Als eines der Themen, das in den Medien, der Politik, aber auch der Wissenschaft aktuell und wiederholt Einzug erhält, bietet Migration ein umfangreiches Forschungsfeld. Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag hierzu, verfolgt jedoch einen bislang ungenutzten Weg der Herangehensweise. Viele Erhebungen sind auf eine reine Darstellung der Ist-Situation von Ländern und Regionen ausgelegt. Anhand eines Benchmarking-Ansatzes, unter Einbezug des Push-Pull-Modells der Migration, wird diese Arbeit darlegen, wie sich die Auswanderer in Europa verteilen und darüber hinaus, welche Zielnationen besonders attraktiv erscheinen. Überdies wird ein Transfer geleistet, der ermöglicht, die Attraktivität deutscher Bundesländer zu vergleichen und infolgedessen, dasjenige Bundesland mit der größten Anziehungskraft zu bestimmen, die regionale Benchmark. Ebenso ergeben sich Handlungsempfehlungen, zur Steigerung der Attraktivität einzelner Bundesländer.
Eine wesentliche Erkenntnis der Studie ist, dass Deutschland die beliebteste Zielnation europäischer Migranten ist. Vor allem durch Stärken in den Bereichen Einkommen, Beschäftigung, Wohnbedingungen und Umwelt rückt es in den Fokus der Auswanderer. Zudem ist erkennbar, dass das Bundesland Hessen, innerhalb Deutschlands, die attraktivste Region ist. Diese regionale Benchmark ist gekennzeichnet durch hervorragende Standortmerkmale in den Bereichen Haushaltsnettoeinkommen, durchschnittlicher Stundenverdienst und durchschnittlicher Jahresverdienst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung – Problemstellung und Forschungsfrage
2 Aufbau der Arbeit
3 Theoretische Grundlagen und Forschungsstand
3.1 Bisheriger Erkenntnisse zur Migrationsforschung
3.1.1 Der Begriff der Migration
3.1.2 Die Migrationsdimensionen
3.1.3 Die Einordung des Forschungsschwerpunktes
3.2 Definition von Schlüsselbegriffen
3.3 Das Push-Pull Modell der Migration
3.4 Benchmarking – eine Möglichkeit zur Maßnahmenidentifizierung
3.4.1 Der Begriff des Benchmarking
3.4.2 Die Arten und Formen des Benchmarking
3.4.3 Der Benchmarking-Prozess
4 Die Migration in Europa beurteilt anhand ausgewählter Nationen
4.1 Der Zusammenhang zwischen geographischer Nähe und Migration
4.2 Abweichungen der Wanderungsbewegung durch historische Ursprünge
4.3 Beliebte Destinationen Europas
4.4 Die Attraktivität Deutschlands aus Sicht europäischer Migranten
4.5 Deutschland beurteilt mittels „Better Life Index“ der OECD
4.5.1 Die Darstellung der Faktoren, welche Migration begünstigen
4.5.2 Die Bewertungsmethode zur Bemessung der Lebensqualität der Nationen
4.5.3 Der Vergleich der Nationen Europas
5 Die Migration in deutsche Bundesländer beurteilt anhand ausgewählter Nationen
5.1 Die Bewertungsmethode zur Beurteilung der Lebensqualität deutscher Bundesländer
5.2 Die Lebensqualität deutscher Bundesländer
5.2.1 Der Vergleich der Bundesländer Deutschlands
5.2.2 Analyse der Pull-Faktoren ausgewählter Bundesländer
5.2.3 Maßnahmen abgeleitet anhand des Best-of-Class
6 Zusammenfassung
6.1 Überblick der gewonnenen Erkenntnisse
6.2 Ausblick und kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit analysiert das Migrationsverhalten europäischer Auswanderer, um durch die Anwendung eines Benchmarking-Ansatzes und des Push-Pull-Modells die Attraktivität Deutschlands sowie seiner Bundesländer empirisch zu bewerten und ein "Best-of-Class"-Modell zur Steigerung der regionalen Attraktivität zu identifizieren.
- Analyse der Migrationsströme innerhalb Europas und deren geografischer sowie historischer Hintergründe.
- Identifikation attraktiver Zielnationen für europäische Migranten unter Verwendung von OECD-Indikatoren.
- Entwicklung einer regionalen Benchmark für deutsche Bundesländer basierend auf Lebensqualität und Standortfaktoren.
- Ableitung gezielter Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Standortattraktivität einzelner Bundesländer.
Auszug aus dem Buch
3.4 Benchmarking – eine Möglichkeit zur Maßnahmenidentifizierung
Das Benchmarking als Managementinstrument ist eine vergleichsweise junge Methode, um Verbesserungen bei Produkten, Dienstleistungen, Prozessen oder gesamten Unternehmen herbeizuführen. Der Gedanke, sich zu verbessern, indem man sich den Besten auf einem Gebiet zum Vorbild nimmt, lässt sich in der Geschichte oft wiederfinden. Das heutige Verständnis von Benchmarking als Managementwerkzeug und dessen Kernelemente lassen sich jedoch auf das Unternehmen Xerox zurückführen, welches für Druckertechnologien bekannt ist.
