Textproduktion und Übersetzung in der internen Unternehmenskommunikation. Eine Studie: Wie gehen Übersetzer mit Korrekturvorschlägen um?


Seminararbeit, 2014

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2 Einführung

3 Das Projekt Leichte Sprache

4 Methode und Durchführung
4.1 Studie von Helle Dam-Jensen
4.2 Studie zum Projekt Leichte Sprache
4.3 Vor- und Nachteile der Studien

5 Ergebnisse
5.1 Übernahme des Korrekturvorschlags ohne Diskussion
5.2 Übernahme des Korrekturvorschlags mit Diskussion
5.2.1 Übersetzer mit Nachfrage zum Korrekturvorschlag
5.2.2 Übersetzer mit Nachfrage zu Leichter Sprache
5.3 Übernahme des Korrekturvorschlags nach Erklärung
5.4 Gemeinsame Lösungsfindung von Korrektor und Übersetzer
5.5 Vorläufige Übernahme des Korrekturvorschlags
5.5.1 Weitere Recherche durch Übersetzer
5.5.2 Weitere Recherche durch Korrektor
5.6 Kommentare zu den Ergebnissen

6 Fazit und Reflexion

7 Quellenverzeichnis

2 Einführung

Die interne Unternehmenskommunikation ist ein weites Feld, zu dem zahlreiche und ausschweifende Definitionen zu finden sind. Im Rahmen dieser Seminararbeit sollte jedoch eine leicht verständliche und recht knappe Charakterisierung von Mast genügen:

„Interne Kommunikation stellt die Verbindung zwischen den Individuen eines arbeitsteiligen Systems her, ermöglicht Interaktion und Koordination und steuert so das Netz ineinander greifender Verhaltensaktivitäten der einzelnen Akteure.“ [1]

Ein wichtiger Punkt in dieser Aussage bezieht sich auf die Interaktion zwischen Individuen. Dieser Teilaspekt wird auch in der Definition eines Online-Portals hervorgehoben, in der die interne Kommunikation „ die Bezeichnung für Kommunikation zwischen Angestellten oder Abteilungen quer durch alle Ebenen […] einer Organisation“ [2] meint.

In welcher Beziehung stehen nun die interne Unternehmenskommunikation und das Thema dieser Seminararbeit? Auch bei Letzterem steht die Interaktion zwischen Individuen in einer Organisation im Vordergrund, nämlich die Kommunikation zwischen und innerhalb von kleinen Arbeitsgruppen eines Übersetzungsprojekts. Genauer gesagt wird untersucht, wie Übersetzer mit Verbesserungsvorschlägen von Korrektoren umgehen. Welche Handlungsmöglichkeiten seitens der Übersetzer treten auf? Wie verbleiben Übersetzer und Korrektor nach ihrer Diskussion? Zur Klärung dieser Fragen wird zunächst kurz das Projekt vorgestellt, in dessen Rahmen sich die Studie abspielte. Anschließend werden Methode und Durchführung der Untersuchung erklärt und reflektiert. Dabei wird sich auch vergleichend auf eine Studie von Helle Dam-Jensen bezogen. Daran schließt sich der Hauptteil dieser Seminararbeit an, in dem die Studie sowie ihre Ergebnisse dargestellt werden. Dieser Teil enthält unter anderem Gesprächstranskriptionen aus Gruppen- oder Partnerdiskussionen, die für die Studie relevant sind. Abschließend steht ein Fazit, in dem alle Ergebnisse kurz zusammengefasst und reflektiert werden.

3 Das Projekt Leichte Sprache

Die Daten, die für die in dieser Hausarbeit thematisierte Studie gesammelt wurden, stammen aus einem Übungsseminar, das im Wintersemester 2013/14 an der Universität Hildesheim gehalten wurde. Die Studierenden des Masterstudiengangs Medientext und Medienübersetzung übersetzten zusammen mit der Dozentin Uta Fröhlich Texte aus dem Deutschen in sogenannte Leichte Sprache. Bei Leichter Sprache handelt es sich um sehr stark vereinfachtes Deutsch, bei dem Syntax und Lexik so simpel wie möglich gestaltet sind. Die Zielgruppe besteht beispielsweise aus Hörgeschädigten, Migranten oder Personen mit Lernschwäche.[3]

