Integration, Migration, Familie - Konzept Kooperation Schulische Heilpädagogin mit Eltern von Kindern mit Lese-Rechtschreibeschwäche


Hausarbeit, 2010

13 Seiten, Note: sehr gut erfüllt


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Einleitung

2. Fragestellung

3. Theoretischer Ausgangspunkt

4. Kooperation - Definition

5. Realitätsbezogene Ausgangslage

6. Leitideen

7. Das Konzept
7.1. Die Ziele
7.2. Massnahmen
7.2.1 Persönliches Elterngespräch
7.2.2 Elternveranstaltung
7.2.3 Elternstammtisch
7.2.4 Vortragsabende
7.2.5. Konkrete Tipps für die Lernunterstützung zu Hause

8. Qualitätskriterien & Evaluation

9. Literatur

10. Quellenverzeichnis

1. Allgemeine Einleitung

Nach intensiver Auseinandersetzung mit Kinder mit einer Lese-Rechtschreibeschwäche und der Förderung derer an meinem Arbeitsplatz verspürte ich nach dem Besuch des Moduls C09 Familie, Migration, Integration, das Bedürfnis, ein Konzept für die Kooperation mit den Eltern dieser Kinder zu entwerfen und so die bereits aufgebaute schulische Förderung umfassend zu erschliessen.

2. Fragestellung

Meine Fragestellung als Einleitung zur Erstellung des Konzepts ist: „Wie erreiche ich als Schulische Heilpädagogin die Eltern der Kinder mit einer Lese-Rechtschreibeschwäche, so dass die Förderung umfassend stattfinden kann: in der Schule und intrafamiliär; dass die Fragen, Ängste und Wünsche der Eltern aufgegriffen und zusammen erörtert werden können und sich das Kind positiv im Bereich Lesen und Rechtschreibung entwickeln kann?“

3. Theoretischer Ausgangspunkt

Mehrere theoretische Ausgangspunkte sind für mein Konzept alle gleichsam von tragender Bedeutung.

Die gesetzliche Grundlage des Gesetz über Schule und Bildung des Kantons AR (2000): „Zusammenarbeit: Erziehungsberechtigte und Schule arbeiten in Ausbildung zusammen“ (Art. 32 Abs.1), bildet für mich das Fundament. Darüber setze ich das ISF-Konzept unserer Gemeinde Herisau, worin klar definiert wird, dass die Wirksamkeit und die Akzeptanz einer Fördermassnahme, hier die Förderung der Lese-Rechtschreibeschwäche stark von der Unterstützung der Lehrkräfte und der Erziehungsberechtigten abhängt. (Schulkommission/ISF-Steuergruppe, 2002, S.6)

Ein weiterer theoretischer Ausgangspunkt für meine Konzepterstellung ist der Leitfaden „Zusammenarbeit Eltern-Schule“ ebenfalls von unserer Gemeinde: „ Aus der gemeinsamen Verantwortung der Lehrer und Eltern für die Entwicklung der Kinder ergeben sich Überschneidungen und die Notwendigkeit der Kooperation… Die Schule Herisau ist interessiert an einer guten Zusammenarbeit mit den Eltern.“ (Gemeinde Herisau, Ressort Schule, 2005, S.1)

Als letzten, mehr persönlichen Ausgangspunkt möchte ich den Vortrag von Frau Schrämli und ihre Wünsche an die Lehrpersonen erwähnen. Während der Studienwoche des Moduls C09 durften wir den Vortrag von Frau Schrämli, die über ihren autistischen Sohn Dani und das Zusammenleben mit ihm berichtet hat, beiwohnen. Dieser Vortrag hat mich in vielfacher Hinsicht berührt. Einer ihrer konkreten Wünsche an uns Lehrpersonen ist: die Integration der Familie ins Schulgeschehen, indem Erfahrungen gemeinsam besprochen, gegenseitig die Anliegen wahrgenommen und in beidseitiger Arbeit integriert werden. (Schrämli, 2008, S. 8)

Diesen Wunsch möchte ich in 1. Linie in der Erstellung und in 2. Linie in der Realisation des Konzeptes Rechnung tragen.

4. Kooperation - Definition

Was versteht man eigentlich unter „Kooperation“? Natürlich gibt es unzählige Definitionen von Kooperation. Zwei Ausgewählte und eine persönlich Verfasste dienen meinem Konzept:

„Kooperation nach Bronfenbrenner stellt die Voraussetzung für förderliche Entwicklungsbedingungen von Kindern dar.“ (Sodogé, 2008, Folie Nr. 5)

„Kooperation kann als „bewusste, von allen Beteiligten verantwortete, zielgerichtete, gleichwertige und konkurrenzarme Zusammenarbeit verstanden werden.“ (Wachtel & Wittrock, 1990, S. 264)

Kooperation bedeutet für mich ein Zusammenarbeiten, in diesem Fall von Schulischer Heilpädagogin und Eltern, bei der beide Teile Aufgaben übernehmen und miteinander kommunizieren: Fragen, Sorgen, Wünsche austauschen, mit dem Ziel eine optimale Entwicklung des Kindes sowohl in der schulischen: im Bereich Lesen und Rechtschreibung als auch in der persönlichen Entwicklung zu erreichen. Ein mir wichtiger, nicht zu vernachlässigender Punkt ist, dass es allen Beteiligten dabei wohl ist und alle persönlich profitieren können.

