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Einfluss der Versorgung mit hefeverwertbarem Stickstoff auf das Aroma des Weines

Titel: Einfluss der Versorgung mit hefeverwertbarem Stickstoff  auf das Aroma des Weines

Seminararbeit , 2013 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jens Rüdiger (Autor:in), Andreas Frickel (Autor:in)

Chemie - Lebensmittelchemie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Stickstoff (N) ist essenziell für den Stoffwechsel und die Vermehrung von Hefen. Durch N wird die Proteinsynthese der Hefe sowie die Zuckeraufnahme in die Zelle möglich. Somit ist Stickstoff ein unerlässlicher Nährstoff für die alkoholische Gärung des Mostes, den biologischen Säureabbau im Wein und der zweiten Gärung in Form der Versektung. Die Höhe der Stickstoffverfügbarkeit im Most hat somit einen direkten Einfluss auf die Gärung und die damit einhergehende Aromenbildung. Ein zu geringer Gehalt an hefeverwertbarem Stickstoff kann zu Gärproblemen mit der Folge von restsüßen Weinen führen. Zudem entscheidet die Höhe an hefeverwertbarem Stickstoff über erwünschte und unerwünschte flüchtige Gärungsprodukte (z.B. Ester und höhere Alkohole) sowie über die Konzentration an SO2-Bindungspartner. Ist der Gehalt an hefeverwertbarem Stickstoff zu gering, kann dies zur Bildung des nach faulen Eiern riechenden Schwefelwasserstoffs (H2S) führen. Aus H2S bildet die Hefe eine Vielzahl anderer schwefelhaltigen Aromastoffe wie z.B. die Thioessigsäureester. Daraus können durch langsame Hydrolyse, während der Lagerung, Mercaptane freigesetzt werden. Diese führen wiederum zu erneuten unerwünschten böchserartigen Fehlaromen im Wein. Der Gehalt an hefeverwertbarem Stickstoff und eine ausreichende Stickstoffversorgung im Most und Trauben ist damit ausschlaggebend für eine qualitätsorientierte Weinbereitung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hefeverwertbarer Stickstoff und deren Begrifflichkeiten

3 Einflussfaktoren auf den hefeverwertbaren Stickstoff

4 Hefenährstoffe

5 Schwefelverbindungen

5.1 Schwefelhaltige Verbindungen und ihr negativer Beitrag zum Wein

5.2 Schwefelhaltige Verbindungen und ihr positiver Beitrag zum Weinaroma

6 Untypischer Alterungston (UTA)

7 Einfluss der Stickstoffversorgung auf die Bildung von Ester und höheren Alkoholen

8 Diskussion

10 Anhang

10.1 Schematische Darstellung der wichtigsten Stickstoffquellen und Verbräuche aus dem Weinberg bis zum Wein

10.2 Einflüsse der Traubenverarbeitung auf den Gehalt des hefeverwertbaren Stickstoff

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den zentralen Einfluss der Versorgung mit hefeverwertbarem Stickstoff auf die Qualität und das Aromaprofil von Weinen. Dabei wird analysiert, wie sich unterschiedliche Stickstoffkonzentrationen und -quellen auf die Gärprozesse, die Bildung von Gärungsnebenprodukten und die sensorische Wahrnehmung des Weines auswirken.

  • Grundlagen der Stickstoffversorgung und Definitionen der hefeverwertbaren Stickstofffraktionen.
  • Einflussfaktoren aus dem Weinberg und dem Keller auf den Stickstoffgehalt im Most.
  • Die Rolle der Schwefelwasserstoffbildung und der Einfluss von Thiolen auf das Aromaprofil.
  • Zusammenhang zwischen Stickstoffverfügbarkeit und der Bildung von Estern sowie höheren Alkoholen.
  • Strategien zur Nährstoffsteuerung und Optimierung der Weinqualität durch gezielte Stickstoffdosierung.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Stickstoff (N) ist essenziell für den Stoffwechsel und die Vermehrung von Hefen. Durch N wird die Proteinsynthese der Hefe sowie die Zuckeraufnahme in die Zelle möglich. Somit ist Stickstoff ein unerlässlicher Nährstoff für die alkoholische Gärung des Mostes, den biologischen Säureabbau im Wein und der zweiten Gärung in Form der Versektung.

Die Höhe der Stickstoffverfügbarkeit im Most hat somit einen direkten Einfluss auf die Gärung und die damit einhergehende Aromenbildung. Ein zu geringer Gehalt an hefeverwertbarem Stickstoff kann zu Gärproblemen mit der Folge von restsüßen Weinen führen. Zudem entscheidet die Höhe an hefeverwertbarem Stickstoff über erwünschte und unerwünschte flüchtige Gärungsprodukte (z.B. Ester und höhere Alkohole) sowie über die Konzentration an SO2-Bindungspartner. Ist der Gehalt an hefeverwertbarem Stickstoff zu gering, kann dies zur Bildung des nach faulen Eiern riechenden Schwefelwasserstoffs (H2S) führen.

Aus H2S bildet die Hefe eine Vielzahl anderer schwefelhaltigen Aromastoffe wie z.B. die Thioessigsäureester. Daraus können durch langsame Hydrolyse, während der Lagerung, Mercaptane freigesetzt werden. Diese führen wiederum zu erneuten unerwünschten böchserartigen Fehlaromen im Wein (LÖHNERTZ und RAUHUT, 1997a). Der Gehalt an hefeverwertbarem Stickstoff und eine ausreichende Stickstoffversorgung im Most und Trauben ist damit ausschlaggebend für eine qualitätsorientierte Weinbereitung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die zentrale Bedeutung von Stickstoff für den Hefestoffwechsel, die Gärung sowie die Vermeidung von Gärfehlern und unerwünschten Aromen.

