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Sterbebegleitung versus Sterbehilfe: Sterben in Würde

Title: Sterbebegleitung versus Sterbehilfe: Sterben in Würde

Diploma Thesis , 2002 , 94 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Babett Zöllner (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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"Die Würde des Menschen ist unantastbar." So heißt es in Art. 1 Abs. 1 Satz 1 des Grundgesetzes der BRD. Die Wichtigkeit und Richtigkeit dieses in unserer Verfassung festgehaltenen Menschenrechts wird niemand ernsthaft in Frage stellen wollen. Doch nicht selten gerät aus dem Blickfeld, daß dieser Grundsatz gerade auch für schwersterkrankte und sterbende Menschen zutreffen sollte. Die Achtung ihrer Würde und ihr Selbstbestimmungsrecht als Grundlage jeglicher Pflege, Versorgung, Unterstützung und Begleitung ist in der heutigen Zeit leider viel zu oft nicht gegeben. Da gerade diese Bevölkerungsgruppe aber über keine Lobby verfügt, und selbst kaum in der Lage ist, auf die sie betreffenden Missstände aufmerksam zu machen, gab es in den letzten Jahren nur selten öffentliche Diskussionen zum Themenbereich der Sterbebegleitung und Sterbehilfe. Erst die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden im April 2001 führte hier in der BRD zu einer kurzzeitigen Belebung der Auseinandersetzung mit dieser Problematik, welche jedoch rasch wieder abflaute. In den teilweise hitzig geführten Diskussionen zu dieser Thematik ging es dabei hauptsächlich um die Frage, was Menschenwürde in Fällen irreversibler Erkrankungen und im Sterbeprozess eigentlich bedeutet. Für die einen, wie zum Beispiel die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben e.V., bedeutet es durchaus, das Leiden durch Euthanasie abzukürzen. Andere wiederum, wie die Hospizverbände und Kirchen, verwehren sich gegen diese Auffassung und vertreten den Standpunkt eines humanen Sterbens, was zum einen die palliativmedizinische Versorgung, zum anderen die persönliche Begleitung sowohl durch Fachkräfte wie auch durch Angehörige und Freunde beinhaltet. So unterschiedlich wie bereits die Würde des Menschen im Sterben beurteilt wird, so verschieden sind die Meinungen dazu, wann die Würde eines Menschen eigentlich erlischt: bereits bei Bewusstlosigkeit oder im Koma, erst bei diagnostiziertem Hirntod oder gar erst bei der Beerdigung.

Aufgrund persönlicher Erfahrungen in der Pflege und Betreuung sterbender Menschen und einer daraus resultierenden intensiven Beschäftigung mit der Problematik habe ich mich dazu entschlossen, meine Diplomarbeit zu diesem Thema zu schreiben. Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich dem allgemeinen Trend der Tabuisierung und Verdrängung von Sterben und Tod etwas entgegensetzen und die Diskussion um Sterbebegleitung und Sterbehilfe evtl. neu beleben.

