichen Beziehungen zu den jungen Nationalstaaten auf der Grundlage der Gleichberechtigung zu erweitern und in den kapitalistischen Staaten Freunde für die DDR zu gewinnen.“37

Einen ersten Abschluss der Fundierung der Grundlagen zur Sprachverbreitungspolitik spiegelt sich im Beschluss des Sekretariats des Zentralkomitees (ZK) vom 8.6.1966 zum „Ausbau eines umfassenden Systems für den deutschen Sprachunterricht für Ausländer und seine Nutzung in der Auslandsinformation der DDR“ wider.38 Als eines der bedeu- tendsten Einzeldokumente zu diesem Bereich hatte es einen erheblichen Einfluss auf die Erweiterung der Aufgaben des Herder-Instituts (vgl. dazu auch 3.), welches jedoch nach Arnold „mit seinem der zeitigen Potenzial weder qualitativ noch quantitativ in der Lage war, diese Aufgabenstellung im geforderten Ausmaß zu erfüllen“39.

4.2 Die siebziger Jahre

Mit der Aufnahme in die UNO und UNESCO 1972 und der diplomatischen Anerken- nung der DDR durch die BRD im Grundvertrag vom Dezember 1972 steht dieses Jahr- zehnt im Zeichen der Ausweitung internationaler Beziehungen und der Öffnung nach Westen.

Dies bedeutete gleichzeitig auch eine Festigung der Bündnisse mit den sozialistischen Ländern im Sinne des Ausbaus der entwickelten sozialistischen Gesellschaft: „Die En t- wicklung einer immer engeren kulturellen Zusammenarbeit der sozialistischen Länder bei voller Entfaltung ihrer nationalen Kulturen ist die Hauptfrage bei der weiteren Aus- prägung des internationalistischen Charakters unserer sozialistischen Kulturentwick- lung“.40

Die Selbstdarstellung der DDR wird zum wichtigsten Mittel, den sogenannten ‚realen’ Sozialismus zu propagieren und dient gleichzeitig dazu, einen Friedensprozess getreu der Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) von Helsinki (1975) einzuleiten, der die gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Staaten verschiedener Gesellschaftsordnungen sowie den politischen Entspannungsprozess im Ost-West-Gefälle fördern sollte.41

Sich dem Westen zu öffnen, bedeutete für die DDR die Ausgestaltung von Kulturbezie- hungen als „aktives Element der Politik der friedlichen Koexistenz bei gleichzeitigem ideologischem Kampf zur Abwehr kapitalistischer Aggressionen“.42 Der Gegensatz zwischen Zusammenarbeit und Kampf wurde als eine dialektische Einheit aufgefasst, wobei sich diese gerade über die Bereiche Kultur, Kunst, Bildung, Wissenschaft und Information als ideologierelevante Träger des Staates entfalten könne.43

In den kulturellen Beziehungen zu sozialistisch orientierten Entwicklungsländern setzte die DDR weiterhin auf die Aus- und Weiterbildung von Kadern und den Bildungsexport. Hier eröffnete sich nach dem Fall der Blockade für die DDR ein reiches Feld an Mög- lichkeiten des Kulturaustausches, der jedoch vordergründig dazu benutzt wurde, die „Politik der antiimperialistischen Solidarität gegenüber den national befreiten Staaten zu verwirklichen“.44 Dabei war das aktive Wirken gegen die Politik der BRD und deren

These von der einheitlichen deutschen Kulturnation übergeordnetes Ziel speziell der DDR, wofür auch die anderen sozialistischen Staaten mobilisiert werden sollten.45

Für den Ausländerunterricht in der DDR und die Arbeit mit der deutschen Sprache im Ausland fanden in den siebziger Jahren Intensivierungsprozesse statt, welche darauf abzielten, „die Arbeit mit dem System ‚Deutsch als Fremdsprache’ zu einer der auße n- politisch, außenwirtschaftlich, auslandsinformatorisch und hochschulpolitisch wichtigsten Arbeitsrichtungen im Rahmen der auswärtigen Wirtschafts-, Wissenschafts-, und Kulturpolitik der DDR [zu] entwickeln“.46

Lag der Hauptakzent der Sprachverbreitungspolitik in den sechziger Jahren noch auf der Beförderung von offiziellen Beziehungen zum Ausland, verschiebt er sich in den siebzi- ger Jahren gänzlich auf die Nutzung des DaF-Unterrichts für die Auslandsinformation. Ausgeweitet und ausgebaut werden sollte für den „Perspektivplanzeitraum 1971 - 1975“ die Lehre im Ausland durch Deutschlektorate bzw. Deutschlektoren, die Aus- und Wei- terbildung von Ausländern in Studium und Kursen, die Entwicklung von Lehrmaterialen für den DaF-Unterricht. Neu waren die Bemühungen zu einer Zusammenarbeit mit Deutschlehrer- und Germanistikverbänden sowie Lehrbuchautoren aus kapitalistischen Ländern.47

Dass diese Ziele jedoch nur mit einem „planmäßig wissenschaftlichen Vorlauf“ real i- sierbar seien,48 ging bereits aus dem Beschluss von 1966 hervor. Hinzu kam eine stärkere ideologische Orientierung auf „landeskundliche Darstellung als I nstrument wissenschaftlich-parteilicher Auslandsinformation“.49

4.3 Die achtziger Jahre

Der Ausbau der internationalen Beziehungen stand in den achtziger Jahren weiterhin an oberster Stelle. „Friedenssicherung“, die „Durchsetzung der Ziele der Schlussakte von Helsinki und der Kampf gegen die atomare Bedrohung mittels Vertiefung und Auswei- tung des Kulturaustausches“ waren die außenpolitisch propagierten Prämissen der DDR. Hinsichtlich der sozialistischen Gemeinschaft vollzog sich laut Hexelschneider in den achtziger Jahren „stärker als je ein Prozeß der Internationalisierung und der gegenseitigen Anreicherung der jeweiligen sozialistischen Nationalkulturen mit internationalistischen Elementen“.50 Darunter ist die Übernahme von Erfahrungen anderer Nationalkulturen zu verstehen, welche letztendlich zur Entstehung einer „Schatzkammer der Kulturen des Sozialismus“ beitragen sollte.51

