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Ethische Aspekte des kognitiven Enhancements am Beispiel von Modafinil

Título: Ethische Aspekte des kognitiven Enhancements am Beispiel von Modafinil

Tesis , 2010 , 84 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Dipl. Biol. Sabine Kira Salowsky (Autor)

Biología - Otros temas
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Pharmakologisches kognitives Enhancement bezeichnet den Einsatz von Medikamenten bei gesunden Personen zur Verbesserung kognitiver Funktionen. Ursprünglich zur Behandlung von Krankheiten entwickelt, stehen als Nebenprodukt biomedizinischer Forschung eine Vielzahl von Psychopharmaka zur Verfügung, die auch von Gesunden verwendet werden können und tatsächliche oder vermeintliche Wirkungen zeigen.

Modafinil ist der Wirkstoff des verschreibungspflichtigen Medikaments Vigil®, welches in Deutschland seit 1998 zur Behandlung der übermäßigen Tagesschläfrigkeit bei der Schlafkrankheit Narkolepsie zugelassen ist. Da es sich pharmakologisch von den anderen Psychostimulanzien unterscheidet, wurde es als vielversprechender, neuartiger Wirkstoff wahrgenommen, der spezifisch nur die Wachheit fördert und im Gegensatz zu herkömmlichen Stimulanzien nicht zu einer zentralen Erregung des vegetativen Nervensystems führt, welche die bekannten nervösen Nebenwirkungen verursachen. Der mit Modafinil erzielte Umsatz des Herstellers Cephalon wird in den USA zu etwa 90 % auf den Einsatz außerhalb der zugelassenen Indikation zurückgeführt.

In jüngster Vergangenheit wurde vielfach in den populären Medien über einen vermeintlich stark zunehmenden Trend zum Missbrauch verschreibungspflichtiger Medikamente zum Zweck einer kognitiven Leistungssteigerung, darunter auch Modafinil, berichtet. Demnach soll der Gebrauch besonders unter Schülern und Studenten weit verbreitet sein. Sind die dargestellten Szenarien realistisch und der zunehmende Missbrauch von Medikamenten zum kognitiven Enhancement tatsächlich so verbreitet wie in den Medien dargestellt? Ist vielleicht sogar zu befürchten, dass dieser Trend zunimmt und eventuell weitreichende soziale und gesellschaftliche Folgen mit sich bringt?

Um diese Frage zu beantworten, möchte ich zunächst einen Blick auf Modafinil selbst werfen und die tatsächliche Wirksamkeit und Sicherheit beleuchten. Anschließend werde ich, um die Diskussion nicht auf reine Hypothetizität zu gründen, den empirischen Befund bezüglich eines nichtmedizinischen Gebrauchs von leistungssteigernden Medikamenten untersuchen und hier wichtige fördernde Trends und Einflüsse herausarbeiten. Schlussendlich möchte ich die ethischen Implikationen, eventuelle Risiken und Potenziale sowie Argumente diskutieren, die für und gegen eine Verwendung von Modafinil als kognitiven Enhancer sprechen und mögliche Wege eines sinnvollen Umgangs aufzeigen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 MODAFINIL

2.1 STRUKTUR UND WIRKUNG

2.2 KLINISCHE WIRKSAMKEIT

2.3 OFF-LABEL-GEBRAUCH

2.4 WIRKMECHANISMUS

2.5 ABHÄNGIGKEITSPOTENTIAL

2.6 RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN

2.7 LANGZEITFOLGEN

2.8 WIRKUNGEN BEI GESUNDEN

3 EINSATZ ALS KOGNITIVER ENHANCER

3.1 KOGNITIVES ENHANCEMENT

3.2 MEDIENPRÄSENZ

3.3 HÄUFIGKEIT VON KOGNITIVEM ENHANCEMENT

3.4 ZWISCHENFAZIT

3.5 PROGNOSE

4 ETHISCHE ASPEKTE

4.1 ROLLE DER ÄRZTE

4.2 ENANCEMENT VS. TREATMENT

4.3 MEDIKALISIERUNG

4.4 KOSTEN-NUTZEN-ABWÄGUNG

Individuelle Ebene

Gesellschaftliche Ebene

4.5 ETHISCHE DISKUSSION

Argumente, die für eine Einnahme sprechen

Argumente, die gegen eine Einnahme sprechen

5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des pharmakologischen kognitiven Enhancements unter besonderer Berücksichtigung des Wirkstoffs Modafinil. Ziel ist es, die tatsächliche Wirksamkeit und Sicherheit des Präparats zu beleuchten, die empirische Datenlage zur Verbreitung des Missbrauchs in verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu analysieren und die ethischen Implikationen, Risiken sowie Potenziale kritisch zu hinterfragen.

  • Pharmakologische Wirkweise und klinische Sicherheit von Modafinil
  • Empirische Verbreitung von kognitivem Enhancement in Leistungskontexten
  • Ethische Dilemmata in der ärztlichen Praxis und Medikalisierungstendenzen
  • Kosten-Nutzen-Analyse auf individueller und gesellschaftlicher Ebene
  • Diskussion gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und Leistungsdruck

Auszug aus dem Buch

3.2 Medienpräsenz

Glaubt man Medienberichten liegt kognitives, pharmakologisches Enhancement im Trend und eine bereits utopisch hohe Prozentzahl an Menschen scheint bereits diverse Mittel vor allem auch zum Zweck der Leistungssteigerung zu konsumieren. Im Vergleich zu dem schon immer bestehenden Missbrauch diversester Substanzen, auch in Leistungskontexten, scheint sich nun ein Missbrauch einer neuen Größenordung zu offenbaren. Die Zielgruppen sollen demnach vor allem die Leistungsträger der Gesellschaft sein, die kognitiv stark beansprucht sind, oft auch unter Zeitdruck hochkonzentriert geistige Arbeit verrichten müssen und unter einem anhaltendem Leistungsdruck stehen. Dazu zählen z.B. Schüler und Studierende im Prüfungs und Leistungsstress, erfolgsorientierte Akademiker, ehrgeizige und/oder überarbeitete Berufstätige wie Manager, Journalisten, Mediziner und für die kognitives Enhancement nicht mehr nur eine theoretische Möglichkeit, sondern schon alltägliche Realität geworden sein soll.

