In Zeiten unbeständiger Wirtschaftslagen und zunehmender Globalisierung unterliegen Unternehmen einem immensen Konkurrenzdruck, welcher sie zwingt effiziente Wettbewerbs-strategien zu entwickeln und so die Arbeitsabläufe innerhalb des gesamten Unternehmens zu optimieren. Im Mittelpunkt stehen hierbei nicht nur die operativen Auftragsabwicklungsprozesse mit den Aufgaben Beschaffung, Produktion und Absatz, sondern auch unterstützende Aktivitäten wie die Personalwirtschaft.
Hierbei wird vor allem der Personalbeschaffung eine enorme Bedeutung zugesprochen. Die Anforderungen der Unternehmen an die sozialen und fachlichen Fähigkeiten der Mitarbeiter steigen bei den heutigen Marktgegebenheiten deutlich. Folglich ergibt sich ein bedeutender Wettbewerbsvorteil für Unternehmen, die sowohl ein hohes Maß an Popularität auf dem Arbeitsmarkt aufweisen als auch über einen zeiteffizienten und transparenten Bewerbungsmanagementprozess verfügen.
Diese Tatsache hat der Automobilzulieferer XXX im Jahre 2006 verinnerlicht und in Form der Implementierung eines E-Recruiting Systems im Standort Hannover für sich verwirklicht. Der Begriff E-Recruiting beschreibt „die Personalbeschaffung via Internet“ . XXX hat vor allem die Zeit- und Kosteneinsparungspotenziale, die mit einem E-Recruiting System verbunden sind, erkannt und daher den gesamten Bewerbungsmanagementprozess mithilfe des Systems d.vinci digitalisiert. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich demgemäß mit dem entsprechenden Projekt „Implementierung eines E-Recruiting Systems“.
In Kapitel zwei der Arbeit steht die Planung und Durchführung des Projektes im Fokus. Hier sollen nach einer kurzen Definierung der Projektziele, die Projektinhalte differenziert nach Arbeitsphasen dargestellt werden. Außerdem werden die zentralen Projektpläne sowie auch Maßnahmen, die XXX im Rahmen des Risikomanagements ergriffen hat, erläutert. Zuletzt soll auf die vorherigen Punkte aufbauend schließlich die Realisierung des Projektes aufgezeigt werden. Im dritten Kapitel soll ein reflektiver Bezug zum Projekt genommen werden. Dabei werden zunächst die Techniken des Controllings des behandelten Projektes dargestellt. Anschließend werden dann die Projektergebnisse analysiert und interpretiert um zum Abschluss die gewonnenen Erfahrungen auszuwerten und auf andere Projekte zu beziehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung: Projektbegründung und -abgrenzung
2 Projektbeschreibung: Planung und Durchführung des Projektes „Implementierung eines E-Recruiting Systems“
2.1 Festlegung der Projektziele
2.2 Projektinhalte: Differenzierung nach Arbeitsphasen
2.3 Zentrale Projektpläne
2.4 Projektrisikoanalyse
2.5 Projektdurchführung: Realisierungsschritte
3 Projektreflexion: Ergebnisanalyse und Verbesserungsoptionen
3.1 Ansatzpunkte und Methoden des Projektcontrolling
3.2 Ergebnisanalyse und -interpretation
3.3 Erfahrungsauswertung und transferierbares Verbesserungspotenzial auf andere Projekte
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung des Bewerbermanagementprozesses bei der Firma XXX Hannover durch die Einführung einer E-Recruiting-Software. Ziel ist es, durch die Digitalisierung des Rekrutierungsprozesses Kosteneinsparungen zu erzielen, die Effizienz bei der Personalauswahl zu steigern und die Arbeitgeberattraktivität durch moderne Prozesse zu verbessern.
- Prozessoptimierung im Personalwesen mittels DMAIC-Zyklus
- Kosteneinsparungen durch IT-gestützte Rekrutierungssysteme
- Risikomanagement bei der Implementierung von Softwarelösungen
- Projektcontrolling und Erfolgsanalyse der Systemumstellung
- Transferierbarkeit von Prozessstandards auf globale Projekte
Auszug aus dem Buch
2.1 Festlegung der Projektziele
Durch das dargelegte Projekt sollen diverse Ziele und Nutzenkomponenten im Rahmen eines optimierten Bewerbermanagements realisiert werden. Es lassen sich drei große Zielblöcke voneinander abgrenzen. Insbesondere sollen Kosteneinsparungen erzielt werden, aber auch Imageverbesserungen und Wertschöpfungspotenziale werden als Folge der Einführung eines E-Recruiting Systems angestrebt bzw. verwirklicht.
Die Kosteneinsparungen erstrecken sich vor allem auf die Personal- und Medienkosten. Sie sollen durch die Einführung der Software-Lösung um etwa 55.000 € pro Jahr reduziert werden. Dies entspricht einer Kostenreduktion von 15,2%.