Die Intensivierung der Beziehungen zu den kapitalistischen Ländern stand ganz im Interesse des „Friedensprozesses“ und der „Einflussnahme auf die Machens chaften der imperialistischen Kreise“. Sie diente dazu, „Vertrauen zwischen den Völkern und Sta a- ten zu schaffen“, die „Wahrheit über den realen Sozialismus zu verbreiten“ und „wer t- volle kulturelle und wissenschaftliche Leistungen und Erkenntnisse aus der ganzen Welt anzunehmen“.52

Bezüglich der Probleme der Sprachverbreitungspolitik hatte die Partei- und Staatsfüh- rung der DDR noch immer die gleichen Mängel zu bekämpfen, die schon Ende der sechziger und in den siebziger Jahren festgestellt worden waren. Auf der einen Seite stand die Forderung nach der Aufrechterhaltung des DaF-Unterrichts bei zunehmenden Studentenzahlen in der DDR, auf der anderen Seite musste die Verbreitung der deut- schen Sprache im Ausland intensiviert werden. Beide Forderungen sollten in erster Linie über eine einheitliche Leitung und Koordination der beteiligten Staatsorgane sowie durch den Aufbau eines operativen Zentrums für Sprachverbreitungspolitik erfüllt wer- den. Aus sich verschärfenden ökonomischen Problemen heraus schien die DDR diesen Forderungen jedoch immer weniger gerecht werden zu können.53

Fragen zur Sprachverbreitungspolitik fanden ab 1980 mit einem Beitrag Hexelschneiders über „Platz und Rolle von Sprache und Sprachvermittlung in den gegenwärtigen internationalen Kulturbeziehungen“ erstmals Eingang in die Fachzeitschrift Deutsch als Fremdsprache (DaF). Diese gestaltete seit ihrem Bestehen (1964) nicht nur wesentliche Konstituierungsfaktoren des Faches mit, sondern stellte überhaupt das einzige öffentliche Podium für DaF in der DDR dar.54

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Herder-Instituts nennt He- xelschneider 1981 drei Grundaufgaben für die achtziger Jahre, welche sich aus den oben genannten Forderungen der Partei- und Staatsführung zur Sprachverbreitungspolitik ergeben hatten: Die „Vergrößerung des wissenschaftlichen Beitrags“, die „weitere wi s- senschaftliche Fundierung des studienvorbereitenden und studienbegleitenden Unterrichts“ und die „Erhöhung der internationalen Ausstrahlungskraft“.55 Letzteres könne unter anderem durch eine Lehrmittelproduktion, welche Außen-, Wirtschafts- und Hochschulpolitik stärker zur Geltung bringe, erreicht werden.56

Hexelschneider verweist zudem auf die Dringlichkeit der Erfüllung dieser Aufgaben, insofern das Institut weiterhin den obersten Rang als Vorbereitungszentrum für ausländische Studierende einzunehmen gedenke und in Zukunft das Zentrum zur Verbreitung der deutschen Sprache und Literatur im Ausland werden wolle.57

Mitte der achtziger Jahre ist nach Praxenthaler bereits ein spürbarer Rückgang einer offensiven sozialistischen Sprachverbreitungspolitik zu Gunsten eines Strebens nach Akzeptanz und einem anerkannten Platz der DDR in der weltweiten Lehre von DaF zu bemerken, indem so gut wie auf „jegliche ideologische Verbrämung“ v erzichtet und allein im Sinne einer „Völkerverständigung“ agiert wurde.58

Das neue Stichwort für den Fremdsprachenunterricht heißt ‚Interkulturelle Verständi- gung’.59 Der Ost-West bzw. DDR-BRD-Gegensatz wechselt von der negativ determi- nierten Sicht zweier unvereinbarer Gesellschaftsordnungen zu einer positiv eingestellten Verständigung, ja zur Erweiterung des Erfahrungshorizontes durch die Vermittlung der „verschiedenen Prägungen der ‚deutschen Wirklichkeit’ in der Bundesrepublik Deutsc h- land, in der Deutschen Demokratischen Republik, in der Schweiz und in Österreich“.60 Im letzten Beitrag der Zeitschrift DaF vor der deutschen Wende 1989 anlässlich des 40. Jahrestages „Deutsch als Fremdsprache in der DDR“ liefert Hexelschneider eine knappe, ideologiefreie Bestandsaufnahme zur Geschichte des Faches. So endet dieser Beitrag, vielleicht schon in Vorahnung der bevorstehenden politischen Veränderungen, mit dem Hinweis, dass Erreichtes auf dem Gebiet DaF nicht zum Ausruhen einlade, sondern neue

Forschungsstrategien erfordere, die Bewährtes nicht aufgeben, zugleich aber „zu neuen Ufern“ aufbrechen und vor allem aber dem „Gespür für die Forderungen der Zeit“ fo l- gen sollten.61

5. Zur Geschichte des Lehrbereichs Landeskunde am Herder-Institut im Zeit- raum von 1961 bis 1989

Die Darstellungen zur Geschichte des Lehrbereichs Landeskunde wurden in dieser Arbeit zweigeteilt betrachtet.

Die Unterscheidung in eine Landeskunde als Lehrfach und Wissenschaftsdisziplin und eine Landeskunde als Teil des Sprachunterrichts folgt der Trennung dieser beiden Bereiche in der Forschung und Lehre für DaF im Allgemeinen als auch im Speziellen am Herder-Institut. Otto Mallek sieht beispielsweise in der Vermittlung landeskundlicher Informationen drei Formen: innerhalb der Lehrdisziplin Landeskunde, als durchgängiges Ausbildungsprinzip und im Rahmen außerunterrichtlicher Aktivitäten.62

Das Lehrfach Landeskunde und das landeskundliche Ausbildungsprinzip verfolgen nach Mallek zwar das gleiche Grundziel: die Vermittlung von Kenntnissen über ein Land, ohne die ein adäquater Einsatz von Sprache nicht möglich ist, sowie die Nutzung der erzieherischen Potenzen landeskundlicher Darstellung für die „marxistisch -leninistische Erziehung“ und im Sinne der „Völkerverständigung“.63 Trotzdem ist eine Unterscheidung aufgrund der unterschiedlichen Wirksamkeit, welche sich letztendlich in der Art und Weise der wissenschaftlichen Beschäftigung, in letzter Instanz auch in Lehrwerk, Lehrmaterial und Unterricht niederschlägt, gerechtfertigt.

