Das 4C/ID Modell am Beispiel eines Bildungswissenschaftlers im Bereich Erwachsenenbildung

Einen Fachbereich einer Volkshochschule leiten


Hausarbeit, 2013
22 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Praktischer Teil
2.1 Fertigkeitenhierarchie
2.2 Sequenzierung der Aufgabenklassen
2.3 Entwurf von Lernaufgaben
2.4 Entwurf von unterstützenden Informationen
2.5 Entwurf von Just-in-Time Informationen

3 Theoretischer Teil
3.1 Lerntheoretische Überlegungen
3.2 Didaktische Szenarien
3.3 Medien

4 Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Fertigkeitenhierarchie:Bildungswissenschaftler in der Erwachsenenbildung: Einen Fachbereich einer Volkshochschule leiten. Quelle: Eigene Darstellung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Sequenzialisierung der Aufgabenklassen. Quelle: Eigene Darstellung

1 Einleitung

Die Erwachsenenbildung gilt als der am stärksten wachsende Bildungssektor in Deutschland (Meilhammer, 2010). Verwunderlich ist dies nicht, wenn man den raschen Wandel beruflicher und sozialer Anforderungen in modernen Industriegesellschaften bedenkt. Die Anwendung des Konzepts des lebenslangen Lernens ist eine Möglichkeit auf diese schnellen Entwicklungen zu reagieren (Terhart, 2009). Dieses Konzept hält die kontinuierliche Weiterbildung für nötig, um in den sich entwickelnden Wissensgesellschaften schritthalten zu können. Aus diesen Gründen ist der quartäre Sektor der Weiterbildung auch für Bildungswissenschaftler von großer Bedeutung.

Das Thema der Hausarbeit lautet: Bildungswissenschaftler in der Erwachsenenbildung: Einen Fachbereich einer Volkshochschule leiten. Um den vielschichtigen Herausforderungen des quartären Sektors gerecht zu werden, wird dafür das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell (4C/ID) beschrieben und verwendet. Dieses Modell wurde von Jeroen van Merriënboer zu Beginn der 1990er Jahre entwickelt und in seinem Buch Training Complex Cognitive Skills (van Merriënboer, 1997) ausführlich dargelegt. Eine Anwendung des 4C/ID ermöglicht das Training einer komplexen kognitven Fähigkeit in einer authentischen Lernumgebung.

Diese Hausarbeit besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil beruht auf der praktischen Anwendung des 4C/ID Modells. Hierzu wird ein Blueprint für einen Lehrplan entworfen, mit dessen Hilfe ein Bildungswissenschaftler1 erlernen soll, die Leitung und Organisation eines Fachbereichs sicherzustellen. Zu diesem Zweck wird eine Hierarchie erarbeitet und beschrieben. Des Weiteren wird in diesem Zusammenhang auf drei der vier Komponenten des 4C/ID Modells näher eingegangen. Diese wären: Lernaufgaben, unterstützende Informationen und Just-in-Time Informationen (JIT).

Theoretische Überlegungen zum 4C/ID Modell sind die Grundlage des zweiten Teils. Es werden lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens in Bezug auf das Modell dargestellt. Weiterhin werden sowohl didaktische Szenarien vorgestellt, welche sich in das 4C/ID Modell einpassen lassen, als auch Medien erörtert, die sinnvoll zur weiteren Unterstützung des Blueprints genutzt werden können. Zum Abschluss dieser Arbeit wird in einer Zusammenfassung ein eigenes Fazit gezogen, in welchem auch auf die Eignung des 4C/ID Modells für diesen Lehrplanentwurf eingegangen wird.

2 Praktischer Teil

Das von Jeroen van Merriënboer entwickelte Vier-Komponenten- Instruktionsdesign-Modell beruht auf den folgenden Komponenten: Lernaufgaben, Unterstützende Informationen, Just-in-time-Informationen und Part-task Practice. In den folgenden Abschnitten wird näher auf die ersten drei Komponenten eingegangen und diese auf den hier erstellten Lerhplanentwurf angewendet. Auf das Prinzip der Part-task-Practice kann dabei aus Platzgründen leider nicht eingegangen werden. Die Ausführungen in dieser Arbeit folgen dabei den Ten Steps To Complex Learning von Jeroen van Merriënboer und Paul Kirschner (2009). Diese erklären in zehn Schritten die Erstellung einer Trainingsmethode, welche dem 4C/ID Modell folgt.