5. Realitätsbezogene Ausgangslage

Bis zum heutigen Zeitpunkt besteht kein Konzept für die Zusammenarbeit zwischen Schulischer Heilpädagogin und Eltern von Kindern mit Lese-Rechtschreibeschwäche in unserer Schulgemeinde. Des Weiteren besteht keine Pflicht zur Kooperation in diesem Bereich. So ergibt sich die Zusammenarbeit oder auch nicht und wird als Aufgabe der Schule gesehen. Die Tatsache, die zusätzlich erschwerend hinzukommt, ist die immer noch herrschende „Barriere“ zwischen den Eltern und der Schule. Unterschied-liche Lebenswirklichkeiten von Elternhaus und Schule treffen aufeinander.

6. Leitideen

Aufgrund der Ausgangslage erschliesse ich folgende Leitideen für mein Konzept:

Die Kooperation soll neu als Chance genutzt werden. Ein Gewinn soll für beide Seiten sichtbar werden. Gemeinsam wollen wir soziales, kommunikatives Fachwissen erarbeiten. Die Zusammenarbeit wird so zu einer gemeinsamen Aufgabe von Eltern und Schulischer Heilpädagogin, wobei die Aufgaben gemäss Wünschen, Bedürfnissen und Kompetenzen aufgeteilt werden. Eine gelingende Kooperation kann erlernt werden.

Nach Palmowski & Freyling, 1997, besteht: „ Das Geheimnis gelingender Kooperation darin, den jeweils anderen gut aussehen zu lassen.“ (Palmowski & Freyling, 1997, S. 117)

7. Das Konzept

7.1. Die Ziele

Die nachfolgenden Ziele strebe ich mit meinem Konzept an:

- Bei den Eltern eine optimistische und realistische Grundhaltung zur Förderung im Bereich Lese-Rechtschreibeschwäche ihrer Kinder wecken
- Verunsicherungen bezüglich der Schwächen ihrer Kinder klären, vermindern, evtl. sogar eliminieren
- Informationsbedürfnisse der Eltern befriedigen
- Mit Hilfe der Gesprächsbereitschaft meinerseits und Bereitstellen von lernunterstützenden Materialien, den Eltern die Elternverantwortung für familiäre Massnahmen bewusst machen

7.2. Massnahmen

7.2.1 Persönliches Elterngespräch

Das Elterngespräch wird bilateral mindestens einmal pro Schuljahr zwischen Eltern und der Schulischen Heilpädagogin stattfinden. Zum 1. Elterngespräch werde ich nach den ersten Förderlektionen eingeladen. Dieses hat den Zweck persönliche Erfolge, Probleme, Auffälligkeiten des Kindes in der Förderstunde wie zu Hause zu besprechen. Ebenfalls wird die Förderplanung erklärt und die Fördermöglichkeiten zu Hause werden angesprochen. Dabei werde ich den individuellen Förderplan des Kindes in den Vordergrund stellen, um die Ziele der Förderung gemeinsam mit den Eltern zu definieren und die Lernfortschritte des Kindes den Eltern transparent zu machen. Anhand des Förderplanes ist es für die Eltern einfacher den Lernfortschritt zu erkennen und zu würdigen. Die Würdigung des Fortschrittes ist von tragender Bedeutung für die weitere Entwicklung des Kindes.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Integration, Migration, Familie - Konzept Kooperation Schulische Heilpädagogin mit Eltern von Kindern mit Lese-Rechtschreibeschwäche
Hochschule
Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Zürich  (Sonderpädagogik)
Veranstaltung
Integration, Migration, Familie
Note
sehr gut erfüllt
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V201168
ISBN (eBook)
9783656279037
ISBN (Buch)
9783656278924
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Integration, Lese-Recht-Schreibeschwäche, Migration, Familie, Sonderpädagogik, Heilpädagogik
Arbeit zitieren
MA in Special Needs of Education Nicole Hofstetter (Autor), 2010, Integration, Migration, Familie - Konzept Kooperation Schulische Heilpädagogin mit Eltern von Kindern mit Lese-Rechtschreibeschwäche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201168

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Integration, Migration, Familie - Konzept Kooperation Schulische Heilpädagogin mit Eltern von Kindern mit Lese-Rechtschreibeschwäche



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden