Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Was ist selbst gesteuertes Lernen
2.1. Freiheitsgrade der Selbststeuerung
2.2. Anforderungen an die Lernenden
2.2.1. Kognition
2.2.2. Motivation
2.2.3. Ressourcen
2.2.3.1. Probleme im Umgang mit Neuen Medien
2.2.4. Interaktion
3. Das („Teacher-made“) Arbeitsblatt
3.1. Funktionen
3.2. Arten
3.2.1. Arbeitsblätter ohne Aufgabenstellung
3.2.2. Arbeitsblätter mit Aufgabenstellung
3.3. Kriterien für ein Arbeitsblatt
4. Welche Rolle kann das Arbeitsblatt im selbstgesteuerten Unterricht einnehmen
5. Fazit
Literaturverzeichnis
Internetquellen
1. Problemstellung
Um als Arbeitnehmer oder Unternehmer seinen eigenen Wert aufrechterhalten und vergrößern zu können, verlangt der heutige Markt mehr von den Teilnehmern, als die reine Wiedergabe von konserviertem Wissen. Gesellschaftliche, technische und wissenschaftliche Veränderungen lassen beruflich relevantes Wissen schnell veraltet. Somit müssen zwangsweise auch Erwachsene auf außerschulisch anwendbare Lernformen zurückgreifen. Betrachten wir hier beispielhaft die Ausbildung zum/zur „Kaufmann/frau im Gesundheitswesen“. Dies ist ein vergleichsweise neuerer Ausbildungsberuf, der die Auszubildenden befähigen soll, Arbeiten in der Verwaltung verschiedenster Institutionen des Gesundheitswesens zu verrichten. Das Gesundheitswesen selbst wird, bedingt durch vielerlei Faktoren wie dem demografischen Wandel, gesetzlichen Vorgaben und medizinischem Fortschritt, permanent umstrukturiert und stellt kein ruhendes Geschäftsfeld dar. Es existiert somit eine breite Spanne an Schülern mit verschiedensten Eintrittsvoraussetzungen, die alle in einem Sektor Fuß fassen wollen, der sich selbst stetig verändert.
Unweigerlich benötigt ein angehender Kaufmann im Gesundheitswesen mehr, als einmalig gelerntes Fachwissen, um bei dieser Entwicklung Schritt zu halten. Es bedarf einer Fähigkeit, die altes Wissen mit neuem Wissen vereint und es zugleich anpassungsfähig gegenüber externen Änderungen macht, wobei nicht jede Änderung gleichermaßen relevant ist und im Kontext vorab eingestuft werden muss. Es bedarf einem selbstgesteuerten, konstruktiven Lernprozess, welcher gerade zur Zeit eines lerntheoretischen Paradigmenwechsels besonders an Bedeutung gewinnt.[...] Wenn nun das selbständige Lernen eine anzustrebende Fähigkeit ist und das Arbeitsblatt methodisch bevorzugt wird, bleibt zu klären, wie sich der Einsatz von Arbeitsblättern im Kontext des selbstgesteuerten Lernens verhält.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Was ist selbst gesteuertes Lernen
2.1. Freiheitsgrade der Selbststeuerung
2.2. Anforderungen an die Lernenden
2.2.1. Kognition
2.2.2. Motivation
2.2.3. Ressourcen
2.2.3.1. Probleme im Umgang mit Neuen Medien
2.2.4. Interaktion
3. Das („Teacher-made“) Arbeitsblatt
3.1. Funktionen
3.2. Arten
3.2.1. Arbeitsblätter ohne Aufgabenstellung
3.2.2. Arbeitsblätter mit Aufgabenstellung
3.3. Kriterien für ein Arbeitsblatt
4. Welche Rolle kann das Arbeitsblatt im selbstgesteuerten Unterricht einnehmen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Funktion und den methodischen Einsatz von Arbeitsblättern im Kontext des selbstgesteuerten Lernens, insbesondere unter Berücksichtigung von Störungsfaktoren und den Anforderungen an moderne Lernformen.
- Grundlagen des selbstgesteuerten Lernens
- Kognitive und motivationale Anforderungen an Lernende
- Differenzierung und Funktion von Arbeitsblättern
- Kriterien für eine effektive Gestaltung von Lernmaterialien
- Herausforderungen und Einsatzmöglichkeiten im Unterricht
Auszug aus dem Buch
2.1. Freiheitsgrade der Selbststeuerung
Die eben genannten Aspekte stellen Indikatoren dar, an denen man selbstgesteuertes Lernen erkennen kann. Hierbei steht die Selbststeuerung im klaren Kontrast zur Fremdsteuerung. Es handelt sich jedoch bei der Fähigkeit des selbständigen Lernens „nicht um eine ´Alles- oder- Nichts´-Entscheidung, sondern eher um ein Kontinuum, das sich zwischen zwei Extremen erstreckt: zwischen dem völligen Unvermögen, das eigene Lernen zu steuern und zu kontrollieren, und der Fähigkeit, dies ganz ohne externe Hilfe zu tun.“ (Simons, 1992, S.251).
