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Einstellungen zu den Dialekten der deutschen Sprache

Title: Einstellungen zu den Dialekten  der deutschen Sprache

Term Paper , 2010 , 21 Pages , Grade: 1

Autor:in: Jennifer Raab (Author)

German Studies - Linguistics
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Die dialektologische Forschung ist sehr breit gefächert und entwickelt sich fortgehend weiter. So kann man sich unter anderem mit dem Dialektsystem, wie z. B. Phonetik oder Syntax der Dialekte, dem Dialektgebrauch, also den Sprechergruppen und Situationen, oder mit der Dialektbewertung beschäftigen.

Im Folgenden werde ich mich letzterem zuwenden und zunächst allgemein die Möglichkeiten dieser Forschungsrichtung reflektieren, um letztendlich auf einzelne Untersuchungen und deren Ergebnisse eingehen zu können. Es soll hierbei jedoch nicht ausschließlich um den Dialekt als gesprochenes Phänomen, sondern auch um den Dialekt in der Literatur gehen, wobei ich mich auf die Behandlung von Dialektliteratur im Deutschunterricht konzentrieren möchte.

Um deutlich zu machen, worum es sich bei dem Thema handelt, müssen jedoch zunächst die Begriffe Dialekt, Mundart, Soziolinguistik und Dialekteinstellungen geklärt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen

2.1 Dialekt / Mundart

2.2 Standardsprache

2.3 Soziolinguistik

2.3 Dialekteinstellungen

3. Methoden zur Erfassung von Dialekteinstellungen

3.1 Befragung

3.2 Beobachtung

4. Arten von Dialektbewertungen

4.1 Selbsteinschätzung vs. Fremdeinschätzung

4.2 Dialekt vs. Standardsprache

5. Historischer Zusammenhang von Dialektbewertungen

6. Beliebtheitsskalen der deutschen Dialekte

6.1 Allensbach-Umfragen

6.2 Eichinger-Umfrage

7. Bewertungen des „Dialekts vor Ort“

8. Bewertungen beim Vergleich Dialekt – Standardsprache

8.1 Vergleich des eigenen Dialekts, anderen Dialekten und der Standardsprache

8.2 Bewertung von Dialekt und Standardsprache durch DaF-Lerner und -Lehrer

9. Dialektliteratur im Deutschunterricht

10. Zusammenhang Dialekteinstellung - Dialektkompetenz

11. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die vielschichtigen Einstellungen der deutschen Bevölkerung gegenüber Dialekten sowie deren historische Entwicklung und aktuelle Bedeutung in verschiedenen Kontexten, einschließlich des Bildungsbereichs. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Dialekte als Sprachvarietäten bewertet werden und inwiefern diese Bewertungen durch Faktoren wie Region, Sprecheridentität oder den Vergleich mit der Standardsprache beeinflusst werden.

  • Historische Phasen der Dialektbewertung im deutschen Sprachraum
  • Methodische Ansätze zur Erfassung von Spracheinstellungen
  • Empirische Analyse von Beliebtheitsskalen deutscher Dialekte
  • Die Rolle des Dialekts als „Sprache der Nähe“ im Vergleich zur „Sprache der Distanz“
  • Integration von Dialektliteratur und Dialektkompetenz in den schulischen Unterricht

Auszug aus dem Buch

2.1 Dialekt / Mundart

Es existieren zahlreiche Begriffsdefinitionen zum Dialekt, daher habe ich mich für eine Variation verschiedener Sichtweisen entschieden, um zu einem umfassenden Bild zu gelangen. Zunächst ist es sehr wichtig festzuhalten, dass die Begriffe „Dialekt“ und „Mundart“ meist synonym verwendet werden, da sie sich beide allgemein auf die „areale, horizontale Dimension sprachlicher Variation“ beziehen. Ich werde mich in meinen Ausführungen jedoch lediglich auf die Bezeichnung „Dialekt“ beschränken.

Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Griechischen und besitzt drei Bedeutungsdimensionen: „1. Gespräch, Unterhaltung, 2. generell: Redeweise und 3. speziell: Redeweise von Personenkollektiven.“ Wie man also sehen kann, besitzt die Bezeichnung in seinem Ursprung ein eher breiteres semantisches Spektrum.

Wiesinger definiert 1980 den Dialekt als „untergeordnete, lokal bis regional gebundene, privat bis halböffentlich und damit beschränkt gebrauchte, der Schriftsprache mehr oder minder fernstehende, meist wenig geschätzte, entwicklungsgeschichtlich auf natürlichem Weg aus einem Protosystem hervorgegangene Sprachform. Synchron aufgefaßt ist "Sprache" daher stets eine übergeordnete und "Dialekt" eine untergeordnete Größe, die sich nur innerhalb eines Systems in Abhängigkeit von Bezugsgrößen definieren lassen.“

Bei dieser Definition werden also verschiedene Faktoren miteinbezogen, wie lokale, geschichtliche und gesellschaftliche Aspekte (bezüglich Verwendung und Bewertung) und der Dialekt wird in Abhängigkeit von der Sprache im Allgemeinen betrachtet und ist nur mündlich realisierbar. Wichtig ist hierbei die Unterordnung des Dialekts zur Sprache an sich, da es sich schließlich um eine sprachliche Varietät handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die dialektologische Forschung und führt in die Thematik der Dialektbewertung sowie die Behandlung von Dialektliteratur im Unterricht ein.

2. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Termini wie Dialekt, Mundart, Standardsprache und Soziolinguistik, um eine theoretische Grundlage für die weiteren Ausführungen zu schaffen.

3. Methoden zur Erfassung von Dialekteinstellungen: Es werden verschiedene wissenschaftliche Herangehensweisen, insbesondere Befragungen und Beobachtungen, zur empirischen Untersuchung von Spracheinstellungen vorgestellt.

4. Arten von Dialektbewertungen: Das Kapitel unterscheidet zwischen Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung sowie dem Spannungsfeld zwischen Dialekt und Standardsprache.

5. Historischer Zusammenhang von Dialektbewertungen: Hier wird die Entwicklung der gesellschaftlichen Bewertung von Dialekten in drei historischen Stadien von 1500 bis zur heutigen Zeit analysiert.

6. Beliebtheitsskalen der deutschen Dialekte: Anhand verschiedener Umfragen wie den Allensbach- und Eichinger-Studien wird aufgezeigt, wie die Beliebtheit unterschiedlicher Dialekte gemessen und interpretiert wird.

7. Bewertungen des „Dialekts vor Ort“: Dieses Kapitel beleuchtet die sprachliche Selbstbewertung in verschiedenen Städten und diskutiert Gründe für eine eher kritische oder negative Einschätzung des eigenen Dialekts.

8. Bewertungen beim Vergleich Dialekt – Standardsprache: Hier werden empirische Studien zum Verhältnis von Dialekt und Hochsprache sowie die Einstellungen von DaF-Lernenden und -Lehrenden untersucht.

9. Dialektliteratur im Deutschunterricht: Das Kapitel erörtert die Funktionen und die unterrichtliche Realität von Dialektliteratur und diskutiert das Interesse der Lehrkräfte an deren Integration.

10. Zusammenhang Dialekteinstellung - Dialektkompetenz: Dieses Kapitel zeigt die Korrelation zwischen der tatsächlichen Beherrschung eines Dialekts und der persönlichen Einstellung zu diesem auf.

11. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der ambivalenten Stellung des Dialekts als wertvolles Identitätsmerkmal bei gleichzeitigem Aussterberisiko.

Schlüsselwörter

Dialekt, Mundart, Standardsprache, Soziolinguistik, Dialekteinstellungen, Spracheinstellungen, Beliebtheitsskala, Dialektkompetenz, Dialektliteratur, Deutschunterricht, Sozio-Dialektologie, Sprachvariation, regionale Identität, Sprachwirklichkeitsforschung, Sprache der Nähe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Einstellungen der Deutschen gegenüber ihren Dialekten, den Methoden zur deren Erfassung sowie der historischen und aktuellen Einordnung dieser Sprachvarietäten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Begriffen wie Dialekt und Standardsprache, die historische Entwicklung von Dialektbewertungen, empirische Ergebnisse zur Beliebtheit einzelner Dialekte und die Rolle des Dialekts im schulischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dialekte in der Gesellschaft bewertet werden und ob diese Bewertungen von Faktoren wie der regionalen Herkunft oder dem Vergleich mit der Standardsprache abhängen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender empirischer Studien, Umfragen (wie Allensbach und Eichinger) und fachwissenschaftlicher Texte zur Dialektologie und Soziolinguistik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, methodische Ansätze, historische Analysen, Ergebnisse aus Beliebtheitsskalen sowie Untersuchungen zur Bedeutung von Dialektliteratur und Kompetenz im Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind Dialekt, Standardsprache, Soziolinguistik, Dialekteinstellungen, Sprachvariation und Dialektkompetenz.

Warum wird „Sächsisch“ in den untersuchten Umfragen oft so negativ bewertet?

Die Arbeit weist darauf hin, dass die Abneigung gegen das Sächsische zu einem gesellschaftlichen Stereotyp geworden ist, was zeigt, dass Einstellungen zur Sprache oft untrennbar mit Einstellungen zu den Sprechern verbunden sind.

Welches Fazit zieht die Autorin hinsichtlich der Zukunft der Dialekte?

Das Fazit betont die Ambivalenz: Einerseits wird der Dialekt als wertvolles Identitätsmerkmal geschätzt, andererseits droht er durch negative Einstellungen und mangelnde aktive Verwendung in den Hintergrund zu treten.

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Details

Title
Einstellungen zu den Dialekten der deutschen Sprache
College
University of Kassel
Course
Sprachgeschichte
Grade
1
Author
Jennifer Raab (Author)
Publication Year
2010
Pages
21
Catalog Number
V196815
ISBN (eBook)
9783656229605
ISBN (Book)
9783656878070
Language
German
Tags
einstellungen dialekten sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Raab (Author), 2010, Einstellungen zu den Dialekten der deutschen Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196815
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