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Die Vermittlung der satzinternen Großschreibung in Theorie und Schulrealität

Untersuchungen im Fach Deutsch in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 einer Gesamtschule

Titel: Die Vermittlung der satzinternen Großschreibung in Theorie und Schulrealität

Studienarbeit , 2013 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maik Bubenzer (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
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„Nomen schreibt man groß“ – eine Regel, die vielen Lernern aus dem Deutschunterricht sehr vertraut ist. Doch ist es wirklich so eindeutig, wie der Merksatz suggeriert? Viele Beispiele ließen sich finden, um die anfangs aufgestellte Regel zu widerlegen. Es scheint, dass viele Schüler nur mit einem Zugang über die Wortarten nicht erfolgreich groß oder klein schreiben können.

Die Groß- und Kleinschreibung (im folgenden GKS) gehört zu den Fehlerschwerpunkten in Texten der Schülerinnen und Schüler (SuS).
„Am Ende der Primarstufe betrifft ungefähr jeder vierte Orthographie-Fehler die GKS betrifft und die allermeisten davon die Großschreibung der Substantive.“ Der Befund gilt nicht nur für die Primarstufe, sondern auch für die weiterführende Schule. Ina Karg hielt als Ergebnis ihrer Untersuchung zu Rechtschreibleistungen verschiedener Lerngruppen fest, „dass der Bereich, der in nahezu allen Lerngruppen und bei fast allen Aufgabenstellungen die meisten Schwierigkeiten macht, die Groß- und Kleinschreibung ist.“ Auch Risel konstatiert, dass die GKS in den verschiedenen Schulformen „ca. 25 Prozent aller Rechtschreibfehler“ ausmacht.
Worin liegen die Gründe, dass eine bestimmte Anzahl der SuS auch in der Sekundarstufe I ihre Rechtschreibleistungen in der GKS nicht signifikant verbessern können? Vor dem Hintergrund der aktuellen Vernachlässigung der Rechtschreibung in der Schule und den Anforderungen an die SuS im Berufsleben, gilt es Antworten zu finden.

Wie passen universitäre Didaktik und Schulrealität zusammen? Dabei sind konkurrierende Ansätze zu unterscheiden. Rüdiger Weingarten nennt als Beispiel für die Differenz zwischen schulischem Deutschunterricht und sprachwissenschaftlicher Forschung „die wortbezogene und semantisch motivierte Einführung der satzinternen Großschreibung in der Schule […], gegenüber der linguistischen Auffassung, dass die Großschreibung grammatisch zu begründen ist“ . Im zweiten Teil stelle ich zunächst die Regeln der satzinternen GKS in Bezug auf die Substantivierung vor. Die Substantivierung ist ein für Lernende besonders fehlerträchtiger Bereich.

Um die Rechtschreibkompetenz der SuS in Sachen Substantivierung zu überprüfen, habe ich Diktate schreiben lassen. Die Ergebnisse in drei Klassen der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule in Gladbeck sind Mittelpunkt des dritten Kapitels. Ich möchte überprüfen, inwieweit die 68 SuS meiner Deutsch-Klassen, die Schreibung beherrschen. Ist die Substantivierung wirklich ein Fehlerschwerpunkt?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Regeln der satzinternen Großschreibung im Deutschen

2.1 Der wortartenbasierte Ansatz

2.2. Der syntaxbasierte Ansatz

3. Die satzinterne Großschreibung in Schülerdiktaten

3.1 Hintergründe zum Diktat

3.2 Zentrale Ergebnisse der Untersuchung

4. Ideen zur Schulung der satzinternen Großschreibung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen der universitären Didaktik und der schulischen Realität bei der Vermittlung der satzinternen Großschreibung. Ziel ist es, anhand einer empirischen Analyse von Schülerdiktaten die Wirksamkeit aktueller, überwiegend wortartenbasierter Unterrichtsmethoden zu hinterfragen und alternative, syntaxbasierte Ansätze für eine effektive Förderung rechtschreibschwacher Schüler aufzuzeigen.

  • Rechtschreibkompetenz und deren Bedeutung für das Berufsleben
  • Kritische Analyse des wortartenbasierten Ansatzes zur Großschreibung
  • Empirische Untersuchung der Fehlerhäufigkeit bei Substantivierungen
  • Vergleich zwischen den Jahrgangsstufen 8 bis 10 einer Gesamtschule
  • Didaktische Konzepte zur Förderung der satzinternen Großschreibung

Auszug aus dem Buch

2.1. Der wortartenbasierte Ansatz

In der Grundschule lernen die Kinder Nomen als Namen- oder Dingwörter kennen. Die GKS wird mit lexikalisch-semantischen Eigenschaften verbunden. In der Klasse 5 und 6 erfolgt eine Erweiterung der Grundschulregeln. Nun tauchen Wörter auf, die man bisher grundsätzlich klein schrieb (z.B. Verben, Adjektive) und die durch bestimmte Umstände zu einem Substantiv werden. In den Schulbüchern findet sich die Erklärung der GKS in aller Regel über die Wortarten. Im Deutschunterricht der Gesamtschule Gladbeck verwenden wir das Lehrwerk „wortstark“. Da ich Diktate in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 geschrieben habe, werde ich die Bücher der jeweiligen Klasse in Bezug auf die Substantivierung untersuchen. Beginnen möchte ich mit dem Buch der Klasse 8. In der Werkstatt „Rechtschreiben“ wird der Frage „Groß der klein?“ auf sechs Seiten nachgegangen. Als Ausgangspunkt müssen die SuS Nomen in einem Zeitungsartikel finden. Die SuS erhalten den Hinweis, auf Begleiter zu achten. Dazu wird folgende Regel vorgelegt:

Wörter anderer Wortarten, die als Nomen gebraucht werden, schreibt man groß. Sie werden wie andere Nomen auch häufig angekündigt durch: a) einen Artikel: eine Eins schreiben, das Richtige tun… b) ein Possessivpronomen: ihr Schreiben bewerten… c) eine Präposition mit verstecktem Artikel: beim Lügen ertappen… d) ein Adjektiv: hastiges Trinken vermeiden… e) eine Mengenangabe: wenig Schönes mitnehmen…

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Rechtschreibung für den Übergang in das Berufsleben und thematisiert die Diskrepanz zwischen der fachdidaktischen Kritik an herkömmlichen Unterrichtsmethoden und der realen Leistungssituation von Schülern einer Gesamtschule.

2. Die Regeln der satzinternen Großschreibung im Deutschen: Dieses Kapitel vergleicht den traditionellen wortartenbasierten Ansatz zur Großschreibung mit dem syntaxbasierten Modell, um die didaktische Komplexität und die verschiedenen Forschungsansätze zu verdeutlichen.

3. Die satzinterne Großschreibung in Schülerdiktaten: Hier werden die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung an 68 Schülern präsentiert, die mittels eines Diktats die Kompetenz in der Großschreibung von Substantivierungen analysiert.

4. Ideen zur Schulung der satzinternen Großschreibung: Das Kapitel entwickelt auf Basis der erhobenen Daten didaktische Strategien und Unterrichtsvorschläge, um rechtschreibschwache Schüler gezielt zu fördern und den Unterrichtsverlauf zu optimieren.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein Umdenken in der schulischen Rechtschreibdidaktik, weg von der isolierten Fehlerkorrektur hin zu einer stärkeren Implementierung systematischer, syntaktischer Konzepte in den Lehrplänen.

Schlüsselwörter

Satzinterne Großschreibung, Rechtschreibdidaktik, Substantivierung, Schülerdiktate, Wortartenbasierter Ansatz, Syntaxbasierter Ansatz, Fehleranalyse, Sekundarstufe I, Deutschunterricht, Gesamtschule, Rechtschreibkompetenz, Fehlerhäufigkeit, Sprachdidaktik, Individuelle Förderung, Nominalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Vermittlung und Beherrschung der satzinternen Großschreibung an einer Gesamtschule und hinterfragt die Effektivität verbreiteter didaktischer Ansätze.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen wortartenbasiertem und syntaxbasiertem Regelwissen, die Auswertung von Schülerdiktaten bezüglich Substantivierungen sowie Konzepte zur individuellen Förderung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu überprüfen, warum Schüler auch in der Sekundarstufe I Schwierigkeiten mit der Großschreibung haben und ob eine didaktische Neuausrichtung auf Basis syntaxbasierter Methoden zielführender ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine empirische Untersuchung durch, bei der 68 Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 10 ein eigens konzipiertes Diktat mit Schwerpunkt auf Substantivierungen schrieben und die Fehler systematisch ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der GKS-Regeln, die Vorstellung der Untersuchungsmethodik und die detaillierte Präsentation sowie Diskussion der gewonnenen Daten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Satzinterne Großschreibung", "Substantivierung", "Fehleranalyse" und "Syntaxbasierter Ansatz" bestimmt.

Wie schneiden die Schüler bei der Untersuchung der Substantivierungen ab?

Die Fehlerquote ist mit 68 Prozent sehr hoch, was darauf hindeutet, dass das herkömmliche wortartenbasierte Regelwissen für die Bewältigung komplexer Nominalphrasen in der Praxis nicht ausreicht.

Welche Rolle spielt das Geschlecht oder der Migrationshintergrund bei den Ergebnissen?

Die Analyse zeigt, dass Mädchen tendenziell um 10 Prozent bessere Leistungen erzielen als Jungen, während der Unterschied zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund vergleichsweise gering ausfällt.

Welche Konsequenzen zieht der Autor für den schulischen Alltag?

Der Autor fordert eine Abkehr von rein markierungsorientierten Korrekturen hin zu einer zielführenden Fehlerklassifikation und die stärkere Integration syntaktischer Konzepte in den Deutschunterricht.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Vermittlung der satzinternen Großschreibung in Theorie und Schulrealität
Untertitel
Untersuchungen im Fach Deutsch in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 einer Gesamtschule
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Hauptseminar: Schriftsprachliche Erwerbsaufgaben im Deutschunterricht der Sekundarstufe
Note
1,0
Autor
Maik Bubenzer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
31
Katalognummer
V263624
ISBN (eBook)
9783656525844
ISBN (Buch)
9783656542858
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtschreibung Groß- und Kleinschreibung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maik Bubenzer (Autor:in), 2013, Die Vermittlung der satzinternen Großschreibung in Theorie und Schulrealität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263624
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Leseprobe aus  31  Seiten
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