Diese extremen Formen von Selbst- oder Fremdsteuerung, welche das jeweils gegenteilige ausschließen, finden wir in der Praxis jedoch nicht vor. Nach Simons (1992) verbleiben dem Lernenden selbst beim überwiegend fremdbestimmten Frontalunterricht, Freiheitsgrade der Selbstbestimmung. Lernen ist somit nie völlig fremdbestimmt, unterliegt aber unweigerlich externen Steuerungsprozessen.
In Bezug auf den schulischen Alltag ist eine stete Begleitung der Lernenden sogar vonnöten (vgl. Dubs, 1993). Es bleibt festzuhalten, dass im Unterricht eine Vielzahl an Mischverhältnissen zwischen Selbst- und Fremdsteuerung vorliegen. Unter der Prämisse, dass selbstgesteuertes Lernen sowohl Voraussetzung, als auch Methode, als auch Ziel des Lernens ist (vgl. Weinert, 1982), sollte mit fortschreitender Reife, auch eine Reduzierung der Fremdbestimmung einhergehen, wobei zu beachten ist, „dass selbständiges Lernen nicht automatisch durch eine Reduktion des fremdgeleiteten Lernens eintritt.“(Dubs, 1993, S.117).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Analyse der Notwendigkeit selbstgesteuerter Lernprozesse aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und der Heterogenität in der Berufsausbildung.
2. Was ist selbst gesteuertes Lernen: Definition und Erläuterung der Voraussetzungen für selbst gesteuertes Lernen, inklusive kognitiver, motivationaler und sozialer Aspekte.
3. Das („Teacher-made“) Arbeitsblatt: Definition, Systematisierung der Arten sowie Bestimmung funktionaler Kriterien für die Gestaltung von Arbeitsblättern.
4. Welche Rolle kann das Arbeitsblatt im selbstgesteuerten Unterricht einnehmen: Reflexion über das Potenzial des Arbeitsblattes zur Bewältigung von Lernstörungen und zur Förderung der Eigenständigkeit.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der flexiblen Einsetzbarkeit von Arbeitsblättern als sinnvolle methodische Ergänzung, bei gleichzeitiger Mahnung zur differenzierten Verwendung.
Schlüsselwörter
Selbstgesteuertes Lernen, Arbeitsblätter, Fremdsteuerung, Lernstrategien, Motivation, Unterrichtsgestaltung, kognitive Anforderungen, Medienkompetenz, soziale Interaktion, Berufspädagogik, Differenzierung, Lernprozess, Eigenaktivität, Lehrerrolle, Konstruktivismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht, welche Funktion und Rolle das klassische, vom Lehrer erstellte Arbeitsblatt innerhalb moderner, selbstgesteuerter Lernformen einnehmen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Definitionen des selbstgesteuerten Lernens, den kognitiven Lernstrategien, der Differenzierung von Arbeitsblattarten und deren Gestaltungskriterien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, ob und wie Arbeitsblätter den Lernenden bei der Selbststeuerung unterstützen können und ob sie Störfaktoren dieses Lernprozesses mindern oder verstärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse verschiedener pädagogischer und didaktischer Expertenmeinungen zur Unterrichtsgestaltung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das selbstgesteuerte Lernen, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Arbeitsblatt-Typen und eine kritische Diskussion ihrer Rolle bei Störfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind selbstgesteuertes Lernen, Arbeitsblätter, Fremdsteuerung, Lernstrategien und Differenzierung.
Warum wird im Dokument auf das „Paradoxon des Lehrens“ eingegangen?
Das Paradoxon beschreibt den Konflikt zwischen dem Ziel, Schüler zur Selbstständigkeit zu erziehen, und der gleichzeitigen Notwendigkeit, aufgrund der Heterogenität der Gruppe den Unterricht stark zu strukturieren.
Welche Rolle spielen „Neue Medien“ in der Untersuchung?
Neue Medien werden als Ressourcen diskutiert, die zwar ort- und zeitflexibles Lernen ermöglichen, aber auch die Gefahr der Überforderung bergen, wenn sie nicht didaktisch sinnvoll eingebunden werden.
Kann ein Arbeitsblatt das Lehrbuch ersetzen?
Der Autor betont, dass ein Arbeitsblatt zwar ergänzend oder punktuell als Ersatz dienen kann, das Lehrbuch aber nicht vollständig substituieren sollte, um Demotivation zu vermeiden.
- Citation du texte
- B.Sc. Nick Baumann (Auteur), 2011, Arbeitsblätter. Funktionen im selbstgesteuerten Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215312