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Literarische Stolpersteine. Versprecheranalyse bei Zungenbrechern

Title: Literarische Stolpersteine. Versprecheranalyse bei Zungenbrechern

Term Paper , 2012 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katja Federhen (Author)

German Studies - Linguistics
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Gerade Versprecher beweisen in mannigfacher Weise, dass auch Fehler im Sprechen regelgeleitet sind und Beliebigkeit dabei außen vor ist. Im ersten Teil dieser Hausarbeit wird es darum gehen, die häufigsten Versprechertypen zu definieren. Des Weiteren werden die linguistischen Einheiten, bei denen man sich verspricht, erläutert. Es wird nicht darauf eingegangen, welche außersprachlichen Motive hinter Versprechern liegen können. Auch muss im Rahmen dieser Hausarbeit darauf verzichtet werden, den tieferliegenden linguistischen Gründen des Sich-Versprechens nachzugehen, die im Sprachplanungssystem zu finden wären. Im zweiten Teil dieser Hausarbeit werden auf Basis der zuvor gegebenen Definitionen Zungenbrecher daraufhin analysiert, welche Arten von Versprechern sie typischerweise auslösen können. Es wird anhand einer exemplarischen Darstellung die These aufgestellt, dass einerseits je nach dem vom Zungenbrecher vorgegebenen Lautprogramm, anderseits aber auch unabhängig davon, nicht alle Versprecherarten gleichermaßen in Erscheinung treten können. In einem abschließenden Ausblick wird darüber reflektiert, inwiefern Zungenbrecher sinnvoll in den Schulunterricht integriert werden können und wie relevant ihre Untersuchung in Hinblick auf einen Zuwachs von Sprachverstehen auf Seiten der Schüler ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einblick in die Versprecherforschung

2.1. Versprecherdefinition und Häufigkeit von Versprechern

2.2. Versprecheranalysen

2.3. Klassifikation von Versprechern nach Meringer

2.3.1. Vertauschung (XY > YX)

2.3.2. Vorklang/ Antizipation (XY> YY)

2.3.3. Nachklang/ Postposition (XY>XX)

2.3.4. Kontamination (X oder Y > XY)

2.3.5. Substitution (X>Y)

3. Analyse von Zungenbrechern

3.1. Definition von Zungenbrechern unter Berücksichtigung ihrer literarischen Merkmale

3.2. Versprecheranalyse bei Zungenbrechern anhand zweier Beispiele

3.2.1. Zungenbrecheranalyse I

3.2.2. Zungenbrecheranalyse II

4. Ausblick / Ideen für die Einbettung von Zungenbrecheranalysen in den Deutschunterricht

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die linguistischen Grundlagen von Versprechern, um darauf aufbauend eine deduktive Analyse von Zungenbrechern vorzunehmen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie spezifische Lautfolgen in Zungenbrechern gezielt zu regelgeleiteten Fehlleistungen führen, und den Nutzen dieser Analyse für den Deutschunterricht zu reflektieren.

  • Definition und Klassifikation von Versprechern nach Meringer
  • Linguistische Analyse der Lautmerkmale in Zungenbrechern
  • Deduktive Prognose von Fehlleistungen bei Zungenbrechern
  • Integration von Zungenbrecheranalysen in den Schulunterricht
  • Bedeutung der Versprecherforschung für das Sprachbewusstsein

Auszug aus dem Buch

3.1. Definition von Zungenbrechern unter Berücksichtigung ihrer literarischen Merkmale

Zungenbrecher sind in sehr vielen Sprachen überliefert. Da meist der Urheber eines solchen „poetischen Scherzartikels“ nicht ermittelt werden kann, können Zungenbrecher als Teil der jeweiligen Volksdichtung des Landes angesehen werden. Folgt man der Definition Hadumod Bußmanns, so sind Zungenbrecher „In vielen Sprachen überlieferte, artikulatorisch schwierige Nachsprechsätze, die zu unwillkürlichen Versprechern verführen sollen.“ Zungenbrecher zeichnen sich durch ihre besondere phonologische Geformtheit aus: Die meist sinnfreien Sätze bestehen „ in der Regel aus dicht aufeinander folgenden gleichartigen oder ähnlichen Lauten“, deren schneller Abfolge wegen die Artikulation des Sprechers auf die Probe gestellt wird.

