Trotz vermeintlich rückläufiger Arbeitslosenzahlen in Deutschland ist der Arbeitsmarkt nach wie vor eines der Kernziele auf der Agenda der Politik. Die derzeitig angewendeten Instrumente zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit werden nicht nur innerhalb der Opposition, sondern auch in den Medien immens diskutiert und in Frage gestellt. Steigende Arbeitslosenzahlen und Konjunkturschwäche sind jedoch kein rein nationales Phänomen, sondern ein globales Erscheinungsbild.
Spätestens seit der unwiderruflichen Einführung des Euros als Buchgeld am 31. Dezember 1998 muss die deutsche Arbeitsmarktpolitik zumindest aus einem europäischen Blickwinkel betrachtet werden, da jede Währungsschwankung unmittelbaren Einfluss auf die Arbeitsmarktpolitik ausübt.
Besonders in den letzten beiden Jahrzehnten konnte eine starke und nachhaltige Veränderung auf ökonomischer, technologischer und rechtlicher Ebene innerhalb Deutschlands und Europas beobachtet werden. Nicht zuletzt durch den stark wachsenden asiatischen Markt und den unter Konkurrenzdruck geratendem Europa wird mit diesen Veränderungen versucht, die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt aufrecht zu erhalten.
Nach Definition und Erläuterung wichtiger arbeitsmarktpolitischer Begrifflichkeiten, wird in den darauffolgenden Kapiteln versucht, einen fundierten Überblick über die verschiedenen politischen Ansätze und Instrumente zur Gestaltung des Arbeitsmarktes zu gegeben.
Da eine umfassende Auseinandersetzung mit den einzelnen Themengebieten der Arbeitsmarktpolitik im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich ist, sind die in dieser Arbeit behandelten Kapitel als ein erster Einblick in das Themengebiet zu verstehen.
Ziel dieser Arbeit ist es, der Leserin, dem Leser einen fundierten Kenntnisstand über die Begrifflichkeiten und den Zusammenhang einzelner Arbeitspolitischer Mechanismen zu verschaffen.
Inhaltsverzeichnis
2. Definitionen und Erläuterungen
2.1. Definition und Erläuterung der Arbeitsmarktpolitik
2.2.1. Definition und Erläuterung der aktiven Arbeitsmarktpolitik
2.2.2. Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik
2.2.3. Hartz-Konzept
2.3. Definition und Erläuterung des Lohnkostenzuschusses
2.4. Definition und Erläuterung des Mindestlohns
2.5. Definition und Erläuterung des Subsidiaritätsprinzips
2.6. Definition und Erläuterung Atypische Beschäftigung
3. Rechtliche Rahmenbedingungen
3.1. Die Entstehung der europäischen Beschäftigungspolitik
3.2. Folgen für Deutschland als Mitgliedsstaat der EU
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen fundierten Überblick über zentrale Begriffe und Mechanismen der deutschen Arbeitsmarktpolitik zu vermitteln und deren Zusammenhänge im Kontext aktueller ökonomischer und rechtlicher Rahmenbedingungen aufzuzeigen.
- Aktive vs. passive Arbeitsmarktpolitik und deren Instrumente
- Die Entwicklung und Umsetzung des Hartz-Konzepts
- Lohnkostenzuschüsse und die Debatte um den Mindestlohn
- Das Subsidiaritätsprinzip im Kontext der Sozialpolitik
- Die Entstehung und der Einfluss der europäischen Beschäftigungspolitik auf Deutschland
Auszug aus dem Buch
2.4. Definition und Erläuterung des Mindestlohns
Der Mindestlohn wäre insofern eine Alternative zum Kombilohn, dass der Staat bisher notwendige Zuschüsse einsparen würde, indem Arbeitgeber verpflichtet wären einen Mindestlohn zu bezahlen, der eine staatliche Bezuschussung nicht erfordert.
