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Auswirkungen der Selbsteinschätzung auf die Anlageentscheidungen

Title: Auswirkungen der Selbsteinschätzung auf die Anlageentscheidungen

Seminar Paper , 2003 , 20 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Dennis Huchzermeier (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Die ökonomische Standardtheorie besagt, dass Investoren ihre Anlageentscheidungen unter vollkommener Rationalität treffen. Ob Manager, Analyst, Händler oder Privatperson, alle müssen täglich Entscheidungen fällen und sind dabei vor Fehlern nicht sicher, so dass es zu Phänomenen wie Börsencrashs oder extremen Aufschwüngen kommen kann. Hierbei handelt sich um wiederkehrende Verhaltensmuster, und da die Finanzmärkte als eine Art Spiegelbild der menschlichen Psyche fungieren, immer zwischen Hoffnung und Angst, zeigt dieses, dass Investoren häufig von der Rationalitätsannahme abweichen. Somit ist für die Finanzmärkte nicht nur die Ökonomie sondern auch die Psychologie sehr wichtig. Der Grund liegt vor allem in der Komplexität der Sachverhalte und des Zeitdrucks, der an den Märkten herrscht. Die Psyche verhindert die erforderliche Disziplin, so dass bei der Anlageentscheidung häufig der Weg des geringsten Widerstandes gegangen wird, um bloß nicht von der „Norm“ abzuweichen. Dieses wird durch Kontrollphänomene oder den Overconfidence Bias beschrieben deren Ausprägung bei einem Anleger sehr stark von seinen Charaktereigenschaften abhängt. In Kapitel 2 dieser Arbeit soll nun das Kontrollbedürfnis eines Anlegers und in Kapitel 3 das Phänomen des Overconfidence Bias näher erläutert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Kontrollmotiv

2.1. Allgemeine Erkenntnisse zum Kontrollmotiv

2.2. Die fünf Formen der Kontrolle

2.3. Determinanten des Kontrollbedürfnisses

2.4. Auswirkungen des Kontrollbedürfnisses

3. Der Overconfidence Bias

3.1. Allgemeine Erkenntnisse zum Overconfidence Bias

3.2. Unterschiede des Overconfidence Bias bei Männer und Frauen

3.3. Ursachen des Overconfidence Bias

3.4. Auswirkungen von Overconfidence auf die Finanzmärkte

3.4.1. Unter- und Überreaktionen

3.4.2. Handelsvolumen

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss psychologischer Faktoren auf Anlageentscheidungen, insbesondere das Kontrollmotiv und den Overconfidence Bias, um zu ergründen, warum Investoren häufig von der ökonomischen Rationalitätsannahme abweichen.

  • Psychologische Grundbedürfnisse und deren Einfluss auf die Anlegerpsyche.
  • Detaillierte Analyse der Kontrollillusion und ihrer verschiedenen Ausprägungsformen.
  • Untersuchung des Overconfidence Bias sowie dessen motivationale, kognitive und psychologische Ursachen.
  • Auswirkungen von Overconfidence auf die Markteffizienz, Handelsvolumina sowie geschlechtsspezifische Unterschiede beim Anlageverhalten.

Auszug aus dem Buch

2.2. Die fünf Formen der Kontrolle

Die hier beschriebenen Formen der Kontrolle sind bei Goldberg und von Nitzsch (2000, S. 142ff) ausführlich dargestellt.

Als Erste wäre die Kontrolle durch Beeinflussung zu nennen, welche die stärkste Kontrollform darstellt. Sie liegt bei einem Menschen vor, der „…den Eindruck hat, den Lauf der Dinge maßgeblich beeinflussen zu können…“(S.142), sich also nicht auf andere Menschen verlässt. Anleger besitzen an den Finanzmärkten häufig keine Möglichkeit Kursverläufe zu beeinflussen. Nur ganz wenige institutionelle Anleger haben unter Umständen diese Möglichkeit, da sie sehr hohe Volumina bewegen. Diese hohen Volumina bzw. die höheren Kapitaleinsätze reichen aber oft auch nicht aus, um die Kurse langfristig in die von ihnen gewünschte Richtung zu bewegen. Schmerzhaft erfahren mussten dies schon einige Zentralbanken, als sie versuchten ihre Währung durch Interventionen zu beeinflussen. Dagegen können Analysten oder so genannte Börsengurus Kursverläufe, wenn überhaupt, nur sehr kurzfristig beeinflussen und dann auch nur in illiquiden Märkten. Daher ist diese Form der Kontrolle in der Realität nicht möglich, worüber sich die meisten Anleger aber bewusst sind.

