School Shootings sind ein erschreckendes Phänomen: Scheinbar unauffällige Jugendliche begehen Massenmorde in Schulen und Universitäten. Junge Menschen besorgen sich Waffen und planen Tötungsakte an Schulen und Universitäten, planen ihre Mitschüler und Lehrer zu töten. Orte wie Columbine, Emsdetten, Erfurt und Winnenden sind untrennbar mit den Gewaltakten verbunden, die dort verübt wurden. In den meisten Fällen folgt darauf eine hochemotionale Berichterstattung, in denen das Unvorstellbare erklärt werden soll. Gewaltsame Videospiele, Depressionen, Schizophrenie, familiäre Probleme: Alle diese Faktoren wurden schon monokausal in Medienberichten als Ursachen vorgeschlagen. In vielen wissenschaftlichen Publikationen wird nach einer psychiatrischen Ursache gesucht.
Diese Arbeit wählt einen anderen Ansatz: School Shootings sollen im Rahmen der Theorie abweichenden Verhaltens von Robert K. Merton als extreme Form der Devianz untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Amoklauf – Ein Überblick
2.1. Begriffsgenese
2.2. Geschichtlicher Überblick
2.3. Statistische Daten
2.4. Forschungsansätze
3. Anomietheoretischer Ansatz
3.1. Abweichendes Verhalten
3.2. Die Anomietheorie Robert K. Mertons
4. Anwendung der Theorie
4.1. Soziale/Kulturelle Ziele und Normen im Jugendalter
4.2. Konformismus, Ressentiment, Rebellion
5. Fazit
6. Bibliographie
6.1. Primärquellen
6.2. Sekundärquellen
7. Abbildungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht School Shootings als extreme Form der Devianz, indem sie das Phänomen unter Rückgriff auf die Anomietheorie von Robert K. Merton analysiert. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sich die Tatbiografien der Täter und ihr Übergang zur Gewalt als Rebellionsakt innerhalb dieses theoretischen Rahmens interpretieren lassen.
- Analyse von School Shootings als extreme Form der Devianz
- Anwendung der Anomietheorie von Robert K. Merton auf jugendsoziologische Fragestellungen
- Untersuchung der Progression von Konformismus über Ressentiment zu Rebellion
- Fallstudienorientierte Analyse unter Einbezug von Täter-Manifesten
- Diskussion gesellschaftlicher und institutioneller Präventionsansätze
Auszug aus dem Buch
4.2. Konformismus, Ressentiment, Rebellion
Nun wird der Anomietheorie folgend der Übergang der School Shooter von konformem Verhalten zu Ressentiment und Frustration angezeigt, die dann in Rebellion und der Amoktat mündet. Es soll untersucht werden, ob sich diese Progression an Beispielen anzeigen lässt und ob das School Shooting im Rahmen der Theorie als Rebellion verstanden werden kann. Angesichts der einschlägigen Literatur über School Shootings soll das im Allgemeinen überprüft werden, spezifisch wird aber auch ein Fallbeispiel untersucht.
Das Fallbeispiel soll hier das School Shooting des 22-jährigen Studenten Elliot Rodger von der California University sein. Hierbei soll sich auf sein Manifest, das er vor seiner Tat verfasste und an Eltern, ehemalige Schulkameraden und Freunde sowie seine Therapeutin versandte, bezogen werden. Konkret wird untersucht, ob und inwiefern es Hinweise darauf gibt, dass Ziele auch unter Beachtung der Mittel/Normen nicht erreicht werden und ob/inwiefern darüber Frustration entsteht, die auf Ressentiment hindeutet.
Zunächst wird sich dabei auf Bannenberg, Robertz/Wickenhäuser und Langman bezogen, anschließend auf die Primärliteratur. Zu Elliot Rodgers Manifest ist zu sagen, dass er es kurz vor der Tat verfasst hat, also schon dort die kulturellen Ziele und Mittel abzulehnen beschlossen hat. Das äußerst subjektive Manuskript ist deswegen sehr kritisch zu sehen.