Landeskunde als Unterrichtsprinzip behandelt einzelne Fragen, Momente und Erschei- nungen eines Landes und dient in erster Linie der Bewusstmachung von sprachlichen Mustern. Das Lehrfach hingegen beschäftigt sich mit den Gesetzmäßigkeiten und Me- chanismen der komplexen Gesellschaft und bringt diese in einen größeren Zusammen- hang.64

Vorab sei jedoch der in der Einleitung bereits angekündigte Exkurs in die politisch- ideologischen Grundlagen zur Landeskunde an dieser Stelle eingefügt.

5.1 Exkurs in die politisch-ideologischen Grundlagen der Forschung und Lehre zur Landeskunde in der DDR

In Vorbereitung eines besseren Verständnisses zur Geschichte des Lehrbereichs Landes- kunde will dieser Exkurs explizit auf die politisch-ideologischen Grundlagen des Wis- senschaftsbetriebes und der Lehre zur Landeskunde, welche auch für den Fremdsprachenunterricht in der DDR im Allgemeinen gelten dürften, aufmerksam ma- chen. Denn wie aus den geschichtlichen Ausführungen zur Landeskunde hervorgehen wird, besteht eine ihrer wichtigsten Hauptaufgaben in der „polit isch-ideologischen Er- ziehung bzw. Einflussnahme der Lernenden“. Somit avanciert sie zu einem ideologier e- levanten politischen Gegenstand in der Fremdsprachenausbildung. Als logische Konsequenz ergibt sich daraus für die Landeskunde als Wissenschaftsdisziplin, dass die Bestimmung ihrer Ziele und Aufgaben ebenfalls ideologiegebunden sein muss.

Daher scheint es angebracht, zumindest in Ansätzen die philosophisch-weltanschauliche Herangehensweise an den landeskundlichen Gegenstand, das Objekt ‚Land’, zu skizzie- ren.

Einleitend sei kurz erläutert, was in der DDR unter Ideologie im erzieherisch pädagogischen Sinne verstanden wurde:

„Unter Ideologie wird ein System der gesellschaftlichen [...] Ideen verstanden, die durch die [...] Pr o- duktionsverhältnisse bedingt sind und bestimmte Interessen von Klassen mit dem Ziel zum Ausdruck bringen, das Denken, Fühlen und Handeln der Menschen in deren Sinne zu beeinflussen. Ziel der I. ist es, auf wiss. Grundlage die antagonist. Klassengesellschaft zu beseitigen und auf dem Sozialismus den Kommunismus aufzubauen.“65

Die wissenschaftlichen Grundlagen erklären sich hierbei aus der Philosophie des Marxismus-Leninismus. Der Marxismus-Leninismus ist eine in „sich geschlossene Welta n- schauung, in der sich die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft nach vom Willen der Menschen unabhängigen Gesetzten vollzieht und sich demzufolge der Übergang von einer Gesellschaftsordnung zur nächst höheren gesetzmäßig verhält“.66

Die Arbeiterklasse ist die „intellektuelle und moralische Triebkraft“ solcher Gesell- schaftsumwälzungen, ihr obliegt somit die historische Mission, „die antagonistische Klassengesellschaft [...] für immer zu beseitigen und die klassenlose kommunistische Gesellschaft zu errichten“.67

Der dialektische und historische Materialismus gilt als die philosophische Lehre des Marxismus-Leninismus. Er ist „die Lehre von der Entwicklung, die alle Gebiete der Wirklichkeit umfaßt und zugleich die Besonderheit jedes einzelnen Gebietes berücksichtigt [der anorganischen Natur, der organischen Welt, des gesellschaftlichen Lebens, des Bewusstseins der Menschen]“.68

Die Dialektik des Materialismus stellt die Methode der Erkenntnis und der Veränderung der Welt dar. Sie ist als Grundlagenwissenschaft eine unablässige Hilfe eines jeden Gesellschaftswissenschaftlers hinsichtlich der Untersuchung seines Gegenstandes, denn ihre Gesetze sind universell. Ihre Anwendung ist dennoch eine schwierige Aufgabe, ihre Nichtanwendung führe jedoch zu Fehlschlägen. Eine der Kennzeichen der Dialektik ist ihre Wirksamkeit in der Erziehung.69

Der historische Materialismus ist die Wissenschaft von den allgemeinen Entwicklungsgesetzen in der Gesellschaft. Auch sie ist aufgrund ihrer umfassenden Verallgemeinerung als Grundlagenwissenschaft zu verstehen, mittels derer der Wissenschaftler zu einer richtigen Auffassung findet.70

Diese hier sehr allgemein gehaltene Vorstellung marxistisch-leninistischer Anschauung verdeutlicht schon, dass keine Gesellschaftswissenschaft, will sie oben zugrunde gelegter Ideologie dienen, ohne die Methoden und Prinzipien des dialektischen und historischen Materialismus auskommen kann. Im Rahmen dieser Arbeit ist eine angemessene Darstellung dieser Prinzipien und Methoden nicht leistbar. Ich werde mich daher im Folgenden lediglich auf eine Beschreibung der Herangehensweise an den landeskundlichen Gegenstand bzw. der daraus entstehenden Konsequenzen mittels dieser Methoden und Prinzipien, soweit es mir möglich ist, beschränken.