Excerpt


Inhaltsübersicht

1 Einleitung

2 Sterben und Tod im Wandel

2.1 Sterben und Tod in der Vergangenheit

2.2 Sterben und Tod in der Gegenwart

2.3 Sterben und Tod in der Zukunft

3 Die Problemlagen sterbender Menschen

3.1 Körperliche Probleme

3.2 Seelische Probleme

3.2.1 Sterbemodelle

3.2.2 Ängste

3.2.3 Trauer

3.3 Soziale Probleme

3.4 Spirituelle Probleme

4 Die Hospizbewegung

4.1 Die Geschichte der Hospizbewegung

4.2 Die Grundsätze der Hospizbewegung

4.3 Formen der Hospizarbeit

4.3.1 Ambulanter Hospizdienst

4.3.2 Tageshospiz

4.3.3 Stationäres Hospiz

4.4 Die Praxis der Sterbebegleitung

4.5 Sterbebegleitung - Ein neues Tätigkeitsfeld für Sozialpädagogen

4.6 Persönliches Resümee

5 Euthanasie

5.1 Definition des Begriffes Euthanasie

5.2 Formen der Sterbehilfe

5.2.1 Sterbebegleitung

5.2.2 Indirekte Sterbehilfe

5.2.3 Passive Sterbehilfe

5.2.4 Aktive Sterbehilfe

5.3 Juristische Betrachtung der Sterbehilfe

5.4 Ethisch - philosophische Betrachtung der Sterbehilfe

5.5 Theologische Betrachtung der Sterbehilfe

5.5.1 Die katholische Kirche

5.5.2 Die evangelische Kirche

5.6 Julius Hackethal und der Meineid des Hippokrates

5.7 Die Praxis in den Niederlanden

5.8 Das Sterbehilfe - Gesetz in Belgien

5.9 Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V.

5.10 Persönliches Resümee

6 Schlußwort

7 Anhang

Anhang 1 : Entwicklung der Hospizdienste 1955 - 1999

Anhang 2 : Repräsentativumfrage von 1999

Anhang 3 : Durchschnittlicher Tagesverbrauch definierter Tagesdosen von Betäubungsmitteln pro Mio. Einwohner (1986 - 1990)

Anhang 4 : Zum Beschluß des OLG Frankfurt zur Sterbehilfe

Anhang 5 : Richtlinien für ärztliche Sterbebegleitung der Bundesärztekammer

Anhang 6 : Die Kernthesen der neuen Euthanasie-Bewegung Peter Singers

Anhang 7 : Forderungen der DGHS für ein humaneres Leben(s-Ende)

Anhang 8 : Rechtspolitische Leitsätze und Vorschläge der DGHS zu einer gesetzlichen Regelung der Sterbehilfe und -begleitung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Diplomarbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Sterbebegleitung und Sterbehilfe mit dem Ziel, einen umfassenden Überblick über die Problematik in der Gegenwart zu geben und darzulegen, warum sich beide Konzepte gegenseitig ausschließen. Zentrale Forschungsfrage ist, wie ein Sterben in Würde ermöglicht werden kann.

  • Historische Entwicklung von Sterben und Tod
  • Analyse der körperlichen, seelischen, sozialen und spirituellen Problemlagen Sterbender
  • Entwicklung, Grundsätze und Praxis der Hospizbewegung
  • Rechtliche, ethische und theologische Aspekte der verschiedenen Formen der Sterbehilfe
  • Diskussion von Sterbehilfe-Gesetzgebungen und deren Auswirkungen

Auszug aus dem Buch

Die Problemlagen sterbender Menschen

Fast jeder Mensch macht im Verlauf seines Lebens die Erfahrung, welche tiefgreifenden Auswirkungen Schmerzen je nach Dauer und Intensität auf jegliche Aspekte des Lebens haben können. Schmerzen beeinträchtigen den Menschen nicht nur körperlich erheblich, sondern sie greifen auch seine seelische Verfassung an und setzen damit seine Lebensqualität in hohem Maße herab. Der Schmerz ist daher auch von allen körperlichen Beeinträchtigungen das Hauptproblem sterbender Menschen. Bereits 1967 prägte Cicely Saunders den Begriff des „Totalen Schmerzes”, mit welchem sie eine ganzheitliche Sicht des Schmerzes definierte.(vgl. Saunders 1999, S. 11) Sie beschrieb mit diesem Begriff, daß Patienten niemals ausschließlich physische Schmerzanteile haben, sondern daß vielmehr immer auch emotionale, soziale und spirituelle Schmerzanteile vorhanden sind. Sie schlußfolgerte aus dieser Erkenntnis, daß eine Schmerzerleichterung nur möglich sein kann, wenn man das Problem der Schmerzen ganzheitlich betrachtet und angeht.

Sterbende leiden jedoch häufig nicht nur an Schmerzen, sondern meist setzen ihnen zusätzlich spezifische Krankheitssymptome zu. Besonders Patienten mit fortgeschrittenem Krebs werden durch störende Symptome wie Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Darmverschluß erheblich beeinträchtigt. Die gesamte physische Situation sterbender Menschen ist dabei von einem stetigem und unaufhaltsamen Verfall gekennzeichnet. Die zunehmende körperliche und geistige Schwäche, die daraus resultierenden Einschränkungen sowie der teilweise oder vollständige Ausfall einzelner Organe bestimmen das alltägliche Leben der Sterbenden.

