Enneagrammbasierte Kompetenzentwicklung und Personalförderung. Ein Leitfaden für Führungskräfte


Fachbuch, 2014
40 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Kurzprofile der neun Persönlichkeitstypen des Enneagramms

2. Das Enneagramm als sozialwissenschaftliche Typenlehre

3. Kompetenz- und Personalförderung als aktuelle Herausforderung für Organisationen und Unternehmen

4. Personale Kompetenzentwicklung mit Hilfe des Enneagramms

5. Das Enneagramm im Kontext von sozialer Kompetenzentwicklung und Gruppendynamik

6. Empfehlungen für Führungskräfte zur Konfliktbearbeitung, Teamentwicklung und Mobbing-Prävention

Literatur

Vorwort

Die Mehrzahl der Veröffentlichungen der letzten zwanzig Jahre hat das Enneagramm aus dem religiös-spirituellen Kontext gelöst. Es wurde damit an einige Arbeitsfelder der Erwachsenenbildung und Personalentwicklung ein theoretischer Anschluss geleistet, der bis heute nur vereinzelt ausformuliert wurde und sich im Wesentlichen auf die Themen Mediation und Motivation beschränkt.[1] Ziel dieser Veröffentlichung ist es, weitere Möglichkeiten des Enneagramms für die personale und soziale Kompetenzentwicklung zu skizzieren, insbesondere für Teamführung und Konfliktbearbeitung. Da das Enneagramm als Persönlichkeitsmodell in einer Vielzahl von Veröffentlichungen bereits eingehend beschrieben wurde, wird auf eine detaillierte Darlegung der Typologie verzichtet. Eine Kurzbeschreibung legt stattdessen den Akzent auf typenspezifische Handlungs- und Verhaltensmuster, die bei der Personalförderung Berücksichtigung finden sollten. Im Vergleich der verschiedenen Kompetenzentwicklungsmodelle nimmt das Enneagramm eine Sonderstellung ein. In der Terminologie der derzeit verbreiteten Kompetenz-Kategorisierung von Erpenbeck[2] ist festzustellen, dass das Modell in erster Linie zur Beschreibung von personalen und sozialen Kompetenzen geeignet erscheint, wenngleich auch bestimmte berufliche Prädestinationen der einzelnen Typen nicht von der Hand zu weisen wären. Anders als die meisten Kompetenzmodelle- und Persönlichkeitstheorien kann das Enneagramm zudem auf eine lange internationale Tradition und Geschichte zurückblicken und ist daher auch für die Arbeit mit interkulturellen Teams als besonders geeignet anzusehen. Denn die Typologie beinhaltet nicht willkürlich zusammengetragene Persönlichkeitseigenschaften, sondern eine Sozio-Logik, die in zahlreichen Kulturen und soziologischen Milieus vorzufinden ist. Werteverursachte Deutungsmuster verdichten sich zu kulturellen und lebensstilbezogenen Stereotypen, die eine hohe Relevanz für zentrale Themen der Personalführung haben wie Arbeitsmotivation, Mitarbeiterbindung, Team- und Führungskräfteentwicklung.[3] Dabei lässt sich feststellen, dass das Enneagramm viele Parallelen zu anderen sozialwissenschaftlichen und ideengeschichtlichen Idealtypen aufweist, was interdisziplinäres Denken und Arbeiten begünstigt.

1. Kurzprofile der neun Persönlichkeitstypen des Enneagramms

Einflussreiche Entwicklungspsychologen des 20. Jahrhunderts wie Piaget und Wygotski arbeiteten in ihren Forschungen heraus, dass alle Menschen ontologisch gesehen als Egozentristen auf die Welt kommen. Es müssen günstige Umstände der Sozialisation (Erziehung, Bildung, Umweltbedingungen) zusammenwirken, dass Individuen im Laufe ihres Lebens diesen Charakterzug zeitweise oder dauernd ablegen, um sich als gesunde Persönlichkeit eine soziale Identität (über Wahrnehmung von Berufs- und Familienrollen und sonstigen sozial ausgerichteten Tätigkeiten) aufzubauen. Erfolgreich bewältigte Rollenkonflikte und Rollendistanz führen schließlich dazu, dass eine reflektierte Ich-Identität entsteht. Ohne die Vielfalt der individuellen Charaktereigenschaften zu ignorieren, geht das Modell des Enneagramms davon aus, dass diese Identität in der Regel auf zentralen gesellschaftlichen Werten bzw. Tugenden basiert, die kulturell tradiert, der persönlichen Lebensgestaltung eine soziale Ausrichtung und gesellschaftliche Anerkennung verleihen. Diese Wertorientierung hilft dabei in Konflikten, insbesondere in Dilemma-Situationen, entscheidungsfähig zu bleiben und sich „richtig“ zu verhalten. Die „gereifte“ Haltung einer Person - Kohlberg bezeichnete sie als „moralische“ bzw. „post-moralische“ Urteilsfähigkeit - kommt dadurch zum Ausdruck, dass in der Erwachsenensozialisation ein Wissen um eigene typische Schwächen und Stärken erworben wird. Wahrnehmungskonflikte mit „Andersdenkenden“ werden von einer gereiften Persönlichkeit eher als Bereicherung und Chance zur Weiterentwicklung erkannt. Das Enneagramm skizziert dafür typische Entwicklungsrichtungen. Gleichzeitig wird deutlich, zu welchen Fehlhaltungen bzw. neurotischen „Panzerungen“ (Reich) eine Verabsolutierung der jeweiligen zentralen Lebenswerte führen kann.

