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Die Schwarze Pädagogik des 18. und 19. Jahrhunderts nach Katharina Rutschky und deren Renaissance im 21. Jahrhundert

Titre: Die Schwarze Pädagogik des 18. und 19. Jahrhunderts nach Katharina Rutschky und deren Renaissance im 21. Jahrhundert

Dossier / Travail , 2012 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Eva Herrmann (Auteur)

Pédagogie - Théorie de la science, Anthropologie
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Der Begriff der Schwarzen Pädagogik wurde vor allem von der Pädagogin und Soziologin Katharina Rutschky stark geprägt und ist populär geworden, als sie 1977 ihr gleichnamiges Buch „Schwarze Pädagogik. Quellen zur Naturgeschichte der bürgerlichen Erziehung“ veröffentlichte. Hier lässt sich eine Zusammenfassung von über 200 historisch-kritischen Texten über die Erziehung des Bürgertums aus dem 18. und 19. Jahrhundert vorfinden, welche die dunkle Seite der damaligen Pädagogik widerspiegeln. Die Auffassung von einer Schwarzen Pädagogik nach Rutschky sowie ihr Werk sollen die Basis dieser Arbeit darstellen.

Im Folgenden soll zunächst ein kleiner Einblick in Rutschkys Leben statt finden, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wer sie war und aus welcher Perspekti-ve sie das Buch verfasst hat. Anschließend wird erklärt werden, was Rutschky unter dem Begriff „Schwarze Pädagogik“ versteht. Um das Begriffsverständnis zu untermauern, folgt eine Ausführung darüber, in welchem historischen Kontext ein solches Erziehungsverständnis entstehen konnte. Auch das Menschenbild soll im Anschluss daran aufgezeigt werden. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie die Schwarze Pädagogik sich in der Praxis umgesetzt hat, werden zwei ausgewählte Erziehungspraktiken aus dem Zeitraum des 18. Und 19. Jahrhunderts beschrieben, und an historischen Beispielen deutlich gemacht. Abschließend gehe ich der spannenden Frage nach, ob die Schwarze Pädagogik ausschließlich in der Erziehungspraxis der Vergangenheit zu finden ist, oder ob bereits Ansätze einer Renaissance im 21. Jahrhundert wieder zu finden sind. Dabei wird auch das pädagogische Konzept der berühmten Fernsehsendung „Super Nanny“ betrachtet werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der Schwarzen Pädagogik nach K. Rutschky

2.1 Wer war K. Rutschky?

2.2 Die Bedeutung des Begriffs nach K. Rutschky

3. Der geschichtliche Hintergrund der Schwarzen Pädagogik: Die Erziehung im Zivilisationsprozess

4. Das Menschenbild der Schwarzen Pädagogik

5. Historische Varianten repressiver Erziehungspraktiken des 18. und 19. Jahrhunderts

5.1 Die Pädagogische Initiation

5.2 Affenliebe

6. Gibt es Ansätze einer Renaissance der Schwarzen Pädagogik in derErziehung des 21. Jahrhunderts?

6.1 Die Pädagogische Initiation und die Affenliebe in moderner Form

6.2 Das pädagogische Konzept der „Super Nanny“ – ein Konzept, das Elemente einer Schwarzen Pädagogik enthält?

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Konzept der „Schwarzen Pädagogik“ basierend auf Katharina Rutschkys Werk und analysiert deren historische Wurzeln, Menschenbilder sowie repressive Erziehungsmethoden des 18. und 19. Jahrhunderts, um zu ergründen, ob in modernen Konzepten wie der Fernsehsendung „Super Nanny“ eine Renaissance dieser Ansätze zu finden ist.

  • Definition und wissenschaftliche Einordnung der Schwarzen Pädagogik
  • Zusammenhang zwischen Zivilisationsprozess und Erziehung
  • Repressive Erziehungspraktiken (Initiation und Affenliebe)
  • Kritische Analyse aktueller pädagogischer Medienformate
  • Debatte über die Kontinuität autoritärer Erziehungsmuster

Auszug aus dem Buch

5.1 Die Pädagogische Initiation

Der Ritus der Initiation betrifft laut Rutschky insbesondere die Knaben. Sie müssen meist eine Prüfung, die mit einer gewissen Gefahr verbunden ist, abhalten. Sinn und Zweck des Ganzen ist es, das Tabu der Sexualität und das Tötungsverbot als ein „zivilisatorisches Plus“ (Rutschky 1977, S. 3) in der Psyche der Jungen zu verfestigen. Erst mit dem Bestehen der Prüfung und mit der Verfügung über dieses Wissen wird der Knabe von der Gesellschaft als ein erwachsener Mann angesehen.

In seiner individualisierten Form treibt der Erzieher diesen Initiationsritus aus Angst vor dem Kind weiter fort, der eine lang anhaltende Unterwerfung zum Ziel hat (vgl. ebd.). Dabei werden das Sexualtabu und die immer wieder auftauchende Todesdrohung so gebraucht bzw. eingesetzt, dass das „narzistische“ Sicherheitsbedürfnis des Erziehers befriedigt ist (vgl. Stechow 2010, S. 139).

Die ständige Todesdrohung wird auf unterschiedliche Art und Weise eingesetzt. Eine Form ist das gemeinsame Beten zu Gott, dass die Achtung und den Gehorsam gegenüber den Eltern in den Köpfen der Kinder fest verankern soll.