2.1 Fertigkeitenhierarchie

Die Tätigkeit als Fachsbereichsleiter einer Volkshochschule erfordert verschiedenste Fertigkeiten und Kenntnisse. Schwerpunkte dieser Arbeit liegen oftmals in disponierenden Tätigkeiten, wie Programmplanung- und durchführung, Kursleitergewinnung- und fortbildung, Evaluierung, Bedarfserhebung etc., wohingegen die Leitung von Kursen eine eher untergeordnete Rolle spielt (Wittpoth, 2009). Die Fertigkeit welche in dieser Hierarchie analysiert werden soll lautet demnach: Einen Fachbereich einer Volkshochschule leiten.

Eine komplexe Fertigkeit besteht aus einer Vielzahl an Fähigkeiten und Kompetenzen, welche miteinander koordiniert und ineinander integriert werden müssen (van Merriënboer, Clark, de Croock, 2002). Diese konstituierenden Teile einer komplexen, ganzheitlichen Fertigkeit werden in einer Fertigkeitenhierarchie abgebildet, wobei die Zusammenhänge zwischen den konstituierenden Teilen deutlich werden (Bastiaens, Deimann, Schrader, Orth, 2009). Jeroen van Merriënboer (2009) beschreibt die Erstellung einer Fertigkeitenhierarchie als einer der ersten von seinen Ten Steps to Complex Learning. Zu Beginn der Erstellung muss ein primäres Lernziel gesetzt werden (s.o.), anhand dessen dann die konstituierenden Teile der komplexen Fertigkeit analysiert werden. Eine Fertigkeitenhierarchie besteht grundsätzlich aus zwei Relationen. Die vertikale, oder auch konditionale Relation beschreibt Fertigkeiten welche aufeinander aufbauen. Konstituierende Fertigkeiten, die in der Hierarchie niedriger stehen, sind eine Voraussetzung für Fertigkeiten, welche höher in der Hierarchie angelegt sind. Aus diesem Grund wird die vertikale Relation von unten nach oben gelesen. Ein Beispiel dafür wäre die Einstellung von Kursleitern. Bevor dies geschehen kann, muss Vorarbeit geleisten werden, wie beispielsweise die Erstellung von Anforderungsprofilen, Stellengesuche aufgeben etc. Die horizontale Relation wird von links nach rechts gelesen. Sie bezieht sich auf den Moment, in dem Fertigkeiten ausgeübt werden müssen (Bastieaens et al, 2009), daher wird sie auch als temporale Relation bezeichnet. Diese Fertigkeiten müssen aber nicht zwingend temporal aufeinander folgen. Auch simultane oder gar austauschbare Relationen sind möglich (van Merriënboer & Kirschner, 2009). Beispielsweise muss vor der Entscheidung einen neuen Kursleiter einzustellen, die Finanzierung des Gehalts sichergestellt werden. Diese Relation kann also als temporal eingeordnet werden. Des Weiteren wird jede konstituierende Fertigkeit als entweder wiederkehrend oder nicht wiederkehrend eingestuft. Diese qualtitative Unterscheidung ist nötig, da diese Fertigkeiten auf verschiedene Art und Weise gelernt und trainiert werden müssen. Zum Beispiel muss die wiederkehrende Tätigkeit des Buchens von Kursräumen auf eine andere Art trainiert werden, als die variable Aufgabe der Auswahl von Kursleitern. Für wiederkehrende Fertigkeiten bietet sich die Einbindung von Part-task-Practice an, auf welche in dieser Arbeit leider nicht näher eingegangen werden kann. Mit Hilfe der Hierarchie ist es so möglich eine komplexe Fertigkeit, wie die Leitung eines Fachbereichs, plastisch darzustellen (Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Fertigkeitenhierarchie: Bildungswissenschaftler im Bereich der Erwachsenenbildung: Einen Fachbereich einer Volkshochschule leiten. Quelle: Eigene Darstellung