Das Objekt ‚Land’ ist aus der Sichtweise des historischen Materialismus „di e Gesamt- heit (Totalität) des Gefüges von Natur und Gesellschaft (Struktur) in seiner stetigen Veränderung (Prozeß), die durch die Einwirkung tätiger Menschen auf ihre Umwelt und auf sich selbst bewirkt wird (Subjekt-Objekt-Dialektik) und zum Aufstieg vom Niederen zum Höheren führt (Entwicklung)“.71

Die Bewusstmachung dieses Gefüges ist das Ziel landeskundlicher Darstellung, wobei die Entwicklung der Gesellschaft mittels der Methoden und Prinzipien des dialektischen und historischen Materialismus in Verbindung mit allgemeinen wissenschaftlichen Methoden als „widerspruchsvolle Einheit von Materiellem und Ideellem, Objektivem und Subjektivem, Notwendigem und Zufälligem, Innerem und Äußerem, Wesentlichem und Unwesentlichem, Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem“ hervorzukehren ist.72 Konkret befähige dies die Lernenden dazu, den „Aufbau der entwickelten sozialist ischen Gesellschaft“ interpretieren und beurteilen, die historischen Wurzeln dieser Erscheinung nachvollziehen zu können, ferner den „Weg zum Sozialismus“ sowie den „Kampf der Arbeiterklasse“ als allgemeine Gesetzmäßigkeit zu begreifen und bürgerlichen Ideol o- gien entgegenwirken zu können.73 (vgl. dazu auch 5.3)

Gerade Letzteres verlangt der Landeskunde den gesellschaftswissenschaftlichen Auftrag ab, Lernende nicht nur zu befähigen, sondern sie gemäß des Dogmas der marxistischleninistischen Philosophie, der Internationalisierung des Klassenkampfes, zu „allseitig entwickelten sozialistischen [P]ersönlichkeiten“ zu erziehen.74

Im Rahmen des Landeskundeunterrichts kann das erzieherische Ziel nach Förster kon- kret mit der Wahl des Unterrichtsstoffes, den Tätigkeiten der Schüler, den sozialen Beziehungen der Schüler im Kollektiv und dem Lehrer-Schüler Verhältnis umgesetzt werden.75 Die Fremdsprachendidaktiker folgen hierbei dem dialektischen Zusammen- hang von Sprache, Denken, Bewusstsein und Gesellschaft (vgl. dazu auch 5.2), nach welchem durch die Ausübung sprachkommunikativer Handlungen Bewusstseinsinhalte aufgenommen werden.76 Allerdings gestalte sich dieser Prozess aus Informationsverar- beitung und Erkenntnisgewinn als „ein äußerst schwieriger und widerspruchsvo ller“, der bisher kaum untersucht worden sei.77

Diese wenigen Beispiele analysierter Begrifflichkeiten marxistisch-leninistischer Auf- fassung mögen genügen, aufweisen zu können, dass sich der Landeskundler, Lehrer, Wissenschaftler, in letzter Instanz auch der Lehrwerkproduzent vor Beginn seiner Arbeit mit einer ganzen Reihe ideologischer ‚Richtlinien’ konfrontiert sah, welche in seine Überlegungen Eingang fanden bzw. finden mussten. Wie zum Beispiel das von den Fremdsprachendidaktikern postulierte inhaltliche Ziel des Fremdsprachenunterrichts, „das Bild der DDR, als einem Staates, in dem erfolgreich die entwickelte soziali stische Gesellschaft aufgebaut wird“ zu vermitteln,78 was sich eben aus den Gesetzmäßigkeiten des dialektischen und historischen Materialismus ableitete.

5.2 Landeskunde als Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts

In der Zeitschrift Deutsch als Fremdsprache setzt 1971 am Herder-Institut eine breite Diskussion um Bestimmung, Sinn und Zweck der Landeskunde ein, welche von Dietrich Herrde eröffnet wurde und bis Ende der achtziger Jahre fortbestand. In dieser Diskussion ging es neben einer wissenschaftlichen Rechtfertigung des Lehrfa- ches ‚Landeskunde-DDR’ anfänglich überhaupt um die Notwendigkeit der Integration der Landeskunde in den Fremdsprachenunterricht. Ausgehend von den sowjetischen Wissenschaftlern Verescagin und Kostomarow, welche Ende der sechziger Jahre unter anderem festhalten, dass die Landeskunde für den Fremdsprachenunterricht als „una b- dingbarer Bestandteil [zu verstehen sei, was] sich aus der allgemeinen Position der marxistischen Philosophie, nach der Sprache und außersprachliche Wirklichkeit un- trennbar miteinander verbunden sind“79, ergibt, postuliert Herrde ebenfalls die Landes- kunde als „immanenten Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts:

[...] die Tatsache, daß im Fremdsprachenunterricht auch Sachverhalte und Kenntnisse über die muttersprachlichen Länder und das Leben ihrer Menschen vermittelt werden [...], wird heute wohl allgemein anerkannt. Man lernt eine Sprache nicht zum bloßen Selbstzweck, sondern um an der Kommunikation mit den Trägern der zu erlernenden Sprache teilzunehmen“80.

Verescagin und Kostomarow führen den in der DDR viel diskutierten Begriff „Linguo- landeskunde“ ein, der die „Verbindung extralinguistischer und eigentlicher sprachlicher Thematik“ beinhalten soll.81 Hierbei geht es um die gezielte Auswahl und Einbringung von Sprache aus dem lexikalischen Bereich in den Fremdsprachenunterricht, dessen Semantik in besonderem Maße „die Errungenschaften der sozialistischen Nation“ wide r- spiegelt, wobei der sogenannten „äquivalenzlosen Lexik“, also Wörtern, die keine En t- sprechungen in der Muttersprache haben, eine besondere Eignung zugesprochen wird.82

Herrde verweist auf den erzieherischen Auftrag des Fremdsprachenunterrichts zu „Völ- kerfreundschaft und internationaler Solidarität“, denn „praktisch ist es [...] nicht mö g- lich, zu bilden ohne zu erziehen und zu erziehen ohne zu bilden“.83 Die Lernenden haben nach ideologischer Auffassung den „Aufbau der entwickelten sozialistischen Gesel l- schaft“ zu verinnerlichen, um somit „bürgerlichen Ideologien“ entgegenwirken zu kö n- nen. (vgl. dazu 5.1) Das aber verlangt dem Fremdsprachenunterricht und somit auch der Landeskunde den gesellschaftswissenschaftlichen Auftrag ab, die Lernenden, gemäß des Dogmas der marxistisch-leninistischen Philosophie: „der Internationalisierung des Kla s- senkampfes“, zu „allseitig entwickelten sozialistischen Persönli chkeiten“ zu erzi ehen.84 Das Herder-Institut bildete ab den siebziger Jahren verstärkt Lehrer aus sozialistischen Staaten für DaF aus und weiter. In diesem Zusammenhang spielte die Herausbildung pädagogisch-ideologischer Fähigkeiten eine große Rolle. Nach Herrde gehörten dazu unter anderem eine „feste Klassenposition“, „sozialistische Verhaltensweisen“, Übe r- zeugungskraft sowie die „Bereitschaft erworbenes Wissen bei der Erziehung der Schu l- jugend zu sozialistisch denkenden und handelnden Staatsbürgern selbständig und schöpferisch anzuwenden“.85