In der Betreuung, Versorgung und Pflege Sterbender muß dabei stets bedacht werden, daß die körperlichen Empfindungen natürlich auch hier immer subjektiv gefärbt sind, weswegen eine objektive Beurteilung durch den Außenstehenden nie möglich sein kann. Eine solche Beurteilung darf allerdings ohnehin nicht wichtig erscheinen, da immer das Empfinden des Betroffenen im Mittelpunkt stehen muß.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Tabuisierung von Tod und Sterben und begründet das Ziel, Sterbebegleitung und Sterbehilfe umfassend gegenüberzustellen.

2 Sterben und Tod im Wandel: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Umgangs mit dem Tod von der Antike bis zur heutigen Medizinisierung nach.

3 Die Problemlagen sterbender Menschen: Hier werden die körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Herausforderungen erläutert, mit denen Sterbende konfrontiert sind.

4 Die Hospizbewegung: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung, die ethischen Grundsätze und die verschiedenen Organisationsformen der modernen Hospizarbeit.

5 Euthanasie: Eine detaillierte Analyse der Begriffsdefinitionen, ethischen und juristischen Kontroversen sowie der internationalen Rechtslage bezüglich der Sterbehilfe.

6 Schlußwort: Ein abschließendes Resümee, das die Unvereinbarkeit von Sterbebegleitung und Sterbehilfe unterstreicht und zur Humanisierung des Sterbens aufruft.

Schlüsselwörter

Sterbebegleitung, Sterbehilfe, Hospizbewegung, Würde, Euthanasie, Palliativmedizin, Patientenverfügung, Selbstbestimmung, Trauer, Lebensqualität, Schmerztherapie, Sozialpädagogik, Sterbekultur, Freitod.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Abgrenzung von Sterbebegleitung und aktiver Sterbehilfe unter dem Fokus eines würdevollen Sterbens.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Todesverständnisses, den Problemlagen Sterbender, der Hospizarbeit und einer ethisch-juristischen Auseinandersetzung mit der Euthanasie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine umfassende Darlegung beider Ansätze, um fundiert aufzuzeigen, warum Sterbebegleitung und Sterbehilfe sich in der Praxis gegenseitig ausschließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Analyse vorhandener Fachliteratur, rechtlicher Rahmenbedingungen und internationaler Beispiele, ergänzt durch ihre persönlichen Erfahrungen aus der Hospizarbeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Problemanalyse für Sterbende, die Vorstellung der Hospizbewegung als Lebensbegleitung sowie eine ausführliche Diskussion der Euthanasie-Debatte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Sterbebegleitung, Euthanasie, Hospizbewegung, Selbstbestimmung und Würde.

Wie bewertet die Autorin die Praxis in den Niederlanden und Belgien?

Sie äußert sich kritisch dazu, da die dortigen Gesetze das Risiko bergen, den sozialen Druck auf Kranke zu erhöhen und die Bedeutung der Hospizbewegung zu untergraben.

Welche Rolle spielt die Sozialpädagogik laut der Arbeit?

Die Autorin plädiert dafür, dass die Sozialpädagogik Sterbebegleitung als neues Tätigkeitsfeld begreifen und aktiv zur Enttabuisierung von Sterben und Tod beitragen sollte.

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Details

Title
Sterbebegleitung versus Sterbehilfe: Sterben in Würde
College
University of Applied Sciences Merseburg
Grade
1,8
Author
Babett Zöllner (Author)
Publication Year
2002
Pages
94
Catalog Number
V24071
ISBN (eBook)
9783638270397
ISBN (Book)
9783640859542
Language
German
Tags
Sterbebegleitung Sterbehilfe Sterben Würde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Babett Zöllner (Author), 2002, Sterbebegleitung versus Sterbehilfe: Sterben in Würde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24071
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