In den 1970er Jahren entstand auch für dieses Unternehmen Wettbewerbsdruck, welcher darauf zurückzuführen war, dass die japanische Konkurrenz ihre Produkte günstiger als Xerox verkaufen konnte. Der Konzern reagierte damit, dass die Konkurrenzprodukte hinsichtlich Herstellungskosten, Design und weiterer Elemente analysiert wurden, um im Fertigungsbereich wettbewerbsfähig zu bleiben. Wurde anschließend festgestellt, dass andere Hersteller effizienter oder kostengünstiger produzierten, ist das unternehmensinterne Ziel gesetzt worden, mindestens dieselbe Leistung zu erreichen. Durch die Erfolge, welche hierdurch erzielt werden konnten, beschloss das Management, das Benchmarking in allen Bereichen des Unternehmens durchzuführen. Hierdurch konnte der Konzern seine Leistungen in allen Unternehmensbereichen deutlich verbessern und einige bedeutende Qualitätspreise gewinnen. Dies blieb auch in anderen Branchen nicht unbemerkt und forderte zur Nachahmung des Benchmarking auf. So etablierte sich dieses Instrument als Managementwerkzeug.
Aufgrund der vielseitigen Anwendbarkeit des Benchmarking sind verschiedene Modelle entwickelt worden, um diese Methodik für die jeweilige Problemstellung des Anwenders optimal nutzen zu können. Dieses Managementinstrument bietet jedoch nicht nur die Möglichkeit auf Unternehmensebene Verbesserungen erreichen zu können, sondern auch auf volkswirtschaftlicher Ebene. In der vorliegenden Arbeit soll das Benchmarking konkret dazu genutzt werden Volkswirtschaften in Europa vergleichen zu können. Darüber hinaus wird mit den
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung – Problemstellung und Forschungsfrage: Die Arbeit führt in das Themenfeld der Migration ein, beleuchtet den Fachkräftemangel als Treiber und definiert zwei zentrale Forschungsfragen zur Verteilung europäischer Migranten sowie zur Identifikation einer regionalen Benchmark in Deutschland.
2 Aufbau der Arbeit: Es wird die methodische Struktur der Arbeit erläutert, die zwischen einem theoretischen Teil zur Migrationsforschung und Benchmarking sowie einem empirischen Teil zur Analyse des Migrationsverhaltens in Europa und Deutschland unterscheidet.
3 Theoretische Grundlagen und Forschungsstand: Dieses Kapitel liefert das theoretische Fundament durch die Definition von Migration, die Erläuterung des Push-Pull-Modells und die Einführung des Benchmarking als Instrument zur Maßnahmenidentifizierung.
4 Die Migration in Europa beurteilt anhand ausgewählter Nationen: Hier erfolgt eine empirische Untersuchung der Migrationsströme in 19 europäischen Nationen, wobei Deutschland als zentrale Destination identifiziert und mittels OECD-Indikatoren hinsichtlich der Lebensqualität bewertet wird.
5 Die Migration in deutsche Bundesländer beurteilt anhand ausgewählter Nationen: Auf Basis des internationalen Vergleichs werden die 16 Bundesländer bewertet, um eine regionale Benchmark zu bestimmen und spezifische Handlungsempfehlungen für die Attraktivitätssteigerung abzuleiten.
6 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die methodische Vorgehensweise und diskutiert kritisch die Einschränkungen sowie den weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Migration, Benchmarking, Push-Pull-Modell, Lebensqualität, Attraktivität, Deutschland, Bundesländer, Migrationsverhalten, Standortfaktoren, OECD, Better Life Index, Arbeitsmarkt, Fachkräfte, Zuwanderung, Regionalanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Migrationsverhalten europäischer Auswanderer und entwickelt eine Methode, um die Attraktivität von Nationen und deutschen Bundesländern zu messen und miteinander zu vergleichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder umfassen die Migrationsforschung, die Anwendung des Push-Pull-Modells auf Wanderungsbewegungen und die Übertragung der Managementmethode "Benchmarking" auf volkswirtschaftliche Fragestellungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, wie sich Auswanderer in Europa verteilen und welches deutsche Bundesland als Benchmark für eine besonders hohe Anziehungskraft für Migranten dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt den Benchmarking-Ansatz in Verbindung mit dem Push-Pull-Modell, um eine objektive Vergleichbarkeit anhand quantitativer Indikatoren (wie Einkommen, Beschäftigung und Lebensqualität) zu schaffen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Migration auf internationaler Ebene in Europa sowie eine detaillierte Untersuchung der 16 deutschen Bundesländer, inklusive einer Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Migration, Benchmarking, Standortattraktivität, Lebensqualität, Pull-Faktoren und die Analyse der deutschen Bundesländer mittels OECD-Daten.
Warum wurde Hessen als regionale Benchmark identifiziert?
Hessen erreichte im Vergleich der Bundesländer den höchsten kumulativen Punktwert, da es über verschiedene Indikatoren hinweg – insbesondere bei den monetären Faktoren wie Einkommen und Jahresverdienst – hervorragende Standortbedingungen bietet.
Inwiefern beeinflussen historische Faktoren das Migrationsverhalten?
Die Studie zeigt, dass historische Konzepte wie die Gastarbeiteranwerbung in den 1960er Jahren bis heute Diskrepanzen in der Migrationsverteilung erklären, da sich dadurch langfristige wirtschaftliche und soziale Bindungen zwischen bestimmten Ländern und Deutschland verfestigt haben.
- Citation du texte
- Alexander Kaiser (Auteur), 2015, Empirische Studie zum Migrationsverhalten im europäischen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296117