1. MÖGLICHKEITEN DER DARSTELLUNG IM FLÄCHENNUTZUNGSPLAN
Für die Bebauung vorgesehene Flächen können dargestellt werden
a) nach der allgemeinen Art der Baulichen Nutzung: Bauflächen
b) nach der besonderen Art ihrer baulichen Nutzung:: Baugebiete
c) ggf. auch nach dem allgemeinen Maß der baulichen Nutzung
Im Flächennutzungplan werden dargestellt:
Kleinsiedlungsgebiet, reine Wohngebiete, allgemeine Wohngebiete, besondere Wohngebiete, Dorfgebiete, Mischgebiete, Kerngebiete, Gewerbegebiete, Industriegebiete, Sondergebiete.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Möglichkeiten der Darstellung im Flächennutzungsplan
2. Der Bedarf an Wohnbauflächen
3. Der Bedarf an Gewebeflächen
4. Kriterien für die Flächenausweisung
4.1. Geländeneigung
4.2. Gefällerichtung
4.3. Geländerelief
4.4. Grundwasserverhältnisse
4.5. Untergrundbeschaffenheit
4.6. Abstände
4.7. Verkehr und Bauflächen
4.8. Klima
4.9. Städtebauliche und landschaftliche Eingliederung
4.10. Wechselwirkungen
4.11. Verkehrserschließung
4.12. Ver- und Entsorgung
4.13. Verfügbarkeit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Grundlagen der Flächennutzungsplanung unter Einsatz von Geoinformationssystemen (GIS), mit einem spezifischen Fokus auf die Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen. Ziel ist es, die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie die geographischen und städtebaulichen Kriterien darzulegen, die bei der Bedarfsermittlung und Standortwahl für unterschiedliche Nutzungsarten berücksichtigt werden müssen.
- Methodische Möglichkeiten der Darstellung im Flächennutzungsplan nach der Baunutzungsverordnung.
- Berechnungsmodelle zur Ermittlung des Bedarfs an Wohnbauflächen basierend auf Bevölkerungsentwicklung und Haushaltsstrukturen.
- Kriterienkatalog für die Standortwahl, unterteilt in physisch-geographische und städtebauliche Faktoren.
- Bedeutung von Immissionsschutz, Verkehrserschließung und infrastruktureller Versorgung bei der Flächenausweisung.
Auszug aus dem Buch
4.6. Abstände:
Lärm, Luftverschmutzungen und klimatische Bedingungen können die Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie den Erholungswert. “Schon bei der Flächennutzungsplanung muss deshalb die Ausweisung neuer Nutzungen mit großer Sorgfalt durchgeführt und durch ausgewogenen Zuordnung der einzelnen Nutzungen ein vorbeugender Immissionsschutz betrieben werden.”1
Daher sind bei der Ausweisung der Flächen unterscheidliche Abstände zu beachten. So sollen Wohnbauflächen und gewerbliche Bauflächen nicht unmittelbar nebeneinander liegen. Das gleiche gilt für Wohnbauflächen und Sportplätze und stark belastete Verkehrswege.
Wegen Beeinträchtigung der Wohn- und Arbeitsverhältnisse und des Erholungswertes von Grünflächen durch Lärm, Klima und Luftverunreinigen durch die Neuausweisung von Flächen ist die Abstandsliste zu beachten.
Schutzzonen müssen nicht freigehalten werden, weniger schutzbedürftige Nutzungen z.B. Mischgebiete (entsprechend dem Gliederungsprinzip Wohnbauflächen – Gemischte Bauflächen – Gewerbliche Bauflächen) sind möglich. Die Abstände werden vom Rand aus gemessen, so lange der emittierende Betrieb noch nicht genau feststeht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Möglichkeiten der Darstellung im Flächennutzungsplan: Dieses Kapitel erläutert, wie Flächen gemäß der Baunutzungsverordnung in Bauflächen und Baugebiete differenziert und im Plan dargestellt werden.
2. Der Bedarf an Wohnbauflächen: Hier werden die Berechnungsgrundlagen für den Neubedarf durch Zuzug und den Eigenbedarf der bestehenden Bevölkerung inklusive Leerstandsreserven behandelt.
3. Der Bedarf an Gewebeflächen: Dieses Kapitel skizziert die Schwierigkeiten bei der Flächenprognose für Gewerbe- und Industriezwecke ohne übergeordnete Planungsvorgaben.
4. Kriterien für die Flächenausweisung: Dieses umfangreiche Kapitel detailliert die physischen, klimatischen und infrastrukturellen Anforderungen, die für eine nachhaltige Flächennutzung entscheidend sind.
Schlüsselwörter
Flächennutzungsplan, Geoinformationssysteme, Wohnbauflächen, Gewerbeflächen, Baunutzungsverordnung, Standortfaktoren, Immissionsschutz, Stadtentwicklung, Verkehrserschließung, Flächenmanagement, Infrastrukturplanung, Bodennutzung, städtebauliche Planung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Flächennutzungsplanung, speziell die Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen sowie die dafür notwendigen planerischen Kriterien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die rechtliche Darstellung von Baunutzungsarten, die Bedarfsberechnung von Flächen sowie die physisch-geographischen und infrastrukturellen Standortvoraussetzungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung der fachlichen Grundlagen für die Flächennutzungsplanung unter Berücksichtigung von GIS-gestützten Planungsprozessen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung, basierend auf der Baunutzungsverordnung (BauNVO) und stadtplanerischen Standardkriterien für eine strukturierte Flächenentwicklung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Nutzungsarten, Methoden zur Bedarfsermittlung und einen detaillierten Kriterienkatalog für die Flächeneignung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Flächennutzungsplan, Baugebiete, Immissionsschutz, Standortfaktoren und Verkehrserschließung.
Warum ist die Unterscheidung in Baugebiete oft komplex?
Weil eine zu starke Differenzierung den städtebaulichen Gestaltungsfreiraum einschränkt, während eine zu grobe Darstellung unterschiedliche Auswirkungen auf das Stadtbild und die Umwelt unberücksichtigt lässt.
Welche Rolle spielen Abstände bei der Planung?
Abstände dienen dem vorbeugenden Immissionsschutz, um Beeinträchtigungen durch Lärm oder Luftverschmutzung zwischen unvereinbaren Nutzungsarten wie Wohnen und Industrie zu minimieren.
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- Martin Adolphs (Author), 2000, Wohnen und Gewerbe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2292