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Die Beschäftigungssituation und der Stand der Professionalisierung in der Erwachsenen- und Weiterbildung

Título: Die Beschäftigungssituation und der Stand der Professionalisierung in der Erwachsenen- und Weiterbildung

Tesis , 2010 , 105 Páginas , Calificación: 1,6

Autor:in: Björn Beil (Autor)

Pedagogía - Formación profesional, capacitación profesional
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In der vorliegenden Diplomarbeit wird das Anliegen verfolgt herauszufinden und darzustellen, ob und inwieweit sich das Beschäftigungsfeld "Weiterbildung" als Profession bezeichnen lassen kann und wie sich die Beschäftigungssituation des in diesem Segment tätigen Personal darstellt. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, welcher Zusammenhang zwischen den herausgearbeiteten Ebenen von Professionsmerkmalen und der Beschäftigungssituation von Weiterbildnern in Deutschland besteht. Dieser soll entsprechend aufgezeigt werden.
Die Professionalisierungsdiskussion ist in anderen Ländern Europas unterschiedlich fokussiert und der Weiterbildungsbereich hat vor dem Hintergrund der Globalisierung und Europasierung, vor allem durch die Lissabon-Strategie im Jahr 2000, auf europäischer, bildungspolitischer Ebene erheblich an Bedeutung gewonnen. Daher soll zudem der Stand der Professionalisierung in der Weiterbildung für Österreich, als einen exemplarischen Mitgliedsstaat der europäischen Union, erfasst und mit der Situation in Deutschland verglichen werden.

In der Öffentlichkeit existiert im Gegensatz zu anderen Fachbereichen, wie beispielsweise dem Medizin- und Gesundheitswesen, den Ingenieurwissenschaften oder den Lehrämtern, keine explizite Vorstellung über das Tätigkeitsfeld des Personals in der Erwachsenen-/ Weiterbildung. Mit Fragen wie „Was meint Erwachsenenbildung?“, „Braucht man ein Studium um in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung beruflich tätig zu werden?“ oder „In welchem Beruf kannst du mit diesem Studiengang denn tätig werden?“ werden wohl die meisten Studenten des Studiengangs „Erziehungswissenschaft“ mit der Studienrichtung „allgemeine Erwachsenenbildung/ Weiterbildung“ während ihrer Studienzeit durchgehend konfrontiert. Das diffuse Wissen der Öffentlichkeit und das oftmals fehlende Selbstverständnis von Aus- und Weiterbildnern war für den Autor der Ausgangspunkt sich in seiner Abschlussarbeit mit dem Berufsfeld von Weiterbildnern auseinanderzusetzen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erwachsenenbildung/ Weiterbildung

3. Terminologische Abgrenzungen zentraler Begriffe

3.1 Beruf

3.2 Verberuflichung

3.3 Professionalisierung

3.4 Professionalität

3.5 Profession

4. Einschlägige (Theorie-)Positionen zur Profession(alisierung)

4.1 Soziologische Positionen

4.2 Erwachsenenpädagogische Positionen

4.3 Zusammenfassung

5. Die Entwicklung der Verberuflichung und Professionalisierung in der Weiterbildung

6. Der aktuelle Professionalisierungstand der allgemeinen und beruflichen/ betrieblichen Weiterbildung

6.1 Dienstleistungsberuf mit gesellschaftlichem Zentralwertbezug/ Fest umrissenes Tätigkeitsbündel

6.2 Soziale und berufliche Lage des Weiterbildungspersonals

6.3 Reglementierter Berufszugang/ spezialisierte, akademische Ausbildung

6.4 Kontinuierliche Weiterbildung

6.5 Fazit

7. Professionalität des Weiterbildungspersonals als Handlungsfeld der Europäischen Union

8. Die Beschäftigungs- und Professionalisierungssituation von Weiterbildnern in Österreich

8.1 Der österreichische Weiterbildungssektor und seine Struktur

8.2 Die Datenlage

8.3 Das Berufsfeld Weiterbildung und der Stand der Professionalisierung in Österreich

8.4 Die Beschäftigungsverhältnisse des Weiterbildungspersonals in Österreich

9. Vergleich der Beschäftigungs- und Professionalisierungssituation zwischen Deutschland und Österreich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Berufsfeld Weiterbildung im Hinblick auf seine Professionalisierung. Ziel ist es, zu ermitteln, inwieweit das Tätigkeitsfeld als Profession bezeichnet werden kann und welche Zusammenhänge zwischen den Professionsmerkmalen und der Beschäftigungssituation von Weiterbildnern in Deutschland bestehen. Im internationalen Vergleich wird zudem die Situation in Österreich analysiert.