So wird z.B. in einem Artikel der Süddeutschen im September 2005 berichtet, dass angeblich 16 Prozent aller Studenten in den USA vor Prüfungen Ritalin® nehmen würden, in einem Artikel der Zeitschrift Spiegel im Februar 2007, dass schon „heute vor Prüfungen jeder 14. US-Student“ Stimulanzien wie Ritalin® nehmen würde und auch deutsche Studenten zunehmend zu Psychopharmaka greifen würden, um ihre Prüfungsangst mit dem Herzmedikament Propanolol oder ihre Müdigkeit mit dem Wirkstoff Modafinil zu bekämpfen. Es wird der „Beginn eines Booms“ prophezeit, in dem „Präparate zum Hirn Doping (..) in zehn oder zwanzig Jahren ebenso propagiert und konsumiert werden ’wie heute Vitaminpillen’“, wie der Magdeburger Neurobiologe Henning Scheich zitiert wird. Die „Lernpillen“ könnten sogar „der Bundesrepublik helfen, ’im internationalen Standortwettbewerb besser zu bestehen...’“ bis zu Vergleichen mit dem Ausmaß an Wirkungen wie die der industriellen Revolution oder Genetik, die mit der „Möglichkeit zum Eingriff ins menschliche Gehirn“ bemüht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Definiert das Thema des kognitiven Enhancements, führt Modafinil als Untersuchungsobjekt ein und skizziert die wissenschaftliche sowie ethische Fragestellung der Arbeit.

2 MODAFINIL: Bietet eine detaillierte pharmakologische Analyse des Wirkstoffs, seiner klinischen Anwendung, Risiken, Nebenwirkungen und des Abhängigkeitspotenzials.

3 EINSATZ ALS KOGNITIVER ENHANCER: Untersucht die theoretischen Grundlagen, die mediale Darstellung sowie empirische Daten zur tatsächlichen Verbreitung und Prognose des Enhancements.

4 ETHISCHE ASPEKTE: Analysiert kritisch die Rolle der Ärzteschaft, das Problem der Medikalisierung und führt eine Kosten-Nutzen-Abwägung sowie eine ethische Diskussion der Pro- und Contra-Argumente durch.

5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Fasst die Kernergebnisse zusammen und reflektiert den Regulierungsbedarf sowie die zukünftigen gesellschaftlichen Auswirkungen des Phänomens.

Schlüsselwörter

Modafinil, kognitives Enhancement, Wachenhancement, Pharmakologie, Medikalisierung, Leistungsdruck, Neuroenhancement, Hirndoping, Bioethik, Schlafentzug, Vigilanz, Psychostimulanzien, DAK-Gesundheitsreport, ärztliche Verschreibung, Wettbewerbsgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen und empirischen Bewertung des Einsatzes von Medikamenten, insbesondere Modafinil, zur Steigerung kognitiver Leistungen bei gesunden Personen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die pharmakologischen Eigenschaften von Modafinil, die Verbreitung des Konsums in verschiedenen sozialen Gruppen sowie die ethische Bewertung durch Mediziner und die Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob der durch Medien berichtete Missbrauchstrend der Realität entspricht und welche ethischen und gesundheitlichen Konsequenzen ein solches Enhancement-Verhalten mit sich bringt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien sowie epidemiologischer Berichte, um ein fundiertes Bild über Konsummuster und ethische Implikationen zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fachliche Analyse von Modafinil, eine Auswertung empirischer Studien zur Häufigkeit des Gebrauchs und eine ethische Diskussion über Autonomie, Fairness und die Rolle der Ärzteschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Modafinil, kognitives Enhancement, Medikalisierung, Leistungsdruck, ethische Verantwortung und die Diskussion um Freiheit versus Zwang.

Welche Rolle spielt die Ärzteschaft beim kognitiven Enhancement?

Ärzte fungieren oft als zentrale Akteure, da sie durch ihre Befugnis zur Verschreibung darüber entscheiden, ob Medikamente für nicht-medizinische Zwecke zugänglich gemacht werden, was sie in ein ethisches Dilemma führt.

Wie bewerten die untersuchten Studien die Verbreitung des "Hirndopings"?

Die Studien deuten darauf hin, dass die mediale Darstellung eines epidemischen Anstiegs oft überzogen ist; der Konsum ist eher bei spezifischen Risikogruppen mit hohem Leistungsdruck in kompetitiven Umfeldern zu finden.

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Detalles

Título
Ethische Aspekte des kognitiven Enhancements am Beispiel von Modafinil
Universidad
University of Tubingen  (Biologie - Ethik in den Biowissenschaften)
Calificación
2,0
Autor
Dipl. Biol. Sabine Kira Salowsky (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
84
No. de catálogo
V188987
ISBN (Ebook)
9783656128922
ISBN (Libro)
9783656130192
Idioma
Alemán
Etiqueta
Enhancement Modafinil Ethik Bioethik Pharmazie Narkolepsie Kognitives Enhancement Neuroenhancement Neurophilosophie Medizin Pharmakologie Arzneimittelwesen Biologie Neurowissenschaften
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dipl. Biol. Sabine Kira Salowsky (Autor), 2010, Ethische Aspekte des kognitiven Enhancements am Beispiel von Modafinil, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188987
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