ORF „Newsflash“ versus „Zeit im Bild 1“. Analyse der Nachrichtensendungen im Österreichischen Rundfunk


Bachelorarbeit, 2007

32 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Definitionen und Begriffserklärung
2.1. „Newsflash“
2.2. „Zeit im Bild 1“
2.3. Darstellungsarten von Beiträgen
2.4. „Lead-Satz-Prinzip“

3. Ansatz und Theorie
3.1. Kurzüberblick über die Geschichte des Rundfunks
3.2. Programmauftrag des ORF
3.2.1. Programmqualität
3.3. Stand der Nachrichtenforschung
3.4. Forschungsleitende Fragestellung
3.5. Hypothesen

4. Methode
4.1. Kategorienschema
4.1.1. Titel
4.1.2. Präsentation
4.1.3. Sendungselemente
4.1.4. Akteure
4.1.5. Themen
4.1.6. Bilder

5. Ergebnisse
5.1. „Newsflash“
5.2. „Zeit im Bild 1“
5.3. Themen
5.3.1. Donnerstag, 1. März 2007
5.3.2. Freitag, 2. März 2007
5.3.3. Montag, 5. März 2007
5.3.4. Dienstag, 6. März 2007
5.3.5. Donnerstag, 8. März 2007
5.3.6. Freitag, 9. März 2007
5.3.7. Montag, 12. März 2007
5.3.8. Dienstag, 13. März 2007
5.3.9. Mittwoch, 14. März 2007
5.3.10. Donnerstag, 15. März 2007
5.3.11. Freitag, 16. März 2007

6. Interpretation und Zusammenfassung
6.1. Ergebnis-Interpretation im Hinblick auf die forschungsleitenden Fragestellungen
6.1.1. Unterschiede
6.1.2. Gemeinsamkeiten
6.2. Ergebnis-Interpretation im Hinblick auf die Hypothesen

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

Vorwort

Hauptnachrichtensendungen werden als Markenzeichen eines Fernsehsenders angesehen. Keine andere Sendung bindet den Zuseher so stark einen Sender, besonders für das öffentlich-rechtliche Fernsehen bieten sie hohe Einschaltquoten und sind daher das „Aushängeschild“ des Senders. Eine attraktive Hauptnachrichtensendung lässt auf eine hohe Attraktivität des restlichen Fernsehprogramms schließen, diese Assoziation führt dazu, dass viel in diese Sendungen investiert wird. (vgl. Jenni 2004:1.)

Durch die Einführung des dualen Rundfunksystems (öffentlich-rechtlich und private Rundfunk-Anbieter bestehen nebeneinander) in Deutschland und Österreich, sowie die Möglichkeit in Österreich deutsche Fernsehsender via Satellit oder Kabel zu empfangen, geriet der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Österreich in einen heftigen Konkurrenzkampf. In den letzten Jahren konnte beobachtet werden, dass auch das private Fernsehen mehr in Nachrichten investiert, um damit die Zuseher an sich zu binden. Das Privatfernsehen erkannte, dass Informationssendungen den Maßstab für die Glaubwürdigkeit und Seriosität eines Anbieters vorgeben. „Nachrichten sind somit ein wichtiger Kampfplatz im Wettbewerb um Einschaltquoten geworden.“ (Jenni 2004: 1.) Der Österreichische Rundfunk (ORF) reagierte mit einer Reformation der Nachrichtensendungen.

Öffentlich-rechtliche Nachrichten verzichteten lange Zeit auf einen „News-Room“ um den Blick auf das Wesentliche (die Nachrichten) freizulegen. Durch den stetig wachsenden Konkurrenzkampf passten sich die Öffentlich-Rechtlichen den privaten Formaten an und ist damit visuell attraktiver, freundlicher, dynamischer und moderner geworden. Durch den Druck, den das private und öffentlich-rechtliche Fernsehen im Hinblick auf Qualität und Seriosität der Nachrichten, aufeinander ausüben, reformierte der ORF sein Nachrichten-Angebot. Dabei entstand die Sendung „Newsflash“, die in erster Linie dazu gedacht war, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Informationen zu versorgen. Diese Zielgruppe, wurde bis dahin durch speziell angepasste Informationssendungen über die privaten Rundfunkanstalten bedient.

