Diversity Management unter dem Aspekt der Interkulturalität


Hausarbeit, 2012

30 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Der Managementbegriff
2.1 Was ist Management?
2.2 Entstehung von Management

3 Grundlagen und Entstehung von Diversity Management

4 Interkulturalität
4.1 Begriffsdefinition
4.2 Moderne Kulturmodelle
4.2.1 Kulturmodell nach Hofstede
4.2.2 Kulturmodell nach Hall

5 Verständnisansätze von Diversity Management
5.1 Discrimination-and-fairness-Paradigma
5.2 Access-and-legitimacy-Paradigma
5.3 Learning-and-effectiveness-Paradigma

6 Chancen und Risiken von Diversity Management

7 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einführung

Um es vorweg zu nehmen, Diversity Management ist keine sozialromantische Vorstellung, in der Arbeitnehmer in Harmonie und ohne Reibungen miteinander koexistieren. Auch wenn unter dem Schutzmantel des Diversity Managements Minoritäten wie z.B. Frauen oder Ausländer besser in die Arbeitswelt integriert werden, ist die primäre Absicht nicht die Gleichstellung und Förderung, sondern das Sichern der wirtschaftlichen Ziele eines Unternehmens. Zum Sichern dieser Ziele braucht ein Unternehmen die besten verfügbaren Mitarbeiter, egal welcher Rasse, Geschlechts, Religion oder Nationalität sie angehören. Durch die Dynamik der Globalisierung, die die Märkte zusammenwachsen lässt, die rasante Entwicklung der Informationstechnologien und der wachsenden Zahl von internationalen Unternehmenszusammenschlüssen, stehen die Unternehmen vor neuen Herausforderungen. Auch die Mitarbeiter müssen neuen Anforderungen gerecht werden, so ist es vielfach von Nutzen mindestens eine weitere Sprache zu beherrschen, sei es um mit ausländischen Kunden zu kommunizieren oder in einer jeweiligen Niederlassung im Ausland eine Tätigkeit aufzunehmen. Damit sich ein Unternehmen an den Wandel der Märkte, Kunden und Produkte anpassen kann, ist es erforderlich auch die Mitarbeiterstruktur an die veränderten Marktrealitäten anzupassen. Die Aufgabe von Diversity Management ist es, eben jene heterogenen Mitarbeiterstrukturen zu managen und die Vielfalt anzuerkennen und zu nutzen.[1]

Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die Grundlagen von Management und Diversity Management schaffen und die historische, politische sowie gesellschaftliche Entwicklung aufzeigen. Ferner wird Kultur und Interkulturalität definiert und die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede von Kulturen anhand der Kulturmodelle von Hofstede und Hall dargelegt. Neben den verschiedenen Verständnisansätzen von Diversity Managements, sind die Chancen und Risiken ein zentrales Thema der Arbeit. Es wird versucht, die Frage zu beantworten, wie viel Unterschiedlichkeit in einem Unternehmen sein darf oder wie viel Unterschiedlichkeit ein Unternehmen verträgt und welche Notwendigkeit aus Sicht des demographischen Wandels für eine Gesellschaft besteht.

2 Der Managementbegriff

2.1 Was ist Management?

Management wird vom englischen Wort „to manage“ abgeleitet und bedeutet etwas handhaben oder bewerkstelligen. Es geht auf den italienischen Begriff „maneggiare“ zurück, welches handhaben bedeutet und sich ursprünglich auf die Handhabung von Pferden bezog.[2]

Der italienische Begriff „maneggiare“ wiederum wird auf den lateinischen Begriff „manus“ zurückgeführt, welches „Hand“ und „manus agere“ „an der Hand führen“ bedeutet und sich auf einen Wagenlenker bezieht.[3]

Aus wirtschaftlicher Sicht wird Management als „Komplex von Aufgaben, die zur Steuerung einer Organisation erfüllt werden müssen“ verstanden.[4]

Basierend auf Henri Fayol´s Werk „elements d´administration“ von 1929, wird im allgemeinen Management in folgende Funktionen unterteilt:

- Vorschau und Planung
- Organisation
- Anweisung
- Koordination
- Kontrolle

Die Weiterentwicklung dieses Ansatzes, hat zu der heutigen Sicht der Managementlehre geführt. Die Managementfunktionen haben sich in einen neuen Standard wie folgt gefestigt:

- Planung
- Organisation
- Personaleinsatz
- Führung
- Kontrolle[5]

