Portfolio zu "Pädagogische Gesprächsführung"


Hausarbeit, 2012

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Reflexion der behandelten Modelle
2.1 Der klientzentrierte Ansatz von Carl Ransom Rogers
2.2 Der nicht- direktive Ansatz von Tausch & Tausch
2.3 Die Transaktionsanalyse
2.4 Die gewaltfreie Kommunikation
2.5 Das Kommunikationsmodell von Virgina Satir
2.6 Die Tetralemma- Aufstellung
2.7 Ausgewählte Coachingmodelle
2.8 Die Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl
2.9 Die Mediation

3. Systemische Beratung
3.1 Geschichtlicher Rückblick
3.2 Allgemeine Informationen
3.2.1 Das System
3.2.2 Konstruktivismus
3.2.3 Perturbation
3.2.4 Das Prinzip der Ressourcenorientierung
3.2.5 Die Zirkularität
3.3 Ausgewählte systemtherapeutische Modelle
3.3.1 Das Mailänder Modell
3.3.2 Das reflektierende Team
3.3.3 Die lösungsorientierte Kurztherapie
3.4 Systemisches Fragen
3.4.1 Zirkuläres Fragen
3.4.2 Klassifikationsfragen
3.4.3 Prozentfragen
3.4.4 Übereinstimmungsfragen
3.4.5 Subsystemvergleiche
3.4.6 Fragen zur Wirklichkeitskonstruktion
3.4.7 Fragen zur Möglichkeitskonstruktion
3.4.8 Die Wunderfrage
3.5 Fazit

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

6. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

„Im echten Gespräch geschieht die Hinwendung zum Partner in aller Wahrheit, als Hinwendung des Wesens also“ (Buber 1994, S. 293).

Durch dieses Zitat lässt sich die Thematik des Seminars „Pädagogische Gesprächsführung“ sehr gut darstellen. In einem (pädagogischen) Gespräch ist es unerlässlich, sich dem Gegenüber völlig zuzuwenden und dieses auch als ernst zu nehmendes Wesen mit all seinen Eigenschaften und Problemen anzunehmen und zu respektieren.

In allen behandelten Themen der Veranstaltung wurde eben diese Tatsache deutlich.

Gleich zu Beginn des Seminars wurden Gesprächsregeln festgelegt, welche während des kompletten Verlaufes gelten sollten. Dass man also jeden aussprechen lässt, zuhört und niemanden auslacht wurde schnell genauso zur Selbstverständlichkeit wie der Aspekt, dass das im Seminar Preisgegebene, was oft auch sehr persönlich war, bei den Seminarteilnehmern bleibt und niemandem Externen weitererzählt werden darf.

In der Einführungsveranstaltung wurde das dialogische Prinzip von Martin Buber behandelt, anhand welchem den Teilnehmern ein guter Überblick über die Aspekte eines erfolgreichen und empathischen Gesprächs gegeben wurde.

Mithilfe eines Blitzlichtes, welches zu Beginn jeder Sitzung durchgeführt wurde, war es jedem Teilnehmer möglich, das in der letzten Sitzung gelernte oder die Meinung zu einem Modell kundzutun; dies stellte sich auch für alle anderen als hilfreiche Wiederholung des behandelten Themas heraus, ebenso konnte das Wissen nochmals ergänzt werden.

Das Seminar erfolgte jedes Mal in einem Stuhlkreis, welcher sehr dazu beitrug, sich noch besser in die Thematik der Gesprächsführung hinein zu fühlen. Denn somit zeigten sich die Teilnehmer für jeden innerhalb des Kreises offen, ohne einen Tisch vor sich, welcher eine blockierende oder sogar abwehrende Wirkung erzeugen kann. In dieser Formation wurden unterschiedliche Modelle der Gesprächsführung vorgestellt, auf welche im Verlauf dieser Arbeit eingegangen wird. Dabei werden neun Ansätze kurz dargestellt und im Anschluss daran wird auf eines, welches mein Referatsthema darstellte, vertieft eingegangen.

2. Reflexion der behandelten Modelle

Im Folgenden sollen die im Seminar behandelten Modelle der pädagogischen Gesprächsführung in der Reihenfolge der Präsentationen kurz erläutert werden, dabei möchte ich auf die Inhalte der jeweiligen Themen eingehen, welche mich persönlich am meisten zum Nachdenken angeregt haben.