Die Relevanz der Untersuchung ergibt sich unter andere daraus, dass der Zustand der beiden Sendungen „Zeit im Bild 1“ und „Newsflash“ analysiert wird, hinsichtlich konvergenter respektive divergenter Sendungselemente. Darüber hinaus muss festgehalten werden, dass der ORF ein weiteres Mal in kürzester Zeit sein gesamtes Fernsehprogramm und damit auch das Nachrichtenangebot reformiert hat, wodurch der „Newsflash“ durch den so genannten „ZiB-Flash“ ersetzt wurde. Somit ist es umso interessanter, den Zustand der Sendung zu beschreiben.

Die zentrale Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit lautet: Worin bestehen die Unterschiede, worin bestehen die Gemeinsamkeiten zwischen der Nachrichtensendungen „Newsflash“ und „Zeit im Bild 1“ hinsichtlich einzelner Sendungselemente?

Bezüglich der Arbeit soll folgende Feststellung getroffen werden:

Es wird von etwaigen Personen immer – der Eloquenz respektive der Einfachheit, sowie des Leseflusses und der Ästhetik zuliebe – im maskulinen Singular gesprochen. Ein Beispiel: Wenn von dem Berufsbild des Moderators gesprochen wird, heißt es nicht „der oder die ModeratorIn“ sondern ganz allgemein „der Moderator“. Dies soll in keinem Fall eine sexistische Abwertung darstellen.

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in die Nachrichtensendungen „Newsflash“ und „Zeit im Bild 1“ geben.

Im Kapitel „Definitionen und Begriffserklärungen“ sollen die für diese Arbeit relevanten Begriffe erklärt werden. Zum einen werden die beiden Sendungen, die untersucht wurden kurz erklärt werden. Weiters sollen auch zentrale Begriffe, die zum Verständnis der Arbeit dienen verständlich gemacht werden.

Im Kapitel „Ansatz und Theorie“ werden die zentralen Informationen zur Thematik aufgezeigt. Dabei wird ein kurzer Überblick über die Rundfunkgeschichte in Österreich gegeben. Anschließend auf den Programmauftrag des ORF eingegangen mit einem kleinen Exkurs zur Programmqualität. In diesem Teil der Arbeit wird auch der bisherige Forschungsstand dargestellt. Allerdings nur in einer ausgewählten Form, da es eine Vielzahl an Untersuchungen zum Thema Nachrichtenforschung gibt. Außerdem werden die forschungsleitenden Fragestellungen definiert und Hypothesen aufgestellt.

Im darauffolgenden Kapitel wird das Untersuchungsdesign, mit dem an die Materie herangegangen wurde, erläutert. Dabei werden die einzelnen Kategorien des Kategorienschemas aufgezählt, erklärt und operationalisiert.

Die Ergebnisse der Untersuchung werden im Kapitel „Ergebnisse“ zuerst anhand der beiden Sendungen „Newsflash“ und „Zeit im Bild 1“ Schritt für Schritt anhand des Kategorienschemas aufgelistet und erklärt. Anschließend gibt es noch eine Auswertung anhand der Themen, um die aufgestellten Hypothesen zu überprüfen. Die einzelnen Resultate werden in der Reihenfolge der Hypothesen erläutert und hinsichtlich ihrer Bedeutung bewertet.

Im letzten Kapitel, „Zusammenfassung“, sollen die zentralen Ergebnisse dieser Untersuchung noch einmal zusammengefasst werden.

2. Definitionen und Begriffserklärung

2.1. „Newsflash“

Diese Sendung ist das jüngste Kind der „Zeit im Bild“ Familie. Die Nachrichtensendung soll in erster Linie jungen Zusehern Kurznachrichten im ORF1 bieten. Die Themen, die dabei behandelt werden sind aus folgenden Ressorts nationale und internationale Politik, Wirtschaft, Chronik, Wissenschaft, Sport, Kultur und IT. Den Abschluss bildet der Wetterbericht. (ORF o. J.: 1.)

2.2. „Zeit im Bild 1“

Laut dem ORF ist die „Zeit im Bild 1“ die wichtigste Informationssendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Sie informiert den Zuschauer über das aktuelle Geschehen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Chronik. Dabei soll vor allem durch Hintergrundberichte, Analysen und Kommentare dem Rezipienten ein umfangreiches Verständnis zu tagesaktuellen Themen näher gebracht werden. (ORF o. J.: 1.)

