Aktienoptionspläne sind eine moderne Form der Managementvergütung. Diese aktienbasierte Form der Managementvergütung ist in Deutschland vor 1996 noch nahezu unbekannt gewesen, im Gegensatz zu den angloamerikanischen Ländern, wo sie schon seit langem weit verbreitet waren und auch noch sind. Zu den ersten Deutschen Vertretern, die Aktienoptionspläne eingeführt haben, waren der Daimler-Benz-Konzern und die Deutsche Bank.
Allgemein versteht man unter einem Aktienoptionspläne ein Prämiensystem das neben einer Grundvergütung die tatsächliche Vergütung variieren lässt. Dabei erhält der Prämienempfänger zusätzlich zu seiner Grundvergütung eine variable Vergütung in Form von realen oder virtuellen Kaufoptionen.
Unter realen Kaufoptionen (Call-Options) versteht man das Recht des Empfängers, aber nicht die Pflicht, eine bestimmte Anzahl an Aktien zu einem im voraus festgelegten Basiskurses, oft zu einem vergünstigten Preis innerhalb einer fest bestimmten Zeitperiode zu beziehen. Dabei findet dann bei Ausübung ein Tausch zwischen der Option und der entsprechenden Anzahl an Aktien unter der Berücksichtigung des Basispreises, welcher der Optionsinhaber noch zu zahlen hat. Bei virtuellen Kaufoptionen (Phantom Stocks) handelt es sich nicht um eine mögliche Transaktion, sondern lediglich um die Differenz zu einem entsprechenden Zeitpunkt zwischen dem Aktienkurs und dem Basiskurs der Option. Eine Auszahlung dieser Vergütungsvariante kann zwar ebenfalls in Form von Aktien erfolgen, wird aber in der Regel als Barzahlung konzipiert. Kaufoptionen sind also bei steigenden Kursen im Gewinn und im Gegensatz dazu sind Verkaufsoptionen (Put-Options) bei fallenden Kursen im Gewinn. Im Weiteren wird der Begriff Option als synonym für Kaufoption verwendet. Grund dafür sei die Tatsache, dass zurzeit keine Optionsmodelle als variable Vergütung für das Management bekannt sind, die auf fallende Kurse ausgerichtet sind. Darüber hinaus existieren ebenso Prämien, in Form von einem Bonus bei Erreichung eines bestimmten Ziels. Eine Auszahlung findet dann statt, wenn ein gewisser zuvor definierter Erfüllungsgrad der Leistung dem Zielwert entspricht. Auf Zusatzleistungen neben der Vergütung, wie Gehaltsfortzahlung, Altersvorsorge oder Dienstwagen soll hier nicht behandelt werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung Executive Stock Options (ESOs)
- 1.1 Aktienoptionsplan
- 1.2 Bewertung von Stock Options
- 1.2.1 Bewertung nach dem „inneren Wert“
- 1.2.2 Black/ Scholes-Modell
- 1.2.3 Binominal-Modell
- 1.3 Zielsetzung von Managementvergütungen im Allgemeinen
- 1.4 Kreis der Begünstigten
- 2 Repricing Stock Options
- 2.1 Ergebnisse der Studie von Chidambaran und Prabhala
- 2.2 CEO und non CEO
- 3 Missbrauch durch das Management
- 4 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema der Managementvergütung, insbesondere mit der Anwendung von Executive Stock Options (ESOs) in Unternehmen. Sie analysiert verschiedene Aspekte der ESO-Bewertung und untersucht die Auswirkungen von Repricing auf die Managementvergütung. Darüber hinaus beleuchtet die Arbeit die potenziellen Risiken des Missbrauchs durch das Management im Kontext von ESOs.
- Bewertung von Executive Stock Options
- Repricing von Aktienoptionen
- Potenziale des Missbrauchs durch das Management
- Auswirkungen auf die Unternehmenssteuerung
- Vergleich von verschiedenen Managementvergütungsmodellen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel der Arbeit gibt eine umfassende Einführung in Executive Stock Options (ESOs), einschließlich der Definition, Funktionsweise und verschiedenen Arten von Aktienoptionsplänen. Darüber hinaus werden verschiedene Bewertungsmethoden für ESOs vorgestellt, einschließlich des „inneren Wertes“, des Black/ Scholes-Modells und des Binominal-Modells.
Das zweite Kapitel analysiert die Ergebnisse einer Studie von Chidambaran und Prabhala zum Thema Repricing von Stock Options. Es untersucht die Auswirkungen von Repricing auf die Vergütung von CEOs und non-CEOs und diskutiert die möglichen Folgen für Unternehmen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Aspekten der Managementvergütung, insbesondere mit Executive Stock Options (ESOs), Repricing, Bewertung, Missbrauchspotenzial, Unternehmenssteuerung und der Bedeutung von transparenten und ethischen Vergütungspraktiken.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Executive Stock Options (ESOs)?
ESOs sind Aktienoptionen, die Führungskräften als Teil ihrer variablen Vergütung gewährt werden, um ihre Interessen an den Erfolg des Unternehmens und steigende Aktienkurse zu binden.
Was versteht man unter „Repricing“ von Aktienoptionen?
Repricing bedeutet, den Ausübungspreis einer Option nachträglich zu senken, wenn der Börsenkurs stark gefallen ist, damit die Option für das Management wieder einen Wert erhält.
Welche Modelle werden zur Bewertung von Stock Options genutzt?
Häufig verwendete mathematische Modelle sind das Black-Scholes-Modell und das Binomialmodell, die Faktoren wie Volatilität, Laufzeit und Zins berücksichtigen.
Was ist der Unterschied zwischen realen und virtuellen Kaufoptionen?
Reale Optionen geben das Recht zum Kauf echter Aktien. Virtuelle Optionen (Phantom Stocks) führen lediglich zu einer Barzahlung in Höhe des Kursgewinns.
Besteht bei Aktienoptionen die Gefahr des Missbrauchs?
Ja, Kritiker befürchten, dass Manager kurzfristige Entscheidungen treffen, um den Aktienkurs zum Zeitpunkt der Optionsausübung künstlich zu beeinflussen.
- Arbeit zitieren
- David Friedrich (Autor:in), 2003, Managementvergütung. Zu Prämiensystemen und Vergütungsmodellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26279