2.1 Der klientzentrierte Ansatz von Carl Ransom Rogers

Der Therapeut soll nach Rogers dem Klienten nicht als Übermensch entgegentreten, sondern ihn in seiner ganzen Beschaffenheit akzeptieren (vgl. Rogers 2009, S. 184). Dabei soll sich der Therapeut echt verhalten und seine wahre Meinung offenbaren (vgl. ebd.). Durch diese positive Einstellung fällt es leichter, das Verständnis für die Probleme des Klienten, das Einfühlungsvermögen und den Willen dazu offen zu demonstrieren, wodurch sich der Klient verstanden und in seiner Person angenommen fühlt (vgl. ebd.). Es lassen sich also drei wichtige Therapeutenmerkmale benennen: die „[…] Akzeptanz, Kongruenz und Empathie […]“ (Wingchen 2006, S. 56). Bei Rogers handelt es sich demnach um eine nicht- direktive Gesprächsführung, in welcher der Therapeut dem Klienten keine „[…] Ratschläge, Ermahnungen, Erklärungen und Interpretationen […]“ (Weinberger 2004, S. 22) geben, sondern ihm einfach dazu verhelfen soll, sich selbst besser zu verstehen und dadurch zu Lösungen zu kommen.

Ich persönlich halte diesen Ansatz für sehr nützlich und Alltagsgetreu, da man bei Menschen sehr viel bewirken kann, wenn man diesen nur aufmerksam zuhört und ihnen das Gefühl völliger Akzeptanz gibt. Im Gegensatz dazu führt dominantes Verhalten (z.B. Kritik, Nicht ausreden lassen) oft zu einer Verschärfung der Lage.

2.2 Der nicht- direktive Ansatz von Tausch & Tausch

Der o.g. Ansatz von Carl Rogers gewann in Deutschland durch das Ehepaar Reinhard und Anne- Marie Tausch an Bekanntheit und Bedeutung (vgl. Stumm 2005, S. 473).

Diese gliedern vier Dimensionen von „[…] zwischenmenschlichen Beziehungen […]“ (Tausch & Tausch 1998, S. 100) in nützliche und hinderliche (vgl. ebd.) Formen. So gibt es „Mißachtung-Kälte-Härte“ vs. „Achtung- Wärme- Rücksichtnahme“, „Kein einfühlendes Verstehen“ vs. „Vollständiges einfühlendes Verstehen“, „Fassadenhaftigkeit- Nichtüberein-stimmung- Unechtheit“ vs. „Echtheit-Übereinstimmung-Aufrichtigkeit“ und „Keine fördernden nichtdirigierenden Tätigkeiten“ vs. „Viele fördernde nichtdirigierende Tätigkeiten“ (ebd.).

Dieses Modell finde ich ebenfalls sehr interessant und nützlich. Führt man ein Gespräch mit einer Person und merkt, dass diese sich sehr künstlich verhält, fällt es schwerer, sich dieser Person anzuvertrauen. Im Gegensatz dazu kann mit ehrlichen und authentischen Menschen viel besser ein vertrauensvolles Gespräch stattfinden; das Gleiche gilt auch für Personen, die überhaupt kein Interesse am Gegenüber zeigen. Ich habe ebenfalls Erfahrungen mit Gesprächspartnern gemacht, die unfreundlich, ja sogar abwertend waren. Dies belastet psychisch sehr und stellt keine Basis für eine gute zwischenmenschliche Beziehung dar. Auch die letzte Dimension ist sehr wichtig, denn eine Beziehung zu einem anderen Menschen verläuft besser, wenn eine ausgeglichene Kommunikationsform herrscht. Macht man seinem Gegenüber ständig nur Vorwürfe und lässt dieses nie zu Wort kommen, so ist dies auf keinen Fall förderlich für einen guten Umgang miteinander.

2.3 Die Transaktionsanalyse von Eric Berne

Nach Berne beinhaltet das menschliche Dasein in einer Gesellschaft den ständigen Transfer von Transaktionen zwischen Individuen. Dabei existieren verschiedene Rollen innerhalb einer Person, das „Eltern- Ich“, das „Erwachsenen- Ich“ und das „Kind- Ich“ (Rüttinger 2005, S.20). Die TA untersucht den vorhandenen Ich- Zustand während einer Transaktion und dessen Wirkung auf den Interaktionspartner (vgl. Berne 2005, S. 178). Bei einer Transaktion erfolgt eine Anrede aus einem bestimmten Ich- Zustand, kommt eine Antwort aus demselben Ich- Zustand zurück, handelt es sich um eine komplementäre bzw. parallele Transaktion. Wird aus einem anderen Ich- Zustand heraus geantwortet, findet eine gekreuzte Transaktion statt. Außerdem ist die verdeckte Transaktion zu nennen, in welcher sowohl verbale als auch non- verbale Ich- Botschaften übermittelt werden (vgl. Hagehülsmann 2006, S. 49).