2.3. Darstellungsarten von Beiträgen

Meldung: Unter einer Meldung versteht man jene Passagen, die vom Sprecher respektive Moderator im Studio verlesen werden.

Bericht mit Anmoderation: Darunter versteht man Beiträge, die im Vorhinein moderiert werden. Diese Moderation liefert die ersten Informationen oder Schlagwörter zu einem Thema, das jedoch meist ein Folge von einem Nachrichtenfilm oder Nachrichten im Film (NIF) näher erläutert wird.

„Off-Maz“ (Nachrichtenfilm oder Nachrichten im Film): Dies ist eine Meldung mit bewegten Bildern, sie besteht hauptsächlich aus Agenturmaterial und wird von einem anonymen Sprecher respektive dem Moderator selbst gelesen.

Bericht mit An- und Abmoderation: Darunter versteht man Beiträge, bei denen sowohl Informationen vor, als auch nach dem eigentlichen Beitrag ergänzt werden.

2.4. „Lead-Satz-Prinzip“

Dieses Prinzip besagt, dass der zentrale Kern der Information in den ersten Satz gehört. Hierbei gilt die Grundregel „das Wichtigste kommt zuerst“, damit besteht die Möglichen die Texte von hinten zu kürzen. Daher stammt auch die Bezeichnung „Pyramidenform“.

3. Ansatz und Theorie

Das Fernsehen wurde schon von Anfang an, als etwas Besonderes angesehen. Die Vermutungen, dass in diesem Medium unerkannte Möglichkeiten stecken, gehen bereits auf die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts zurück, in denen das Fernsehen in jeder Hinsicht noch wenig verbreitet und schlecht entwickelt war. Das Fernsehen ist für das heutige Leben eines Menschen kaum noch wegzudenken, dies führte zu einer Vielzahl von Veröffentlichungen von wissenschaftlichen Untersuchungen. (vgl. Burkart 2002: 316ff.)

3.1. Kurzüberblick über die Geschichte des Rundfunks

Der Rundfunk, das bedeutet Hörfunk und Fernsehen zusammen, hat eine nicht allzu lange, aber dafür sehr turbulente Entwicklung vorzuweisen. Seit 1954 ist der Rundfunk in Österreich „Bundessache“, das bedeutet die Verantwortung obliegt dem Staat. In den darauffolgenden Jahren werden Gebühren, sowohl für das Radio, als auch für das Fernsehen eingeführt. Es kommt zur Einrichtung der „Österreichischen Rundfunk Gesellschaft m. b. H.“, die ab 1974 in eine öffentlich-rechtliche Anstalt umgewandelt wird und per Gesetz eine „öffentliche Aufgabe“ zugewiesen bekommt. Mit dem „Bundesgesetz über die Aufgaben und Einrichtung des Österreichischen Rundfunks“ werden die Programmstruktur und der ORF als einziger Programmveranstalter festgelegt. (vgl. ORF Medienforschung o. J.: 1-3.)

„Rundfunk ist nach der Rechtssprechung […] eine öffentliche Aufgabe. Er dient […] der Meinungsbildung der Bevölkerung und ist damit ein unverzichtbares und konstitutives Element der Demokratie.“ (Beck In: LfR 2000: 21.) Das oberste Ziel des öffentlich-rechtlichen Rundfunks muss die Einhaltung der in den Gesetzen und Staatsverträgen festgehaltenen Auflagen sein: Information, Bildung und Unterhaltung (vgl. Kager 2001: 58).

In Österreich kommt es 1998, nach einem Rechtsstreit vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, zur Einführung von Privat-Radio. Damit beginnt die Liberalisierung des Radiomarktes – die Einrichtung eines „dualen Systems“: Öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk bestehen nebeneinander. Im Vergleich dazu besteht in Deutschland bereits seit 1984 legaler Privatrundfunk. Auch der Fernsehmarkt wird liberalisiert, 2001 wird das Privatfernsehgesetz vom Nationalrat beschlossen. Zwei Jahre später beginnt ATV+ mit dem österreichweiten Sendebetrieb.