  • Strukturelle Analyse des Weiterbildungsmarktes und seiner Herausforderungen
  • Untersuchung der Professionalisierungskriterien (Wissen, Ausbildung, Ethik)
  • Darstellung der sozialen und beruflichen Lage von Weiterbildungspersonal
  • Vergleich der Professionalisierungsansätze in Deutschland und Österreich
  • Einfluss der europäischen Bildungspolitik (Lissabon-Strategie) auf den Professionalisierungsanspruch

Auszug aus dem Buch

3.1 Beruf

„Der Berufsbegriff, der aus der Alltagssprache in die Sprache der Wissenschaft integriert wurde, ist mehrdeutig und vielschichtig“ (s. Übers. 1 bei Dostal u.a. 1998, S.442) und findet seinen Ursprung in Luthers Bibelübersetzung aus der Reformationszeit. Luther verstand den Beruf als „Ruf Gottes zur Dienstbereitschaft in der Gesellschaft und zur christlichen Lebensführung“ (vgl. Stratmann 1967). Die Arbeit soll in diesem Zusammenhang dem Lebensunterhalt dienen, wobei der Einzelne von Gott zur jeweiligen Tätigkeit, dem Beruf, berufen wird. Nachdem der Beruf bis zum 18. Jahrhundert abhängig von der Standeszugehörigkeit und der göttlichen Berufung war, löste sich der Berufsbegriff im Laufe des 19. Jahrhunderts von seiner religiösen Herkunft und wird im Sinne der allgemeine Verwendung auf die Erwerbsarbeit verwendet.

Die Wahl des Berufes obliegt heutzutage der individuellen Entscheidung der jeweiligen Person und ist abhängig von formalen Bildungsabschlüssen, Interessen, der Arbeitsmarktsituation und der individuellen Fertigkeiten. Diese Berufswahlfreiheit ist im Artikel 12 des Grundgesetztes verankert und besagt, dass „alle Deutschen das Recht haben, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen“ (Art.12 Abs.1 GG). Dieses Grundrecht findet seine Basis in einem weiteren Grundrecht, dem der freien Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 GG).

Durch die Wahl eines Berufes sind „soziale Attribute erreichbar, die diejenigen, die die Wahl treffen, ihrer soziale Herkunft nach vielleicht nicht zugänglich gewesen wären“ (Combe/Helsper 1996, S.51).

Der Terminus Beruf beinhaltet bis heute noch Spuren seiner religiösen Herkunft. Der Ruf Gottes bezeichnet das Prinzip, nachdem der Beruf „dem Einzelnen durch Berufung und religiöser oder sozialer Basis als Amt auferlegt wird und das die Quelle von Berufsethos ist (…)“(vgl. Daheim 1995, S.89). Ein Beruf „ruht auf einer inneren Berufung auf, die später als Anlage, Begabung etc. säkularisiert werden kann“(Combe/Helsper 1996, S.51). Berufsethos beschreibt eine „hohe sittliche Vorstellung vom Wert und den Pflichten eines Berufes“ (Bibliographisches Institut GmbH 2010) und ein Selbstverständnis in Bezug auf den Wert des ausgeübten Berufes und den damit verbundenen Pflichten auch der Gesellschaft gegenüber.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die diffuse Wahrnehmung des Berufsfeldes Weiterbildung in der Öffentlichkeit und leitet die Forschungsfrage sowie Zielsetzung der Arbeit her.

2. Erwachsenenbildung/ Weiterbildung: Dieses Kapitel definiert den Weiterbildungsbegriff als vierte Säule des Bildungssystems und erläutert seine ordnungspolitische Struktur.

3. Terminologische Abgrenzungen zentraler Begriffe: Es werden zentrale Begrifflichkeiten wie Beruf, Professionalisierung und Profession definiert und in ihren theoretischen Kontext eingeordnet.