Neben der erzieherischen Komponente wird eine weitere wichtige Zielstellung landeskundlicher Darstellung angeführt: die „klare Abgrenzung zwischen Kulturen deutsc h- sprachiger Staaten“,86 wobei eine Abhängigkeit zu außenpolitischen Prämissen der DDR der ausgehenden sechziger Jahre, hier der „Diffamierung der BRD“ (vgl. 4.1), deutlich zu erkennen ist. Diese Zielstellung steht in engem Zusammenhang mit den Prinzipien einer marxistisch-leninistischen Weltanschauung, nach welcher sich notwendigerweise zwei deutsche Nationalkulturen entwickeln mussten.87

Während in der BRD der Kulturbegriff die Gesamtheit der staatlichen, gesellschaftli- chen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse (Kunst, Theater etc.) umfasst, wird dieser nach marxistisch-leninistischer Auffassung von Staat, Gesellschaft und Ökonomie getrennt betrachtet, kann sich andererseits aber nur auf dessen Grundlage entwickeln.88 Die Kultur verkörpert demnach einen „gesellschaftlich bedeutsamen Prozess der schö p- ferischen Tätigkeit des Menschen“.89 Ihr Mittelpunkt ist also der Mensch als Individuum und Gesellschaftswesen. Er muss sich „die menschliche Kultur in ihrer konkret - historischen Form aneignen und an der gesellschaftlich-revolutionären, produktiv- praktischen und kulturschöpferischen Praxis in der entwickelten sozialistischen Gesell- schaft aktiv teilnehmen, um seine Kräfte und Fähigkeiten allseitig auszubilden.“90

In genau dieser aktiven Rolle läge der Unterschied zum Menschen mit einer traditionellästhetischen bürgerlichen Kulturauffassung wie sie in der BRD vorherrscht.91

Gudrun Fischer fordert 1976 in ihrem Diskussionsbeitrag in der Zeitschrift DaF „klare Erziehungsziele“ und eine angemessene methodisch -didaktische Umsetzung des landes- kundlichen Aspekts im Fremdsprachenunterricht. Nicht nur der „Ausprägung, Festigung und Vertiefung der Freundschaft und Verständigung zwischen den Völkern“ diene der Sprachunterricht, sondern er solle auch „das Verständnis der Studenten für den Chara k- ter unserer Epoche als Übergang vom Kapitalismus/Imperialismus zum Sozialis- mus/Kommunismus vertiefen und bei ihnen Impulse zu sozialistischem Handeln und Verhalten auslösen“.92 Mit Fischer erhält die Diskussion um die Landeskunde innerhalb des Fremdsprachenunterrichts eine pädagogisch-didaktisch gewichtete Komponente. Inhaltlich bereichert sie ihre Forderung mit konkreten Vorschlägen zur Stoffauswahl (speziell für das germanistische Teilstudium ausländischer Studenten) mit den folgenden vier Themenkomplexen: „Sozialistische Gesellschaft und Persönlichkeit“, „Sozialist i- sche Kultur und Kunst“, „Sozialistische Industrie und Landwirtschaft“ und „Revoluti o- närer Weltprozeß und antiimperialistische Solidarität“.93

Dieser Themenkatalog steht ganz im Sinne der Forderungen aus den siebziger Jahren nach dem Ausbau der entwickelten sozialistischen Gesellschaft (vgl. dazu 4.2). Fischer unterstreicht ihn mit Losungen wie der Notwendigkeit nach „Einheitlichkeit und Stärke der sozialistischen Staatengemeinschaft, [der] Festigung der brüderlichen Verbunden- heit“, welche gegenüber Studenten nichtsozialistischer Staaten überzeugend darzuste llen seien.94

Sie bezieht sich konkret auf die Selbstdarstellung der DDR als wichtigstes Mittel, den sogenannten ‚realen’ Sozialismus zu propagieren (vgl. dazu auch 4.2) , wenn sie „das Bild der DDR [...] als eines Staates, in dem erfolgreich die entwickelte sozialistische Gesellschaft aufgebaut wird“, als inhaltliches Anliegen des Sprachunterrichts postu- liert.95

Die Verschiebung der gesellschaftspolitischen Interessen von der nationalen auf die internationale Ebene in den siebziger Jahren bedeutete für die Landeskundeforschung am Herder-Institut ebenfalls eine Verschiebung der Darstellungsziele. Während bei Herrde die DDR und das Leben ihrer Menschen den nationalen Charakter des Landes- bildes bestimmten,96 setzen die genannten Vorschläge von Fischer an einer globalen bzw. internationalen Bestimmung dieses Bildes durch die Errungenschaften des Sozia- lismus an. Das zu vermittelnde Landesbild müsse also vielmehr so strukturiert sein, dass sowohl die Verhältnisse im Landesinnern als auch die internationale Stellung des Landes dargestellt würden.97 Die sozialistische Staatengemeinschaft als Gegenpol der westlich- imperialistischen Welt steht nun im Vordergrund und nicht mehr nur der Nationalstaat DDR im deutsch-deutschen Gegensatz.

