Zeitarbeitnehmer werden von ihrem Arbeitgeber gegen ein Entgelt zur Arbeitsleistung einem Kundenunternehmen überlassen. Diese Dreiecksbeziehung macht den Unterschied zu Normalarbeitsverhältnissen (Arbeitnehmer- überlassungsgesetz – AÜG, § 12). Im Gesundheitswesen wird die Zeitarbeit genutzt, um unter anderem kurzfristige Personalausfälle auszugleichen und Überstunden des Stammpersonals abzubauen (Emnid-Studie, 2008, S. 6f).
Im Juni 2012 waren 24.342 sozialversicherungspflichtige Zeitarbeiter im Gesundheitswesen tätig. In der oben genannten Dreiecksbeziehung spielt die Mitarbeiterzufriedenheit eine zentrale Rolle, da sie sowohl im Krankenhaus als auch im Zeitarbeitsunternehmen den Unternehmenserfolg beeinflusst (Seip, 2004, S. 31). Laut der BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT ist die Fluktuation in Unternehmen mit unzufriedenen Mitarbeitern in der Zeitarbeit im Vergleich zu anderen Branchen höher. Dies geht mit folgenden Nachteilen einher: Kosten für Entlassungen und Einstellungen, geringere Produktivität und Einarbeitungsaufwand neuer Mitarbeiter (Bröckermann & Pepels, 2004, S.40). Ziel ist es, die hohe Fluktuation von Zeitarbeitnehmern durch die Steigerung der Zufriedenheit zu reduzieren.
Die hohe Anzahl an Zeitarbeitnehmern im Gesundheitswesen, die Bedeutung der Zeitarbeit für Krankenhäuser sowie die Relevanz der Mitarbeiterzufriedenheit machen deutlich, wie wichtig es ist, sich mit der Zufriedenheit von Zeitarbeitern zu beschäftigen.
Darüber hinaus erfordert die Alterung der Gesellschaft und das voraussichtlich geringe Nachrücken junger Arbeitnehmer, dass sich die Unternehmen in Zukunft mehr auf ältere Mitarbeiter einstellen, zum Beispiel in Form eines altersgerechten Arbeitszeitmodells.
Die vorliegende Arbeit untersucht die Zufriedenheit von Gesundheits- und Krankenpflegern sowie Pflegehelfern mit der Zeitarbeitsfirma. Im Detail beschäftigt sie sich mit dem Nutzen der Zeitarbeit für Krankenhäuser und Zeitarbeitnehmer, der Optimierung der Zusammenarbeit von Zeitarbeitnehmern und Zeitarbeitsfirma und den Zusammenhängen von Lebensalter, Arbeitsbelastung und Zufriedenheit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Untersuchungsdesign
1.2 Hypothesen und Forschungsfragen
2 Theoretische Hinführung
2.1 Definition und begriffliche Abgrenzung
2.2 Das Zeitarbeitsverhältnis im Gesundheitswesen – Die Dreiecksbeziehung
2.3 Nutzen, Rechte und Pflichten der Dreiecksbeziehung
2.4 Entwicklung der Zeitarbeit in Deutschland – gestern, heute und morgen
2.5 Zusammenfassung der Theorie
3 Aktueller Forschungsstand zu den Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit
4 Material und Methoden der Umfrage
4.1 Vorstellung des Fragebogens
5 Ergebnisse
5.1 Nutzen für Krankenhäuser und Zeitarbeitnehmer
5.2 Optimierung der Zusammenarbeit
5.3 Zusammenhänge von Lebensalter, Arbeitsbelastung, Zufriedenheit
5.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
6 Diskussion
6.1 Material und Methoden
6.2 Ergebnisse
6.2.1 Nutzen für Krankenhäuser und Zeitarbeitnehmer
6.2.2 Optimierung der Zusammenarbeit
6.2.3 Zusammenhänge von Lebensalter, Arbeitsbelastung, Zufriedenheit
6.3 Zusammenfassung der Diskussion
7 Gesamtzusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Arbeitszufriedenheit von Gesundheits- und Krankenpflegern sowie Pflegehelfern in der Zeitarbeit. Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die zur Unzufriedenheit führen, und konkrete Strategien zur Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Zeitarbeitnehmern und Zeitarbeitsfirmen zu entwickeln, um langfristige Personalbindung zu ermöglichen.
- Nutzen der Zeitarbeit für Kliniken und Arbeitnehmer
- Optimierung der Kommunikation und Dienstplanung
- Einfluss von Lebensalter auf Arbeitszufriedenheit
- Strategien gegen Fluktuation und Personalbindung
- Analyse von Motiven für den Zeitarbeitseinsatz
Auszug aus dem Buch
Nutzen der Zeitarbeit für Krankenhäuser
In diesem Absatz wird die Frage beantwortet, welchen Nutzen ein Krankenhaus aus dem Einsatz von Zeitarbeitskräften zieht.
Für ein Krankenhaus bringt die Buchung von Fremdpersonal viele Vorteile. Die in der EMNID-Studie am häufigsten genannten Beweggründe für den Einsatz von Zeitarbeitskräften ist der kurzfristige Ausgleich von Personalausfällen und Auftragsschwankungen. Ein atmender Personalbestand, der bei Saisonspitzen seinen Höhepunkt erreicht, verhindert in arbeitsarmen Zeiten Minusstunden auf dem Arbeitszeitkonto der fest angestellten Mitarbeiter (Emnid-Studie, 2008, S. 6f). Somit nimmt die Zeitarbeit eine just-in-time-Funktion ein (Rudolph & Schröder, 1997, S. 123).