4. Einschlägige (Theorie-)Positionen zur Profession(alisierung): Das Kapitel stellt soziologische und erwachsenenpädagogische Theorien vor, um relevante Professionsmerkmale für das Berufsfeld zu identifizieren.

5. Die Entwicklung der Verberuflichung und Professionalisierung in der Weiterbildung: Hier wird die historische Entwicklung von der ehrenamtlichen Tätigkeit hin zum hauptberuflichen Tätigkeitsfeld aufgezeigt.

6. Der aktuelle Professionalisierungstand der allgemeinen und beruflichen/ betrieblichen Weiterbildung: Das Kapitel analysiert anhand verschiedener Kriterien den Status quo des Weiterbildungspersonals, inklusive Arbeitsbelastung und Einkommenssituation.

7. Professionalität des Weiterbildungspersonals als Handlungsfeld der Europäischen Union: Die Auswirkungen europäischer Bildungsziele (Lissabon-Strategie) auf die Professionalisierung werden diskutiert.

8. Die Beschäftigungs- und Professionalisierungssituation von Weiterbildnern in Österreich: Der österreichische Weiterbildungssektor wird strukturell und datentechnisch unter besonderer Berücksichtigung der Weiterbildungsakademie Österreich (wba) analysiert.

9. Vergleich der Beschäftigungs- und Professionalisierungssituation zwischen Deutschland und Österreich: Zusammenfassender Vergleich beider Länder hinsichtlich der Herausforderungen und Professionalisierungsansätze.

Schlüsselwörter

Weiterbildung, Erwachsenenbildung, Professionalisierung, Profession, Berufsethos, Dienstleistungsberuf, Beschäftigungssituation, Bildungsmanagement, Qualifizierung, Lehre, Lebenslanges Lernen, Weiterbildungspersonal, Österreich, Deutschland, Kompetenzprofil

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Beschäftigungssituation und den Professionalisierungsstand des Weiterbildungspersonals in Deutschland und vergleicht diese Ergebnisse mit der Situation in Österreich.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretische Bestimmung von Profession und Professionalisierung, die historischen Entwicklungslinien der Weiterbildung sowie die Analyse empirischer Daten zur sozialen und beruflichen Lage der dort Beschäftigten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob und inwieweit das Beschäftigungsfeld Weiterbildung als Profession bezeichnet werden kann und wie die aktuellen Beschäftigungsverhältnisse die Professionalisierung beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturbasierte Arbeit, die theoretische Diskurse analysiert und diese durch die Auswertung vorhandener qualitativer und quantitativer Statistiken zur Beschäftigungslage ergänzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine historische Analyse der Verberuflichung, eine detaillierte Prüfung der Professionskriterien sowie einen länderspezifischen Vergleich zwischen Deutschland und Österreich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Weiterbildung, Professionalisierung, Berufsethos, prekäre Beschäftigung, Bildungsmanagement, Kompetenzprofil und das österreichische Modell der Weiterbildungsakademie (wba).

Welche Rolle spielt die Europäische Union für die Professionalisierung?

Die EU fördert durch Initiativen wie die Lissabon-Strategie und das Programm "Grundtvig" das lebenslange Lernen und setzt Impulse zur Qualitätssteigerung und Professionalisierung, auch wenn die Umsetzung national in den Händen der Mitgliedsstaaten bleibt.

Was ist das Besondere am österreichischen Modell?

Österreich hat mit der "Weiterbildungsakademie Österreich" (wba) ein virtuelles Anerkennungssystem geschaffen, das als Referenzrahmen dient, um heterogene Kompetenzen von Weiterbildnern strukturiert zu zertifizieren.

Final del extracto de 105 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Beschäftigungssituation und der Stand der Professionalisierung in der Erwachsenen- und Weiterbildung
Universidad
University of Duisburg-Essen  (Bildungswissenschaften)
Calificación
1,6
Autor
Björn Beil (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
105
No. de catálogo
V295873
ISBN (Ebook)
9783656946915
ISBN (Libro)
9783656946922
Idioma
Alemán
Etiqueta
beschäftigungssituation stand professionalisierung erwachsenen- weiterbildung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Björn Beil (Autor), 2010, Die Beschäftigungssituation und der Stand der Professionalisierung in der Erwachsenen- und Weiterbildung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295873
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