Auftraggeber dieses Projekts war das Niedersächsische Justizministerium. Ein Teilbereich ihrer Internetpräsenz sollte auch für Personen, die Leichte Sprache benötigen, zugänglich gemacht werden. Es handelte sich um den Bereich Justiz verstehen, in dem Laien umfassendes Wissen über die Justiz, deren Akteure sowie das deutsche Rechtssystem vermittelt werden soll. Dieser Ausgangstext wurde unterteilt und den Studierenden des Projekts zugewiesen, die sich in Zweier- oder Dreiergruppen zusammenfanden. Die Gruppen konnten selbst entscheiden, ob sie während des Seminars oder abseits davon an ihren Zieltexten arbeiteten. Für die Anfertigung der intralingualen Übersetzungen standen circa zwei Monate zur Verfügung. Anschließend wurden die Zieltexte an ein Korrektorenteam weitergegeben. Dieses bestand aus Studierenden, die im vorherigen Jahr bereits an einem ähnlichen Projekt teilgenommen hatten. Das Team überarbeitete die Übersetzungen innerhalb von einer Woche und sendete die Korrekturvorschläge zurück an die Übersetzer. Dann besprachen Korrektor und Übersetzer inhaltliche sowie formale Änderungen. Dieser Arbeitsschritt des Projekts steht im Fokus der Studie. Bei diesen Gesprächen zeigte sich, wie die Studierenden auf die Änderungen der Korrektoren reagierten und mit ihnen darüber kommunizierten.

4 Methode und Durchführung

Methode und Durchführung der Studie sind leicht an eine Studie von Helle Dam-Jensen angelehnt, die 2012 erschienen ist. Daher wird diese zuerst erläutert, bevor auf die Studie aus dem Projekt Leichte Sprache eingegangen wird. Anschließend werden die wichtigsten Vor- und Nachteile von Methode und Durchführung dargestellt sowie reflektiert.

4.1 Studie von Helle Dam-Jensen

Dam-Jensens Studie trägt den Titel Decision-making in Translation. A Pilot Study of Students’ Translation Processes. Die qualitative Studie wurde 2009 an der Aarhus School of Business in Dänemark durchgeführt. Ziel war es herauszufinden, wie Studierende potentielle Übersetzungsprobleme lösten. Welche Strategien nutzen sie dazu? Auf welcher Grundlage treffen sie ihre Entscheidungen? Die Ergebnisse der Studie sollten unter anderem dazu genutzt werden, den Übersetzungsunterricht prozessorientiert zu verbessern. Für ihre Studie untersuchte Dam-Jensen das Verhalten von 14 Masterstudierenden aus einem Übersetzungskurs. Diese wurden in Paare aufgeteilt und bekamen einen dänischen Touristentext zugeteilt, den sie ins Spanische übersetzen sollten. Dafür standen ihnen die üblichen Hilfsmittel wie Wörterbücher oder das Internet zur Verfügung. Die Studierenden hatten 30 Minuten Zeit, soviel wie möglich von dem Ausgangstext zu übersetzen, wobei Zeit jedoch nicht als Druckmittel wirken sollte. Die Gespräche und Diskussionen der Paare wurden mit Bild und Ton aufgezeichnet. Die Übersetzungssituation sollte dabei so natürlich wie möglich gestaltet werden. So gab es beispielsweise eine große physische Distanz zwischen Forschern und Studierenden.[4]

Nach der Auswertung der Daten kam Dam-Jensen zu dem Schluss, dass bei Übersetzungsproblemen hauptsächlich auf zweisprachige Wörterbücher und das Internet zurückgegriffen wurde. Warum die Studierenden eine bestimmte Lösung wählten, konnten sie in den meisten Fällen nicht begründen. Oft entschieden sie nach persönlichen Vorlieben. Dies führte Dam-Jensen unter anderem darauf zurück, dass die Studierenden schlichtweg nicht in der Lage waren, über ihre Übersetzungsentscheidungen zu kommunizieren. Ihnen fehlte folglich eine sogenannte Metasprache.[5] Zur Klärung des Begriffs sei an dieser Stelle Sukale zitiert:

„[…] nennen wir die Sprache, über die wir reden, die Objektsprache und die Sprache, die wir gebrauchen, um über die Objektsprache zu reden, die Metasprache.“[6]

In Dam-Jensens Studie ist die Objektsprache demnach das Spanische bzw. das Dänische. Würden die Studierenden nun über eine dieser Objektsprachen sprechen, würden sie von einer Metasprache Gebrauch machen. Dies wäre beispielsweise der Fall gewesen, wenn einer der Studierenden eine grammatikalische Begründung für eine Übersetzungsentscheidung gegeben hätte.

[...]


[1] Mast (2013), S. 223 nach Schick (2010), S. 17.

[2] onpulson.de (2014).

[3] Vgl. Netzwerk Leichte Sprache (2008).

[4] Vgl. Dam-Jensen (2012), S. 146 ff.

[5] Vgl. Dam-Jensen (2012), S. 159 ff.

[6] Sukale (1988), S. 197.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Textproduktion und Übersetzung in der internen Unternehmenskommunikation. Eine Studie: Wie gehen Übersetzer mit Korrekturvorschlägen um?
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
20
Katalognummer
V295338
ISBN (eBook)
9783656932932
ISBN (Buch)
9783656932949
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
textproduktion, übersetzung, unternehmenskommunikation, eine, studie, übersetzer, korrekturvorschlägen
Arbeit zitieren
Hanna Wilkes (Autor), 2014, Textproduktion und Übersetzung in der internen Unternehmenskommunikation. Eine Studie: Wie gehen Übersetzer mit Korrekturvorschlägen um?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295338

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