In diese Entwicklung lässt sich das Kapitel zu „Funktion und Inhalt der Landeskunde“ des für die achtziger Jahre maßgebenden Lehrbuchs Didaktik des Fremdsprachenunter- richts - Deutsch als Fremdsprache, herausgegeben von einem Autorenkollektiv der KMU und des Herder-Instituts 1981, zur Aus- und Weiterbildung ausländischer Deutschlehrer in der DDR einordnen. Erstmalig wurden in diesem Werk Grundpositio- nen für das Lehren und Lernen der deutschen Sprache in der DDR zusammenfassend dargestellt. Erstmalig ist auch der Einbezug der Landeskunde überhaupt in eine Theorie des Fremdsprachenunterrichts.98

Hinsichtlich der möglichen Leistungen der Landeskunde als Unterrichtsprinzip, heben die Autoren besonders die „funkti onsgerechte Verwendung der deutschen Sprache als Kommunikationsmittel“ hervor. Die Lernenden müssen demnach wissen, „welche B e- wußtseinsinhalte durch die einzelnen sprachlichen Zeichen repräsentiert werden und in welchem Verhältnis diese zueinander und zu den Tatsachen und Sachverhalten der objektiven Realität stehen“.99 Es gilt, die Unterschiede der gesellschaftlichen Entwick- lung beider deutscher Staaten, welche sich mitunter in der deutschen Sprache widerspie- geln, mittels semantischen Wissens klarzustellen. Die Vermittlung von Lexik aus ideologierelevanten Bereichen sowie „äquivalentlose Lexik“ und gesellschaftlicher Sprachverwendungsnormen der DDR nehmen dabei einen wichtigen Platz ein.100 Mit dieser Methode entschieden sich die Autoren für eine spezifische Form der Realisierung des landeskundlichen Prinzips: der bereits erwähnten Linguolandeskunde Verescagins und Kostomarows, welche inzwischen mit der begrifflichen Teilung ihres Anliegens in kulturkundlich bzw. landeskundlich bezogener Sprachunterricht versus sprachbezogene Landeskunde für neue Diskussionsgrundlagen in der Fachwelt sorgten.101

Der oben erwähnten Notwendigkeit der Darstellung zum „Aufbau einer sozialistisch entwickelten Gesellschaft“ folgend, beschränkte sich die Auswahl landeskundlicher Inhalte auf „Sachverhalte der Wirklichkeit der DDR [wie] sozialistische Lebensweise, sozialistisches Menschenbild, planmäßige Hebung des materiellen und kulturellen Le- bensniveaus, Teilnahme aller Werktätigen an der Leitung, Planung und Kontrolle der Produktion, ökonomischer Integrationsprozeß der sozialistischen Staatengemeinschaft, Annäherung der Kulturen der sozialistischen Länder, Kampf der Arbeiterklasse und aktuelle gesamtgesellschaftliche und internationalistische Aufgaben und Ereignisse“.102 Neben der Förderung der Sprachbeherrschung bestanden die weiteren Hauptaufgaben der Landeskunde in der „Herausbildung der Lernenden zu sozialistischen Persönlichke i- ten“ und der „Motivation zur Spracherlernung“.103

Zur Lösung dieser Aufgaben fassten die Autoren eine Reihe von Forderungen zusam- men, wobei sie ausdrücklich darauf hinwiesen, dass sich landeskundliches Wissen nie verselbständigen dürfe, sondern immer in die Systematik der Sprachvermittlung einzu- ordnen sei.104 Gemäß einer gewünschten ideologischen Einflussnahme auf die Lernen- den durch den Lehrer, heißt es in der ersten Forderungen dann: „Die Persönlichkeit der Lernenden, und zwar ihre Voraussetzungen, ihre Tätigkeit und ihre Entwicklung haben unter besonderer Beachtung ihrer aktiven Rolle im Mittelpunkt aller Bemühungen des Lehrers zu stehen.“105

Mit einem ersten Beitrag zur Theorie der Fremdsprachendidaktik im landeskundlichen Bereich hatte das Lehrbuch damit einen bescheidenen Anfang gemacht. Als Ergebnisse der didaktisch-methodischen Forschung zur Landeskunde der sechziger und siebziger Jahre verstanden, musste der Beitrag notwendigerweise verhältnismäßig gering ausfallen. Denn erst Ende der siebziger Jahre werden die Stimmen lauter, die eine didaktisch-methodische Fundierung sowohl der Landeskunde als Unterrichtsprinzip als auch des Lehrfaches Landeskunde forderten.106

Bedingt durch bedeutende internationale Prozesse zur Entspannung und Friedenssiche- rung nach der politischen Zäsur der siebziger Jahre (vgl. 4.2), entstanden auch für die Landeskunde neue Verpflichtungen. Sie erhielt einen neuen Stellenwert, der eine Neube- stimmung von Platz und Gegenstand der Landeskunde nach sich ziehen sollte. Um den gestiegenen Anforderungen angemessen entgegentreten zu können, wurde es unaus- weichlich um einen eigenen wissenschaftlichen Gegenstand der Landeskunde zu rin- gen.107 Der Verlauf dieses Ringens, der maßgeblich die Landeskundeforschung am Herder-Institut der achtziger Jahre prägte, soll an späterer Stelle (vgl. 5.3) erfolgen. Wichtig für dieses Kapitel ist der Hinweis auf die mitunter enge Verflechtung zwischen Lehre und Forschung des Unterrichtsprinzips und des Lehrfachs und die sie überspan- nende Wissenschaftsdisziplin einer Landeskunde für den Fremdsprachenunterricht.

Die gemeinsamen Grundziele von Lehrfach und Unterrichtsprinzip wurden eingangs schon erwähnt. Jetzt gilt es zu überlegen, welche Erkenntnisse, Inhalte und Ziele aus der landeskundlichen Wissenschaftsdisziplin und in welcher Form diese für den Fremdsprachenunterricht und letztlich auch für die Lehrmittelproduktion nutzbar gemacht oder übernommen werden können.108

Horst Uhlemann beginnt 1982 in der Zeitschrift DaF sich intensiv mit diesem Problem auseinander zusetzen, nicht ohne vorher eine ‚Landeskunde-DDR’ nach ihrem Gegen s- tand hinterfragt zu haben (vgl. 5.3). Er verweist darauf, dass nicht alles, was das Lehr- fach Landeskunde vermittelt, Ziel oder Inhalt des Fremdsprachenunterrichts sei, da in diesem „nicht die LK als Wissenschaft gelehrt, [...] sondern lediglich wissenschaftlich gesicherte lk. Erkenntnisse, Sachverhalte und Erscheinungen vermittelt bzw. genutzt“ werden.109 Demnach ist die Nutzung landeskundlicher Darstellung für den Fremdspra- chenunterricht immer ein „selektiver und transformierender Prozeß“, der unter Berüc k- sichtigung der drei bereits erwähnten Hauptaufgaben (Sprachförderung, Persönlichkeits- bildung, Motivationsverstärkung) sprachlich, pädagogische und psychologische Momen- te für seine methodisch-didaktische Aufbereitung zu beachten hat.110

Das für das Lehrfach entwickelte allgemeine, spezifische und spezielle Landesbild (vgl. 5.3) soll dabei als Orientierungshilfe dienen, womit ein systematisierter, wissenschaftlich abgesicherter Wissensfundus als Vorraussetzung sowohl des Lehrfaches als auch für die Arbeit im Sprachunterricht unabdingbar wird.111

Uhlemann empfiehlt in einem letzten Punkt die ausstehende Untersuchung möglicher Beziehungen zu anderen, den Sprachunterricht betreffenden Disziplinen (z.B. zur Linguistik), die für die Lösung bestimmter Forschungs- und Entwicklungsaufgaben herangezogen werden sollten.112

Auf dem Weg der Bestimmung der Funktion der Landeskunde im Fremdsprachenunter- richt begegnen wir im Verlaufe der achtziger Jahre verschiedenen Aspekten, teils auch gegensätzlichen Positionen. Ursula Försters Beitrag 1983 hat beispielsweise Landeskun- de und die Entwicklung sprachlichen Könnens im Sinne einer „Linguolandeskunde“, wie sie auch die Autoren der Didaktik des Fremdsprachenunterrichts verfolgten, zum Mittelpunkt.113 Gerhard Helbig untersucht im gleichen Jahr die Beziehung zwischen Linguistik und Landeskunde,114 Klaus Winzer 1984 zwischen Literaturwissenschaft, Literatur und Landeskunde115.

[...]


1 Vgl Praxenthaler; Martin (2002): Die Sprachverbreitungspolitik der DDR, Frankfurt a.M., S.2 f.

2 Zit. ebd.: S.27.

3 Vgl. ebd.: S.36 f.

4 Vgl. ebd.: S.20 f.

5 Zit. ebd.: S.22.

6 Vgl. Arnold, Rosemarie (1982): Die Vorbereitung ausländischer Studenten auf ein Studium in der DDR - ein Beitrag zur Geschichte des Herder-Instituts der Karl-Marx-Universität von 1966-1976, Leipzig, S.72.

7 Vgl. Praxenthaler (2002): S.101, 114 f.

8 Vgl. ebd.: S. 97 - 162.

9 Vgl. dazu auch Praxenthaler (2002): S. 110 f., 133, 135, 222 f., 225; Arnold (1982): S.12-15; He- xelschneider, Erhard (1983): Die Entwicklung der kulturellen und wissenschaftlichen Auslandsbeziehungen der Deutschen Demokratischen Republik, Leipzig, S.31-43.

10 Vgl. Praxenthaler (2002): S.175.

11 Vgl. ebd.

12 Vgl. Praxenthaler (2002): S.176.

13 Vgl. ebd.: S.176.

14 Zit. ebd.

15 Vgl. ebd.: S.177.

16 Vgl. Arnold (1982): S.99 f.

17 Vgl. dazu auch Praxenthaler (2002): S.178; Arnold (1982): S.23, 55f.

18 Vgl. Praxenthaler (2002): S.180 f.

19 Vgl. Blei; Dagmar (1994): Deutsch als Fremdsprache in der DDR im Spannungsfeld von Theorie und Praxis. Ein fachgeschichtlicher Exkurs, in: Erhardt, Horst: Linguistik, Sprachunterricht und Sprachlehrstudium in Ostdeutschland (1946-1990), Frankfurt a.M., S.300.

20 Arnold (1982): S.11.

21 Vgl. Kulturpolitisches Wörterbuch (1978): Berlin, S.380. 10

22 Vgl. Hexelschneider (1983): S.8 f.

23 Vgl. Hexelschneider, zit. in: Praxenthaler (2002): S.87.

24 Hexelschneider, zit. in: Praxenthaler (2002): S.88.

25 Praxenthaler (2002): S.103.

26 Vgl. ebd.: S.103.

27 Hallstein-Doktrin bedeutete Abbruch bzw. Boykott aller Beziehungen zu all jenen Staaten, welche diplomatische bzw. wirtschaftliche Beziehungen mit der DDR unterhielten.

28 Vgl. Hexelschneider (1983): S.12 f.

29 Vgl. ebd.: S.24.

30 Zit. ebd.: S.47.

31 Vgl. ebd.: S.48.

32 Zit. ebd.: S.32.

33 Zit. Hexelschneider (1983): S.13.

34 Vgl. Praxenthaler (2002): S.115.

35 Vgl. dazu ebd.: S.121-128.

36 Vgl. dazu ebd.: S.116.

37 Zit. ebd.: S.117.

38 Vgl. ebd.: S.118.

39 Arnold (1982): S.23.

40 Hexelschneider (1983): S.18.

41 Vgl. ebd.: S.49.

42 Vgl. Hexelschneider, Erhard (1980a): Kulturaustausch - Koexistenz - Klassenkampf, Berlin, S.9.

43 Vgl. ebd.: S.11.

44 Vgl. Hexelschneider (1983): S.37.

45 Vgl. Praxenthaler (2002): S.129.

46 Vgl. ebd.: S.143.

47 Vgl. ebd.: S.144.

48 Vgl. ebd.

49 Vgl. ebd.

50 Vgl. Hexelschneider (1983): S.30.

51 Vgl. ebd.

52 Vgl. ebd.: S.43 ff.

53 Vgl. Praxenthaler (2002): S.148 f.

54 Vgl. Blei (1994): S.305.

55 Vgl. Hexelschneider, Erhard (1981): 30 Jahre Ausländerstudium in der DDR - 25 Jahre Herder-Institut der Karl-Marx-Universität, in: Deutsch als Fremdsprache (DaF) 18 (4), S.193.

56 Vgl. ebd.

57 Vgl. ebd.

58 Vgl. Praxenthaler (2002): S. 88.

59 Vgl. Hexelschneider, Erhard (1986): Interkulturelle Verständigung und Fremdsprachenunterricht, in: DaF 23 (1), S.1.

60 Vgl. Hexelschneider (1986): S.1.

61 Vgl. Hexelschneider, Erhard (1989): 40 Jahre Deutsche Demokratische Republik - 40 Jahre Deutsch als Fremdsprache in der DDR, in: DaF 26 (4), S.197.