Da das Internet in den letzten Jahren zu einem bedeutsamen Medium für die Stellensuche geworden ist, kann E-Recruiting als die marktgerechteste Form der Personalbeschaffung angesehen werden. Es bietet dem Bewerber mehr Markttransparenz sowie eine enorme Vereinfachung des Bewerbungsprozesses mit deutlich weniger Kosten- und Zeitaufwand, wodurch die Attraktivität des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt steigt und folglich ein Imagegewinn erzielt werden kann.
Diese Tatsache trägt unter Anderem zur Realisierung von Wertschöpfungspotenzialen bei, denn durch die verbesserte Reputation steigt die Anzahl an Bewerbungen, womit sich auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich in dem Bewerberpool kompetente Kandidaten und damit qualifizierte, zukünftige Mitarbeiter befinden. Zudem kann eine erhebliche Erhöhung der Durchlaufgeschwindigkeit des Personalauswahlprozesses erreicht werden. Die Personalbeschaffungs-Software verfügt beispielsweise über eine automatisierte Korrespondenz, welche die Kommunikation mit den Bewerbern stark vereinfacht, indem sie es z.B. ermöglicht beliebig viele Vorlagen für Serienbriefe und E-Mails zu hinterlegen. Zudem erfolgt eine direkte Anbindung des Systems an die elektronische Personalakte, wodurch alle Daten des zukünftigen Mitarbeiters automatisch archiviert werden. Insgesamt soll eine Verkürzung der Durchlaufzeit um etwa 11% erzielt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Projektbegründung und -abgrenzung: Die Einleitung erläutert den steigenden Konkurrenzdruck im Personalwesen und begründet die Notwendigkeit der Einführung eines E-Recruiting-Systems zur Effizienzsteigerung bei der Firma XXX Hannover.
2 Projektbeschreibung: Planung und Durchführung des Projektes „Implementierung eines E-Recruiting Systems“: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Projektplanung auf Basis des DMAIC-Zyklus, einschließlich der Zieldefinition, Kostenanalyse, Risikobewertung und der schrittweisen Implementierung der Software.
3 Projektreflexion: Ergebnisanalyse und Verbesserungsoptionen: Im Hauptteil erfolgt eine kritische Reflexion des Projekterfolgs mittels Controlling-Methoden sowie die Auswertung des Verbesserungspotenzials für die globale Ausweitung des Systems auf andere Standorte.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Einführung des E-Recruiting-Systems erfolgreich zur Prozessoptimierung und Kostensenkung beigetragen hat und als Grundlage für weitere globale Implementierungen dient.
Schlüsselwörter
E-Recruiting, Personalbeschaffung, Bewerbermanagement, Prozessoptimierung, Six Sigma, DMAIC, Kostenanalyse, ROI, Projektmanagement, Softwareimplementierung, Personalwirtschaft, Digitalisierung, Risikomanagement, Arbeitgeberattraktivität, Projektcontrolling.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Projektarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Einführung eines E-Recruiting-Systems bei der Firma XXX Hannover zur Digitalisierung und Optimierung des Bewerbermanagementprozesses.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die systematische Planung nach dem DMAIC-Ansatz, die Wirtschaftlichkeitsanalyse (Kostenersparnis), das Risikomanagement bei IT-Projekten sowie die Projektreflexion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Darstellung und Analyse der Projektschritte zur Implementierung einer Softwarelösung, die Zeit und Kosten bei der Personalauswahl einsparen soll.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit orientiert sich methodisch an der Qualitätsstrategie Six Sigma, insbesondere an dem DMAIC-Zyklus (Define, Measure, Analyze, Improve, Control).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Projektplanung, die praktische Umsetzung der Softwareeinführung, die Risikoanalyse mittels FMEA sowie die abschließende Ergebnisanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die zentralen Begriffe sind E-Recruiting, Prozessoptimierung, Kosteneinsparung, Six Sigma und Projektcontrolling.
Warum wurde für die Softwarelösung ein ASP-Modell gewählt?
Das ASP-Modell (Application Solution Provider) wurde gewählt, um das Ausfallrisiko zu minimieren und von professioneller Wartung, Helpdesk-Support und garantierter Fehlerbehebung zu profitieren.
Wie wurde das Risiko der Systemeinführung während des Projekts gesteuert?
Das Risiko wurde durch eine vorab durchgeführte FMEA, eine Besichtigung des Rechenzentrums, eine einmonatige Pilotenphase und vertraglich vereinbarte Service-Level-Agreements mit dem Anbieter minimiert.
Welche Lehre wurde aus dem Zeitplan-Verzug für künftige Projekte gezogen?
Die Erfahrung zeigte, dass Urlaubszeiten in der Zeitplanung explizit berücksichtigt werden müssen, um Terminverschiebungen bei der Inbetriebnahme zu vermeiden.
- Citar trabajo
- Laura Parlabene (Autor), 2010, Optimierung des Bewerbermanagement der XXX Hannover durch die Implementierung eines E-Recruiting Systems, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204404