Die zweite, etwas schwächere Kontrollform, ist die Kontrolle durch Vorhersage. Hierbei versucht man, sich auf Ereignisse, die nicht kontrollierbar sind, durch deren Vorhersage, einzustellen und somit aus ihnen den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Anleger sind aber kaum in der Lage die zukünftige Kursentwicklung zu prognostizieren. Allerdings bilden sie es sich ein. Durch ihre Prognose bekommen sie ein Gefühl der Kontrolle, das in der Realität nicht besteht. Daher wird dieses Phänomen als Kontrollillusion bezeichnet, welches an der Börse häufig vorkommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Abweichung von der vollkommenen Rationalität durch psychologische Einflüsse und definiert das Ziel, Kontrollbedürfnisse und Overconfidence zu analysieren.

2. Das Kontrollmotiv: Dieses Kapitel erläutert das psychologische Bedürfnis nach Kontrolle, stellt die fünf Kontrollformen dar und identifiziert die Determinanten des Kontrollbedürfnisses.

3. Der Overconfidence Bias: Hier werden das Wesen, die Ursachen sowie die Auswirkungen von Overconfidence auf Finanzmärkte, inklusive geschlechtsspezifischer Unterschiede und Markteffekte, detailliert beschrieben.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, wie Selbstüberschätzung zu ineffizientem Anlageverhalten führt und betont die Notwendigkeit kritischer Distanz zur eigenen Urteilsfähigkeit.

Schlüsselwörter

Behavioral Finance, Kontrollmotiv, Kontrollillusion, Overconfidence Bias, Anlageentscheidung, Finanzmärkte, Dispositionseffekt, Selbstüberschätzung, Handelsvolumen, Markteffizienz, Psychologie, Investorenverhalten, Home Bias, Motivation, Kognitive Fehler.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Komponente an Finanzmärkten, speziell damit, wie psychologische Grundbedürfnisse und kognitive Verzerrungen die Entscheidungsfindung von Anlegern beeinflussen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Kernpunkte sind das Kontrollmotiv des Anlegers, die damit verbundene Kontrollillusion sowie das Phänomen des Overconfidence Bias.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, wie menschliche Psyche, Kontrollstreben und eine übermäßige Selbsteinschätzung bei Prognosen zu irrationalem Anlageverhalten und Fehlentscheidungen führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender verhaltensökonomischer Studien und psychologischer Theorien zum Anlageverhalten.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Kontrollmechanismen, die Analyse der Ursachen von Overconfidence und die empirisch belegten Auswirkungen auf Handelsvolumen und Kursreaktionen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Behavioral Finance, Kontrollillusion, Overconfidence Bias, Dispositionseffekt und Selbstwertdienliche Attribution.

Wie unterscheidet sich der Overconfidence Bias bei Männern und Frauen?

Studien zeigen, dass Männer zu einem stärkeren Hang zum Overconfidence Bias neigen, was häufiger zu riskanteren, volatileren Portfolios und einer höheren Handelsaktivität führt als bei Frauen.

Warum führt Overconfidence zu ineffizientem Handeln an den Märkten?

Durch die Überschätzung eigener Fähigkeiten und Informationen entstehen falsche Prognoseintervalle, was zu einer unzureichenden Reaktion auf neue Informationen (Unter- oder Überreaktionen) und damit zu suboptimalen Renditen führen kann.

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Details

Title
Auswirkungen der Selbsteinschätzung auf die Anlageentscheidungen
College
University of Hannover  (Volkswirtschaftslehre)
Course
Seminar zu Geld und Internationale Finanzwirtschaft
Grade
2,7
Author
Dennis Huchzermeier (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V19855
ISBN (eBook)
9783638238915
Language
German
Tags
Auswirkungen Selbsteinschätzung Anlageentscheidungen Seminar Geld Internationale Finanzwirtschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dennis Huchzermeier (Author), 2003, Auswirkungen der Selbsteinschätzung auf die Anlageentscheidungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19855
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