Neue Kollegen auf Zeit können ein Innovationspotenzial mit sich bringen, indem sie neue Ideen einbringen, Doppelarbeiten erkennen, da sie die Strukturen in dem Krankenhaus zum ersten Mal erleben und Vergleiche zu anderen Kliniken aufstellen können.
Ein weiterer Grund, Fremdpersonal zu rekrutieren, ist die Kostenersparnis. Die Rekrutierung von neuen Mitarbeitern entfällt. Die Kosten für das Schalten von Inseraten, die Auswahlgespräche neuer Bewerber sowie das gegenseitige Kennenlernen beim Probearbeiten fallen weg. Somit sinkt laut WEBER das „kalkulatorische Risiko im Hinblick auf Erkrankungen, Urlauben oder Abfindungen bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses [...]“ (Weber, 2005, S. 31). WATZKA hat zu dieser Kostenersparnis ein Break-Even-Schema zum Thema Zeitarbeit vs. Festanstellung erstellt, das zeigt, dass die Personalkosten von Fremdpersonal erst ab einem bestimmten Zeitpunkt die Personalkosten bei Festanstellung überschreiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert die Problemstellung der Zeitarbeit im Gesundheitswesen und legt das Untersuchungsdesign sowie die Forschungsfragen fest.
2 Theoretische Hinführung: Behandelt die rechtlichen und begrifflichen Grundlagen, das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz und die Dynamik der Dreiecksbeziehung.
3 Aktueller Forschungsstand zu den Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit: Gibt einen Überblick über existierende Studien und die Problematik von Vorurteilen gegenüber der Zeitarbeit.
4 Material und Methoden der Umfrage: Beschreibt das Vorgehen bei der Online-Umfrage, die Struktur des Fragebogens und die methodische Herangehensweise.
5 Ergebnisse: Präsentiert die gewonnenen Daten bezüglich des Nutzens der Zeitarbeit, Optimierungsmöglichkeiten und Zusammenhängen zwischen Alter und Zufriedenheit.
6 Diskussion: Kritische Reflexion der Methodik und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext von Personalbindung und Marketingstrategien.
7 Gesamtzusammenfassung: Fasst die Kernerkenntnisse zusammen und gibt Handlungsempfehlungen für Personaldienstleister.
Schlüsselwörter
Zeitarbeit, Gesundheitswesen, Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitnehmerüberlassung, Personalbindung, Dreiecksbeziehung, Fluktuation, Personaldisposition, Arbeitsbelastung, Dienstplanung, Altersstruktur, Qualifikation, Gesundheitsberufe, Tarifvertrag, Personaldienstleistung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Zufriedenheit von Zeitarbeitnehmern im Gesundheitssektor und untersucht, wie die Zusammenarbeit zwischen Zeitarbeitsfirmen und Pflegepersonal verbessert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Nutzen der Zeitarbeit für Kliniken und Arbeitnehmer, der Identifikation von Optimierungspotenzialen in der Betreuung und dem Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastung und Lebensalter.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, negative Aspekte der Zeitarbeit aus Sicht der Beschäftigten zu identifizieren und konkrete Lösungsansätze zu formulieren, um die Mitarbeiterzufriedenheit nachhaltig zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine Online-Umfrage unter Zeitarbeitnehmern im Gesundheitswesen durchgeführt, deren Ergebnisse qualitativ und quantitativ analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Nutzen für Krankenhäuser, Verbesserungsvorschläge für die Personaldisposition und die Korrelationen zwischen Gehalt und Zufriedenheit detailliert dargestellt und diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zeitarbeit, Mitarbeiterzufriedenheit, Personalbindung, Dreiecksbeziehung und Personaldisposition charakterisiert.
Warum spielt die Personaldisposition eine so wichtige Rolle?
Sie ist entscheidend, um Einsatzplanung und Mitarbeiterwünsche in Einklang zu bringen, was maßgeblich zur Senkung der Fluktuation beiträgt.
Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für ältere Arbeitnehmer?
Ältere Zeitarbeitnehmer reagieren sensibler auf unerwartete Situationen, weshalb Unternehmen durch Maßnahmen wie Kontinuität im Einsatz auf ihre Bedürfnisse eingehen müssen.
Was ist die "4R-Regel"?
Es handelt sich um ein eigens entwickeltes Hilfsmittel zur fehlerfreien Einsatzplanung: Richtiger Zeitpunkt, Richtiger Ort, Richtige Qualifikation, Richtiger Mitarbeiter.
Können Zeitarbeiter durch Zeitarbeitsfirmen gebunden werden?
Ja, durch verbesserte Kommunikation, Feedback-Kulturen, Fortbildungen und eine wertschätzende Personaldisposition kann die Bindung trotz der spezifischen Rahmenbedingungen der Branche gestärkt werden.
- Citation du texte
- Simon Tröder (Auteur), 2013, Mitarbeiterzufriedenheit von Zeitarbeitnehmern steigern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269353