Mindestlöhne werden in der Politik und in der Gesellschaft immer wieder stark diskutiert. Ein Hauptargument für Mindestlöhne ist die Verbesserung der Einkommen im Niedriglohnbereich. Ein Hauptargument gegen den Mindestlohn ist ein befürchteter Verlust von Arbeitsplätzen und ein Wettbewerbsnachteil auf dem globalen Markt.
Zudem seien jetzt schon die hiesigen Tarifverträge hinsichtlich Lohn und Arbeitszeit ein Hindernis für den Wettbewerb. Jedoch haben andere mit Deutschland vergleichbare europäische Staaten wie Frankreich oder die Niederlande mit einem bestehenden Mindestlohn die Durchsetzbarkeit auf dem Weltmarkt bewiesen.
„Die Entwicklung der Reallöhne in Deutschland liegt seit Jahren unter dem Durschnitt fast aller Industrieländer. Der Vergleich mit der Euro-Zone durch die OECD wirft ein Blitzlicht auf diese Tendenz“. Die derzeitige Mindestlohnforderung mit Stand Juli 2011 die von einigen politischen Parteien und vor allem durch den DGB gefordert wird, beträgt 8,50€. Bei einer Einführung dieser Summe, wäre Deutschland sogar noch unterhalb des Mindestlohns von Luxemburg, Frankreich, Niederlande und Belgien.
Wie auf der, durch den DGB eigens eingerichteten Internetpräsenz mindestlohn.de, nachzulesen ist, habe sich inzwischen auch der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, jüngst für einen Mindestlohn ausgesprochen.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Definitionen und Erläuterungen: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe wie Arbeitsmarktpolitik, Hartz-Konzept, Mindestlohn und Subsidiaritätsprinzip, um ein Verständnis für die arbeitsmarktpolitischen Mechanismen zu schaffen.
3. Rechtliche Rahmenbedingungen: Hier wird die Entwicklung der europäischen Beschäftigungspolitik sowie deren Auswirkungen auf die Handlungsspielräume der Bundesrepublik Deutschland dargestellt.
4. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein Umdenken weg von Lohnkostensenkungen hin zur Förderung von Bildung und Eigenverantwortung.
Schlüsselwörter
Arbeitsmarktpolitik, Beschäftigungspolitik, Hartz-Konzept, Arbeitslosengeld, Lohnkostenzuschuss, Kombilohn, Mindestlohn, Subsidiaritätsprinzip, Atypische Beschäftigung, Europäische Union, Sozialstaat, Arbeitsförderung, Wettbewerbsfähigkeit, Transformation, Strukturwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Einführung in die deutsche Arbeitsmarktpolitik und erläutert wesentliche Fachbegriffe, Instrumente und politische Zusammenhänge.
Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen aktiver und passiver Arbeitsmarktpolitik, das Hartz-Konzept, Lohnsubventionen, Mindestlohndebatten und die rechtlichen Einflüsse der Europäischen Union.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, dem Leser einen fundierten Kenntnisstand über arbeitsmarktpolitische Begrifflichkeiten und die Mechanismen einzelner arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Definition zentraler Begriffe unter Einbeziehung von Literatur sowie aktuellen rechtlichen und politischen Quellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Begriffsdefinition verschiedener Instrumente (z.B. Hartz-IV, Lohnkostenzuschüsse) und eine Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Arbeitsmarktpolitik, Hartz-Konzept, Mindestlohn, Subsidiaritätsprinzip, Atypische Beschäftigung und Europäische Beschäftigungspolitik.
Inwiefern beeinflusst die Europäische Union die deutsche Arbeitsmarktpolitik?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Deutschland durch EU-Verträge Hoheitsrechte in der Beschäftigungspolitik abgegeben hat und sich an europaweit abgestimmte Leitlinien halten muss.
Welche Kritik äußert der Autor an aktuellen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen?
Der Autor kritisiert, dass Maßnahmen wie Kombilöhne nur marginalen Erfolg hatten und plädiert langfristig für eine stärkere Investition in Bildung statt in Lohnsubventionen.
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- Gökhan Tokay (Autor), 2011, Arbeitsmarktpolitik in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280777