Ausgangspunkt des Managementprozesses ist die Planung. Was soll erreicht werden und wie soll es erreicht werden? Es sollen Handlungsoptionen ausgelotet werden, Zielrichtungen bestimmt werden und die optimale Auswahl getroffen werden. In der Organisation werden die gesetzten Planungsziele zur Umsetzung vorbereitet. Es wird ein Handlungsgefüge aufgebaut, das Aufgaben an Personen und Stellen verteilt. Weitere Aufgaben der Organisation ist es die Kompetenzen und Weisungsbefugnisse zu verteilen sowie Kommunikationssysteme zu errichten. Die in der Organisation geschaffenen Stellen werden in der Funktion des Personaleinsatzes besetzt und im Fortlauf des Prozesses sichergestellt und erhalten. In der Funktion der Führung werden die Maßnahmen der Veranlassung und Steuerung von Arbeitshandlungen vollführt. Kern dieser Funktion ist die Kommunikation, Motivation und die Konfliktbereinigung. In der letzten Phase des Managementprozesses, der Kontrolle, werden die erreichten Ergebnisse registriert und verglichen. Ein Soll/ Ist Vergleich dient dem Auffinden von Abweichungen im Prozess. Mit der Kontrolle beginnt auch auf die darauf basierenden Daten die Planung für den neuen Prozess. Die Ergebnisse stellen dann die Sollvorgaben für den nächsten Prozess dar.[6]

Laut Malcolm Peel ist ein weiterer bedeutender Aspekt von Management unter anderem die Verantwortung für Arbeiten zu übernehmen, die andere Menschen ausgeführt haben. Zusammenfassend kann man auch sagen, dass „Management das Erreichen von Zielen durch andere Menschen ist.“[7]

Die ausgeführte Beschreibung von Management, bietet nur eine grobe Darstellung. Es wurden die übereinstimmenden Definitionen aus der Literatur kurz zusammengefasst, um ein besseres Verständnis für die nachfolgenden Kapitel zu schaffen, wo auf die unterschiedlichen Managementformen näher eingegangen wird.

2.2 Entstehung von Management

Das Praktizieren von Managementaufgaben im heutigen Sinne, begann im Zuge der Industrialisierung in Europa und Nordamerika Mitte des 18. Jahrhunderts. Die technologische Entwicklung, die durch die industrielle Revolution ausgelöst wurde, erforderte die Notwendigkeit und die Entwicklung von Organisation und Management. Den Grundstein legte John Wyatt als er 1736 die erste Spinnmaschine erfand und 1769 die erste Dampfmaschine von James Watt erfunden wurde. 1814 folgte die erste Dampfmaschine auf Rädern von George Stephenson. Adam Smith hatte schon 1776 in seinem Werk „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“ die produktionstechnischen Vorteile der Arbeitsteilung erkannt.[8]

Durch den hohen Kapitaleinsatz im Zuge der Industrialisierung, die in der zunehmenden Mechanisierung der Produktion zum Ausdruck kam, war es erforderlich geworden präzisere ökonomische Daten für Prognosen und Planungen zu haben. Dies führte zwangsläufig zu neuen organisatorischen Strukturen und zu den Grundzügen von Managementfunktionen wie Planung, Organisation und Kontrolle.[9]

Bis dahin prägte die einzelne Person als Eigentümer die Geschicke des Unternehmens. Es waren kleinere Manufakturen und Handwerksstätten. Als die Eisenbahngesellschaften wuchsen und immer mehr Personen und Güter in immer entferntere Regionen transportierten, wuchs auch der Bedarf nach koordinierteren organisatorischen Maßnahmen, um dem hohen Verkehrsaufkommen und der damit folgenden Güterversorgung Herr zu werden.[10]

Mit der wachsenden Produktionstätigkeit wurden auch andere Bereiche der Unternehmung bedeutsam. Es entwickelten sich weitere Funktionsbereiche wie z.B. der Einkauf, Personalwesen, Forschung und Entwicklung etc.[11]

Wenn die Definition einer industrialisierten Nation heißt, das mindestens 50% ihrer Bevölkerung nicht im primären Sektor (Land-, und Forstwirtschaft, Fischerei) beschäftigt ist, so überschritt England als erstes die Marke im Jahre 1841, Frankreich folgte 1866 und Deutschland 1870, Die USA erreicht die Marke als letztes im Jahre 1880.[12]

Die Managementforschung, die Management als wissenschaftliche Disziplin ansieht, leitet sich zeitnah aus dem industriellen Management ab. Um 1870 werden Produktionsmanagement und Kostenrechnung in britischen Ingenieurszeitschriften behandelt. 1886 wird in den USA Management als Disziplin betrachtet und in Ingenieursveranstaltungen thematisiert. Ein bedeutender Vertreter dieser Zeit ist F.W. Taylor, der das Scientific Management entwickelte. Die „wissenschaftliche Betriebsführung“ trennte die planende von der ausführenden Arbeit und setzte Zeitstudien ein, um die Produktivität messen und erhöhen zu können. Ferner dienten die Zeitstudien für eine leistungsgerechte Entlohnung (Akkordlohn) der Arbeiter.[13]