62 Vgl. Mallek, Otto (1978): Lehrfach Landeskunde und landeskundliches Prinzip in der Fremdsprachenausbildung an Hochschuleinrichtungen sozialistischer Länder, in: DaF 15 (1), S.57.

63 Vgl. ebd.: S. 57.

64 Vgl. Mallek (1978): S.57f.

65 Niermann, Johannes (1974): Wörterbuch der DDR-Pädagogik, Heidelberg, S.107.

66 Vgl. dazu Grundlagen des Marxismus-Leninismus (1960): Lehrbuch, Berlin, S.7ff. 19

67 Vgl. dazu Hahn, Erich (1974): Materialistische Dialektik und Klassenbewußtsein, in: Zur Kritik der bürgerlichen Ideologie, Berlin S.13.

68 Vgl. dazu Grundlagen des Marxismus-Leninismus (1960): S.26.

69 Vgl. dazu ebd.: S.97-100.

70 Vgl. dazu ebd.: S.170.

71 Vgl. Herrde, Dietrich; Marnette, Hans (Leitung) (1989): „Landeskunde“, Überlegungen zur Theorie und Methode, Potsdam, S.87.

72 Vgl. ebd.: S.88.

73 Vgl. Herrde, Dietrich (1975): Empfehlungen für das Fach ‚Landeskunde DDR’ im Rahmen der fremdsprachlichen Ausbildung von Deutschlehrern an Universitäten und Hochschulen sozialistischer Länder, in: Aktenzeichen ZM 599/1, Bd.1, Universitätsarchiv Leipzig, S.59, 62.

74 Vgl. ebd.: S.60.; vgl. dazu auch Förster, Ursula (1983): Landeskunde und Entwicklung sprachlichen Könnens, Leipzig, S.11f.

75 Vgl. Förster (1983): S.11.

76 Vgl. Förster (1983): S.12.

77 Vgl. ebd.

78 Vgl. z.B. Fischer, Gudrun (1976): Die Erziehungsaufgaben des Sprachunterrichts unter landeskundlichem Aspekt betrachtet, in: DaF 13 (4), S.217.

79 Verescagin, E.M.; Kostomarow, W.G. (1972): Bemerkungen zu einer sprachlich orientierten landeskundlichen Methodik im Fremdsprachenunterricht, in: DaF 9 (2), S.70.

80 Herrde, Dietrich (1971): Landeskunde als integrierter Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts, in: DaF 8 (6), S.321.

81 Vgl. Verescagin/ Kostomarow (1972): S.70.

82 Vgl. Verescagin/ Kostomarow (1972): S.72.

83 Vgl. Herrde (1971): S.325.

84 Vgl. Herrde (1975): S.60.

85 Vgl. ebd.

86 Vgl. Herrde (1975): S.323.

87 Vgl. dazu Herrde (1975): S.138; Herrde (1971): S.322. 23

88 Vgl. Ammer, Reinhard (1988): Das Deutschlandbild in den Lehrwerken für Deutsch als Fremdsprache, München, S.46f.

89 Vgl. Herrde (1975): S.140.

90 Herrde (1975): S.144.

91 Vgl. ebd.: S.138.

92 Vgl. Fischer (1976): S.216.

93 Vgl. ebd.: S.217.

94 Vgl. Fischer (1976): S.216.

95 Vgl. ebd.: S.217.

96 Vgl. Herrde (1971): S.323.

97 Vgl. dazu auch Schulze, Bernhard (1981): Zum Landesbild als Grundlage des Lehrgebiets Landeskunde, in: DaF 18 (4), S.204-208.

98 Vgl. dazu auch Uhlemann, Horst (1982a): Die Landeskunde und ihr Ort in einer Theorie des Fremdsprachenunterrichts (1), in: DaF 19 (2), S.65.

99 Vgl. Desselmann, Günther; Hellmich, Harald (Hrsg.) (1981): Didaktik des Fremdsprachenunterrichts (Deutsch als Fremdsprache), Leipzig, S.80.

100 Vgl. ebd.

101 Vgl. Herrde/ Marnette (1989): S.24 f.

102 Vgl. Desselmann (1981): S.82 f.

103 Vgl. ebd.: S.80 ff.

104 Vgl. ebd.: S.84.

105 Zit. Desselmann (1981): S.84.

106 Vgl. dazu Arndt, Artur (1985): Methodische Überlegungen zur Arbeit mit dem Lehrprogramm Landes- kunde DDR, in: DaF 22 (3), S.365; Herrde, Dietrich (1979): Zur Entwicklung der Landeskunde in Lehre und Forschung - Betrachtungen zu einer landeskundlichen Arbeitstagung, in: DaF 16 (6), S.358, 361; Uhlemann, Horst (1979): Das Lehrfach Landeskunde in seiner Beziehung zur kommunikativen Zielstellung des Deutschunterrichts - dargestellt am Beispiel der „Landeskunde DDR“, in: DaF 16 (4), S.225 f. 107 Vgl. Uhlemann (1982a): S.65.

108 Vgl. Uhlemann, Horst (1982b): Die Landeskunde und ihr Ort in einer Theorie des Fremdsprachenunterrichts (2), in: DaF 19 (3), S.153.

109 Vgl. Uhlemann, Horst (1982b): S.154.

110 Vgl. ebd.

111 Vgl. ebd.

112 Vgl. ebd.: S.158.

113 Vgl. Förster (1983): S.10 f.

114 Vgl. dazu Helbig, Gerhard (1983): Landeskunde, Sprache, Sprachunterricht und Sprachwissenschaft, in: DaF 20 (2), S.87-92.

115 Vgl. dazu Winzer, Klaus (1984): Literaturwissenschaft und Literatur in ihren Beziehungen zu Landeskunde und Landesbild, in: DaF 21 (2), S.96-101.

Ende der Leseprobe aus 125 Seiten

Details

Titel
Deutsche Landeskunde am Herder Institut im Zeitraum 1961 bis 1989
Hochschule
Universität Leipzig
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
125
Katalognummer
V186776
ISBN (eBook)
9783869434865
ISBN (Buch)
9783656992806
Dateigröße
1761 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deutsche, landeskunde, herder, institut, zeitraum
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Tatiana Schimmelpfennig (Autor), 2005, Deutsche Landeskunde am Herder Institut im Zeitraum 1961 bis 1989, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186776

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