Die „sekundäre Strukturierung“ der Zungenbrecher, ihr Verzicht auf eine praktische Mitteilungsabsicht und die soeben erwähnte nationale Bekanntheit verorten Zungenbrecher eindeutig in den Bereich der Poetik. Weshalb eine linguistische Analyse, wie sie durchgeführt werden soll, an einem literarischen Text sinnvoll sein kann und weshalb die Poetik als Gegenstand der Linguistik fungieren kann, hat Jakobson wie folgt ausgedrückt: „Die Linguistik als umfassende Wissenschaft der Struktur der Sprache behandelt die Poetik als einen integralen Bestandteil ihres Forschungsgebiets.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Versprecherforschung ein und erläutert die Zielsetzung der Hausarbeit, Zungenbrecher als linguistisches Untersuchungsobjekt für Fehlleistungen zu nutzen.

2. Einblick in die Versprecherforschung: Hier werden grundlegende Definitionen von Versprechern gegeben und die klassische Klassifikation nach Meringer vorgestellt, die als theoretische Basis für die Analyse dient.

3. Analyse von Zungenbrechern: In diesem Kapitel werden zwei spezifische Zungenbrecher beispielhaft analysiert, um die zu erwartenden Fehlleistungen auf Basis von Lautähnlichkeiten deduktiv herzuleiten.

4. Ausblick / Ideen für die Einbettung von Zungenbrecheranalysen in den Deutschunterricht: Das Kapitel reflektiert den didaktischen Mehrwert von Zungenbrecheranalysen für den Sprachunterricht, insbesondere zur Sensibilisierung für Lautstrukturen und als integratives Element.

5. Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendete Fachliteratur und Quellen auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Versprecher, Linguistik, Zungenbrecher, Meringer, Artikulation, Lautmerkmale, Fehleranalyse, Sprachproduktion, Performanz, Poetik, Deutschunterricht, Phonologie, Lautabfolge, Distinktive Merkmale, Sprachbewusstsein

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Untersuchung von Versprechern und überträgt die Erkenntnisse der Versprecherforschung auf die Analyse von Zungenbrechern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf die Klassifikation von Versprechern, die phonologische Beschaffenheit von Zungenbrechern und deren didaktische Nutzbarkeit im Deutschunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf deduktivem Weg aufzuzeigen, dass Zungenbrecher durch ihre spezifische Lautstruktur vorhersehbare Fehlleistungen provozieren, und den Einsatz dieser Analysen im Unterricht zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deduktive Analyse, die auf der Versprecherklassifikation von Rudolf Meringer basiert, um Fehlleistungen in zwei beispielhaften Zungenbrechern vorherzusagen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Versprecherforschung und einen praktischen Analyseteil, in dem gezielt Lautfolgen in Zungenbrechern untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Versprecher, Linguistik, Zungenbrecher, Artikulation, phonologische Lautmerkmale und Sprachbewusstsein.

Warum lassen sich bei Zungenbrechern kaum Kontaminationen finden?

Die Autorin argumentiert, dass bei Zungenbrechern der Fokus des Sprechers einseitig auf dem vorgegebenen Lautprogramm liegt, wodurch keine Gedanken „in der Entstehung“ sind, aus denen Kontaminationen typischerweise resultieren.

Wie kann die Analyse von Zungenbrechern im Unterricht genutzt werden?

Zungenbrecher dienen als „Belastungstest“, der Schülern die Komplexität des Sprachsystems vor Augen führt und zur Sensibilisierung für Lautgrenzen und distinktive Merkmale eingesetzt werden kann.

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Details

Title
Literarische Stolpersteine. Versprecheranalyse bei Zungenbrechern
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für deutsche Sprache und Linguistik)
Course
Literarische Texte im Alltag
Grade
1,0
Author
Katja Federhen (Author)
Publication Year
2012
Pages
17
Catalog Number
V294167
ISBN (eBook)
9783656918882
ISBN (Book)
9783656918899
Language
German
Tags
literarische stolpersteine versprecheranalyse zungenbrechern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Federhen (Author), 2012, Literarische Stolpersteine. Versprecheranalyse bei Zungenbrechern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294167
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