2.2 Sequenzierung der Aufgabenklassen

Ein weiterer Schritt der Ten Steps To Complex Learning beinhaltet die Sequen- zierung von Aufgabenklassen. Ein Lehrplan für eine komplexe Fertigkeit, der nach dem 4C/ID Modell entwickelt wurde, besteht aus mehreren Aufgabenklas- sen, welche wiederum in verschiedenste Lernaufgaben aufgeteilt sind. Das Ziel dieser Aufgabenklassen ist es, dem Lernenden die Fertigkeit von Beginn an in einer ganzheitlichen Art zu vermitteln. Möglich macht diese Vermittlung als ganzheitliche Kompetenz das Sequenzprinzip der vereinfachenden Annahmen. Bei diesem Prinzip sieht das 4C/ID Modell vor, dass der Lernende alle konsti- tuierenden Fertigkeiten zur selben Zeit erlernen muss, dass jedoch die zu- grunde liegenden Bedingungen sich über die Zeit verändern (van Merriënboer & Kirschner, 2009). Begonnen wird mit der einfachsten Durchführung der kom- plexen Fertigkeit, diese sollte aber bereits authentisch sein, so dass dieser Fall von einem Experten in dieser Form in der Realität bearbeitet werden könnte. Die nachfolgenden Aufgabenklassen steigern dann kontinuierlich den Schwie- rigkeitsgrad, damit der Lernende schrittweise sein Leistungsniveau steigern kann. Innerhalb einer Aufgabenklasse sollte dargebotene Unterstützung sowie Leitung des Lernenden stetig absinken, dieses Vorgehen wird auch Scaffolding genannt (van Merriënboer & Kirschner, 2009) Mit Hilfe des Prinzips der verein- fachenden Annahmen und des Scaffoldings ist es damit möglich, eine frühzei- tige kognitive Überlastung des Lernenden unwahrscheinlicher zu machen (van Merriënboer, Kirschner & Kester, 2003). Neben dem Prinzip der vereinfachen- den Annahmen existieren noch drei weitere Sequenzprinzipien: Prinzip der Nachdruck-Manipulation, Mentale Modelle Progression, Systematisches Prob- lemverfahren. Das Prinzip der vereinfachenden Annahmen ist jedoch die am häufigsten eingesetzte Methode (Bastiaens et al, 2009), und wird daher auch in diesem Lehrplanentwurf verwendet. Auf Grundlage der in Abschnitt 2.1 durch- geführten Kompetenzanalyse sind die in Tabelle 1 dargestellten Aufgabenklas- sen entwickelt worden.

Finanzierungsm ö glichkeiten: Die Finanzierung eines Fachbereichs muss vom Fachbereichsleiter sichergestellt werden. Daher ist es notwendig, den zur Ver- fügung stehenden Etat mit den prognostizierten Ausgaben in Einklang zu brin- gen. Da ein hoher Etat einen größeren Handlungsspielraum ermöglicht, sollte er die Leitung erleichtern, wohingegen ein knapper Etat diese deutlich er- schwert.

[...]


1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Hausarbeit ausschließlich die männliche Form verwendet, gemeint sind aber immer beide Geschlechter.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Das 4C/ID Modell am Beispiel eines Bildungswissenschaftlers im Bereich Erwachsenenbildung
Untertitel
Einen Fachbereich einer Volkshochschule leiten
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V214362
ISBN (eBook)
9783656427087
ISBN (Buch)
9783656434122
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
modell, beispiel, bildungswissenschaftler, bereich, erwachsenenbildung, einen, fachbereich, volkshochschule
Arbeit zitieren
Malte Saatjohann (Autor), 2013, Das 4C/ID Modell am Beispiel eines Bildungswissenschaftlers im Bereich Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214362

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