In dieser Arbeit wurde untersucht, welchen Bildungsbedarf die Ärzte am UKR im Hinblick auf Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz aufweisen und ob dieser mit der Berufserfahrung der Ärzte zusammenhängt. Dazu bewerteten die VP mit einem für diese Studie entwickelten Selbsteinschätzungsbogen ihren Bedarf zu verschiedenen Themen und Kompetenzen. Die Daten zeigten einen großen Bildungsbedarf vor allem an Fachkompetenzen. Der vermutete negative Zusammenhang zwischen Bedarf und Berufserfahrung konnte nur für die Fachkompetenz, nicht jedoch für die Methoden- und Sozialkompetenz nachgewiesen werden. Eine höhere Berufserfahrung scheint somit nicht zwingend mit höheren Kompetenzen und damit niedrigerem Bildungsbedarf einherzugehen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2. THEORETISCHER RAHMEN
2.1 Kompetenzentwicklung
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.1.1 Kompetenz und Handlungskompetenz
2.1.1.2 Kompetenzerwerb und Kompetenzentwicklung
2.1.2 Taxonomie der Handlungskompetenz: Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz
2.1.3 Kompetenzmessung
2.2 Kompetenzen und Aufgaben eines Arztes
2.2.1 Der Weg zum Arzt
2.2.1.1 Formale Qualifikationen im Medizinstudium
2.2.1.2 Lebenslanges Lernen– ärztliche Fort- und Weiterbildung
2.2.1.3 Informelles Lernen im klinischen Kontext
2.2.2 Expertiseforschung in der Medizin
2.2.2.1 Merkmale von Experten in der Medizin
2.2.2.2 Entwicklung von Expertise und Erfahrung in der Medizin
2.2.2.3 Erwerb von Expertise in der Medizin
2.2.3 Kompetenzprofil eines Arztes
2.2.3.1 Kompetenzen im Bereich Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz
2.2.3.2 Kompetenzprofil für die vorliegende Studie
2.3 Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR)
2.3.1 Struktur und Allgemeines
2.3.2 Neue berufliche Anforderungen – Ziel Hochleistungsmedizin
2.3.3 Personalentwicklung am UKR
2.3.4 Weiterbildung und Erhebung des Bildungsbedarfs
3. METHODISCHE UMSETZUNG
3.1 Theoretisches Forschungsmodell
3.2 Fragestellungen
3.3 Untersuchungsaufbau
3.3.1 Untersuchungsdesign
3.3.2 Operationalisierung
3.3.3 Instrument: Selbsteinschätzungsfragebogen
3.3.3.1 Entwicklung und Aufbau des Fragebogens
3.3.3.2 Bewertung von Selbsteinschätzung
3.3.4 Pilotuntersuchung (Pretest)
3.3.5 Datenerhebung
3.4 Datenauswertung
3.4.1 Stichprobenbeschreibung
3.4.2 Item- und Skalenanalyse
3.4.2.1 Trennschärfenanalyse
3.4.2.2 Faktorenanalyse
3.4.3 Betrachtung der Gütekriterien
3.4.3.1 Objektivität
3.4.3.2 Reliabilität
3.4.3.3 Validität
4. ERGEBNISSE UND DISKUSSION
4.1 Beantwortung der Fragestellungen eins und zwei: subjektiv empfundener Bedarf an Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz
4.1.1 Beschreibung der Ergebnisse
4.1.1.1 Bedarf nach Kompetenzbereichen
4.1.1.2 Bedarf nach Berufserfahrung
4.1.1.3 Bedarf nach einzelnen Items
4.1.1.4 Bedarf nach wöchentlicher Zeitinvestition
4.1.2 Interpretation der Ergebnisse des subjektiv empfundenen Bedarfs
4.2 Beantwortung der Fragestellung drei: Zusammenhang zwischen Berufserfahrung und Kompetenzbereichen
4.2.1 Darstellung der Ergebnisse
4.2.2 Interpretation des statistischen Zusammenhangs zwischen Berufserfahrung und Bedarf in den drei Kompetenzbereichen
4.3 Diskussion und Fazit der Studie
4.3.1 Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeit
4.3.2 Diskussion der Ergebnisse
4.3.3 Bewertung der Untersuchung
4.3.4 Fazit der Studie: Folgerungen für die Praxis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Bildungsbedarf von Ärzten am Universitätsklinikum Regensburg in den Bereichen Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz zu ermitteln und zu prüfen, inwieweit dieser Bedarf mit der individuellen Berufserfahrung korreliert, um daraus zielgerichtete Personalentwicklungsmaßnahmen abzuleiten.
