Trotz ihres hohen didaktischen Wertes birgt die Oral History als ein methodisches Instrument vielerlei Probleme. Nicht umsonst wird sie von einigen ihrer Kritiker als „Feind des Historikers“ bezeichnet.
Die folgende Arbeit schildert wie die Methode der Oral History heute in der Geschichtswissenschaft, aber vor allem (wenn nicht allzu oft) im Geschichtsunterricht verwendet wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung.
2. Oral History und ihre Verwendung in der Geschichtswissenschaft.
3. Oral History und ihre Verwendung im Geschichtsunterricht.
4. Oral History- Chancen für die Geschichtswissenschaft.
4.1. Oral History – Chancen für den Geschichtsunterricht.
4.2. Oral History – Risiken für die Geschichtswissenschaft.
4.3. Oral History – Risiken für den Geschichtsunterricht.
5. Zeitzeugenbefragung als eine Methode des historischen Lernens – Praxisbeispiel.
6. Resümee. Oral History – für oder gegen?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Problematik der Oral History als Methode des historischen Lernens, mit einem besonderen Fokus auf deren Einsatzmöglichkeiten und Herausforderungen im Geschichtsunterricht.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Oral History
- Chancen und Risiken der Zeitzeugenbefragung
- Didaktische Potenziale für den Geschichtsunterricht
- Methodische Anleitung anhand eines Praxisbeispiels
- Kritische Reflexion der Quellenwertigkeit
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung.
„Oral History ist die Produktion und Bearbeitung mündlicher Quellen.“ Diese noch recht junge Methode des historischen Lernens nutzt die in einem Zeitzeugeninterview geschilderten Erinnerungen als historische Quellen. Ihren Ursprung hat sie in den USA und Großbritannien. In beiden Ländern wurde sie bereits in den 70er Jahren in der Sozialgeschichtsforschung genutzt. Als Urheber der Oral History gilt der US-amerikanische Journalist und Historiker Allan Nevins. Dieser führte in den 60er Jahren zahlreiche Interviews mit verschiedenen US-Politikern und wertete diese historiographisch aus. Insofern diente die Oral History in den USA zunächst zur Befragung von Machtgruppen, um so Erkenntnisse über politische Entscheidungen zu gewinnen. Über die Jahre wurde dann das Spektrum der gesellschaftlichen Gruppen, die in den USA interviewt wurden stark erweitert.
Während der 1960er Jahren fand in den USA ein regelrechter Boom der Oral History statt, so wurden zum einen zahlreiche lokal-geschichtliche Projekte ins Leben gerufen, zum anderen gründete man die Oral History Association, die die richtige Anwendung der Oral History überwachen sollte. Einen richtigen „Schub“ erlebte die Oral History jedoch erst in den 1970er Jahren mit der Erfindung des Kassetten-Recorders. Das Aufnahmegerät vereinfachte in vielfacher Hinsicht die Durchführung und Auswertung von Interviews. In der BRD konnte sich die Oral History erst in den 90er Jahren als eine allgemein anerkannte Methode des historischen Lernens, etablieren. Den entscheidenden Anstoß dazu gab das Forschungsprojekt von Lutz Niethammer und Detlev Peukert. Dabei wurde die Befragung von politisch Verfolgten in der Zeit des Nationalsozialismus zum zentralen Thema der Oral History in der BRD.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition und historische Herleitung der Oral History sowie deren Entwicklung in den USA und der BRD.
2. Oral History und ihre Verwendung in der Geschichtswissenschaft: Erörterung der subjektiven Natur von Zeitzeugenerinnerungen und deren Notwendigkeit der quellenkritischen Überprüfung.
3. Oral History und ihre Verwendung im Geschichtsunterricht: Darstellung der motivierenden Wirkung und der Förderung didaktischer Kompetenzen durch forschendes Lernen.
4. Oral History- Chancen für die Geschichtswissenschaft: Analyse der methodischen Vorteile, Risiken und spezifischen Chancen für Unterricht und Forschung.
5. Zeitzeugenbefragung als eine Methode des historischen Lernens – Praxisbeispiel: Konkreter Ablaufplan einer Zeitzeugenbefragung im Altersheim für den Unterricht.
6. Resümee. Oral History – für oder gegen?: Abschließende kritische Würdigung der Methode unter Berücksichtigung der quellenkritischen Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Oral History, Zeitzeugenbefragung, Geschichtsunterricht, historisches Lernen, Quellenkritik, subjektive Erinnerung, didaktische Kompetenz, Alltagsgeschichte, Mentalitätsgeschichte, forschendes Lernen, Zeitzeuge, Geschichtsdidaktik, Interviews, Identitätsbildung, historische Methode.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Methode der „Oral History“, insbesondere der Zeitzeugenbefragung, und wie diese als historisches Forschungsinstrument sowie als pädagogische Methode im Schulunterricht eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Oral History, die Chancen und Risiken dieser Methode für die Geschichtswissenschaft, die didaktische Einbettung in den Schulalltag sowie ein konkretes Praxisbeispiel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Mehrwert der Zeitzeugenbefragung für historisches Lernen aufzuzeigen und gleichzeitig die methodischen Schwierigkeiten und die notwendige Quellenkritik zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär diskutiert?
Die Arbeit fokussiert sich auf das thematische Zeitzeugeninterview, bei dem gezielte Fragen zu spezifischen Lebensereignissen oder Zeitabschnitten im Zentrum stehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Oral History, die Gegenüberstellung von Chancen und Risiken für Wissenschaft und Schule sowie einen schrittweisen Leitfaden für ein Unterrichtsprojekt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Oral History, Zeitzeugenbefragung, Geschichtsdidaktik, Quellenkritik und forschendes Lernen.
Warum wird Oral History manchmal als „Feind des Historikers“ bezeichnet?
Diese kritische Bezeichnung rührt daher, dass manche Historiker mündliche Berichte aufgrund ihrer Subjektivität und Lückenhaftigkeit als unsichere Quellenquellen ohne historischen Geltungsanspruch ablehnen.
Welche Rolle spielt die Ausbildung der Lehrkräfte für den Erfolg von Oral-History-Projekten?
Der Autor betont, dass die Kompetenz und Übung des Lehrers im Umgang mit dieser Methode entscheidend ist, um die Projekte erfolgreich und didaktisch wertvoll zu gestalten.
- Arbeit zitieren
- Klaudia Kock, geb. Buczek (Autor:in), 2013, Oral History. Zur Problematik der Zeitzeugenbefragung im Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268826