In der vorliegenden Hausarbeit zum Modul 2 B wird ein Schulungsentwurf (Blueprint) zum Titelthema vorgestellt. Diese Schulung wird mittels des meist bekanntesten Instruktionsdesigns dem 4CID Modell skizziert.
Das Diplom, ein Auslaufmodell. Die Studienabsolventen erhalten nach Abschluss ihres Studiums nicht mehr das Diplom-Zeugnis, sondern die Abschlussgrade Bachelor oder Master. Damit ist ein wichtiger Meilenstein des Umstellungsprozesses erreicht, den die europäischen Bildungsminister vor zehn Jahren in Bologna in Gang setzten, um einen einheitlichen europäischen Studienraum zu schaffen. Der Bologna-Prozess, von dem man sich kürzere Studienzeiten, eine bessere Analogie der Abschlüsse und mehr Mobilität
versprach, führte zu einem tiefgreifenden Wandel des deutschen Studiensystems. Die Trauer um das Diplom ist enorm. Es genoss in der deutschen
und internationalen Wissenschaft und Wirtschaft hohe Achtung. Ferner halten viele die neue Struktur für zu verschult, es gäbe zu viele Prüfungen
und den Studierenden bliebe keine Zeit mehr für Freizeit oder Nebenjobs. Ebenso sind Auslandssemester kaum mehr möglich, obwohl doch gerade
deren Anrechenbarkeit zu den Zielen der Neuordnung zählte. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Exkurs
2.1 Pfadabhängigkeit
2.2 Unterschied zwischen Didaktik und Instruktionsdesign
2.3 Bezugstheorie des 4 CID Modells
3 Hierarchische Kompetenzanalyse
4 Bildung der Aufgabenklassen
5 Entwicklung von Lernaufgaben
6 Unterstützende und Prozedurale Informationen
6.1 Unterstützende Informationen
6.2 Prozedurale Informationen
7 Part-task Practice
8 Didaktische Szenarien
9 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen konkreten Schulungsentwurf für die Erstellung einer schriftlichen Bewerbung für Absolventen der Fernuniversität zu entwickeln, wobei das 4CID-Modell als methodischer Rahmen dient, um kognitive Überlastung zu vermeiden und den Lernprozess systematisch zu strukturieren.
- Anwendung des 4CID-Modells zur Gestaltung komplexer Lernumgebungen
- Durchführung einer hierarchischen Kompetenzanalyse für den Bewerbungsprozess
- Konzeption von Aufgabenklassen und Lernaufgaben mit steigendem Schwierigkeitsgrad
- Unterscheidung und Bereitstellung von unterstützenden sowie prozeduralen Informationen
- Evaluierung didaktischer Szenarien für die praktische Umsetzung der Schulung
Auszug aus dem Buch
3 Hierarchische Kompetenzanalyse
Im 4CID Modell werden die Aufgliederungen der Fertigkeiten in einer Fertigkeitenhierarchie (skill hierachy) dargestellt. Die zu schulende Zielfertigkeit wird in ihre konstituierenden Teilfertigkeiten zerlegt und die Wechselbeziehungen aufgezeigt (Bastiaens T., Deimann M., Schrader C. & Orth C., 2013, S. 95 ff.). Die Abbildung 2 zeigt die Fertigkeitenhierarchie „Eine Schriftliche Bewerbung erstellen“.
Die einzelnen Teilfertigkeiten werden in horizontal/ temporärer und vertikal/ konditionaler Ebene dargestellt. Die temporäre Ebene ordnet nach der zeitlichen Sequenz, das heißt diese wird von links nach rechts gelesen und die jeweiligen Fertigkeiten werden von links nach rechts ausgeführt. Ist die Reihenfolge nicht zwingend, wird ein Doppelpfeil angewendet. Ein gestrichelter Pfeil zeigt die Beliebigkeit an (van Merriënboer, Clark & de Croock, 2002, S. 40 ff.). Sie impliziert keinerlei Daten zu notwendigem Wissen, dass zur Realisierung notwendig wäre. Diese werden in den Bereichen Supportive Information und Just-in-Time-Information angesprochen. Konditionale Relationen bauen aufeinander auf das besagt, dass erst die unterste Fertigkeit erlernt werden muss, um zur nächsten Stufe überzugehen.