Im deutschsprachigen Raum entstanden ab 1898 die ersten Handelsschulen u.a. in Leipzig, Aachen, St. Gallen und Wien. 1901 folgten Köln und Frankfurt, sowie Mannheim im Jahr 1907. Die Handelsschulen formierten sich zum Teil später zu Universitäten oder technischen Hochschulen. Die Betriebswirtschaftslehre entwickelte sich aus der Volkswirtschaftslehre. Es wurden kaufmännische Grundlagen wie die Buchhaltung und Bilanzierung gelehrt und Rechtskenntnisse vermittelt. Federführende Wissenschaftler waren zu dieser Zeit u.a. Heinrich Nicklisch, der gemäß dem Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“, den Betrieb als Teil der gesellschaftlichen Ordnung ansah. Eugen Schmalenbach entwickelte die Betriebswissenschaft als angewandte Wissenschaft und gab ihr eine empirische Forschungsrichtung.[14]

Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten sich verschiedene Ansätze der Betriebswirtschaftslehre. Der produktivitätsorientierte Ansatz nach Erich Gutenberg stellt den Kombinationsprozess der Produktionsfaktoren in den Mittelpunkt. Es wird eine Beziehung zwischen dem Faktoreinsatz und Faktorertrag hergestellt, mit dessen Ergebnis ein Betrieb z.B. anhand von Kennzahlen Ziele zur Verbesserung der Produktivität oder zur Senkung der Kosten setzen kann.[15]

Als weitere Ansätze der Betriebswirtschaftslehre seien u.a. der entscheidungsorientierte Ansatz, der systemorientierte Ansatz, der verhaltensorientierte Ansatz, der umweltorientierte Ansatz und der Institutionen orientierte Ansatz genannt.[16]

Besonders hervorzuheben sei hier noch das St. Galler Management Modell, das unter die systemorientierten Ansätze fällt. In diesem Modell wird das Management in drei Ebenen unterteilt; das normative, strategische und operative Management. Wie aus dem Wort schon ableitbar, beschäftigt sich das normative Management mit den Normen, Prinzipien und der Kultur eines Unternehmens. Es dient der Lebens- und Entwicklungsfähigkeit des Unternehmens. Übergeordnet kann man den Begriff der Vision im normativen Management verwenden, das es zu erreichen und erhalten gilt. Das strategische Management beschäftigt sich mit der Umsetzung der Vision oder der Ziele, die im normativen Management definiert worden sind. Im operativen Management werden die Inhalte, die im normativen und strategischen Management aufgestellt wurden, umgesetzt. Im Mittelpunkt stehen die Prozesse der Leistungs-, Finanz- und Informationswirtschaft.[17]

Es wird darauf verzichtet, detailliert auf die unterschiedlichen Ansätze einzugehen. Es sollte lediglich eine Darstellung der verschiedenen Theorien dargelegt werden.

[...]


[1] Vgl. Benser, B. (2008), S. 10-14

[2] Vgl. Siebert, J. (2005), S. 18.

[3] Vgl. Peel, M. (1997), S.8.

[4] Steinmann, H./ Schreyögg, G. (2005), S.6.

[5] Vgl. Steinmann, H./ Schreyögg, G. (2005), S.9-10.

[6] Vgl. Steinmann, H./ Schreyögg, G. (2005), S. 11-12.

[7] Peel , M. (1997), S.8.

[8] Vgl. Staehle, H. W. (1999), S.4.

[9] Vgl. Staehle, H. W. (1999), S.9.

[10] Vgl. Steinmann, H./ Schreyögg, G. (2005), S. 33.

[11] Vgl. Staehle, H. W. (1999), S.10.

[12] Vgl. Staehle, H. W. (1999), S.7.

[13] Vgl. Hungenberg, H./ Wulf, T.(2007), S. 37-38.

[14] Vgl. Wöhe, G. (2010). S.13-15.

[15] Vgl. Wöhe, G. (2010). S.16.

[16] Vgl. Wöhe, G. (2010). S.17 ff.

[17] Vgl. Thommen, J.P. ( 2002), S. 40 ff.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Diversity Management unter dem Aspekt der Interkulturalität
Hochschule
Hochschule Bochum
Veranstaltung
Interkulturelles Personalmanagement
Note
1.0
Autor
Jahr
2012
Seiten
30
Katalognummer
V199608
ISBN (eBook)
9783656259596
ISBN (Buch)
9783656259947
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
diversity, management, aspekt, interkulturalität
Arbeit zitieren
Lokman Aktürk (Autor), 2012, Diversity Management unter dem Aspekt der Interkulturalität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199608

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