2 Hefeverwertbarer Stickstoff und deren Begrifflichkeiten: Es werden die verschiedenen Formen des Stickstoffs im Most und deren Bedeutung für die Hefen differenziert sowie gängige Messparameter vorgestellt.

3 Einflussfaktoren auf den hefeverwertbaren Stickstoff: Dieses Kapitel beleuchtet weinbauliche und kellerwirtschaftliche Faktoren, die den Stickstoffgehalt in Traube und Most maßgeblich beeinflussen.

4 Hefenährstoffe: Die Möglichkeiten zur Nährstoffergänzung durch Gärsalze und Präparate sowie die Auswirkungen auf die Gärleistung werden hier diskutiert.

5 Schwefelverbindungen: Es wird die zweifache Rolle von Schwefelverbindungen analysiert – einerseits als Ursache für negative Fehltöne und andererseits als Quelle für positive Aromen.

6 Untypischer Alterungston (UTA): Hier wird das Phänomen des UTA untersucht, insbesondere im Hinblick auf den Einfluss der Stickstoffdüngung auf 2-Aminoacetophenon (AAP).

7 Einfluss der Stickstoffversorgung auf die Bildung von Ester und höheren Alkoholen: Dieses Kapitel zeigt den Zusammenhang zwischen Stickstoffverfügbarkeit und der komplexen Aromabildung durch Ester und Alkohole auf.

8 Diskussion: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse mit dem Fazit, dass eine situationsabhängige Stickstoffversorgung für die sensorische Qualität entscheidend ist.

10 Anhang: Der Anhang enthält grafische Darstellungen der Stoffwechselwege und Auswertungen zur Traubenverarbeitung.

Schlüsselwörter

Stickstoffversorgung, Hefeverwertbarer Stickstoff, YAN, Weinhefe, Alkoholische Gärung, Schwefelwasserstoff, Thiole, Gäraromen, Ester, Höhere Alkohole, Untypischer Alterungston, UTA, Stickstoffmanagement, Mostanalyse, Hefestoffwechsel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der essenziellen Rolle der Stickstoffversorgung für die Weinhefe und deren Auswirkungen auf die Qualität sowie das Aromaprofil des Weines.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Verfügbarkeit von hefeverwertbarem Stickstoff, den Einflussfaktoren im Weinberg und Keller, der Bildung schwefelhaltiger Verbindungen und der Aromensteuerung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie eine optimale, qualitätsorientierte Stickstoffversorgung im Most erreicht werden kann, um Gärstörungen zu vermeiden und ein präferiertes Aromaprofil zu fördern.

Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?

Es werden aktuelle Erkenntnisse der Önologie, Mikrobiologie und biochemische Analysen zum Hefestoffwechsel, insbesondere im Hinblick auf Nitrogen Catabolite Repression (NCR), herangezogen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Ursachen für Stickstoffvariationen, die physiologische Rolle der Nährstoffe, die Entstehung von Fehl- sowie Positivaromen und die Auswirkungen verschiedener Düngungs- und Kellerpraktiken.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind YAN (Yeast assimilable nitrogen), hefeverwertbarer Stickstoff, Gärbegleitstoffe, Thiole, Ester, Stickstoffdüngung und der untypische Alterungston (UTA).

Wie wirkt sich eine Stickstoffunterversorgung aus?

Eine Unterversorgung führt häufig zu Gärproblemen, Restzucker und der Bildung von unerwünschtem Schwefelwasserstoff, was das Weinaroma negativ durch "Böchser" beeinträchtigen kann.

Gibt es eine "ideale" Stickstoffkonzentration?

Studien deuten darauf hin, dass für eine hohe Ausprägung positiver Aromen eine Versorgung von etwa 300-350 mg/l hefeverwertbarem Stickstoff erstrebenswert ist.

Welche Rolle spielt die Stickstoffquelle?

Die Quelle ist entscheidend, da Hefen aufgrund von Mechanismen wie der Nitrogen Catabolite Repression (NCR) Stickstoffquellen unterschiedlich bevorzugen, was die Aufnahme anderer wichtiger Verbindungen beeinflussen kann.

Was ist der untypische Alterungston (UTA)?

UTA ist ein Weinfehler, der oft mit 2-Aminoacetophenon assoziiert wird und weinbauliche Ursachen hat; die Arbeit beleuchtet hierbei kritisch den Einfluss der Stickstoffdüngung.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einfluss der Versorgung mit hefeverwertbarem Stickstoff auf das Aroma des Weines
Hochschule
Hochschule Geisenheim University
Veranstaltung
Seminar für Weinbau und Oenologie
Note
1,0
Autoren
Jens Rüdiger (Autor:in), Andreas Frickel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
31
Katalognummer
V215288
ISBN (eBook)
9783656440123
ISBN (Buch)
9783656440369
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss versorgung stickstoff aroma weines
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jens Rüdiger (Autor:in), Andreas Frickel (Autor:in), 2013, Einfluss der Versorgung mit hefeverwertbarem Stickstoff auf das Aroma des Weines, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215288
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Leseprobe aus  31  Seiten
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