In diesem Fall kann die Erstellung des Lebenslaufes, sowie das Schreiben des Anschreibens beliebig ausgeführt werden, darauf deutet der gestrichelte Pfeil hin. Wie in der Abbildung 2 ersichtlich müssen zuerst die relevanten Informationen zur Stellenausschreibung gesammelt werden, bevor der Lebenslauf passend für die ausgewählte Stelle angefertigt werden kann. Beliebig ist jedoch die Erstellung des Anschreibens, des Lebenslaufes oder der Kompetenzseite, diese sind in ihrer Reihenfolge variabel. Andererseits muss vorerst erlernt werden, sich selbst, das heißt die eigenen Potenziale zu erkennen, sowie daraus die Stärken- und Schwächen zu analysieren. Hierbei ist eine konditionale Beziehung gegeben, das heißt die untere Fertigkeit bedingt, die darüberliegende.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Schulungsentwurfs zum Thema Bewerbung unter Verwendung des 4CID-Modells vor dem Hintergrund der aktuellen Studienstrukturen.
2 Theoretischer Exkurs: Erläuterung der pädagogischen Grundlagen wie der Pfadabhängigkeit und Abgrenzung zwischen allgemeiner Didaktik und Instruktionsdesign.
3 Hierarchische Kompetenzanalyse: Detaillierte Aufschlüsselung der Zielfertigkeit „Schriftliche Bewerbung“ in sequenzielle und konditionale Teilfertigkeiten.
4 Bildung der Aufgabenklassen: Definition der Rahmenbedingungen und Schwierigkeitsgrade für die Gestaltung des Lernprozesses.
5 Entwicklung von Lernaufgaben: Konkretisierung der Aufgabenformen zur schrittweisen Kompetenzvermittlung in einer authentischen Lernumgebung.
6 Unterstützende und Prozedurale Informationen: Differenzierung zwischen Wissen, das zur Bewältigung komplexer Probleme benötigt wird, und prozeduralem Just-in-time-Wissen.
7 Part-task Practice: Beschreibung von Übungen zur Automatisierung spezifischer Routinefertigkeiten innerhalb der Zielkompetenz.
8 Didaktische Szenarien: Prüfung der Eignung verschiedener Lernformen wie Frontalunterricht oder individuelle Lernplätze.
9 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Anwendung des 4CID-Modells und Ausblick auf Optimierungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
4CID-Modell, Instruktionsdesign, Kompetenzanalyse, Fertigkeitenhierarchie, Aufgabenklassen, Lernaufgaben, kognitive Belastung, Scaffolding, Bewerbungstraining, mediengestütztes Lernen, Didaktik, berufliche Weiterbildung, Lernumgebung, Teilfertigkeiten, Wissensvermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit entwickelt einen strukturierten Schulungsentwurf für Absolventen der Fernuniversität, um diese beim Prozess der schriftlichen Bewerbung zu unterstützen.
Welches theoretische Framework wird verwendet?
Die Arbeit nutzt das 4CID-Modell (Four-Component Instructional Design) von J. van Merriënboer, da es besonders für die Vermittlung komplexer kognitiver Fertigkeiten geeignet ist.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung eines „Blueprints“ für eine Schulung, die Bewerber methodisch anleitet und dabei hilft, eine kognitive Überlastung während des Lernprozesses zu verhindern.
Wie werden die zu erlernenden Kompetenzen analysiert?
Die Arbeit verwendet eine hierarchische Kompetenzanalyse (skill hierarchy), bei der die Zielfertigkeit in ihre konstituierenden Teilfertigkeiten zerlegt und logisch sowie sequenziell verknüpft wird.
Welche Rolle spielt die Differenzierung von Informationen?
Das Modell unterscheidet zwischen unterstützenden Informationen für komplexe Aspekte und prozeduralen Informationen, die den Lernenden unmittelbar bei der Ausführung von Teilaufgaben helfen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben dem 4CID-Modell vor allem Aufgabenklassen, Fertigkeitenhierarchie, Scaffolding, kognitive Belastung und die Gestaltung authentischer Lernumgebungen.
Wie wird der Schwierigkeitsgrad der Lernaufgaben gesteuert?
Der Schwierigkeitsgrad wird durch die Bildung von Aufgabenklassen festgelegt, die sich an der Verfügbarkeit von Informationen und dem Vorwissen des Lernenden orientieren, um eine Überforderung zu vermeiden.
Warum werden didaktische Szenarien verglichen?
Der Vergleich zwischen Frontalunterricht und individuellem Lernplatz dient dazu, die kostengünstigste und effektivste Methode für Fernuniversitäts-Absolventen zu identifizieren, die meist bereits über ein hohes Maß an Selbstlernkompetenz verfügen.
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- Marina Zuber (Author), 2014, Absolventen der Fernuniversität. Sich auf eine Stelle bewerben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271216