In einem Gebet, das J. F. Hebart 1796 niedergeschrieben hat, wird beispielsweise deutlich, dass das Kind es nicht als selbstverständlich ansehen soll, von den Eltern versorgt zu werden. Die Voraussetzung dafür ist, den Eltern Freundlichkeit und Gehorsam entgegen zu bringen. Im Vordergrund steht bei diesem Gebet, an die Dankbarkeit des Kindes gegenüber den Eltern zu appellieren:

„Ich danke euch auch, daß ihr mir zu essen und zu trinken gegeben habt […]. Ihr müsst mich wohl recht lieb haben, daß ihr das tut, denn es zwingt euch niemand dazu. Wenn ihr nur immer gleich freundlich und zufrieden mit mir wäret! Morgen will ich mich recht gut aufführen, und recht fleißig sein, und recht zuhören, wenn ich lerne” (Rutschky 1977, S. 14).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Entstehung des Begriffs durch Katharina Rutschky und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie das Ziel der Untersuchung.

2. Der Begriff der Schwarzen Pädagogik nach K. Rutschky: Dieses Kapitel widmet sich der Biografie Rutschkys und definiert die Kernelemente der Schwarzen Pädagogik, insbesondere die Machtausübung und Unterdrückung kindlicher Bedürfnisse.

3. Der geschichtliche Hintergrund der Schwarzen Pädagogik: Die Erziehung im Zivilisationsprozess: Hier wird der theoretische Bezug zu Norbert Elias hergestellt, um Erziehung als gesellschaftlichen Zivilisations- und Verinnerlichungsprozess zu verstehen.

4. Das Menschenbild der Schwarzen Pädagogik: Dieses Kapitel analysiert das negative Bild des Kindes als „erziehungsbedürftiges Wesen“, das durch Sadismus und Disziplinierung geformt werden müsse.

5. Historische Varianten repressiver Erziehungspraktiken des 18. und 19. Jahrhunderts: Anhand von Beispielen wie der Initiation und der sogenannten „Affenliebe“ wird die praktische Umsetzung repressiver Erziehungsmethoden dargestellt.

6. Gibt es Ansätze einer Renaissance der Schwarzen Pädagogik in derErziehung des 21. Jahrhunderts?: Dieses Kapitel überträgt die historischen Erkenntnisse auf moderne Erziehungscamps und das mediale Konzept der „Super Nanny“.

7. Schluss: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, sich kritisch mit der Erziehungsgeschichte auseinanderzusetzen, um aus Fehlern zu lernen.

Schlüsselwörter

Schwarze Pädagogik, Katharina Rutschky, Erziehungspraxis, Zivilisationsprozess, Gehorsam, Machtausübung, Pädagogische Initiation, Affenliebe, Repression, Menschenbild, Kindesmissbrauch, Super Nanny, Disziplinierung, Erziehungsgeschichte, Autorität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Konzept der „Schwarzen Pädagogik“, wie es von Katharina Rutschky definiert wurde, und untersucht die historische Entwicklung repressiver Erziehungspraktiken.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Felder sind die Definition der Schwarzen Pädagogik, die historische Herleitung durch den Zivilisationsprozess, das zugrunde liegende Menschenbild sowie die moderne Rezeption in Medien und Erziehungskonzepten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Wurzeln der Schwarzen Pädagogik aufzuzeigen und zu klären, ob in der Erziehungspraxis des 21. Jahrhunderts noch immer Elemente dieses repressiven Erziehungsstils existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und pädagogisch-historische Analyse, bei der existierende Quellentexte und Sekundärliteratur (insb. Rutschky und Stechow) kritisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Begriffs, dem historischen Hintergrund, spezifischen Erziehungspraktiken wie der Initiation und Affenliebe sowie der Anwendung dieser Erkenntnisse auf die „Super Nanny“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Schwarze Pädagogik, Erziehungsgeschichte, Machtausübung, Unterwerfung, Zivilisationsprozess und die kritische Auseinandersetzung mit modernen Erziehungsmedien.

Wie unterscheidet sich die „Pädagogische Initiation“ nach Rutschky von modernen Ansätzen?

Während die historische Initiation als Ritus mit Todesdrohung zur Unterwerfung diente, zeigen moderne Beispiele wie Erziehungscamps theatralische Inszenierungen der Distanzierung vom „alten Leben“, wobei jedoch ähnliche autoritäre Strukturen zur Kontrolle genutzt werden.

Warum wird das mediale Format „Super Nanny“ kritisch hinterfragt?

Die Arbeit hinterfragt die Sendung, da sie die Intimsphäre von Kindern verletzt, diese als defizitäre Wesen vorführt und die Erzieherin als gottgleiche Instanz inszeniert, was Parallelen zu den Mechanismen der Schwarzen Pädagogik aufweist.

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Résumé des informations

Titre
Die Schwarze Pädagogik des 18. und 19. Jahrhunderts nach Katharina Rutschky und deren Renaissance im 21. Jahrhundert
Université
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Pädagogik)
Cours
Pädagogische Anthropologie
Note
1,7
Auteur
Eva Herrmann (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
18
N° de catalogue
V211849
ISBN (ebook)
9783656394945
ISBN (Livre)
9783656395560
Langue
allemand
mots-clé
Schwarze Pädagogik Rutschky Anthropologie
Sécurité des produits
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Citation du texte
Eva Herrmann (Auteur), 2012, Die Schwarze Pädagogik des 18. und 19. Jahrhunderts nach Katharina Rutschky und deren Renaissance im 21. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211849
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Extrait de  18  pages
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