3.2. Programmauftrag des ORF

Der Programmauftrag, die „Grundversorgung“ der Gesellschaft mit Medieninhalten, wird den öffentlich-rechtlichen Anstalten vom Gesetz zugewiesen. Sie umfasst hauptsächlich drei Funktionen: erstens die Sendungen müssen für alle Bürger mittels einer entsprechenden Übertragungstechnik zugänglich gemacht werden. Zweitens das inhaltliche Spektrum und der Qualitätsstandard der Programme müssen dem gesetzlichen Programmauftrag Genüge tun. Drittens innerhalb des Programms muss eine ausgewogene Vielfalt hinsichtlich bestehender Meinungsrichtungen bestehen. (vgl. Kelm 1989: 1-9.)

Dieser Auftrag führt zu heftigen medienpolitischen Diskussionen, denn das Bundesverfassungsgericht gewährt dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk damit eine umfangreiche „Bestands- und Entwicklungsgarantie“. Gebühren finden ihre Berechtigung um die für die Erfüllung der Grundversorgung notwendigen technischen, organisatorischen, personellen und finanziellen Anforderungen sicher zu stellen. Der private Rundfunk ist hingegen abhängig von den Einschaltquoten, dementsprechend wird auch das Angebot des Fernsehprogrammes darauf ausgerichtet.

3.2.1. Programmqualität

Durch diese Diskussion ist auch ein weiterer Streitpunkt aufgetaucht. Das zentrale Thema dabei ist die so genannte Programmqualität.

„Von öffentlich-rechtlicher Seite entspricht Qualitätsfernsehen dem Selbstverständnis, Fernsehen im Auftrag der Gesellschaft und nicht von Gesellschaftern zu veranstalten, Geld zu benötigen, um Programm zu machen und nicht Programme zu senden, um Geld zu machen und schließlich von öffentlich-rechtlicher Seite etwas Besseres anzubieten als kommerzielle Fernsehveranstalter.“

(Österreichischer Rundfunk 2001: 4.)

Rundfunkgebühren werden immerhin über die Programmqualität legitimiert. Kritiker fordern eine Eingrenzung des Angebots auf Minderheitenprogramme, um den Privaten den restlichen Markt zu überlassen. Die Öffentlich-Rechtlichen argumentieren jedoch, dass es zwar hauptsächlich um die Qualität, aber ebenso um die Quote ginge. Denn der Programmauftrag, der besagt, dass alle Bürger mit Informationen versorgt werden, könne nicht erfüllt werden, wenn der Sender im Wettbewerb nicht mithalten könne. (vgl. Österreichischer Rundfunk 2001: 5.)

Die Rundfunkanstalten bewegen sich ständig in einem Spannungsfeld zwischen Qualität und Quote, sowie gesellschaftlichem Auftrag und marktfähiger Ausführung (vgl. Stolte In: LfR 2000: 182.). Für die Öffentlich-Rechtlichen gilt: Qualität vor Quote. „Damit das Angebotsspektrum sich […] nicht auf massenwirksame Unterhaltung beschränkt, müssen gesellschaftspolitisch relevante Inhalte vornehmlich über Gebühren finanziert werden. Insoweit ist die Rundfunkgebühr […] ein Qualitätssicherungsinstrument […]“ (Elitz In: LfR 2000: 35.). Die Erkenntnis, dass man als Sender Verantwortung gegenüber dem Rezipienten hat, ist eine Dimension von Programmqualität. Zum diesem Thema empfiehlt sich die Lektüre von Heribert Schatz und Winfried Schulz, die fünf verschiedene Qualitätskriterien definiert haben. In dieser Arbeit geht es allerdings nicht um Programmqualität, sondern um die Analyse zweier Nachrichtensendungen im ORF. Anhand der vorhergegangenen Kapitel soll lediglich ein kleiner Einblick gezeigt werden, wodurch die Reform der Nachrichtensendungen eventuell ausgelöst wurde.

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
ORF „Newsflash“ versus „Zeit im Bild 1“. Analyse der Nachrichtensendungen im Österreichischen Rundfunk
Hochschule
Universität Wien  (Fakultät für Sozialwissenschaften - Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Autor
Jahr
2007
Seiten
32
Katalognummer
V195921
ISBN (eBook)
9783656487579
Dateigröße
640 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
newsflash, zeit, bild, sendungsanalyse, nachrichtensendungen
Arbeit zitieren
Isabella Switil (Autor), 2007, ORF „Newsflash“ versus „Zeit im Bild 1“. Analyse der Nachrichtensendungen im Österreichischen Rundfunk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195921

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: ORF „Newsflash“ versus „Zeit im Bild 1“. Analyse der Nachrichtensendungen im Österreichischen Rundfunk



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden