Im Gutmenschenmilieu gelten Rücksicht und Respekt vor anderen Lebensformen als prinzipiell unverzichtbare Haltung. Besonders Europäer wissen sich durch den Kolonialismus und seine barbarischen Taten in der Schuld. Dabei lassen sie unbeachtet, dass der Kolonialismus mutiert ist zur Korruption einheimischer Eliten und zur Kollaboration mit dem marktwirtschaftlichen – manche Leute sagen noch: kapitalistischen – Imperialismus des Westens. Hier ist ein moralinfreier Blick gefragt, der die komplexen Sachverhalte ausleuchtet, das Ganze ganz ausleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung
2. Der Multikulti-Diskurs
Veränderbarkeit tradierter Mentalitäten
Einwanderung in Sozialsysteme
Das Minarett-Verbot in der Schweiz
Der Andere und seine Alterität
Tyrannei der Tugend
Alteritäts-Toleranz
Diversität
Muslime werden Europäer
Orientalismus oder Okzidentalismus
Der religiöse Diskurs
Hier und doch nicht hier
Neueste Forschungen?
Das sog, kollektive Gedächtnis
3. Islahm
Panikmacher. Eine Streit-Rezension
Muslime und Islahm
Koran und Hitler
Burka im öffentlichen Dienst
Muslimische Azubis
Schauen wir schon wieder weg?
Denunziation
Geschichtszeichen
Islam 1
Islam 2
Dem Islam Zeit lassen, den Islam wachsen lassen
Islamistischer Terror
Keine Moscheen in Deutschland!
Schulfrei am Zuckerfest
Der islamische Orient
Eurozentrismus
4. Roma locuta, causa finita?
Zu dem „Gedicht“ eines Nobelpreisträgers
Grassens Griechenland
5. Verkehrte Welt. Eine Nachbemerkung
Zeitalter der vollendeten Sündhaftigkeit
Zivilisation und Barbarei
Warum Denken traurig macht
Eine Welt kontroverser Positionen
6. Hinweis auf eine Neuerscheinung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit unternimmt eine kritische Re-Vision kultureller und wissenschaftlicher Rituale unserer Zeit. Ziel ist es, gängige Methoden und Diskurse – von Gender Studies über den Multikulturalismus bis hin zur Islam-Debatte – zu hinterfragen, fundiert zu kritisieren und in ihre Schranken zu weisen, wobei die Arbeit eine dezidiert eigene, kritische Perspektive einnimmt.
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Multikulti-Diskurs und dem Islam-Verständnis in Deutschland.
- Analyse der Rolle von Intellektuellen und Medien in aktuellen gesellschaftlichen Debatten.
- Untersuchung von historischen und kulturellen Mustern (z.B. bei der Rezeption von Literatur oder politischen Ereignissen).
- Reflexion über europäische Werte, Identität und die Herausforderungen der Integration.
Auszug aus dem Buch
Hier und doch nicht hier
Einen wichtigen Beitrag zu diesem Debattenfeld der Multikulti-Szene liefert Hacı-Halil Uslucan. Dass der Autor schreiben kann, das zeigen Überschriften wie: Die Türken und die Tücken des Integrationsdiskurses oder an anderer Stelle: Allah und Alltag. Durchgängig entspricht diesem Stil eine vorsichtige, rundum blickende Umsicht, die keinesfalls perspektivisch oder gar polemisch werten will. Hacı-Halil Uslucan, wird 1965 in Kayseri/Türkei geboren, wo er die Grundschule besucht, ab 1973 lebt er in Berlin; Studium der Psychologie, Philosophie und der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der FU Berlin; Promotion und Diplom in Psychologie; seit 2010 Leiter des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung und Professor für Moderne Türkeistudien an der Universität in Duisburg-Essen. Glückwunsch zur gelungenen Integration. Da fragt man sich doch klammheimlich, warum wird nicht jeder Türke in Deutschland auch Professor?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkung: Die Einleitung etabliert den polemischen Ton der Arbeit und kritisiert die gegenwärtige mediale und wissenschaftliche Kulturlandschaft als einheitlich und ideologisch verengt.
2. Der Multikulti-Diskurs: Dieses Kapitel hinterfragt kritisch die Erfolgsnarrative der Integration und thematisiert Spannungsfelder wie das Minarett-Verbot, Alteritäts-Toleranz und das Konzept der Diversität.
3. Islahm: Hier findet eine intensive Auseinandersetzung mit der Islam-Debatte statt, wobei der Autor insbesondere die Rolle von Kritikern, Medienrezensionen und die Modernisierungsfähigkeit des Islams beleuchtet.
4. Roma locuta, causa finita?: Der Autor diskutiert hier die kontroversen Reaktionen auf ein Gedicht eines Nobelpreisträgers und setzt sich kritisch mit der deutschen Debattenkultur auseinander.
5. Verkehrte Welt. Eine Nachbemerkung: Der abschließende Teil reflektiert philosophisch über den Zustand der modernen Gesellschaft, das Leiden am Denken und die bleibende Relevanz von klassischen Werten und historischem Bewusstsein.
6. Hinweis auf eine Neuerscheinung: Ein kurzer Verweis auf eine eigene Neuerscheinung des Autors, die als weiterführende Lektüre empfohlen wird.
Schlüsselwörter
Multikulturalismus, Islam-Debatte, Integration, Gender Studies, Kritische Theorie, Identität, Diversität, Medienkritik, Kollektives Gedächtnis, Eurozentrismus, Migration, Aufklärung, Mentalität, Gesellschaftsanalyse, Politik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert eine kritische Analyse aktueller gesellschaftlicher Diskurse, insbesondere in Bezug auf Integration, Multikulturalismus und die Rolle des Islams in Deutschland, aus einer bewusst subjektiven und polemischen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern gehören die Migrationsforschung, die Kritik an den sogenannten "Gender Studies", die Analyse politischer Rituale und die Auseinandersetzung mit europäischen Identitätskonzepten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Dekonstruktion und "Re-Vision" gegenwärtiger politisch-korrekter Narrative sowie die Aufforderung zu einer nüchterneren, historisch fundierten Sichtweise auf gesellschaftliche Probleme.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine essayistische, stark wertende und kulturkritische Herangehensweise, die sich bewusst von empirisch-neutralen oder ideologisch vorbelasteten wissenschaftlichen Standards distanziert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit spezifischen Fallbeispielen wie dem Minarett-Verbot, der Rolle von Migrationsforschern, der Kritik an Medienberichterstattung sowie der Analyse kultureller und religiöser Identitäten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Multikulturalismus, Islam-Debatte, Integration, Medienkritik und Gesellschaftsanalyse fassen den Inhalt prägnant zusammen.
Wie bewertet der Autor die Rolle des "kollektiven Gedächtnisses"?
Der Autor betrachtet das kollektive Gedächtnis als einen still wirkenden, aber mächtigen Schatten, der das aktuelle Bewusstsein beeinflusst und den man nicht ignorieren kann, wenn man von Wissenschaftlichkeit sprechen will.
Wie steht der Autor zur Modernisierung des Islams?
Der Autor argumentiert, dass dem Islam eine Modernisierung zugemutet werden muss, analog zu den Transformationsprozessen, die das Christentum durch Reformation und moderne Theologie vollzogen hat.
- Citation du texte
- Prof. Dr. Erwin Leibfried (Auteur), 2012, Der Multikulti-Diskurs. Mit einem Blick auf den Islam und Grassens Griechenland-Gedicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200471