Typ I

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Typ II

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Typ III

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Typ IV

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Typ V

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Typ VI [17] [18] [19]

[...]


[1] Salmon, Eric: Das Motivations-Enneagramm. Freiburg: Herder-Verl. 1998/ Pfab, Alexander: Das Enneagramm in der Mediation. Fuchstal: xlibri 2008/ Salzwedel, Martin; Tödter, Ulf: Authentisch führen. Mannheim 2013: Cornelsen

[2] Vgl. Erpenbeck, John/ Heyse, Volker (Hg.): Kompetenzmanagement: Methoden, Vorgehen, KODE(R) und KODE(R)X im Praxistest. Waxmann 2007

[3] So verfügen etwa die in Deutschland soziologisch ermittelten dominanten ästhetischen Schemata über Parallelen zur persönlichkeitsbezogenen Phänomenologie des Enneagramms. Niveau-, Unterhaltungs- und Harmoniemilieus korrespondieren mit den Enneagramm-Typen V, VII und IX. Vgl. Schulze, Gerhard: Die Erlebnisgesellschaft. F.a.M.: Campus, 2005 (2. Aufl.)

[4] Harris, Thomas A.: Ich bin o.k. Du bist o.k. Wie wir uns selbst besser verstehen und unsere Einstellung zu anderen verändern können. Reinbek: Rowohlt 1998

[5] Förster, Hans-Peter; Rost, Gerhard; Thiermeyer, Michael: Corporate Wording: die Erfolgsfaktoren für professionelle Kommunikation - Kommunikation perfektionieren, Unternehmen profilieren. F.a.M.: Frankfurter Allg. Buch 2010 (2. Aufl.)

[6] Kirchler, Erich (Hg.): Arbeits- und Organisationspsychologie. Weinheim: Beltz 2008 (2. Aufl.), S. 28 ff.

[7] Schmidbauer, Wolfgang: Die hilflosen Helfer. Über die seelische Problematik der helfenden Berufe. Reinbek: Rowohlt 1998 / Kirchler, Erich (Hg.): Arbeits- und Organisationspsychologie. Weinheim: Beltz 2008 (2. Aufl.), S. 62 ff.

[8] Förster, Hans-Peter; Rost, Gerhard; Thiermeyer, Michael: Corporate Wording: die Erfolgsfaktoren für professionelle Kommunikation - Kommunikation perfektionieren, Unternehmen profilieren. a.a.O.

[9] Kirchler, Erich (Hg.): Arbeits- und Organisationspsychologie. Weinheim: Beltz 2008 (2. Aufl.), S. 28 ff.

[10] Charles E. Osgoods „Matrix der sozialen Stile“ zit. nach: Amar, Patrick: Psychologie für Fach- und Führungskräfte. Berlin: Springer 2013, S. 178

[11] Fromm, Erich: Charakter und Gesellschaftsprozeß, in: ders., Die Furcht vor der Freiheit, in: Erich-Fromm-Gesamtausgabe, Band I, München 1981, S. 379-392

[12] Schiller, Friedrich: Über naive und sentimentalische Dichtung. In: Die Horen 1795/ 1796 http://www.deutschestextarchiv.de/book/show/schiller_naive02_1795

[13] Freud, Sigmund: Zur Einführung des Narzissmus. Leipzig: Internationaler Psychoanalytischer Verlag 1924

[14] Riemann, Fritz: Grundformen der Angst: Eine tiefenpsychologische Studie. München: Reinhardt 1961

[15] Riemann, Fritz: Grundformen der Angst: Eine tiefenpsychologische Studie. München: Reinhardt 1961

[16] Charles E. Osgoods „Matrix der sozialen Stile“ zit. nach: Amar, Patrick: Psychologie für Fach- und Führungskräfte. Berlin: Springer 2013, S. 178

[17] Reich, Wilhelm: Charakteranalyse. Köln: KiWi 1971, S. 262 ff.

[18] Charles E. Osgoods „Matrix der sozialen Stile“ zit. nach: Amar, Patrick: Psychologie für Fach- und Führungskräfte. Berlin: Springer 2013, S. 178

[19] Förster, Hans-Peter; Rost, Gerhard; Thiermeyer, Michael: Corporate Wording: die Erfolgsfaktoren für professionelle Kommunikation - Kommunikation perfektionieren, Unternehmen profilieren. a.a.O.

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Details

Titel
Enneagrammbasierte Kompetenzentwicklung und Personalförderung. Ein Leitfaden für Führungskräfte
Autor
Jahr
2014
Seiten
40
Katalognummer
V281240
ISBN (eBook)
9783656758525
ISBN (Buch)
9783656758518
Dateigröße
3034 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Personalförderung, Kompetenzentwicklung, Teamentwicklung, Konfliktbearbeitung, Enneagramm, Personalentwicklung, Soft Skills
Arbeit zitieren
Thomas Grieser (Autor), 2014, Enneagrammbasierte Kompetenzentwicklung und Personalförderung. Ein Leitfaden für Führungskräfte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281240

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