- Analyse der Kompetenzentwicklung und des Kompetenzerwerbs bei Medizinern
- Untersuchung der Expertiseforschung im klinischen Kontext
- Ermittlung des subjektiv empfundenen Bildungsbedarfs mittels Selbsteinschätzungsfragebogen
- Zusammenhangsanalyse zwischen Berufserfahrung und Kompetenzbedarf
- Ableitung von Empfehlungen für die betriebliche Personalentwicklung
Auszug aus dem Buch
2.2.2.1 Merkmale von Experten in der Medizin
Die Domäne Medizin gilt, wie erwähnt, als besonders komplex. Die schlechte Strukturierung der Domäne weist als Gegenstand der Expertiseforschung ein besonders bedeutendes Kriterium auf: sie ist im Gegensatz zu anderen Domänen durch eine ungeheuer große und dynamische Wissensbasis gekennzeichnet (Norman et al., 2007). Im Vergleich zu anderen Domänen sind die Änderungen und Neuerungen auf dem Bereich der Forschung, Therapie sowie neuer Medikamente und Geräte kaum mehr zu überblicken. Monatlich erscheinen 64000 neue Publikationen, davon 3000 klinische Studien, von denen wiederum nur 20% für den klinischen Alltag von Bedeutung sind (Sönnichsen & Rinnerberger, 2008). Daraus entstehen im Vergleich zu anderen Domänen hohe Anforderungen an Wissensanpassung und Flexibilität sowie Informationsbeschaffungskompetenzen. Zudem sind Ärzte so stark wie keine andere Berufsgruppe eingebunden in ein System von Interaktionspartnern und Erwartungen, beispielsweise von Mitarbeitern, Vorgesetzten und Patienten, dem Gesundheitssystem mit Vorgaben und Gesetzen, ethischen Fragestellungen sowie der Pharmaindustrie. Dies erfordert ein hohes Maß an integrativen Fähigkeiten und anderen Schlüsselkompetenzen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die Relevanz des lebenslangen Lernens für Mediziner und Problemstellung des speziellen Bildungsbedarfs am Uniklinikum Regensburg.
2. THEORETISCHER RAHMEN: Wissenschaftliche Fundierung der Kompetenzentwicklung, Darstellung des ärztlichen Expertiseerwerbs sowie Erläuterung des für die Studie verwendeten Kompetenzprofils.
3. METHODISCHE UMSETZUNG: Beschreibung des Forschungsmodells, des Untersuchungsdesigns mittels Selbsteinschätzungsfragebogen sowie Erläuterung der statistischen Datenauswertung.
4. ERGEBNISSE UND DISKUSSION: Präsentation der erhobenen Daten zum subjektiv empfundenen Bildungsbedarf, Diskussion der Zusammenhänge mit der Berufserfahrung sowie Fazit für die klinische Praxis.
Schlüsselwörter
Kompetenzentwicklung, Medizinexpertise, Berufserfahrung, Bildungsbedarfsanalyse, Universitätsklinikum Regensburg, Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz, Lebenslanges Lernen, Fortbildung, Weiterbildung, Expertiseforschung, Selbsteinschätzung, Medizindidaktik, Personalentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Bildungsbedarf von Ärzten am Universitätsklinikum Regensburg hinsichtlich ihrer Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen, um daraus effektive innerbetriebliche Weiterbildungsangebote zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit verknüpft theoretische Grundlagen zur Kompetenzentwicklung und Expertiseforschung mit einer empirischen Bedarfsanalyse im klinischen Arbeitsalltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es zu klären, welche Kompetenzdefizite Ärzte wahrnehmen und ob diese Defizite in einem Zusammenhang mit ihrer bisherigen Berufserfahrung stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine Querschnittstudie mittels eines quantitativen, geschlossenen Selbsteinschätzungsfragebogens durchgeführt, wobei die Daten anschließend mittels deskriptiver Statistik und Faktorenanalysen (SPSS) ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der ärztlichen Kompetenzmodelle, die detaillierte Beschreibung der methodischen Durchführung (inklusive Operationalisierung) und die anschließende Präsentation sowie Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kompetenzentwicklung, Medizinexpertise, Bildungsbedarfsanalyse und berufliche Erfahrung zusammenfassen.
Welche Ergebnisse wurden hinsichtlich der Fachkompetenz erzielt?
Die Studie zeigt, dass der Bildungsbedarf im Bereich Fachkompetenz mit zunehmender Berufserfahrung sinkt, was die theoretische Annahme eines Wissenszuwachses stützt.
Welche Schlussfolgerungen zieht die Autorin für die klinische Praxis?
Die Autorin empfiehlt unter anderem einen stärkeren Fokus auf rechtliche Themen, Notfallsimulationen und Konfliktmanagement sowie die Förderung informeller Lernstrukturen und eine flexible Gestaltung der Fortbildungszeiten.
- Citar trabajo
- Linda Roppelt (Autor), 2010, Kompetenzentwicklung durch innerbetriebliche Weiterbildung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190720