Das erste kulturelle Ziel, das als Marker aufgestellt wurde, ist der schulisch-akademische Erfolg innerhalb der Bildungsinstitutionen unter Beachtung der akademischen Ehrlichkeit und der Unterlassung von Täuschungsversuchen als Normen. Die School Shooter sollten nach der Theorie keine oder nur wenig Erfolge im Schulsystem oder der Universität zu verzeichnen haben und frustriert darüber sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der School Shootings ein und erläutert den methodischen Ansatz, das Phänomen als extreme Form der Devianz nach Robert K. Merton zu analysieren.
2. Der Amoklauf – Ein Überblick: Dieses Kapitel definiert den Untersuchungsgegenstand, gibt einen historischen Abriss über relevante Fälle und stellt verschiedene statistische sowie forschungstheoretische Ansätze vor.
3. Anomietheoretischer Ansatz: Das Kapitel führt in die Grundlagen abweichenden Verhaltens ein und erläutert die Anomietheorie Robert K. Mertons als zentrales Erklärungsmodell.
4. Anwendung der Theorie: Hier erfolgt die Verknüpfung der theoretischen Grundlagen mit der empirischen Ebene, indem kulturelle Ziele und Normen identifiziert und der Übergang zur Rebellion am Fallbeispiel analysiert wird.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zur Anomietheorie im Kontext von School Shootings zusammen und betont die Notwendigkeit interdisziplinärer Präventionsansätze.
6. Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Arbeit auf.
7. Abbildungen: Dieser Abschnitt enthält grafische Veranschaulichungen zu Fallzahlen, individuellen Gefährdungsmerkmalen und Motivationsstrukturen der Täter.
Schlüsselwörter
School Shooting, Amoklauf, Devianz, Anomietheorie, Robert K. Merton, Jugendsoziologie, Rebellion, Ressentiment, Prävention, Elliot Rodger, Schulversagen, soziale Isolation, institutionelle Ziele, Peer-Gruppe, Gewalt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert School Shootings nicht als isolierte psychiatrische Einzelfälle, sondern als extreme Form abweichenden Verhaltens innerhalb gesellschaftlicher Strukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Soziologie abweichenden Verhaltens, jugendspezifische Sozialisationsbedingungen und die Analyse von Eskalationsprozessen in Bildungsinstitutionen.
Was ist die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern sich School Shootings mittels der Anomietheorie von Robert K. Merton als Rebellionsakt begreifen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretisch-analytische Methode angewandt, die durch Literaturanalyse und die fallbezogene Untersuchung von Täter-Manifesten ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Merton, die Herleitung jugend-kultureller Ziele und die anschließende Anwendung dieser Theorie auf das Fallbeispiel des Täters Elliot Rodger.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind insbesondere School Shooting, Anomietheorie, Devianz, Rebellion, Ressentiment und die Untersuchung der Kluft zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und individueller Zielerreichung.
Welche Rolle spielt das Fallbeispiel Elliot Rodger für die Argumentation?
Das Manifest von Elliot Rodger dient als Primärquelle, um den Übergang von sozialem Konformismus über Frustration und Ressentiment hin zur definitiven Rebellion und Gewalttat nachzuzeichnen.
Warum lehnt die Autorin monokausale Erklärungen ab?
Monokausale Ansätze greifen zu kurz, da sie Faktoren wie gewaltsame Medien oder psychische Störungen oft unkritisch isolieren, statt das komplexe Zusammenspiel von sozialer Marginalisierung und institutionellen Druckfaktoren zu betrachten.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit für die Prävention?
Prävention muss bei der Identifikation von Frustrationspotenzialen ansetzen, insbesondere bei Jugendlichen, die durch das institutionelle Raster fallen und soziale Anerkennung nicht innerhalb der gängigen sozialen Hierarchien erreichen können.
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- Marian Blok (Autor), 2014, Amok. School Shootings als extreme Form der Devianz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282562