Auch dieses Modell überzeugt mich völlig, denn sowohl die Ich- Zustände, als auch die Formen der Transaktion finden sich im Alltag wieder. So kann sich eine eigentlich friedlich oder andersrum eine konflikthaft gedachte Konversation schnell in die jeweils andere Richtung wenden, wenn aus einem unerwarteten Ich- Zustand heraus reagiert wird.

2.4 Die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg

Die erste Komponente der GFK bildet die strikte Trennung von Beobachtung und Bewertung (vgl. Rosenberg 2010, S. 45), diese bezeichnet Rosenberg als „Die höchste Form menschlicher Intelligenz“ (ebd.). Seine Gefühle wahrnehmen und ausdrücken bildet die zweite Komponente. Menschen eignen sich mit der Zeit an, nicht mehr in sich zu gehen und über die eigenen Gefühlen nachzudenken (vgl. ebd. S. 57); dadurch kommt es zu einer Entfremdung und die Gefühle können irgendwann nicht mehr ausgedrückt werden (vgl. ebd., S. 57ff.). Die dritte Komponente besteht aus dem „[…] Erkennen und Akzeptieren der Bedürfnisse hinter unseren Gefühlen“ (ebd., S. 81). Gelingt es uns, unsere Gefühle mit unseren Bedürfnissen in Beziehung zu setzen, so wird es für unser Gegenüber einfacher, empathisch zu handeln (vgl. ebd.). Das Bitten bildet die vierte Komponente (vgl. ebd., S. 15). „Dieser vierte Schritt ist sehr wichtig, denn um etwas ganz einfaches zu bitten, kann die Welt verändern“ (ebd., S. 16).

Die GFK im Alltag anzuwenden erfordert m.E. zwar eine Menge Anstrengung und Konzentration, da sich die Trennung der reinen Beobachtung von der Bewertung oft als sehr schwierig darstellt. Doch gelingt dies, so ergeben sich positive Resultate. Dasselbe gilt auch für die anderen Komponenten, denn sowohl Gefühle zu erkennen und diese mit Bedürfnissen zu verbinden als auch eine konkrete Bitte anstatt einer Kritik zu äußern, fallen nicht immer leicht, doch die gezielte Anwendung macht sich bezahlt- sowohl bei mir selbst, als auch bei meinem jeweiligen Gegenüber.

2.5 Das Kommunikationsmodell von Virginia Satir

Die Methode der Parts Party war für mich bei dieser Präsentation am eindrucksvollsten, weshalb diese nun angeführt werden soll: Satir geht davon aus, dass im Innenleben eines Menschen verschiedene Teile existieren, die (jedes für sich) nach Herrschaft trachten. Die Parts Party will dem Menschen diese unterschiedlichen Glieder bewusst machen und sie im Falle einer gegenseitigen Blockade zur Kooperation bringen. Für die Durchführung der Party werden verschiedene Personen ausgewählt, welche diese Teile verkörpern. Im Verlauf werden die jeweiligen Glieder vom Therapeuten dazu aufgefordert, mehr oder weniger zu dominieren. Letzten Endes soll eine Lösung entstehen, mit der sich alle Teile wohlfühlen (vgl. Satir 2004, S. 202- 206).

Diese Methode finde ich sehr interessant, denn damit kann man herausfinden, welche unterschiedlichen, vielleicht sich sogar widersprechenden Teile unser Ich ausmachen. Nicht zuletzt durch die praktisch durchgeführte Parts Party im Seminar wurde ich persönlich dazu angeregt, mich mit diesen Anteilen meines Selbst auseinanderzusetzen. Doch alles in allem ist die Methode (wie sie von Satir durchgeführt wird) m.E. sehr aufwendig und daher weniger alltagstauglich.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Portfolio zu "Pädagogische Gesprächsführung"
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V209974
ISBN (eBook)
9783656382072
ISBN (Buch)
9783656382720
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
portfolio, pädagogische, gesprächsführung
Arbeit zitieren
Julia Trebes (Autor), 2012, Portfolio zu "Pädagogische Gesprächsführung", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209974

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